Maneater – Angespielt

Maneater – Angespielt

Wenn man auf die E3 2019 zurückblickt, gab es abseits der Triple A-Titel, immer wieder Trailer, die in einem die Neugier wecken. So ist es mir auch mit Maneater geschehen. Das Video zeigte die wunderbare Unterwasserwelt, sowie fröhlich planschende Menschen, bis sich plötzlich ein Hai durch die friedliche Idylle frisst. Das war verstörend und entzückend zugleich und obwohl man nicht viel von der Handlung erfuhr, erweckt Maneater unweigerlich die Lust mehr. Ich hatte das Glück und konnte auf der gamescom 2019 einen tieferen Einblick darüber gewinnen, was uns erwarten wird.

In Maneater werden wir ein Hai sein, der unerbittliche Killer der Meere, doch wie jedes Lebewesen müssen auch Haie mal klein anfangen. So starten wir als junger Fisch in einer mehr oder weniger gesicherten Zone. Dort gibt es nur moderate Gefahren. Doch für so einen kleinen Meeresbewohner sind diese immer noch erheblich. Also, was macht ein Hai nun? Er frisst, und das nicht zu knapp. Ihr mampft euch durch das Gewässer und versucht dabei zu wachsen. Mit jedem verspeisten Meeresbewohner erhaltet ihr „Rohstoffe“ die ihr wiederum in eure Entwicklung investieren dürft. Dabei können bestimmte Teile des Hais aufgerüstet werden, wie etwa das Gebiss oder die dicke der Haut. Soweit so gut. Auf den ersten Blick wirkt Maneater etwas eindimensional, doch steckt noch so viel mehr darin. Die komplette Welt ist von Beginn an frei begehbar – naja, eher beschwimmbar. Jede Region bietet ihre eigenen Herausforderungen und konfrontiert euch mit unterschiedlichen Fressfeinden. Je größer die Region bzw. je dichter sie bepflanzt ist, desto größer und bösartiger sind jene Wesen, die nach eurem Leben trachten. Speziell als Hai-Junges würde in den offenen Meeren nur der schnelle Tod auf euch warten.

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Die Welt wird im finalen Spiel aus sieben Regionen bestehen, die allesamt je einem eher unfreundlichen Zeitgenossen gehören, dem ihr euch auch irgendwann mal im Laufe eures Lebens stellen müsst. Aber nicht nur mit Nahrung und Feinden kann die Welt aufwarten. Das erste Highlight des Spiels, ist der eingebaute Tag/Nacht Zyklus. Dadurch wird es nicht bloß hell und dunkel, es verändert sich die ganze Umgebung. Fische die nur nachts jagen kommen hervor, fluoreszierende Farben leuchten euch entgegen. Wieder andere Tiere verstecken sich zu dieser Tageszeit. Aber nicht nur das tierische Leben reagiert darauf, auch die Menschen erleuchten ihre Städte, gehen- bis auf den einen, oder anderen lebensmüden Teenager vielleicht – nicht mehr schwimmen. Früh morgens kommen die Fischer auf die See. Eine glaubhafte und lebendige Welt eben! Ein weiteres faszinierendes Feature ist das Interagieren mit Gegenständen. So könnt ihr Dinge wie Fässer oder auch Körperteile wegschleudern, ausspucken oder mit dem Schwanz kicken und so Verderben über die Welt bringen. Auch spannend ist, wie die Welt auf euch reagiert, denn natürlich könntet ihr immer nur in einer Region verweilen, doch die Population braucht Zeit, um sich zu regenerieren. Das bedeutet: Ihr könnt eure ganze Region leer fressen und so dem lokalen Ökosystem schaden. Wenn ihr zu viele Attacken gegen Menschen startet, ziehen diese sich zurück und ihr Leben spielt sich abseits des Strandes ab, wodurch ihr keine Beute mehr habt. Die Suche nach der richtigen Balance, wird also eine wichtige Rolle in Maneater spielen.

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Apropos Menschen:  Ja, diese sind Futter und keine Freunde, was sie im Spiel auch eindrucksvoll demonstrieren. Ab dem Moment, in dem ihr beginnt Menschen zu fressen, wollen diese euren Tod und versuchen auch alles was in ihrer Macht steht, um dies zu bewerkstelligen. Ähnlich wie bei GTA oder Need for Speed eskalieren die Jägerstufen immer weiter. Da gönnt ihr euch gerade einen Snack, vielleicht ein Liebespaar, das gerade unachtsam im Boot turtelt, und schon starten die halbstarken Jäger mit einer Schrotflinte die Jagd auf euch. Fresst ihr auch diese und weitere Menschen, kommen dann schon Hillbillies mit Dynamit, oder sogar die U.S. Army! Unter den Menschen gibt es auch Verfolger, die in euch eine Trophäe sehen und sich deshalb bestens für ein Mittagessen ganz ohne schlechtes Gewissen eignen.

Was ein wenig nach Goat Simulator mit Haien klingt, entpuppt sich aber überraschenderweise eher als Hai-RPG. Ihr könnt euch zum am meist gefürchtetsten Bewohner des Meeres hocharbeiten. Um das zu erreichen, müsst ihr leveln und euch stetig weiterentwickeln – ganz wie in „herkömmlichen“ Rollenspielen stehen euch aber auch „Rüstungen“ zur Verfügung, die aus jeweils drei Teilen bestehen: Einen für Kopf, Körper und Schwanz. Diese können euch verschiedene Fähigkeiten verleihen, beispielsweise eine bessere Panzerung, eine Stealth-Tarnung oder sogar eine Elektroschock-Rüstung. All diese Teile lassen sich miteinander kombinieren, wodurch sie zwar nicht mehr Leistung als ein komplettes Set bringen, aber euch eine Vielzahl an  Fähigkeiten verleihen.

FAZIT

Maneater ist eine frische und neue Spielidee, die voraussichtlich eine überraschende Menge an Witz und Komplexität mit sich bringen wird. Obwohl der erste Eindruck ein wenig nach Ecco the Dolphin für Erwachse aussieht, steckt dahinter viel mehr. Und damit sind nicht nur die wunderschönen Animationen auf, über, oder unter dem Wasser gemeint. Lediglich das Grinden könnte wohl nervig werden und Maneater ungewollt in die Länge ziehen. Doch das werden wir wohl erst nächstes Jahr erfahren, denn ein Release des ungewöhnlichen Unterwasser-Abenteuers ist erst für Anfang 2020 geplant.

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