Heimkinokritik: Mortal Engines: Krieg der Städte
Wertung 3

Wer also Mortal Engines: Krieg der Städte im Kino verpasst hat, der muss sich nun nicht mehr ärgern, denn dank der erstklassigen Bild- und Soundqualität der Blu-ray sowie dem umfangreichen Bonusmaterial kann das nun ohne größere Einschränkungen nachgeholt werden.

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Originaltitel: Mortal Engines
Verkaufsstart: 26.04.2018
Länge: 128 Min
Regie: Christian Rivers
Cast: Hera Hilmar, Robert Sheehan, Hugo Weaving, Jihae, Ronan Raftery, Leila George, Patrick Malahide, Stephen Lang

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Heimkinokritik: Mortal Engines: Krieg der Städte

Die direkte Gegenüberstellung von Einspielergebnissen und Produktionskosten hat in der Regel nur eine sehr begrenzte Aussagekraft über den Erfolg eines Filmes. Wenn aber am Ende lediglich etwas mehr als die Hälfte des Budgets an den Kinokassen eingespielt wird, dann darf man aber getrost von einem Flop reden. So geschehen bei Mortal Engines: Krieg der Städte. Daran wird nun auch der Heimkino-Release nicht mehr viel ändern und das, obwohl dieser eigentlich als durchwegs gelungen bezeichnet werden kann.

INHALT

Mortal Engines: Krieg der Städte basiert auf dem gleichnamigen dystopischen Roman von Philip Reeve und ist der erste Teil seiner Predator Cities Tetralogie. Darin wurden nach dem so genannten Sechzig-Minuten-Krieg Städte zu motorisierten Steampunk-Version umfunktioniert, die durch das Ödland streifen und dort nach Ressourcen suchen. Die größte und gefürchtetste dieser Städte ist London, denn angeführt von einem skrupellosen Bürgermeister macht sie Jagd nach anderen wandernde Siedlung, um sich dessen Rohstoffe und Bevölkerung einzuverleiben.

Bei der Übernahme einer kleinen Handelsstadt kommt es zu einem versuchten Attentat auf den obersten Historiker Londons, Thaddeus Valentine, durch das junge Mädchen Hester Shaw. Im letzten Moment kann ihm sein Gehilfe Tom das Leben retten. Er verfolgt Hester, die durch einen Entsorgungsschacht entkommen kann – aber nicht ohne ihm vorher zu erzählen, dass der Kopf der Historikergilde ihre Mutter getötet hat. Statt ihm zu danken, stößt Valentine seinen Retter gleich hinterher. Damit beginnt eine abenteuerliche Odyssee des ungleichen Paares, das nun alles daran setzt, den Plan des Bösewichts, eine neue Superwaffe einzusetzen, zu vereiteln.

© 2018 Universal Pictures International

© 2018 Universal Pictures International

KRITIK

Wenn unser Chef-Filmkritiker Roland und ich über einen Film diskutieren sind wir nur sehr selten einer Meinung. Bei Mortal Engines: Krieg der Städte habe ich aber seiner Kritik nicht viel hinzuzufügen: Alle Komponenten eines packenden und erfolgreichen Fantasy-Abenteuers sind zwar vorhanden, aber leider ist das Endergebnis nicht mehr als ein optisch beeindruckendes, kurzweiliges Spektakel. Dabei ist die Romanvorlage erstklassig, das Steampunk-Szenario einzigartig und mit Peter Jackson sitzt ein erfahrener Mann im Produzenten-Stuhl, dessen Handschrift man vor allem am beeindruckenden Set-Design und der visuellen Umsetzung sehr deutlich erkennen kann.

So vermag es Mortal Engines: Krieg der Städte inmitten der brachialen Action aber kaum Emotionen zu erzeugen. Dafür wird viel zu hastig von einem Schauplatz zum nächsten geeilt, nur um mit einer noch gewaltigeren Bilderflut das soeben gesehene gleich wieder vergessen zu lassen. Die Romanvorlage hätte hier eindeutig mehr hergegeben, aber bei dem Versuch zu viel Geschichte in einen einzigen, 128 Minuten langen Film zu packen ist man klaglos gescheitert. Obendrein kommt noch hinzu, dass die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern einfach nicht stimmt und beide in ihren Rollen keinerlei bleibenden Eindruck hinterlassen. Die zwei Antagonisten Hugo Weaving und Stephen Lang machen zwar ihren Job deutlich besser, weil aber auch ihnen zu wenig Zeit bleibt ihre Motivation und Intention schlüssig darzulegen, können sie ebenso nicht überzeugen.

Trotz aller Kritik ist Mortal Engines: Krieg der Städte wahrlich kein schlechter Film, er scheitert lediglich an den hohen Erwartungen, welche die Romanvorlage und die Beteiligten geschürt haben. Und bei einem Punkt widerspreche ich meinem Kollegen: Mit einer längeren Laufzeit wäre es vermutlich trotzdem nicht gelungen, die Visionen von Philip Reeve adäquat auf die große Leinwand zu bringen. Da hätte man von vornherein eine mehrteilige Filmreihe planen müssen, um damit den verschiedenen Charakteren mehr Raum zur Entfaltung zu geben.

© 2018 Universal Pictures International

© 2018 Universal Pictures International

TECHNISCHE INFOS & EXTRAS

Das Bild der Blu-ray wird in einer MPEG-4 Kodierung sowie in Widescreen (2.39:1 / 16:9) und High Definition Auflösung mit 1080p ausgegeben. Die technische Umsetzung ist dabei nahezu makellos: Hochwertiges Bild satte Farben, ausgewogener Kontrast sowie gute Schärfe- und Detailzeichnung, geben keinerlei Anlass zur Kritik. In Sachen Audio kann zwischen den Sprachen Deutsch, als auch Englisch in Dolby Atmos ausgewählt werden. Zusätzlich gibt es eine Türkische Tonspur in Format Dolby Digital 5.1, sowie italienisch in Dolby Digital Plus 7.1. Auch die Tonausgabe weiss auf hohem Niveau zu überzeugen, denn die solide Surround-Atmosphäre fordert vor allem in den Action-Sequenzen die Subwoofer und zeigt keine hörbaren Schwächen. Zusätzlich zum Film, enthält die Blu-ray von Mortal Engines: Krieg der Städte noch einige Extras.

Bonusmaterial

  • Das Ende der Alten  (1080p, 3:13): Eine Museums-Tour durch die postapokalyptische Geschichte.
  • Die Figuren (1080p): Kurze Einführung in einige der Hauptcharaktere des Films, bestehend aus Interviews, Filmmaterial und Blick hinter den Kulissen: Hester Shaw (4:41), Tom Natsworthy (4:13), Anna Fang (4:26), Thaddeus Valentine (3:29) Shrike (4:53)
  • Willkommen in London (1080p): Ein fünfteiliges Feature, welches die „Stadt“ London ausführlicher erklärt.
  • In der Luft  (1080p, 4:52): Ein genauerer Blick auf die Städte in der Luft und die fliegenden Fahrzeuge im Film.
  • Neuseeland filmen (1080p, 3:52): Cast und Crew sprechen über die Vorteile des Drehs in Neuseeland.
  • Filmkommentar: Regisseur Christian Rivers erläutert die wichtigsten Punkte des Films, einschließlich Story-Elementen, Produktionsdetails, Besetzung der Charakteren und mehr.

Insgesamt bekommt man hier nochmals knapp eine Stunde an zusätzlichen Material zu sehen. Dabei ist das gezeigte nicht nur für Fans interessant, sondern oftmals hat man das Gefühl es hätte dem Film gut getan, die eine oder andere Informationen irgendwie, oder vielleicht etwas offensichtlicher, in die Handlung einzubauen. Vor allem der Audio-Kommentar von Regisseur Christian Rivers wirkt zwar teilweise etwas emotionslos und monoton, ist dafür aber sehr aufschlussreich. Somit gehen die Extras weit über die üblichen Standard-Boni eine Buray hinaus und bringen dazu noch einen nicht zu unterschätzenden Mehrwert.

© 2018 Universal Pictures International

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FAZIT

Wer im Kino schon gefallen an Mortal Engines: Krieg der Städte gefunden hat oder generell ein Fan von bildgewaltigen Fantasy-Epen und Steampunk-Abenteuern ist, der kommt nun mit dieser Heimkinoversion voll auf seine Kosten. Zwar leidet der Film an der einen der anderen inhaltlichen sowie inszenatorischen Schwäche, was dann aber durch die beeindruckenden visuellen Effekte und der temporeichen Erzählweise zumindest teilweise wieder wett gemacht werden kann. Hier gibt es Popcorn-Kino ohne großen Tiefgang und Anspruch – was dann doch im krassen Gegensatz zur Romanvorlage steht. Wenn ihr also Mortal Engines: Krieg der Städte im Kino verpasst habt (gerechnet am Einspielergebnis sollten sich die meisten von euch jetzt angesprochen fühlen), dann müsst ihr euch nicht mehr ärgern, denn dank der erstklassigen Bild- und Soundqualität der Blu-ray sowie dem umfangreichen Bonusmaterial könnt ihr das nun ohne größere Einschränkungen nachholen.

Titel: Mortal Engines: Krieg der Städte
Studio: Universal Pictures
Verkaufsstart: 18. April 2019
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Link: Offizielle Webseite

 

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