Filmkritik: Ich – Einfach unverbesserlich 3
Wertung 2

Ich – Einfach unverbesserlich wird für die ganz kleinen im Publikum auch im dritten Anlauf gut funktionieren. Alle anderen werden hier bei weitem nicht mehr so gut unterhalten wie bei den beiden Vorgängern. Ton, Humor und Pacing scheinen sich viel zu uneinig darüber zu sein, für wen dieser Film eigentlich gedacht ist.

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Originaltitel: Despicable Me 3
Erstveröffentlichung: 06.07.2017
Länge: 90 Min
Regie: Kyle Balda, Pierre Coffin, Eric Guillon
Cast: Steve Carell, Kristen Wiig, Trey Parker, Miranda Cosgrove, Dana Gaier, Nev Scharrel, Julie Andrews

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Filmkritik: Ich – Einfach unverbesserlich 3

Nach dem Riesenerfolg der ersten beiden „Ich einfach unverbesserlich“-Filme und dem noch größeren Erfolg des Minions-Ablegers, war eine weitere Fortsetzung eigentlich nur eine Frage der Zeit. Während Teil 2 die Qualität des Originals ja noch größtenteils halten konnte, fiel Minions dann doch merklich ab. Dank der immensen Beliebtheit der gelben, Kauderwelsch plappernden Kerlchen, tat das dem Erfolg aber keinen Abbruch. Kann Gru, nun mitsamt Kind und Kegel, denn Karren aus dem Dreck ziehen oder geht der Abwärtstrend ungebremst weiter?

Handlung

Eigentlich läuft alles gut für unseren Ex-Bösewicht Gru. Gemeinsam mit Herzensdame Lucy jagt er für die AVL, die Anti Verbrecher Liga, Superschurken um den Globus. Einer macht ihm ganz besonders zu schaffen: Balthazar Bratt, ein in den 80ern steckengebliebener, ehemaliger Kinderstar mit einer tiefen Abscheu für Hollywood. Nachdem es Bratt zum wiederholten Male gelingt, sich der Verhaftung durch Gru zu entziehen, wird es der neuen Leiterin der AVL zu bunt und setzt ihn, samt Lucy, vor die Tür.

Und so sorgen sich nicht nur die Adoptivtöchter Margo, Edith und Agnes um die Zukunft, sondern auch die Minions, und beschließen sogleich zu rebellieren und Gru zu verlassen. Doch noch bevor er sich in allzu große Selbstzweifel stürzen kann, erfährt Gru von Dru, seinem Zwillingsbruder, dessen Existenz ein Leben lang vor ihm verheimlicht wurde. Und so macht er sich mit Lucy und den Mädchen auf, um der Sache auf den Grund zu gehen.

©Universal Studios

©Universal Studios

Kritik

Es soll ja Leute geben die behaupten, bei einem Kinderfilm spiele die Qualität keine Rolle. Ich halte das für eine äußerst zynische Sichtweise. Klar, die Kleinen schauen sich auch Schwachsinn an, solange darin lustige Figuren vorkommen, die lustige Dinge tun. Das heißt aber lange nicht, dass man ihnen deshalb auch Schwachsinn vorsetzen sollte. Ich denke schon, dass auch kleine Kinder aus einer gut erzählten Geschichte mit einer einfachen Message durchaus etwas mitnehmen können, wenn auch nicht bewusst. Außerdem können gute Kinderfilme auch von den automatisch zwangsbeglückten Erwachsenen genossen werden.

Die ersten beiden Filme haben es geschafft, sowohl den ganz Kleinen etwas zum Lachen zu bieten, wie auch den etwas Größeren etwas zum Lernen und den Erwachsenen einen Subtext zum darüber nachdenken. Im neuen Ich – Einfach unverbesserlich versucht man krampfhaft, diese Grätsche wieder zu meistern, scheitert aber daran. Die benötigten Elemente sind vorhanden, ergeben aber nie ein homogenes Ganzes. Viel mehr hat man den Eindruck hier mehrere Filme zu schauen, die wahllos durcheinander geschnitten wurden. Die Minions sind für die ganz kleinen, die Story um Grus Bruder ist da um den etwas Älteren etwas über Familienwerte beizubringen und in Lucys Problemen, sich in der Mutterrolle zurechtzufinden, sollen sich die Erwachsenen wiederfinden. All diese Konzepte kommen aber am Ende zu kurz und ganz besonders der Handlungsstrang um Dru führt eigentlich nirgends hin.

Leider schafft es der Film aber nie sich mit mehr als einem dieser Themen gleichzeitig zu beschäftigen. Alle paar Minuten scheint sich im Schneideraum jemand daran erinnert zu haben, dass es wieder an der Zeit ist einen Minion was Lustiges machen zu lassen, damit den Kleinen nicht langweilig wird. Dann aber schnell wieder einen zweideutigen Witz einbauen, den nur die Eltern verstehen, sonst schlafen uns die ein…und so weiter und so fort. Alle Filme dieser Art tun das, nur wirkt es hier aufgesetzt und erzwungen.

Überhaupt bewegt sich der Humor hier überraschend oft außerhalb der Reichweite seines Kernpublikums, den Kindern. So ist der Bösewicht allein schon vom Konzept her ausschließlich für die Eltern gemacht. So liebevoll er auch gestaltet ist, all die 80er Referenzen und Seitenhiebe bleiben den Kindern natürlich völlig verborgen. Oder wenn beispielsweise die Minions am Strand mit vollbusigen Strandschönheiten ihren Spaß haben, weiß man nicht so genau für wen das jetzt eigentlich gedacht ist… und Grus zuckersüße Töchter sind, wie schon in den Vorgängern, ein absolutes Highlight und an Liebenswürdigkeit kaum zu überbieten. Doch hier erfüllen auch sie keinen wirklichen dramaturgischen Zweck und scheinen nur vorhanden zu sein, um den Zuckergehalt des Films zu erhöhen.

Technisch gibt es wenig zu meckern, einzig vielleicht, dass sich gegenüber dem ersten Film nicht viel verbessert hat. Das ist aber Nörgeln auf hohem Niveau, denn der hat damals einfach phänomenal ausgesehen. Die deutschen Synchronsprecher machen ihre Arbeit im Großen und Ganzen sehr gut und werden den meisten auch schon ans Herz gewachsen sein. An die erstklassig besetzte Originalfassung kommen sie aber nicht heran.

©Universal Studios

©Universal Studios

Fazit

Ich – Einfach unverbesserlich 3 kann die Qualität der ersten beiden Teile leider nicht halten. Der Film hat rührige, lustige, actiongeladene und auch nachdenkliche Momente zu bieten, fühlt sich aber nie so, als würden diese Einzelteile als Ganzes zusammengehören. Zu sehr wird hier versucht alle Publikumsschichten zu befriedigen und macht damit, mit Ausnahme der ganz Kleinen, niemanden wirklich glücklich. Für die gibt es ausgiebig Spaß, auch wenn der Film selbst fürs das ganz junge Publikum eindeutig mehr bieten könnte. Eltern denen hierfür ein Besuch im Kino bevorsteht seinen gewarnt: So gut wie mit den vorangegangenen Teilen , werden sie sich mit dem neuesten Ich – Einfach unverbesserlich nicht mehr unterhalten fühlen.

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