Dragon Ball Z: Kakarot – Angespielt

Dragon Ball Z: Kakarot – Angespielt

Im Rahmen eines exklusiven Events in Frankfurt hatten wir vorletzte Woche die Möglichkeit, eine Preview-Version von Dragon Ball Z: Kakarot vorab für rund fünf Stunden zu testen, um uns einen ersten Eindruck davon zu holen. Erstes Fazit: Es macht Spaß. Und zwar sehr.

Ein Traum wird wahr!

Lange Jahre sehnten sich Dragon Ball-Fans wie ich nach einem Dragon Ball-Spiel, das nicht auf voller länge enttäuscht – und bekamen es schließlich auch. Mit Dragon Ball FighterZ kam das, meiner Meinung nach, erste Spiel zum Kult-Animes heraus, welches vollends überzeugen konnte. Nur leider war es dennoch nicht ganz das, wonach die Fans gefragt hatten. Klar, es sah gut aus, und auch als Fighting-Game machte es sich die vergangenen Jahre einen Namen, aber die Story blieb größtenteils links liegen. Diese Lücke versucht Bandai Namco Entertainment nun zu schließen: Mit Dragon Ball Z: Kakarot steht die Geschichte des Animes, und damit auch die Geschichte rund um Son Goku und die Z Fighter, im Vordergrund. Entwickelt wird das Ganze vom Entwicklerstudio CyberConnect2, welche mit der Naruto Ultimate Ninja Storm-Reihe und Asuras Wrath bereits bewiesen haben, dass sie sich mit ihrem Handwerk auskennen.

Aber was durfte ich genau testen? Nun ja, die ersten vier Spielstunden, und den legendären Kampf zwischen Son Goku, und dessen Rivalen Vegeta, als dieser zum ersten Mal die Erde erreicht. Das hört sich schon mal nicht schlecht an, und natürlich weckte das sofort den Nostalgiker in mir, kommen die Fans hier doch voll und ganz auf ihre Kosten. Das liegt nicht nur an den gut inszenierten Zwischensequenzen, welche teils Szenen aus dem Anime 1:1 übernommen haben, sondern auch an etlichen Anspielungen auf die animierte Vorlage. Auch sogenannte Erinnerungsstücke, die man in der ganzen Spielwelt finden kann, zeigen Szenen aus dem ersten Anime und erklären somit auch die Hintergründe zu den Beziehungen der Charaktere oder dienen einfach als Fun-Facts für die Spieler. Das ist einerseits eine gute Idee, da somit auch Spieler, die den ersten Anime: Dragon Ball (Ja, ohne Z), nicht kennen, mehr in die Story mit eingebunden werden, aber auch Kennern wird hiermit ein schöner Rückblick in die Vergangenheit auf besondere Momente der Serie geboten. Aber das Beste kommt zum Schluss: Die fertige Fassung des Spiels kommt nämlich mit der Option, mit dem Originalton auf Japanisch zu spielen. Das heißt natürlich, dass auch die OriginalsprecherInnen mit im Spiel sind. Und wer würde zu sowas schon nein sagen? Aktuell gibt es keine deutsche Synchronisation, was sich vermutlich, wenn man sich Bandai Namcos vorherige Spiele ansieht, auch leider nicht ändern wird.

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Was mir ebenso ein wenig fehlt, ist die Lebhaftigkeit der Spielwelt. Was ich in meiner Spielzeit (der Preview-Version – Änderungen also vorbehalten) in dieser Hinsicht gesehen habe, haute mich nicht gerade vom Hocker. Die visuelle Komponente des Spiels ist sehr gelungen, und auch wenn ich kein großer Fan der „Simpler Comiclook“-Welle der letzten Jahre bin, trifft die Grafik die Vorlage wie die Faust aufs Auge. Lediglich die Welt sieht meist ziemlich … nun ja, leer aus. Grund dafür ist der Anime, der hierbei das Spielgeschehen etwas negativ behaftet. Schließlich gab es in Dragon Ball neben den großen Kämpfen und Auseinandersetzungen sonst auch nicht wirklich viel. Wenn einem dann aber doch mal etwas über den Weg läuft, macht es das gleich umso besser! Damit komme ich auch gleich zu den Nebenmissionen, die man im Laufe der Story erledigen kann. Diese reichen vom Suchen eines „Erwachsenenmagazins“ für Meister Roshi bis hin zu Son Gokus Führerscheinprüfung, nach welcher er die Spielewelt dann auch mit dem Auto bereisen kann. Keine dieser Missionen ist sonderlich anspruchsvoll, dennoch sind ein paar nette Ideen dabei, die besonders Kennern gefallen werden.

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Shala Head Shala!

Wenn man gerade nicht durch die Spielwelt herumzieht und Quest-Zielen nachjagt, findet man sich im Kräftemessen mit Gegnern wieder. Damit wären wir auch schon beim Wichtigsten, denn was wäre ein Spiel ohne gelungenes Gameplay? Grundsätzlich ist Dragon Ball Z: Kakarot laut eigenen Angaben ein Action-Rollenspiel, wobei der Rollenspiel-Aspekt eher weniger im Vordergrund steht – schließlich gibt es beim „Nachspielen“ des Animes nicht viel Handlungsfreiraum. Die Kämpfe gestalten sich interessant und wurden auch nach knapp fünf Stunden nicht langweilig. Sonderlich komplex gestaltet sich das Gameplay bislang zwar nicht, das muss es aber auch nicht. Für Spieler, die dennoch mehr als Button-Mashing betreiben möchten, gibt es die Möglichkeit, Kombo-Attacken auszuführen. Man spielt zudem nicht nur aus Son Gokus Perspektive; auch anderer Charaktere, wie beispielsweise Piccolo oder Son Gohan, werden ebenfalls spielbar sein. Besonders die Boss-Kämpfe machen richtig Lust auf mehr, und das nicht nur wegen der fast schon cineastischen Inszenierung, sondern auch deshalb, weil diese komplett eigene Angriffsmuster haben, die meist auch direkt aus der Vorlage übernommen wurden. Der einzige Faktor, der mir persönlich nicht so wirklich gefallen hat, war, dass es Items gibt. Aber was meine ich damit genau? Innerhalb von Kämpfen gibt es eben die Möglichkeit, auf Items zurückzugreifen, die entweder die Status-Werte des Charakters erhöhen oder ihn heilen. Eigentlich gar kein Problem, jedoch fühlt sich das weder im Bezug auf das Balancing, noch auf die Sinnhaftigkeit der Handlung richtig an. Spielt man nämlich ohne Hilfsmittel, wird jeder Bosskampf zu einem nahezu unmöglichen Unterfangen, spielt man aber mit, werden diese fast schon zu einfach. Aber hier haben die Entwickler bis zum Release im Jänner ja noch etwas Zeit zum Nachschrauben. Trotzdem finde ich es seltsam, dass Son Goku mitten im Kampf gegen Raditz durch die magische Kraft eines Softdrinks wieder vollständig regeneriert, dafür gibt’s doch die Senzu-Bohnen!

Wer vom Kämpfen nicht genug bekommen kann, hat auch die Möglichkeit, sich anderweitig auszutoben. Da wäre etwa das Kochen! Ob am Lagerfeuer oder zuhause in der Küche, alles Mögliche kann man sich zubereiten. Woher bekommt ihr eure Zutaten? Gute Frage! Diese könnt ihr in der Spielwelt sammeln, jagen und sogar selbst erfischen. Die fertigen Gerichte wirken sich schließlich positiv auf eure Status-Werte aus.

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FAZIT

Dragon Ball Z: Kakarot hat mich als langjährigen Dragon Ball-Fan auf alle Fälle überzeugen können. Die Handlung ist genauso spannend wie damals im Anime beim Zusehen, nur dass ich jetzt selbst ein Teil der Geschichte sein kann. Die unglaublich cool inszenierten Zwischensequenzen führten überdies zum einen oder anderen Gänsehaut-Moment, und auch die Kämpfe machen so richtig Bock. Wenn die Angaben von Bandai Namco denn stimmen, erwarten uns weit mehr als 30 Stunden Spielzeit. Ich für meinen Teil bin gespannt und kann auf den Release am 17. Jänner kaum mehr warten.

Was ist Dragon Ball Z: Kakarot? Ein Dragon Ball Z-Action-Rollenspiel, welches der Handlung des Animes folgt
Plattformen: PC, PS4, XBox One
Getestet: Playstation 4 Pro
Entwickler / Publisher: CyberConnect2 / Bandai Namco Entertainment
Release: 17. Jänner.2019
Link: Offizielle Webseite

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