Rockband
Games | review | 13.11.08 - 14:50:45 |
Am Schlagzeug – der Mann mit den verknoteten Händen!

Das Schlagzeug stellt für viele sicherlich die größte Herausforderung im Spiel dar.
Schon etwas länger ist die Eingewöhnungszeit, wenn man noch nie, oder wie ich, jahrelang nicht mehr vor einem Schlagzeug gesessen hat. Hier empfehlen sich, neben den zwei Tutorials, die ersten zwei, leichteren Schwierigkeitsgrade, um möglicher Frustration und Wut dem eigenen Unvermögen gegenüber vorzubeugen. Aber wie schon im vorigen Absatz geschrieben: Nach kürzester Zeit stellt sich ein Lerneffekt ein. Die dabei gewählte Unterteilung der Songs in Kapitel dient also, nicht nur um den Spieler bei Laune zu halten indem er neue Tracks freischaltet, sondern auch, um den Schwierigkeitsgrad zu staffeln.
Der strikten Vorgabe, welches Pad man zu schlagen habe, kann man bei sogenannten Drumfills entfliehen. In diesen kurzen Momenten eines Songs kann man seiner kreativen Ader freien Lauf lassen und am Ende, wenn gewollt, die altbekannte Starpower aktivieren. Diese sammelt sich, egal welches Stück der Rockband-Peripherie man in der Hand hält, immer gleich. Spezielle, leuchtend hervorgehobene Noten müssen fehlerfrei nachgespielt oder -gesungen werden, um eine Anzeige am unteren Bildschirmrand zu füllen. Der Punktemultiplikator, der sich erhöht, umso mehr Passagen man fehlerfrei gespielt hat, kann so auf maximal acht erhöht werden. Im Multiplayer holt es Bandmitglieder zurück, die aufgrund einer miserablen Leistung vom virtuellen Publikum von der Bühne gejagt wurden, oder wenn man selbst gerade droht zu versagen, ist diese "Macht" der vielleicht entscheidende Bonus, um das Lied doch noch positiv zu Ende zu bringen.
Wo willst du hin mit dem Mikro in der Hand?

Schrei so laut du kannst ... – oder nicht!
Wer das Mikrofon in die Hand nimmt, hat ein schweres Los erhalten. Während die anderen Mitspieler, sollte man sich im Mehrspieler-Modus befinden, nur ein paar Tasten drücken oder auf ein paar Pads schlagen müssen, ist hier echte Gesangskunst gefragt. Selbst Lieder, die man vermeintlich kennt, können beim Erstversuch in einem höheren Schwierigkeitsgrad "in die Hose gehen". Wer sich seiner Sache allerdings sicher ist, kann – genreüblich – die Original-Tonspur des Sängers oder der Sängerin stufenweise leiser drehen.
So umfangreich der Singleplayer auch ist, leider fehlen ihm magische Momente wie Zugaben am Ende des letzten Liedes eines Konzerts. Wenn alle Leute klatschen und man sich geistig auf einen zusätzlichen Hit einstellt, denn wenn schon Zugabe, dann richtig! Auch hat man es für Teil eins von Rockband verabsäumt, die Möglichkeit einer Bass-Karriere im Solomodus einzubauen. Das ist schade, wird aber im Ende November erscheinenden Nachfolger nachgeholt.
Zu den Punkten, die Rockband definitiv auf der Haben-Seite verbuchen kann, ist die Präsentation, die wir auf diesem Niveau, in diesem Genre, so noch nicht zu Gesicht bekommen haben. Ein Publikum, dass je nach Song "mitmacht" und mitsingt, Bandmitglieder, die im Takt zur Musik ihren Kopf "bangen", diverse vorprogrammierte Bewegungsabläufe, spektakuläre Kamerafahrten und Lichteffekte. Zwar ist es nur selten möglich, den Blick von der eigenen Tonspur abzuwenden, aber spätestens wenn man vielleicht eine Pause einlegt und eine Runde zusieht, bekommt man so einiges mit. Vor allem das Mitsingen des Publikums löst bei mir immer wieder eine Gänsehaut aus ...
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