Filmkritik: Operation: Overlord
Wertung 3

Eine actiongeladene und blutige Horror-Story, angesiedelt in den Wirren des 2. Weltkrieges, das ist es was Operation: Overlord seinem Publikum anbietet und genau das bekommt es auch. Wer der Idee etwas abgewinnen kann, wird sicher nicht enttäuscht, denn so wirklich falsch, macht der Film nichts. Für jedermann ist er aber sicher auch nicht gemacht.

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Originaltitel: Overlord
Start: 08.11.2018
Länge: 109 Min
Regie: Julius Avery
Cast: Jovan Adepo, Wyatt Russell, Mathilde Ollivier, Pilou Asbæk, John Magaro, Iain De Caestecker, Jacob Anderson, Dominic Applewhite

Summary 3.0 stark
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Filmkritik: Operation: Overlord

Filme, die im 2. Weltkrieg handeln gibt es zuhauf. Die meisten davon jedoch rollen, mehr oder weniger akkurat, die historischen Geschehnisse des Krieges auf. Eher selten handeln sie von geheimen Nazi-Laboren in denen übermenschliche Super-Zombies gezüchtet werden. Und wenn, dann befindet man sich ziemlich sicher ganz tief in B- bis C-Movie Bereich. Nur bringt uns aber Produzent J.J. Abrams einen Vertreter dieser Gattung ins Mainstream-Kino und will damit groß Kasse machen und so verkehrt scheint dieses Rezept gar nicht zu sein.

INHALT

Am Vorabend des D-Day sollen der junge Boyce und seine ebenso unerfahrenen Kameraden, nachdem sie aus einem Flugzeug über der französischen Normandie abgesprungen sind, einen heiklen und sehr wichtigen Auftrag erledigen. In einem kleinen Dorf haben die Deutschen eine Basis errichtet, in der sich ein Funk-Störsender befindet. Unter dem Kommando des kampferprobten Corporal Ford soll die Truppe diesen Sender bis spätestens 6 Uhr morgens außer Gefecht setzen, um so die Luftunterstützung für die anlandenden Truppen zu ermöglichen.

Doch schon beim Zielanflug geht alles schief. Ihr Flugzeug wird getroffen und so schafft es nur eine Handvoll von Männern, rund um Boyce und Ford, überhaupt den Boden lebendig zu erreichen. Als sie dann endlich im Dorf ankommen, merken sie außerdem recht schnell, dass hier nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Und bevor sie es sich versehen, ist der Störsender ihr allerkleinstes Problem.

© 2018 Paramount Pictures

© 2018 Paramount Pictures

KRITIK

Wenn auch nie wirklich im Mainstream-Kino angekommen, neu sind die Geschichten um geheime und grauenhafte Forschungen der Nazis, die mehr in Horror- als Kriegsfilmen enden, freilich nicht. In diesen Gefilden fühlt sich das ganze aber eben doch recht frisch an, hebt sich vom üblichen Superhelden- oder Science-Fiction-Spektakel auf erfrischende Weise ab. Auch die recht brutale, und damit erst ab 16 freigegebene Darstellung, hebt Operation: Overlord aus dem etwas blutleeren Einheitsbrei dieser Tage, hervor. Was er trotzdem nicht geworden ist, ist ein Horrorfilm. Passender wäre wohl übersinnlicher Actionfilm mit Horror-Elementen.

Ein riesiges Ass im Ärmel bei all dem, ist natürlich das für einen Film dieser Art, königliche Budget. Das erlaubt neben den sonst üblichen billigen Makeup-Effekten und einer Menge Kunstblut, auch einige recht gute Kriegseindrücke, glaubwürdige Kulissen und eine kompetente Besetzung. Und im Gegensatz zum im Sommer erschienen MEG, der ebenfalls B-Movie Fans ins Kino locken sollte, hat man hier aus diesen Vorteilen auch etwas gemacht.

© 2018 Paramount Pictures

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Im Gegensatz zum oben genannten Film, haben wir es hier nicht mit einem zynischen Versuch zu tun, aus möglichst geringem Aufwand möglichst viel Profit zu schlagen. Hier stand ganz eindeutig Spaß im Vordergrund. Zu keinem Zeitpunkt stellt Operation: Overlord den Anspruch ein qualitativ hochwertiger Film zu sein. Er will einfach nur mit seiner aberwitzigen Handlung und einem durchwegs hohen Tempo unterhalten, auch wenn dabei die Logik recht schnell auf der Strecke bleibt. Das sei in einer Story um unbesiegbare Nazi-Zombies aber liebend gerne verziehen.

Wenn man sich noch etwas mehr Mühe gegeben hätte, nicht alle Charaktere wie Schablonen wirken zu lassen und alle Story Wendungen allzu vorhersehbar gemacht hätte, könnte man vielleicht sogar über einen richtig guten Film sprechen, anstatt eines unterhaltsamen „Guilty Pleasures“. Und auch wenn der Film kaum Längen hat, hätten ihm doch 5-10 Minuten weniger ganz gutgetan, denn besonders das letzte Drittel ist schon fast ein bisschen zu viel des Guten. Auch der beste Showdown fängt sich irgendwann an zu ziehen.

© 2018 Paramount Pictures

© 2018 Paramount Pictures

Bekannte Gesichter gibt es zwar kaum zu sehen in Operation: Overlord, das tut der Sache aber keinen Abbruch, denn der gesamte Cast macht seine Sache wirklich gut und hat sichtlich Spaß dabei. Dass die von ihm dargestellten Personen, wie oben erwähnt, etwas eindimensional wirken, liegt mehr am Drehbuch, denn an den schauspielerischen Leistungen.

Effekt-, Stunt- und Makeup-Arbeit entspricht dem Budget und hebt sich daher weit vom sonst in dem Genre gebotenen ab. Auch was Kamera, Schnitt und natürlich Regie angeht, wird durchwegs kompetent gearbeitet. Keine echten Schnitzer, dafür aber auch nichts Herausragendes. Der etwas übertrieben heroische und ansonsten eher generische Soundtrack fällt zwar nicht unbedingt negativ ins Gewicht, hinter dem Ofer hervor locken kann er aber auch niemanden.

© 2018 Paramount Pictures

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FAZIT

Wer knapp 2 Stunden unterhalten werden möchte, ohne dabei seinen Kopf anstrengen zu müssen, aber auch nicht seine Intelligenz beleidigt haben möchte, der kann mit Operation: Overlord nicht allzu viel falsch machen. Der Film bedient zwar für meinen Geschmack ein wenig zu viele Klischees und ist mehr als nur vorhersehbar, Spaß macht die die blutige Action-Hatz aber allemal trotzdem. Ob man dafür ins Kino muss, sei jedem selbst überlassen, aber ein künftiger Erfolg zum Home-Release scheint vorprogrammiert, denn gerade für ein lustigen Runde beim Filmabend, ist der Film wie gemacht.

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