Company of Heroes: Tales of Valor
Games | review | 04.05.09 - 11:51:08 |
Die Luftschlacht um England, Unternehmen Barbarossa, der D-Day, die Ardennenoffensive - es gibt wohl kaum eine militärische Auseinandersetzung des Zweiten Weltkrieges, die noch nicht auch in einem Computerspiel ausgetragen wurde. Während jedoch dabei in der Regel eher größere Truppenverbände auf dem Schlachtfeld gegeneinander kämpfen, treten die Einzelschicksale der Soldaten meist in den Hintergrund. Die zweite Company of Heroes Erweiterung mit dem treffenden Untertitel "Tales of Valor" greift genau diesen Aspekt der Geschichte auf und lässt den Spieler statt riesigen Heerscharen lediglich bescheidene Soldatentrupps befehligen.
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Sie waren Helden
Tales of Valor erzählt die Einzelschicksale von Soldaten und ihren Einsätzen in weniger geschichtsträchtigen Schlachten.
"Geschichten über Heldentum" - so die freie deutsche Übersetzung des Untertitels, verrät auch schon was den Spieler in den insgesamt drei neuen Kampagnen erwartet. Nicht geschichtsträchtige Schlachten stehen im Mittelpunkt, sondern eher unbekannte militärische Auseinandersetzungen während der Endphase des Zweiten Weltkrieges. Dabei handelt es sich aber durchaus um reale Konflikte, die aber zu Gunsten einer spannenden Erzählweise etwas von der historischen Wirklichkeitstreue abweichen. In "Tigerass" etwa geht es um die Schlacht in Villers-Bocage, in der ein kleiner deutscher Panzertrupp während eines Sicherungsauftrages auf mechanisierte britische Verbände trifft und trotz hoffnungsloser Unterlegenheit den Gegner zurückdrängen konnte. In der Kampagne "Damm" dagegen kommandiert man die beiden Fallschirmspringer-Trupps Able und Baker der 82. Airborne Division, die kurz vor dem D-Day ihren Absprung in der Normandie vorbereiten, mit dem Auftrag die Landungsbrücke am Strand von La Fiere zu sichern. In der dritten Auseinandersetzung gilt es wieder auf Seiten der deutschen Wehrmacht den "Kessel von Falaise" gegen anstürmende alliierte Truppen zu verteidigen. Zwar werden alle drei Geschichten spannend erzählt und sind actionreich inszeniert, was vor allem daran liegt, dass durchgehend ein Kommandant oder Kampfverband im Mittelpunkt steht, dennoch enttäuschen sie aufgrund des sehr knapp gehaltenen Umfanges. Jede Kampagne besteht ihrerseits wiederum aus lediglich drei Missionen, bei denen noch dazu der Ort der Handlung stets der gleiche bleibt. Selbst wenn man alle Zusatzaufgaben erledigt, ist die Einzelspielerkampagne nach nicht einmal vier Stunden auch schon wieder vorbei, der Wiederspielfaktor ist auch eher bescheiden.
Alles beim Alten

Solche Wegmarken sind noch immer strategisch wichtige Punkte, denn sie versorgen den Spieler mit wertvollen Ressourcen.
Spielerisch setzt Tales of Valor auf das bewährte Gameplay von Company of Heroes. Die drei verschiedenen Ressourcen Arbeitskraft, Munition und Treibstoff werden an strategischen Wegmarken produziert. Damit die Rohstoffe auf das eigene Konto fließen, müssen diese aber vorher erobert werden, je mehr Sektoren und Wegmarken unter der eigenen Kontrolle sind, desto schneller werden diese generiert. Mit den Ressourcen errichtet man danach Bauwerke oder rekrutiert Einheiten. Kommandieren darf man immer nur Fahrzeuge oder ganze Infanteriegruppen, aber keine Einzelsoldaten und auch das erprobte Deckungssystem zum Schutz der Einheiten gegen feindlichen Beschuss kommt wieder zum Einsatz. Also bislang alles wie gehabt! Ein neues Feature ist der direkte Beschuss, der dem Spieler eine stärkere Kontrolle über die Waffensysteme geben soll. Ab sofort kann damit nämlich exakt bestimmt werden, wohin die Soldaten feuern. In der Theorie eine nette Zusatzfunktion, in der Praxis aber eher überflüssig. Auch enthält Tales of Valor eine kleine Rollenspielkomponente, denn für jeden getöteten Feind oder eroberte Wegmarke bekommen euere Soldaten Erfahrung. Damit können etwa bestimmte Eigenschaften verbessert oder neue Spezialfähigkeiten freigeschalten werden.
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