EIZO Foris FS2735 Test

EIZO Foris FS2735 Test

Mit dem neuen FORIS FS2735 präsentiert uns EIZO dieser Tage mit Features wie AMD FreeSync und 144 Hz-Untersützung, einer Auflösung von max. 2560×1440, Bluetooth-Verbindung zum Smartphone und diverser Bildverbesserungsmodi einen absoluten High-End 27″ Gaming-Monitor. Das hat aber auch seinen Preis, mit gut € 1.100 Euro ist der FS2735 derzeit wohl auch der teuerste Gaming-Monitor am Markt. Lohnt es sich für einen Gaming-Monitor soviel Geld auszugeben? Wir haben uns das gute Stück genauer angesehen und beantworten euch am Ende unseres Testberichts diese Frage.

Gemeinsam mit Mat von overclockers.at haben wir den Monitor an potente Gaming-Hardware angeschlossen, wie etwa eine MSI R9 390X GAMING 8G Grafikkarte um auch wirklich alle Features des Monitors austesten zu können. Gleichzeitig haben wir den FORIS auch subjektiv mit einem ASUS ROG SWIFT PG278Q Monitor verglichen, ebenfalls einem High-End 27″ Monitor mit 144 Hz Unterstützung, allerdings mit NVIDIA’s G-SYNC Technologie und mit einer ASUS GeForce STRIX GTX980. Bevor es aber ans Eingemachte geht, zuerst ein paar Daten und Fakten zum EIZO-Monitor.

Features

  • IPS-LCD mit 2.560 x 1.440 Pixeln und einem Blickwinkel bis 178°
  • 144 Hz refresh, Blinking Backlight kombiniert mit FreeSync-Technolgie für flüssige Bildwiedergabe frei von Bewegungsunschärfen
  • Smart Insight Demolition
  • Flimmerfreie Bildwiedergabe durch Hybridsteuerung der Bildhelligkeit
  • Extrem kurze Latenzzeit
  • G-Ignition Drive, EIZO Cloud-Tauschbörse mit optimalen Spielprofilen für Bildschirmeinstellungen
  • G-Ignition Mobile, einfache Bedienung via Bluetooth und Smartphone inkl. Smartphone Messenger

FS2735_2

Ausstattung und Ergonomie

Bei der Ausstattung lässt sich EIZO mit dem Foris FS2735 absolut nicht lumpen, WQHD Auflösung (2.560 × 1.440 Bildpunkte), mattes, entspiegeltes Display mit IPS-Panel, 144 Hertz Refrehsrate und Freesync-Unterstützung  in 2 Bereichen sind nur einige der „Schmankerl“ die der Monitor zu bieten hat.

Im Gegensatz zu vielen anderen Gaming-Kollegen wartet der EIZO-Monitor fast schon mit zurückhaltender Eleganz in Form eines mattschwarzen Gehäuses auf, lediglich auf der Rückseite prangt ein großes metallisches EIZO-Logo und ein roter Streifen zieht sich quer über den Monitor. Der Monitor ist 15 cm höhenverstellbar und kann auch über den Standfuß bis 40° geneigt werden. Die Pivotmöglichkeit, also das seitliche Schwenken und Hochstellen ist in beide Richtungen möglich. Eine extra in rot gehaltene Kabelführung, die am Fuß angebracht werden kann, ist auch noch zu erwähnen. 

Die Bedienung des Monitors selbst erfolgt über 3 Tasten auf der Rückseite, die etwa rechts unten 10 cm vom linken Rand des Monitors entfernt sind und genau da gibt’s erste Kritik von uns. Nachdem auf der Vorderseite keine Markierung angebracht ist, gilt es die richtige Taste irgendwie zu „erfühlen“. Ein Knopf, dieser ist leicht versenkt, schaltet zwischen den Anschlüssen um, daneben befindet sich der Taster mit Joystickfunktion für die Bedienung des Menüs und rechts daneben der Ein-Aus Knopf. Nicht einmal ist es uns passiert statt im Menü etwas zu verändern, versehentlich den Ein-Aus Schalter zu erwischen und den Monitor abzuschalten. Nach einiger Zeit hat man es wahrscheinlich raus, aber benutzerfreundlich ist das nicht so wirklich.

Hersteller EIZO gewährt übrigens 5 Jahre Garantie inkl. Vor-Ort-Austauschserviceauf den Monitor, das ist doch mal eine Ansage, die uns gefällt.

Kontaktfreudig

Auch mit Anschlussmöglichkeiten geizt der Bildschirm nicht, so stehen 2x HDMI, Displayport 1.2, DVI, zwei 3,5mm-Klinkenanschlüsse für Audio, sowie ein USB-3.0-Hub zur Verfügung. Weiters haben die Entwickler 1-Watt-Lautsprecher integriert und das Netzteil mit einem extra Schalter in das Gehäuse integriert. An Kabeln beigelegt sind dem Monitor eines für den Anschluss an den Displayport, ein Stromkabel sowie ein spezielles USB-Kabel um den Monitor mit dem PC zu verbinden.

Anschluesse FORIS FS2735

Eigenschaften und Features

Punkto Kontrast kann der Foris mit einem Wert von 1000:1 (4.000:1 mit Contrast Enhancer) aufwarten, den er auch erreicht, die maximale Helligkeit liegt bei 350 cd/m² und liefert voll ausgeschöpft ein sehr helles Bild ohne zu Blenden. Durch das matte, entspiegelte Display und die Auto-EcoView, bei der ein Sensor die Umgebungshelligkeit misst und entsprechend anpasst, ist der FS2735 sehr augenfreundlich. Lediglich in düsteren Umgebungen fällt bei dunklen Bildschirminhalten und wenig Abstand zum Bildschirm der IPS-Glow-Effekt auf, dann wirken die Ecken leicht erhellt, aber das ist eigentlich üblich bei diesen Panels. Die Reaktionszeit beträgt 1 Millisekunde, allerdings nur in Verbindung mit der optionalen Blur-Reduction, sonst liegen wir da zwischen 1 und 5ms.

FS2735_3

Input-Lag ist für den Monitor kein Thema, der Hersteller gibt einen Display Lag von max. 0,05 Frames an, erreicht durch einen speziellen Prozessor. Damit erreicht man eine äußerst geringe Latenz, die sich für uns gar nicht mehr messen lässt. Bei den hohen Aktualisierungsraten ist für unsere Wahrnehmungen absolut keinerlei Eingabeverzögerung mehr sichtbar, somit sollten sich alle Games perfekt spielen lassen und auch eSportler werden sich über diese tollen technischen Daten freuen. Es gibt auch so gut wie keine Schlierenbildung, mit aktivierter „Blur Reduction“ schaltet das Panel sein LED-Backlight mit hoher Frequenz ein und aus, das bewirkt eine weitere Reduzierung der Bewegungsunschärfe.

Smart Insight Demolition

Neben der Blur Reduction ist „Smart Insight Demolition“ ein weiteres von EIZO entwickeltes und vor allem interessantes Feature zur Verbesserung der Bildqualität. Smart Insight Demolition analysiert die dunklen und zu hellen Bereiche eines Bildes und bessert jeden Pixel nach um den Kontrast zwischen einer Spielfigur und dem Hintergrund zu verbessern. Gegner in dunklen Bereichen werden so besser gesehen und das funktioniert auch wirklich gut ohne das Bild unwirklich werden zu lassen. Der Monitor hat einen eigenen „Smart Insight Demo“ Modus, den ihr über das Bildschirmmenü aktivieren könnt. Dieser teilt den Bildschirm in 2 Hälften und ihr könnt links die originale Darstellung des Spiels und rechts die „verbesserte“ Szene sehen. Über diverse Einstellmöglichkeiten lässt sich die Optimierung in 5 Stufen genau an eure Bedürfnisse anpassen. Zusätzlich kann hier auch noch mit dem „Saturation Enhancer“ und „Smart Resolution“ experimentiert werden. Bei der „Smart Resolution“ werden Bildinhalte auf Unschärfen, Bewegungsartefakte und Farbtöne hin untersucht und korrigiert. Bilder werden dadurch schärfer, klarer und wirken realistischer und das funktionierte bei unseren Tests auch wirklich gut. Wir haben dazu einige Fotos gemacht, die euch zeigen sollen wie das etwa aussieht.

  • Foris-Bildverbesserung-Ground.jpg
  • Foris-Bildverbesserung-Stone.jpg
  • Foris-Bildverbesserung-Menu.jpg

144 Hz und FreeSync

Eine Bildrate von 144 Hz bietet nicht nur der FORIS, auch der von uns zum Vergleich herangezogene ASUS ROG SWIFT PG278Q Monitor verfügt über diese Eigenschaft, allerdings unterstützt der ASUS-Monitor die G-Sync Technologie von NVIDIA. Unser FORIS setzt auf die FreeSync-Technologie von AMD. Aber was genau ist eigentlich FreeSync oder G-Sync?

Keine abgehackten Spielverläufe und kein Bildschirm-Tearing mehr, die FreeSync-Technologie soll eine flüssige, artefaktfreie Performance bei praktisch jeder Bildrate ermöglichen. Die in ausgewählten AMD APUs und GPUs integrierte FreeSync-Technologie soll dabei die „Kommunikationsprobleme“ zwischen Prozessor und Monitor lösen. FreeSync beseitigt Bildschirm-Tearing und Ruckeleffekte und ermöglicht ein flüssiges Gaming.

Zur Auswahl beim FORIS FS2735 stehen dabei gleich zwei Bereiche 35-90 und 56-144 Hertz. Wer die entsprechend potente Grafikkarte besitzt, entscheidet sich z.B. für die zweite Variante. Um dennoch in den niedrigeren Bereich umschalten zu können, ist es nötig den Administratormodus des Monitors zu bemühen. Hierzu muss der Ausschaltknopf zwei Sekunden lang gedrückt gehalten werden, während der Navigationsknopf nach oben gedrückt wird, nicht so benutzerfreundlich.

Neben einer verfügbaren FreeSync-Demo die den Vorteil der Technologie aufzeigen soll, haben wir mit aktiviertem FreeSync und 144 Hz uns aber auch subjektiv den Vergleich zum ASUS.Monitor mit 144 HZ und G-Sync Unterstützung angesehen. Beide Monitore brillieren mit ihren Technologien und es konnten keine Ruckler mehr im Spiel festgestellt werden, alles lief flüssig und ohne Tearing. Lediglich am Desktop gefiel uns subjektiv beim Bewegen des Mauscursors und dem Ziehen von Fenstern der EIZO-Monitor mit FeeSync noch einen Deut besser.

Foris-Bildverbesserung-Demo

G-Ignition Software und App

Die nicht ganz „geglückte“ Bedienung des Monitors auf der Rückseite lässt sich in den meisten Fällen durch den Einsatz der G-Inition Software überbrücken, nach deren Installation von der beigelegten CD oder der Webseite des Herstellers, können viele Bildeinstellungen verändert werden. Nach Verbindung des Monitors mit dem USB-Kabel lassen sich neben Helligkeit, Farbtemperatur und Bildverbesserungsmodi auch Einstellungsprofile speichern und in die Cloud hochladen. So lassen sich für jedes beliebige Spiel spezielle „Profile“ hoch- aber auch von anderen Spielern herunterladen. Momentan tummeln sich dort noch nicht sehr viele Profile, aber vielleicht wird das ja noch.

IMG_0005Neben der PC-Software gibt es auch noch die Möglichkeit sich die App G-Ignition Mobile sowohl für Android als auch das iOS-Smartphone herunterzuladen und zu installieren. Die App funktioniert angeblich ab Android-Version 4.4, auf einem entsprechendem Handy konnten wir allerdings keine Bluetooth-Verbindung zum Monitor herstellen, obwohl das Handy gekoppelt wurde. Nach einem zweiten Versuch mit einem Android 5-Gerät klappte allerdings die Verbindung sofort und die Fernsteuerung des Monitors war möglich. Allerdings dauert es vor allem bei Android-Phones recht lange bis die Daten jeweils vom Monitor geladen werden um Einstellungen vorzunehmen.

Zusätzlich kann man der App auch noch Zugriff auf diverse Berechtigungen am Smartphone erlauben, das ermöglicht dann eine Benachrichtigung in Form eines Symbols, welches am rechten unteren Bildschirmrand eingeblendet wird. Sollte man also etwa während einer Spielesession Kopfhörer aufhaben, könnte man etwa sehen wenn am Handy ein Anruf hereinkommt. Allerdings wird das entsprechende Symbol auch nur recht kurz angezeigt und sonst keine weiteren Informationen dazu. Auch die nicht ganz nachvollziehbare Beschriftung der einzelnen Einstellmöglichkeiten mit grauer Schrift auf dunklem Hintergrund lässt beim Verbessern der App noch Spielraum nach oben. Aber vielleicht wird ja in diesem Bereich noch nachgebessert, das wäre wünschenswert.

  • G-Ignition-2.jpg
  • G-Ignition-3.jpg
  • G-Ignition-1.jpg
  • G-Ignition-4.jpg

FAZIT

Lohnt es sich also für einen Gaming-Monitor soviel Geld auszugeben? Diese Frage haben wir am Beginn unseres Artikels gestellt und nun wollen wir diese auch beantworten. JA, es lohnt sich, vorausgesetzt man legt Wert auf allerhöchste Bildqualität, besitzt optimalerweise eine AMD Grafikkarte mit FreeSync-Unterstützung und hat auch das nötige Kleingeld. Mit dem verwendeten IPS-Panel und der ausgezeichneten Bildqualität setzt sich der FORIS FS2735 derzeit die Krone in diesem Bereich auf. Vielfältige Anschlussmöglichkeiten, superschnelle Reaktionszeiten, eine hochwertige Verarbeitung und eine praktische G-Ignition Software ergänzen den sehr guten Gesamteindruck des Monitors. Perfekt ist der FORIS FS2735 dennoch nicht ganz, durch die unglückliche Bedienung am Monitor selbst und die „verbesserungswürdige“ Bluetooth-App gibt es Abzüge in der B-Note. Dieses Manko lässt sich aber zumindest großteils mit der G-Ignition Software umschiffen und somit führt derzeit für den High-End Gamer oder eSport-Profi wohl kein Weg am FORIS FS2735 vorbei.

1 Kommentar

  1. Pauli 4. Februar 2016
    Antworten

    Dem kann ich 100% zustimmen vor allem im Vergleich zum Asus PG279Q und Acer Predator XB271. Alle 3 Geräte standen bei mir zu Hause doch nur der Eizo hat meine „hohen“ Erwartungen erfüllt. Ich dachte erst es gibt keine vernünftigen Monis nach dem Asus und Acer Stress. Backroundbleeding, IPS Glow, Pixelfehler, G-Sync ruckeln bei Bildern unter 30fps, hier scheint das Frame Doubling nicht einwandfrei zu funktionieren. Also richtig Geld angefasst und den Eizo an meine Nvidia EVGA Titan X geklemmt. Eine Pracht. Kein erkennbares Tearing dank Motionen Blur und 144hz.
    Schön dass hier im Test mit einer AMD Karte getestet wurde (welche???), dass lässt mich zumindest positiv in die Zukunft blicken, falls Nvidia weiterhin beim verkappten G-Sync bleibt und nicht zum offenen Standard Adaptive Sync schwenkt. Jedoch gibt es Hoffnung, denn es gibt Gerüchte das Nvidia mit Pascal auch Adaptive Sync Monis unterstützen könnte.

Kommentar abgeben