Kampf der Gaming-Headsets
Egal, ob man regelmäßiger LAN-Party-Besucher oder nur Gelegenheitszocker ist: Ein Headset sollte man immer in greifbarer Nähe haben. Jetzt, knapp vor Weihnachten, ist der Zeitpunkt vielleicht für so manchen von euch gekommen, ein neues Headset zu wählen und sich damit selbst zu beschenken oder sich beschenken zu lassen.
Aus diesem Grund haben wir uns Headsets aller großen Hersteller angesehen. Jedes Headset hatte sich drei Prüfungen zu stellen: Zunächst musste es in einem Spiel beweisen, was es so drauf hat. Danach testeten wir die Qualität des Mikrofons mit einer kleinen Probeaufnahme, und zu guter Letzt folgte ein Musiktest quer durch unsere Sammlung. Also, wie haben sich die Kandidaten geschlagen?
Steelseries 7H
Steelseries schickt mit dem 7H den Nachfolger des erfolgreichen 5Hv2 ins Rennen, von dem das Headset auch das augenscheinlichste Feature geerbt hat: Das Mikrofon lässt sich bei Bedarf aus der rechten Ohrmuschel ziehen – wirklich praktisch. Aber auch akustisch gefällt uns das Headset sehr gut: Im Spieltest waren sowohl unsere Mitspieler klar verständlich als auch Geräusche recht gut zu orten. Etwas weniger beeindruckt waren wir von unserem Mikrofon-Test, bei dem wir zuerst Vorverstärkung und Pegel sehr weit aufdrehen mussten, um ein verwertbares Signal zu bekommen – dann aber natürlich mit einigen Nebengeräuschen. Beim Musiktest überzeugt das 7H da schon weit mehr: Schöne Höhen, druckvoller Sound und verstärkte Bässe gefallen bei orchestralen Stücken sehr gut. Problematischer wird es allerdings, wenn wir uns moderneren Klängen zuwenden – kommen E-Gitarren, Bass und Stimme zusammen, überdröhnt der angehobene Bass die Stimme etwas zu sehr. Angeschlossen wird das Headset übrigens via Klinke und 3 Meter-Kabel und kostet rund 90 Euro.
Sennheiser PC 330
In einer ähnlichen Preiskategorie spielt das Sennheiser PC 330. Ausgestattet mit hochklappbarem Mikro (ist es oben, ist es abgeschaltet) und einer drehbaren rechten DJ-Ohrmuschel (für die Real-Life-Kommunikation), auf der auch der Lautstärkenregler angebracht ist, will es die Herzen der Pro-Gamer erobern. Im Spiel schafft es alles, was wir von einem Stereo-Headset erwarten würden, doch bei der Mikrofon-Aufnahme sind wir nicht ganz so glücklich – einmal mehr müssen wir Vorverstärkung und Pegel recht weit aufdrehen, benötigen danach allerdings noch ein wenig Fingerspitzengefühl, um die Dynamik perfekt hinzubekommen. Besser gefällt uns das PC 330 im Musiktest, wo es eine sehr feine Harmonie zwischen Bässen, Mitten und Höhen beweist. Allerdings zeigte das Headset bei einem der Musikstücke „Nerven“ – die Kombination aus Sopranstimme und gleichzeitigen Flötenklängen brachte ein unschönes Membran-Brummen zum Vorschein. Trotzdem: für die ca. 90 Euro ein akzeptables Ergebnis. Angeschlossen wird auch hier über Klinke.
Sennheiser PC 360
Schon deutlich teurer ist das Sennheiser PC 360, das in seinen Grundfeatures starke Ähnlichkeiten zum PC 330 aufweist. Zwar fehlt die drehbare Ohrmuschel, dafür überzeugt das PC 360 mit einem deutlich besseren Tragekomfort, was unter anderem am offenen Design liegt, das angenehm viel Luft an unsere Ohren, aber leider auch sehr viel Klang hinauslässt – auf einer LAN-Party wird das PC 360 also nicht unbedingt zu einem gern gesehenen Gast werden. Das ist schade, denn ansonsten überzeugt das Headset auf voller Linie: In Spielen gefällt die klare Soundwiedergabe und die präzise Ortung, das Mikrofon verlangt erneut einiges an Vorverstärkung, bietet dann aber einen schönen Dynamikbereich, und vor allem bei der Musik ist dieses Headset ein echtes Highlight – wenngleich es bei der B-Note leichte Abzüge gibt wegen der subjektiv leicht zurückgenommenen Höhen. Dennoch bleibt es in unserem Test das Musikheadset der Wahl, wenn ihr einen Klinken-Anschluss benötigt. Dafür ist der Preis mit 149 Euro recht hoch.

