Serienkritik: Krypton Staffel 1
Wertung 4

Krypton ist so eine Serie von der ich mir nicht viel erwartet habe, dann aber schlussendlich doch positiv überrascht wurde. Vor allem für Kenner der Comics gibt es viel bekanntes zu entdecken, dennoch bleibt die Geschichte immer eigenständig genug.

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Veröffentlichung: 19.04.2019
Länge: 10 Episoden à ca. 43 Minuten + Bonus
Showrunner: David S. Goyer, Damian Kindler
Cast: Cameron Cuffe, Georgina Campbell, Shaun Sipos

Summary 4.0 geil
Wertung 3.1
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Serienkritik: Krypton Staffel 1

Knapp einem Jahr nach ihrerer Erstausstrahlung auf dem Spartensender SyFy, kommt mit Krypton eine Superhelden-Serie aus dem Hause DC nun dank Blu-ray und DVD-Veröffentlichung endlich auch in unsere Heimkinos. Diese erzählt die Geschichte von Supermans Großvater Seg-El der erfährt, dass der Planet Krypton in Gefahr ist und so sein zukünftiger Enkel niemals geboren werden wird. Kein Mann aus Stahl, dafür aber jede Menge DC – so das Fazit in aller Kürze.

INHALT

Der versierte Comic-Fan weiß natürlich ganz genau, dass Superman von seinem Vater Jor-El mit einem Raumschiff zur Erde geschickt wurde, kurz bevor die Zivilisation der Kryptonier durch eine nahende Katastrophe ausgelöscht wurde. Sehr viel mehr ist über die Familiengeschichte des Hauses El jedoch nicht bekannt. Zumindest bis jetzt, denn die Geschichte von Krypton folgt zwei Generationen vor der Zerstörung von Supermans Heimatplaneten Krypton dem jungen Seg-El, dem Großvater des Mannes aus Stahl.

Als Val-El, einer der größte Wissenschaftler auf Krypton, Beweise für eine außerirdische Präsenz gefunden hat und die oberste Führung des Planeten warnen will, wird er wegen Rebellion angeklagt und zum Tode verurteilt. Sein Haus, inklusive dem jungen Seg-El, wird jeder Titel genommen und so muss dieser nun ein trostloses Dasein im Distrikt der Ranglosen fristen. Gemeinsam mit Adam Strange, einem Zeitreisenden von der Erde, setzt er alles daran, die Ehre seiner Familie wiederherzustellen und seinen Heimatplaneten vor der Bedrohung durch den Superschurken Brainiac zu schützen.

© Warner Home Video

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KRITIK

Prequel-Serien haben stets ein großes Problem: Man weiß im Grunde genau wie sie enden, wodurch der Spielraum für verschiedene Handlungsstränge stark eingeschränkt wird. Wenn man dann versucht diese storytechnischen Beschränkungen durch Zeitreisen wieder auszuhebeln, dann bin ich meistens mehr als nur skeptisch. Was aber bei anderen Serien von vornherein zum Scheitern verurteilt ist, funktioniert in Krypton wunderbar. Indem man eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Zukunft herstellt, erhält man Möglichkeiten, die normalerweise einer Vorgeschichte verwehrt bleibt. So kann man nicht nur die Spannung durchgehend aufrecht halten, sondern schafft auch Platz für neue Handlungsstränge, die nicht im Widerspruch mit dem Kanon der klassischen Superhelden-Mythologie stehen. Und so vermag es die Serie jede Menge etablierter Helden und vor allem Schurken einzuführen, angefangen von Braniac über General Zod, bis hin zu Doomsday. Vor allem für fachkundige Zuseher gibt es im Verlauf der ersten Staffel viele bekannte Charaktere und Elemente aus dem DC-Universum zu entdecken. 

Natürlich profitiert Krypton auch vom großartigen Cast, allen voran von der Dreiecksbeziehung zwischen Seg-El (Cameron Cuffe), Lyta-Zod (Georgina Campbell) und Nyssa-Vex (Wallis Day). Diese Konstellation birgt genügend Potential, um auch in den weiteren Staffeln für wechselnde Romanzen, Intrigen und Verrat zu sorgen. Aber trotz aller romantischer Gefühle, driftet die Story niemals in Richtung Soap ab und steht hier im krassen Gegensetz zu den TV-Kollegen vom Arrowverse. Und während andere Serien mit viel Mühe gerade einmal einen mehr oder eher weniger interessanten Gegenspieler aufbauen können, sind es in Krypton gleich mehrere Bösewichter, die Seg-El das Leben schwer machen – allen voran Blake Ritsons großartiger Darstellung von Brainiac.

Aber auch in den Action-Sequenzen kann Krypton überzeugen, vor allem dann wenn es um die exzellent choreographierten Martial-Art Kämpfe geht. Nicht ganz mithalten können hier die Kulissen. Die Stadt Kandor besteht hauptsächlich aus dunklen Gassen und die Ausstattung der verschiedenen Innenräume versprühen einen gewissen retro-futuristischen Charme. Hier merkt man dann doch, dass es sich im eine TV-Serie handelt, welche üblicherweise mit geringerem Budget auskommen muss. Insgesamt kann die Inszenierung der ersten Staffel aber als durchwegs gelungen betrachtet werden, vor allem zieht das Tempo der Erzählungen zum Ende hin nochmals deutlich an und bildet schon einmal die Grundlage für weitere spannenden Geschichten, welche das Potential haben, die Qualität in weiteren Staffeln nicht nur zu halten, sondern sogar deutlich zu steigern.

© Warner Home Video

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BLU-RAY: TECHNISCHE INFOS & EXTRAS

Neben den insgesamt 10 Episoden à ca. 43 Minuten befinden sich auf den insgesamt zwei Blu-ray Discs noch weiteres Bonusmaterial. Neben nicht verwendeten und verpatzten Szenen sind es vor allem die drei Featurettes die hier hervorzuheben sind.  „Den Heimatplaneten zum Leben erwecken“ (17:04 Minuten)  gibt einen detailierten Blick hinter die Kulissen, inklusiven Kommentaren der beiden Showrunner David S. Goyer und Damian Kindler sowie Schauspieler Cameron Cuffe. In „Ein vergessenes Reich: Leben auf Krypton“ (22:38 Minuten) sprechen Mitglieder der Besetzung und der Crew über die Welt von Krypton und dessen Entstehung. Als drittes Feature gibt es noch das Krypton: Comic-Con Panel von San Diego 2017 (22:52 Minuten) mit Star Cameron Cuffe und den Showrunnern Damian Kindler und Cameron Welsh zu sehen. Insgesamt gehen die Extras in Ordnung, hätten aber ruhig etwas spezifischere Hintergrundinfos für Comic-Fans bieten können.

Technisch betrachtet ist alles im grünen Bereich. Das Video wird in High Definition im Format 16:9 (1.78:1) und einer Auflösung von 1080 Bildpunkten ausgegeben. Die  meisten Szenen wurden entweder in dunklen Innenräumen oder schlecht beleuchteten Studios gedreht, trotzdem weist das Bild einen guten Kontrast sowie angenehme Licht- und Schattenabgrenzung auf. Kommen dann doch einmal Farben ins Spiel, werden diese in hervorragende Schärfe und ebenso überzeugende Detailwerte ausgegeben. Im Audiobereich gibt es sowohl eine deutsche Tonspur im Format  Dolby Digital 5.1 sowie einen englischen DTS-HD 5.1 Master Track. Beide ebenfalls in qualitativ hochwertiger Ausführung. Als Untertitel stehen Dänisch, Finnisch, Französisch, Niederländisch, Schwedisch, Norwegisch zu Auswahl, für Hörgeschädigte zusätzlich noch Deutsch und Englisch.

© Warner Home Video

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FAZIT

Krypton ist so eine Serie von der ich mir nicht viel erwartet habe, dann aber schlussendlich doch positiv überrascht wurde. Ähnlich wie Gotham erzählt man auch hier den Aufstieg eines ikonischen Superhelden und setzt dabei vor allem auf zahlreiche Elemente und Charaktere und aus dem bekannten DC-Universum. Und gerade hier kann Krypton überzeugen, denn auch wenn es vor allem für Kenner der Comics viel bekanntes zu entdecken gibt, so bleibt die Geschichte dennoch immer eigenständig genug, um Fans nicht vor den Kopf zu stoßen, aber auch Neulinge nicht zu überfordern. Natürlich kann man an den Special-Effects sowie am Kostümdesign das etwas geringe Budget deutlich erkennen, dennoch sticht die Serie aus der Durchnschnittskost der Superhelden-Adaptionen fürs Fernsehen deutlich hervor. Wem das Arrowverse in der Zwischenzeit zu soaplastig geworden ist, der findet mit Krypton die passende Alternative. Dass nun auch bereits die zweite Staffel geordert wurde und in dieser ein sehr bekannter Fan-Liebling seinen Auftritt bekommen wird, ist dabei ein Grund mehr, die erste Staffel schleunigst nachzuholen.

Titel: Krypton – Die komplette erste Staffel
Studio: Warner Home
Verkaufsstart:  19. April auf Blu-ray, DVD und DIGITAL
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
Link: Offizielle Webseite

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