Sea of Thieves – Angespielt

Sea of Thieves – Angespielt

Das Spielkonzept von Sea of Thieves klingt an und für sich unglaublich spannend: In einer offenen Welt voller Piratenschiffe, die allesamt von echten Zockern geführt werden, gilt es sich durch Teamwork und Bukaniergeschick ein kleines (oder lieber großes) Vermögen zu erbeuten. Wie sich das ab dem 20. März genau abspielen wird, darauf gab uns die geschlossene Beta letzte Woche einen ersten Vorgeschmack.

Dabei galt es gleich beim Einstieg dich wohl wichtigste Entscheidung zu treffen – die fürs Schiff nämlich. Drei standen zur Wahl. Das Hauptunterscheidungsmerkmal: Mit wie vielen Personen es idealerweise gesteuert werden kann: vier, zwei oder allein. Das größte Schiff ist dabei das solideste und kampfesstärkste, das für zwei weniger taff aber dafür handlicher und flotter und das kleinste weder sonderlich schnell, stabil oder gut bewaffnet, dafür aber eben klein genug um auch allein zurechtzukommen.

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Sofern man hier übrigens nicht gleich die passende Anzahl an Freunden parat hat (diese können in die Party eingeladen werden), werden einem einfach per Matchmaking die nötigen Mitpiraten zur Seite gestellt. Dabei kann es übrigens auch gut sein, dass man, so zumindest mir passiert, auch mitten auf ein Spiel spawnt, wenn einer Zocker auf einem Schiff für z.B. 2 gerade allein unterwegs ist. Immerhin kann man das Spiel auch jederzeit verlassen, womit die anderen Crewmitglieder „allein“ zurückbleiben.

Und das kann, gerade auf einem Schiff für vier mit drei Aussteigern, echt unangenehm werden. Immerhin gibt es auf diesen Booten echt viel zu tun: Neben dem offensichtlichen – dem Bedienen des Ruders – will das Segel in den Wind gedreht werden, wollen die Kanonen mit Kugeln bestückt und bereit gemacht, oder auch etwaige Löcher mit Planken versiegelt oder eingetretenes Wasser mit Eimern über Bord geschöpft werden. Immerhin kann man jederzeit in Kämpfe verwickelt werden.

Land voraus

Wie gesagt: die Meere des Spiels sind voll mit Zockern wie einem selbst, die auf ihrem Kahn versuchen das große Geld zu machen. In der Beta ging dies übrigens nur auf eine einzige Art und Weise: Schätze finden und zu den Außenposten bringen, die überall über die gigantische Welt verteilt sind. Auf diesen (es sind Inseln) findet ihr übrigens auch Tavernen, in denen ihr euch ordentlich einen hinter die Binde kippen könnt, Händler bei denen ihr Klamotten, Waffen und bessere Kompasse und Schatzsucher-Schaufeln kaufen könnt, oder eben auch eure Hauptansprechpartner für Aufträge, um dafür Geld zu erhalten.

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Das spannende: Ihr bekommt dabei keine Wegpunkte oder dergleichen, sondern nur Karten der Inseln, auf denen die jeweiligen Truhen versteckt sind – deren Position ist wiederum durch ein rotes X gekennzeichnet. Nun ist es an euch und dem Rest der Crew auf der großen Weltkarte im Bauch eures Schiffes die passenden Inseln anhand ihrer Form zu identifizieren, zu entscheiden welche Insel als nächstes angelaufen werden soll, die Segel zu hissen und dann einfach mit dem Kompass in der Hand den richtigen Weg zu finden. Wichtig dabei: Teamwork und gute Abstimmung. Dementsprechend empfiehlt Sea of Thieves von Anfang an die Verwendung eines Headsets. Spielt man ohne dem (wie ich), helfen aber zahlreiche und teilweise kontextsensitive Befehle, die über ein Kommunikations-Rad ausgewählt werden können. Hier reicht das Angebot dann von „ahoy“ und „rolling on deck laughing“ über „Schiff gesichtet“ oder „da ist was im Wasser“ bis hin zu „bemannt die Kanonen“ und „FEUER!“. Im Grunde reicht das, zusammen mit der Blickrichtung und seinen Taten, um sich zu verständigen.

Auch sonst wird das Teamwork gefördert. So herrscht zum Beispiel eine gewisse Art von Demokratie an Bord. Die Crewmitglieder können zum Beispiel die aktuelle Mission abwählen oder auch ein Crewmitglied, sofern es sich daneben benimmt, in das Schiffsverlies stecken – und das so lang, bis die Crew wiederum der Meinung ist, dass der Übeltäter genug gebüßt hat … was wohl in den meisten Fällen deutlich länger dauern wird als ein Spieler warten wollen wird anstatt sich einfach neu einzuloggen und einer neuen Crew beizutreten.

Weniger lang muss man übrigens warten, wenn man ins digitale Seemans-Gras beißt. Dann erwacht man nämlich auf der Flying Dutchman – dem Totenschiff – kann dort eine Weile herumlaufen und schon rund eine Minute später durch ein sich öffnendes Portal zur Action und somit seinem Schiff zurückkehren. Eine Minute könnte bei einem Seegefecht aber locker reichen um nicht nur sein Schiff, sondern natürlich auch die Crew und seine ganze gesammelte Beute zu verlieren, sofern ein anderes Spieler-Team sich euch als Ziel ausgesucht hat.

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Dabei sind die Seegefechte – ebenso wie das Segeln an sich – überaus packend. Die See, das Wetter und die sich ändernde Tageszeit, sind überaus beeindruckend simuliert. Aufziehende Gewitter, die schon von weitem zu sehen sind und sich in Echtzeit fortbewegen, verwandeln die See in einen äußerst unwirtlichen Ort, während es fast schon etwas meditatives hat, bei ruhiger See und strahlendem Sonnenschein über die Meere zu gleiten, den Mast zu erklimmen und mit dem Fernglas die Weiten der See zu erkunden. Zudem weiß die Grafik mit seinem Comic-Look und doch feinen Licht- und Wasser-Effekten durchaus zu begeistern.

Seekrank

Bei aller Euphorie muss aber auch erwähnt werden, dass die Sea of Thieves Beta noch alles andere als fehlerfrei oder perfekt war. So ging ein Schiff, auf das ich zu Beginn eines Spieles geschickt wurde, plötzlich und unvermittelt unter – aus dem Nichts. Zudem wird das Schätze ausbuddeln und zu den Außenposten bringen schon sehr bald langweilig. Außerdem ist die Kommunikation unter den Spielern noch stark verbesserungswürdig. Ein Tutorial wäre für den Start zum Beispiel noch äußerst wünschenswert. Ebenso ein Hinweis (oder zumindest ein etwas deutlicherer), dass jemand von der eigenen Crew das Spiel verlassen hat. So hätte leicht verhindert werden können, dass ich einst fünf Minuten über eine Außenposten-Insel lief und meinen „Captain“ gesucht habe, der aber vermutlich schon längst seinen PC heruntergefahren hatte. Auch wären mehr Gestaltungsmöglichkeiten für das Schiff und den eigenen Charakter wünschenswert. Aber zumindest haben die Entwickler vieles davon ohnehin schon für die Vollversion versprochen – und noch mehr.

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FAZIT

Sea of Thieves hat in der Beta bereits einen guten Eindruck hinterlassen. Die See wird hervorragend simuliert, das Seefahrerleben witzig dargestellt. Wenn jetzt bis Ende März noch an der Missionsvielfalt und dem Aufbau an sich gearbeitet wird und sich auch sonst ein paar Überraschungen (Seemonster wären zB nett) im Spiel fänden, könnte hier etwas echt tolles entstehen. Ich bin auf jeden Fall schon einmal gespannt.

Was ist Sea of Thieves? Shared-World-Abenteuerspiel, das mit Segel- und Erkundungstouren, Kämpfen und Beutezügen, sowie Schatzjagden ein echtes Piraten-Feeling bietet.
Plattformen: PC, Xbox One
Getestet: Closed Beta auf PC Intel Core i5-4440, 8GB RAM, GeForce GTX 645
Entwickler / Publisher: Rare / Microsoft Studios
Release: 20. März 2018
LinkOffizielle Webseite

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