Jahresrückblick 2018 von Philipp

Jahresrückblick 2018 von Philipp

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, ein guter Zeitpunkt, nun auch die Reisen unseres zweiten Philipps in digitale Welten Revue passieren zu lassen. Und natürlich kürt auch er seine Top-3-Spiele des Jahres 2018.

Bevor ich euch erzähle, warum manche davon besser waren als andere, lasst uns doch kurz zusammen durchatmen und den Stand der Videospiel-Industrie betrachten: Nie zuvor haben so viele Menschen auf der Welt digitale Spiele erlebt. Laut aktuellen Statistiken dürften inzwischen 2,5 Milliarden Menschen zumindest ab und an zocken. Das ist fantastisch! Das Jahr 2018 hat uns Videospieler alle etwas näher zusammengebracht. Immer mehr Games unterstützen Cross-Play, die Möglichkeit plattformunabhängig miteinander zu spielen. Dank Vorreitern wie Nintendo und Microsoft haben inzwischen auch andere große Hersteller eingelenkt. Bitte mehr davon! Projekte wie Microsofts „Adaptive Controller“ ermöglichen es Spielern, mit körperlichen Einschränkung, ihrem Hobby nachzugehen – wichtige Schritte in einer Videospiel-Welt, die nicht ausschließt, sondern Vorbild für die restliche Welt sein kann. Wir konnten auch beobachten, wie digitale Spiele immer mehr Anwendung in der Pädagogik, Wirtschaft, Kultur, Ausbildung und vielen anderen Bereichen finden. Games sind heute so wichtig wie nie zuvor.

Die folgenden drei großen Spiele haben mich dieses Jahr besonders gut unterhalten. Vorher möchte ich euch noch zwei kleinere Titel empfehlen. Das Mobile-Spiel Florence hat mich besonders auf einer emotionalen Ebene berührt, während Frostpunk mit spannenden Game-Design-Entscheidungen begeistert hat. Falls noch nicht erlebt, nachholen! So jetzt aber wirklich:

Platz 3: Valkyria Chronicles 4

Valkyria Chronicles 4 ist so japanisch, wie es nur irgend möglich ist. Es nimmt sich einen fiktiven Krieg zum Vorbild, der aber doch irgendwie auf auf den Weltkriegen basiert, und erfindet einen Kontinent, der aber doch große Ähnlichkeiten mit Europa – inklusive Stadtnamen – aufweist. Das Spiel zeichnet eine einfache mit Klischee besetzte Geschichte eines Krieges von Gut gegen Böse. Trotzdem: Lässt man sich darauf ein, wird man gut unterhalten. Besonders die vielen Anime-Charaktere wurden Genre-typisch gelungen in Szene gesetzt. Valkyria Chronicles 4 lässt euch Zeit, sehr viel Zeit, um eure Kameraden kennenzulernen. In unzähligen Unterhaltungen hat man die Gelegenheit, mehr über die Vergangenheit von „Truppe E“ zu erfahren. Viele Kritiker haben die langatmigen Dialog-Sequenzen kritisiert, ich hingegen sehe sie als große Stärke des Titels. Nur dadurch konnte ich eine wirkliche Bindung zum Spiel aufbauen. Das Ausfechten der Schlachten hingegen hat mich besonders auf taktischer Ebene etwas enttäuscht, weshalb VC4 für mich eher ein Visual Novel mit taktischen Third-Person Kämpfen zwischen drin ist. Das ist grandios und in dieser Form einmalig. Bitte mehr davon, Sega.

Valkyria Chronicles bei uns im Test.

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Platz 2: Dragon Quest XI

Dragon Quest XI ist ein Liebesbrief an traditionelle japanische Rollenspiele. Es macht nicht viel neu, dafür aber (fast) alles richtig. Wenn man ein Dragon Quest kauft, weiß man, was einen erwartet: Rundenbasierte Kämpfe, eine wunderbar bunte Welt zum Erkunden, gute Laune und Akira Toriyamas umwerfende Figuren-Designs. Dragon Quest hat mich trotz aller Vorhersehbarkeit in jeglicher Hinsicht verzaubert. Ich kann mir kein Spiel vorstellen, dass sich besser in gemütlicher Umgebung kurz vor dem Zu-Bett-Gehen spielen ließe. Es ist ein Märchen, dessen Ende man bereits kennt und trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, immer wieder gerne erlebt. Die kunterbunte detailverliebte Welt lädt dazu ein, sich in ihr zu verlieren. Die Begleiter unseres Helden schloss ich schnell ins Herz. Wie ein guter alter Freund lädt Dragon Quest Abend für Abend dazu ein, entspannt für eine Weile in eine Welt voller Zauber und Wunder einzutauchen. Liebes Dragon Quest, bleib so, wie du bist.

Dragon Quest XI bei uns im Test.

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Platz 1: God of War

Kein anderes Spiel im Jahre 2018 hat mich so beeindruckt wie God of War. Die bombastisch-cineastische Inszenierung sucht nicht nur in diesem Jahr ihresgleichen. Untermalt von einem stimmungsvollen Soundtrack durften wir Kratos‘ und Atreus‘ Abenteuer bis zu ihrem Ziel begleiten. Das Team von Sony Santa Monica, rund um Visionär Cory Barlog, hat das Franchise in unglaublicher Manier rebootet und eindrucksvoll gezeigt, wozu das Medium Videospiel in der Lage ist. Die revolutionäre Präsentation samt „Single-shot“-Cinematographie hat dem Titel einen individuellen Charakter verliehen. Auch optisch imponierte God of War mit detaillierten Landschaften und sehr natürlich wirkenden Gesichtszügen. Die viel gelobte Geschichte des Spiels hat mich auf der einen Seite zwar berührt, auf den anderen verstand ich nie, was daran besonders sein soll. Eine Story rund um das Thema Vaterschaft haben wir bereits zur Genüge in anderen Medien und ebenso in Videospielen in ähnlicher Qualität erlebt. Kratos in dieser Rolle zu sehen war aber sowohl ungewohnt als auch spannend. Die eigentlichen Highlights waren für mich aber die Kämpfe. Niemals zuvor haben sich Third-Person-Nahkampf-Auseinandersetzungen so fantastisch angefühlt. Die Steuerung von Kratos ist direkt, taktisch und komplex. Trotzdem habe ich mich niemals überfordert gefühlt. Instinktiv ist die Steuerung in Fleisch und Blut übergangen. Wenn ich starb, habe ich mich nie geärgert, da ich wusste, es lag einzig und allein an mir und niemals am Spiel. God of War hat sich jeden Award im Jahr 2018 redlich verdient. Ich kann den Nachfolger kaum erwarten.

God of War bei uns im Test.

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Mehr Jahresrückblicke 2018 findet ihr hier.

 

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