Tom Clancy's EndWar
Games | review | 12.03.09 - 15:51:18 |
Noch Mitte der 1980er Jahre benötigte man zur digitalen Spracherkennung ganze Großrechner, die aber lediglich eine sehr überschaubare Anzahl an gesprochenen Worten interpretieren konnten. Knapp ein Vierteljahrhundert später kommandiert man auf diese Art und Weise im Strategiespiel Tom Clancy's EndWar sogar ganze Armeen durch den dritten Weltkrieg.
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Wir schreiben das Jahr 2016, ein Atomkrieg im Nahen Osten kostet Millionen von Menschen das Leben und die weltweite Ölversorgung bricht endgültig zusammen. Russland wird somit zum bedeutendsten Energielieferanten der Erde und erlebt einen bislang noch nie da gewesenen Wirtschaftsboom. Mit dem frisch gewonnenen Reichtum wird das sowjetische Reich erneut zu einer Supermacht - inklusive wieder erstarkter militärischer Schlagkraft. Um der neuen Bedrohung gemeinsam die Stirn bieten zu können, vereinigen sich die westlichen Nachbarstaaten zur Europäischen Föderation, während sich am anderen Ende der Welt die Vereinigten Staaten von Amerika mit einer orbitalen Waffenplattform, dem "Freedom Star", gegen eventuelle Angriffe des alten Rivalen wappnen. Im Jahr 2020 erreichen die Spannungen zwischen Russland und den USA. ihren Höhepunkt, der dritte Weltkrieg, der "EndWar", ist unausweichlich...
Alles hört auf mein Kommando

Solche animierten Zwischensequenzen sind eher die Ausnahme, ansonsten wird die Geschichte eher sehr unspektakulär erzählt.
Wenn euch diese Geschichte bekannt vorkommt, dann mag das einerseits daran liegen, dass das einigermaßen realitätsnahe, aber dennoch fiktive Szenario aus der Feder von Bestsellerautor Tom Clancy stammt, oder andererseits weil Konsolenspieler diesen dritten Weltkrieg bereits seit einigen Monaten auf Xbox360 und PS3 austragen dürfen. Schon damals war die innovative Steuerungsmöglichkeit mittels Voice-Control im Bereich der Strategiespiele ein sehr außergewöhnliches und in dieser Form bislang einzigartiges Feature. Ihr steuert eure Einheiten nämlich mittels Sprachsteuerung - Controller, Maus oder Tastatur sind nur zusätzliche Hilfsmittel, zwingend erforderlich sind diese aber nicht. Dafür benötigt man zum Spielen aber ein Headset, das zu Beginn der Einzelspielerkampagne mittels umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten kalibriert werden darf. Das ist auch dringend notwendig, denn ist das Mikrophon zu nahe an eurem Mund oder sprecht ihr mit zu lauter Stimme hinein, versteht der Rechner eure Befehle nicht mehr. Ist aber alles ordnungsgemäß eingestellt, funktioniert die Spracherkennung danach einwandfrei. Die Kommandos sind dabei immer in drei Abschnitte unterteilt, ganz nach dem Prinzip "Wer-Was-Wo". Sobald ihr die Leertaste betätigt, erscheint im oberen Bildschirmrand ein Display, welches euch die einzelnen Befehlsmöglichkeiten anzeigt und als Spieler muss man dann nur noch die gewünschten Anordnungen ins Mikrophon plappern. Dabei ergeben sich etwa einfache Kommandos wie "Einheit Eins - Angriff - Feind Zwei" und schon macht sich euer erster Trupp auf, den angesprochenen Gegner zu bekämpfen. Komplexere Befehlsketten oder exakte Ortsangaben sind aber nicht möglich. Dafür können aber sämtliche Kommandos auch per Maus und Tastatur im Display ausgewählt werden oder man befehligt die Einheiten auf die für Echtzeitstrategie gewohnte Art und Weise. Vor allem die Kombination der verschiedenen Steuerungsmöglichkeiten ist im Vergleich zu den Konsolenversionen um einiges besser gelungen und ermöglicht es, eure Armeen blitzschnell und exakt über die Schlachtfelder zu dirigieren.
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