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AMD Bulldozer

Seite: 12Fazit

AMDs neue FX-Prozessoren hatten weiß Gott keinen leichten Start. Diverse Probleme haben das schon 2008 erstmals erwähnte Projekt mal um mal verzögert … bis jetzt. Seit Mitte/Ende Oktober stehen AMDs neue Desktop-Prozessoren endlich in den Händlerregalen und sollen etwas bewerkstelligen, was AMD zuletzt mit eben jenen berühmten Prozessoren mit dem Beinamen „FX“ aus der Zeit ab 2003 gelang: Intel nicht nur durch exzessives Preis-Dumping, sondern auch durch überzeugende Performance Kunden abgraben. Das Mittel, dies zu erreichen sollte dann auch der Grund für die vielen Verschiebungen sein: Eine komplett neue Prozessoren-Architektur wurde geboren. Neue Ideen, neue Konzepte, neue Fertigungsmethoden … alles neu. Das braucht aber nicht nur in der Entwicklung Zeit, sondern birgt auch die Gefahr, sich in seinen vielen, guten Ideen ein wenig zu verrennen – schaun wir mal.

Mehr kann mehr

Alle Zeichen stehen im Moment auf Parallelisierung – also das Abarbeiten mehrerer Aufgaben zur selben Zeit. Um das als CPU bewerkstelligen zu können, muss man entweder als einzelner Kern unnatürlich schnell sein, oder sich die Last auf mehrere Kerne bzw. Threads aufteilen können. Beliebter und aus diversen Gründen besser ist letztere Methode, womit nun auch AMD massiv auf eine erhöhte Kernanzahl setzt. Damit diese über ihre gesamte Prozessoren-Range allerdings wirtschaftlich gesehen gut skalierbar bleibt, hat man eine Art modulares System ausgetüftelt, dass die Designer eine einzelne, fertige CPU aus mehreren Modulen zusammensetzen lässt, die jeweils aus zwei Kernen bestehen. Pflanzt man auf einen Die also nur ein Modul, hätte man einen Dual-Core-Prozessor, bei zwei ist es ein Quad-Core, bei drei – ihr versteht schon. 

Dementsprechend kann AMD von Beginn an ein großes Lineup an Prozessoren anbieten, reichend vom kleinen FX-4100 bis zwei Modulen, vier Kernen und 3,6 GHz Takt, über ihren Sechskerner FX-6100 mit 3,3 GHz Standardtakt bis hinauf zu den beiden Octacores, dem FX-8120 sowie dem hier genau durchgecheckten FX-8150 und somit dem aktuellen Flaggschiff der neuen Bulldozer-Architektur. 

Dieses kommt nun allerdings nicht nur mit acht Kernen daher, sondern auch mit einer Turbo-Technik, die, ebenso wie Intels jüngste Prozessorenkinder, eine dynamische und selbstständige Anpassung der Taktfrequenzen. Das läuft, auch identisch mit Intel, in Stufen ab. Während die Sandy-Bridge-Prozessoren allerdings mehrere davon haben, begnügt sich AMD mit zwei: 3,9 und 4,2 GHz. Welche Stufe dabei gezündet wird, richtet sich dabei dann nach der Verwendung der Module. Wird die halbe Anzahl der Module genutzt, wird die höchste Turbostufe gezündet – im Falle des 8150 fahren bei vier verwendeten Kerne also alle mit satten 4,2 GHz.  Werden hingegen alle vier Module (also alle acht Kerne) voll ausgelastet, pfeifen die Einser und Nuller mit 3,9 GHz durch die Leiterbahnen von AMDs neuem Schlachtschiff. Sowohl in Bezug auf die Anzahl der Kerne, als auch in puncto Taktfrequenz ist man Intel also voraus. Doch reicht das auch, um die Amerikaner an der Leistungsfront in die Schranken zu weisen?

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