Tom Clancy's HAWX
Games | review | 19.03.09 - 15:18:00 |
Kennt ihr diesen schönen Spruch mit Vogel, Flugzeug und Superman? Nun - in Tom Clancy's HAWX stellt sich diese Frage nicht unbedingt. Da seid ihr nämlich in gewisser Hinsicht gleich alles in einem.
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Wie für Clancy-Spiele typisch, herrscht wiedermal Krieg - und ihr seid mittendrin
So abenteuerlich manche Stories von modernen Tom Clancy-Spielen vielleicht klingen mögen – so weit von der Realität entfernt sind sie meist gar nicht. So auch diesmal: In Tom Clancy’s H.A.W.X schlüpft ihr nämlich in die Rolle des US-Air-Force-Piloten David A. Crenshaw, der nach Auflösung seines Schwadrons ein Jobangebot von der Firma Artemis bekommt – einer sogenannten PMC (Private Military Company). Das ist eine Privatarmee, die jede Regierung oder wer halt sonst gerade den Bedarf nach anständig Feuerkraft und noch dazu die nötigen Geld-Reserven hat, engagieren kann, um für sie militärische Aufträge aller Art zu erfüllen (was übrigens alles keine Erfindung von Mister Clancy ist – es gibt dutzende solcher Organisationen mit Sitzen überall auf der Welt. Und ihre Auftraggeber sind auch keine Kleinkriminellen oder Schurkenstaaten, sondern unter anderem auch die USA. Eine davon kennt ihr wahrscheinlich sogar: Blackwater! Das war die Firma, deren Angestellte im Irak qualvoll ums Leben kamen, und deren Leichen man dann quer durch die Stadt zog um sie letztendlich auf einer Brücke für alle sichtbar aufzuhängen). Die Bezahlung klingt ebenso wie die Aussicht auf topmoderne Ausrüstung sehr verlockend, und schon sitzt unser guter David mitsamt seiner zwei USAF-Flügelmänner auch schon wieder im Cockpit diverser Kampfjets und lässt es überall auf der Welt ordentlich krachen.Dabei soll es aber freilich – und hier fängt das Ganze an, sich Clancy-typisch wieder etwas von der Realität zu entfernen (zum Glück) – nicht bleiben und diverse Intrigen, Umschwünge sowie mehr oder weniger überraschende Wendungen sorgen dafür, dass H.A.W.X nicht nur eine Aneinanderreihung von Missionen ist, sondern tatsächlich eine Geschichte zu erzählen vermag.
Nur Meister können vom Himmel fallen?

Ihr könnt auf diesem Screen nicht sofort erkennen welcher der Jet des Spielers ist? Ganz genau ist das Problem...
Neben der interessanten Story ist das eigentliche Argument für H.A.W.X aber natürlich die Action am Himmel – und die hat es teilweise wirklich in sich. Allerdings erweist sich das Gameplay als etwas facettenreicher als man das vielleicht gedacht hätte, was wahrscheinlich auch der Grund dafür ist, dass die Entwickler sich dazu entschieden haben, euch nicht gleich von Beginn an alle Möglichkeiten offen zur Verfügung zu stellen, sondern geschickt immer wieder mal neue Features offenbaren und euch diese sogar ganz nett in die Story eingeflochten beibringen. Zu Beginn des Spiels steht euch also nur der normale Flug-Modus zur Verfügung, bei dem diverse elektronische Helferlein dafür sorgen, dass ihr nicht in einem Haufen brennendem Altmetall endet (Schleudersitze gibt es übrigens keine). So könnt ihr in diesem Modus also auf die „Bremsen“-Taste eindrücken, solange ihr wollt, die Geschwindigkeit des Fluggeräts wird nie unter 1000km/h sinken, womit stets eine anständige Stabilität gewährleistet ist. Auch die berüchtigten Strömungsabrisse sind somit natürlich nicht möglich. Zusätzlich dazu könnt ihr bei Bedarf noch einen weiteren Helfer aktivieren, der sich da E.R.S., also Enhanced Reality System, nennt. Dieses kann aber nicht immer, sondern nur bei passenden Gelegenheiten aktiviert werden und weist euch dann durch farbige Dreiecke die ideale Route, um das aktuell aktivierte Ziel abfangen und abschießen zu können. Sei es nun ein feindlicher Jet, ein in Häuserschluchten versteckter Panzer oder ein nur in einem sehr schmalen Einflugwinkel angreifbares Flakgeschütz. Außerdem könnt ihr dieses System auch dann aktivieren, wenn euch eine Rakete verfolgt, wobei es euch dann den idealen Ausbruch-Winkel und -Moment zeigt. Doch ein kleiner Tipp an dieser Stelle: In letzterem Fall nicht zu sehr drauf verlassen und lieber zusätzlich auch Flares (also Täuschkörper) abwerfen. Ihr merkt also: Wer sich von H.A.W.X eine Gelegenheit erhofft hat, endlich seinen alten Joystick mit 30 Knöpfen wieder abstauben und voll nutzen zu können, wird eher enttäuscht sein – eine echte Flug-Simulation ist dieses gute Stück nämlich keinesfalls. Das beweist wohl am besten der simple Fakt, was so alles passiert, wenn ihr nach drei Missionen diesen Modus samt aller technischer Hilfsmittel verlassen könnt:

Das ERS kann manchmal äußerst hilfreich sein - ist meist aber nicht zwingend erforderlich.
Dann wechselt die Kamera nämlich in eine deutlich entferntere Ansicht und bleibt nicht hinter der Maschine, sondern zentriert sich immer auf das aktuell anvisierte Ziel. Außerdem ändert sich schlagartig die Steuerung. War mit akiviertem Assistenten ein Druck zur Seite (egal ob nun auf der Tastatur, dem Joystick oder dem von uns persönlich empfohlenen Gamepad) noch dazu da, die Maschine rollen zu lassen, bewirkt diese Aktion hier, dass die Maschine eigenständig eine Kurve in diese Richtung fliegt. Das mag zwar theoretisch einfacher sein, weil man Jet und Horizont nicht mehr so gut als Referenzpunkte sehen kann, ist aber vor allem bei Manövern wie „nach oben rechts“, während die Kamera sich gleichzeitig nach links dreht, um den angepeilten Jet im Auge zu behalten, doch etwas verwirrend – mit ein wenig Eingewöhnungszeit klappt aber auch das.
Soviel ich weis sind Satelitenbilder dafür verwendet worden ;)
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