The Lost Crown
Games | review | 23.06.09 - 11:48:57 |
Eine kleine Stadt in Cornwall birgt ein unheimliches Geheimnis. Mit modernster Geisterjägertechnik macht sich Nigel Danvers auf, einen verborgenen Schatz zu finden – nicht ahnend, dass er damit in ein Wespennest stoßen wird, das ihn und alle Bewohner des Dorfes in große Gefahr bringen wird …
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Spuk in Cornwall

Wer sieht uns denn hier aus dem Spiegel an? Unheimliches geht in unserem Haus vor.
Nigel Danvers ist auf der Flucht. Nachdem er seine Neugier nicht im Zaum halten konnte und dabei auf seltsame Experimente seiner Firma und seines Chefs Hadden gestoßen ist, verlässt er fluchtartig London und reist ins kleine Städtchen Saxton, wohl ahnend, dass sein Boss ihn verfolgen lassen wird. Doch schon bald sind diese anfänglichen Probleme Vergangenheit (und noch weniger relevant für das Spiel), sind sie doch nur der Auslöser, der ihn an den eigentlichen Ort der Handlung bringt. Saxton ist nämlich ein Mekka für Schatzjäger, da hier die Krone eines angelsächsischen Königs vermutet wird – aber seit Jahrhunderten hat sie niemand finden können. Nigel begibt sich im Auftrag seines Chefs, der ihm die Möglichkeit gibt, sich zu rehabilitieren, ebenfalls auf die Suche, die ihn schon bald in Lebensgefahr bringen wird, denn die Krone wird von bösen Geistern bewacht, die alles daran setzen, das Geheimnis der Krone zu bewahren. Und damit nicht genug sind dies nicht die einzigen paranormalen Phänomene in dem Städtchen – sogar in dem Haus, in dem sich Nigel einquartiert, soll etwas schreckliches passiert sein, was wohl die Spukphänomene erklärt, denen unser Protagonist des Nachts ausgesetzt wird. Mit modernster High Tech-Geisterjägerausrüstung macht sich Nigel daran, den Geistern auf die Spur zu kommen – vielleicht können sie ihm ja den Weg zu der Krone zeigen? Und vielleicht gibt es ja einen Zusammenhang zwischen den Spukphänomenen - könnten sie denselben Auslöser haben? Wieso verschwinden im ganzen Dorf Katzen? Und wieso kennen manche Ortsbewohner Nigel, obwohl er ihnen nie begegnet ist? Fragen über Fragen, deren Antworten im Dunkel warten...
Das Grauen hat einen Namen

Eines Tages wurde der graue Himmel plötzlich blau. Warum wohl?
The Lost Crown – A Ghost-hunting Adventure wurde von Jonathan Boakes designed, der sich schon mit den beiden Dark Fall-Teilen mehr oder weniger erfolgreich auf Grusel-Terrain begeben hat. Mit diesem Spiel ist ihm auf jeden Fall eines gelungen: Eine unglaublich dichte, gruselige Atmosphäre. Das hat vor allem mit dem Stil des Spiels zu tun, das sich grafisch einzigartig (schwarz/weiße Hintergründe mit einzelnen Farbeffekten – „Sin City“ lässt grüßen“) zeigt und soundtechnisch für Gänsehaut sorgt – ein verstörend minimalistischer Soundtrack und Sound-Effekte wie geisterhafte Stimmen aus dem Nichts sorgen dafür, dass man beim Spielen oft zusammenzuckt und ständig eine unheimliche Überraschung erwartet. Auch einige interessante Spielideen sorgen für Abwechslung – beispielsweise dunkle Passagen, die man nur mit Camcorder samt Restlichtverstärker passieren kann, was diesen Abschnitten ein wenig von „Blair Witch Project“ verleiht. Auch die Story zieht nach einem etwas schwachen Beginn zügig die Spannungsschrauben an, lässt aber knapp vor dem finalen Showdown ein wenig nach und kann zum Ende hin auch nicht alle Fragen beantworten. Das liegt aber wohl auch an der offenen Natur des Adventures, das auch recht bald in große Bereiche von Saxton und Umgebung (Karte liegt übrigens bei) entlässt. Zwar schreibt Nigel jeden Tag auf seinen Notizblock, was er momentan alles erledigen sollte, aber um die Details wie die Reihenfolge, in der das passieren sollte, müsst ihr euch schon selbst kümmern – oder euch auf Nigel verlassen, der hin- und wieder Hinweise von sich gibt, wo er wohl als nächstes hingehen sollte. Das führt leider zu einigen Hängern im Spielfluss, weil ihr einfach noch nicht alle Dinge erledigt habt, die das Spiel von euch erwartet, um zum nächsten Abschnitt zu gelangen, ihr aber vielleicht gar nicht wisst, was ihr verpasst habt – vielleicht habt ihr nur eine Aufzeichnung nicht gemacht oder etwas nicht angesehen. Das kann durchaus lästig sein.
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