Double Kick Heroes – Angespielt

Double Kick Heroes – Angespielt

„Double Kick Heroes ist das einzige verdammte Rock and Metal Rhythmusspiel für Steam“. Hier brauche ich nicht viel journalistische Recherche-Tätigkeiten zu betreiben, um diese plakative Aussage der PR-Abteilung des Indie-Entwicklers Headbang Club in seinem Wahrheitsgehalt zu bestätigen. Der ungewöhnliche Genre-Mix aus Musikspiel und Shoot’Em Up ist, zumindest was Idee und Setting betrifft, sicherlich einzigartig. Spielerisch sollte man sich von dem Early Access Titel aber nicht all zuviel erwarten.

Es ist schon eine ganze Weile her, als Spiele wie Guitar Hero oder Rockband zu den festen Größen im Musikspiel-Genre gehörten. Mittlerweile muss man schon sehr lange suchen, um überhaupt noch irgendwelche neuen Sparten-Vertreter zu finden. Die Indie-Entwickler von Headbang Club nutzen diese aufgerissene Nische und bringen mit Double Kick Heroes einen sehr ungewöhnlichen Mix auf den Markt. Im Grunde genommen handelt es sich dabei nämlich um kein reines Rhythmusspiel, sondern es kombiniert das bekannte Gameplay mit typischen Elementen eines Side Scrolling Shoot’Em Ups. Als Prämisse dient eine ausgewachsene Zombie-Apokalypse, bei der es für mich und meine Metal/Rockband entlang des Highways of Hell nur ein einziges Ziel gibt: Untote killen, überleben und dabei richtig coole Musik zu machen.

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For Those About to Rock

Spielerisch bedeutet das, ihr cruist mit eurem „Gundillac“ (ein mit Waffen ausstaffierter Cadillac) quer durch USA, stets eine Horde Untoter und anderern mordlüsternen Kreaturen im Nacken. Am Heck eures Fahrzeuges sind zwei Geschütze befestigt, die nach dem Betätigen der entsprechenden Taste abwechselnd abgefeuert werden können. Das funktioniert aber, wie bei einem Rythmusspiel üblich, nur an den vorgegebenen Stellen. Drückt man zu früh oder zu spät bleiben die Schusswaffen stumm, verpasst man zu oft hintereinander den richtigen Zeitpunkt, überhitzen die Waffen und man ist für mehrere Sekunden wehrlos. Bestimmte Kombo-Ketten schalten dann sogar verbesserte Wummen frei, individuell aufrüsten kann man seinen Gundillac aber nicht. Während in den normalen Stages euer Vehikel automatisch über die Straßen brettert, dürft ihr in Boss-Kämpfen zusätzlich auch noch eure vertikale Position ändern. In höheren Stufen kommen noch Granaten und Sniper-Angriffe hinzu. Hier gilt es dann bis vier Eingabemöglichkeiten gleichzeitig zu managen.

Das klingt auf dem Papier als relativ simpel, gestaltet sich aber auf höheren Schwierigkeitsgraden als durchaus fordernd. Hier kann man dann sogar passend zum Setting aus Rock, Hard Rock, Metal bis hin zu Extrem auswählen. Double Kick Heroes enthält in der aktuellen Fassung zwei verschiedene Spielmodi, Arcade und Story.  Beiden unterscheiden sich aber lediglich dadurch, dass es in letzterem zwischen den einzelnen Stages kleinere Story-Fetzen in Pixeloptik und Textfenster zu sehen gibt. Die von Robert Rodriguez (Machete, Planet Terror) inspirierte Hintergrundgeschichte über komische Jungs und Mädels, die für Sex, Drugs und Heavy Metal leben, bietet vor allem für Fans von Rock- und Metal-Musik zahlreiche Easter Eggs inklusiver Gastauftritte von bekannten Persönlichkeiten nachempfunden Figuren. Die Geschichte selbst ist bemüht witzig und mindestens genauso belanglos inszeniert. Vor allem die fehlende Sprachausgabe welche durch piepsende Töne ersetzt wurde, verleitet sehr zum Überspringen der Story-Sequenzen.

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Nothing else Matters

Insgesamt verspricht uns Double Kick Heroes bis zum Release rund 30 verschiedene Stages, mit genauso vielen unterschiedlichen, eigens für das Spiel komponierte Songs. Die decken so ziemlich die ganze Palette des Genres ab, angefangen von leichter, rockiger Musik, über Punk bis hin zu härteren Death Metal Klängen. Allesamt durchwegs gut, wobei jedoch manche davon eher an den Synthesizer Sound aus der 16-Bit Ära erinnern, zusätzlich unterlegt mit ein paar härteren Gitarren-Riffs. Wer übrigens eigene Songs importieren will, kann das mittels Editor machen. Der ist sehr übersichtlich und bedienerfreundlich aufgebaut, erlaubt aber neben eigener Musik lediglich eine handvoll verschiedener Hintergründe und Feind-Typen zu platzieren. Aktuell ein nettes Gimmick, das aber hoffentlich noch ausgebaut wird. Double Kick Heroes bietet darüber hinaus auch Unterstützung für Controller, im speziellen den für die XBox 360. So ist es beispielsweise möglich, die Plastik-Gitarre von Guitar Hero zu verwenden. Ausprobiert mit einem X-Plorer Controller Xbox 360 Wired – funktioniert einwandfrei und vor allem erhöht das den Spielspaß enorm.

FAZIT

Wenn man Double Kick Heroes auf seine spielerischen Qualitäten reduziert, dann bleibt eigentlich nur mehr das rythmische Button-Mashing übrig. Ja gut, bei anderen Musikspielen wie Guitar Hero oder Rockband ist das ähnlich, aber hier hämmert man wenigstens auf coolen Kunststoff-Instrumenten herum und nicht auf der Tastatur oder Controller. Wer also die Möglichkeit hat, sollte deswegen unbedingt die Plastik-Gitarre abstauben und damit zocken. Dazu kommt auch noch, dass bei den meisten Musikspielen vor allem der lokale Mehrspielermodus im Mittelpunkt steht, welchen das Rock and Metal Rhythmusspiel leider nicht vorweisen kann. Auch der Wiederspielwert hält sich aufgrund der spielerischen Möglichkeiten etwas in Grenzen. Dafür kann es aber mit einem außergewöhnlichen Setting punkten und versprüht mit seinem hübschen Pixel-Look herrliches Retro-Feeling. Unterm Strich bietet Double Kick Heroes aktuell in seiner Early Access Phase kurzweilige Unterhaltung für Zwischendurch, aber nicht (nur) für Metal-Fans.

Was ist Double Kick Heroes ? Rock and Metal Rhythmusspiel mit Shoot’Em Up Elementen und Zombies.
Plattformen: PC (Steam)
Getestet: Early Access auf PC Intel Core i5-4440, 16GB RAM, GeForce GTX 745
Entwickler / Publisher: Headbang Club
Release: 11. April 2018
LinkOffizielle Webseite

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