Razer Chroma Serie im Test

Razer Chroma Serie im Test

Neben Corsair und Logitech rückt auch Gamingperipherie-Spezialist Razer seit geraumer Zeit einige Geräte mit RGB-Beleuchtung in die vorderste Produktreihe. Razer nennt die Serie „Razer Chroma Full Spectrum Gaming“ und wir haben uns für euch Tastatur, Maus und Headset näher angesehen.

Auf unserem Prüfstand landeten dabei das Keyboard „Blackwidow Chroma„, die Maus „Deathadder Chroma“ und das Headset „Kraken 7.1 Chroma„.

Razer Blackwidow Chroma

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Technische Daten

  • Mechanische Tasten von Razer mit einer Betätigungskraft von 45 g
  • Lebensdauer für 60 Millionen Tastenanschläge
  • Anti-Ghosting mit 10-Tastenfolgefunktion
  • Voll programmierbare Tasten mit sofort einsatzbereiter Makroaufzeichnung
  • 5 zusätzliche Makrotasten
  • Gaming-Modus Option
  • Audioausgänge/Mikrofoneingänge
  • USB-Passthrough
  • 1000 Hz-Ultrapolling
  • Razer Synapse 2.0-fähig
  • Geflochtene Faserkabel
  • Ungefähre Abmessungen: 475 mm (Breite) x 171 mm (Höhe) x 20 mm (Tiefe)
  • Gewicht: 1500 g

Bei unserem letzten Test von Gamingkeyboards konnte das Logitech Flagschiff „G910 Orion Spark“ recht gut abschneiden, schauen wir doch ob Razer hier dagegen halten kann. Die Blackwidow Chroma bringt mit stattlichen 1,5 kg ein ähnlich schweres Kampfgewicht mit in den Ring wie die Logitech-Tastatur, auch bei den Abmessungen herrscht in etwa Gleichstand. Während die Logitech-Tastatur keinen weiteren Anschlüsse bietet, hat Razer dem User einen Ausgang für ein Headset, einen Eingang für ein Mikrofon und einen durchgeschliffenen USB-Port spendiert.

Während in Sachen zusätzlicher Anschlüsse also Razer die Nase vorn hat, verliert das Keyboard diesen leichten Vorsprung bei der Ergonomie gleich wieder. Die Tastatur ist zwar höhenverstellbar und Anti-Rutsch-Gummis sowie das hohe Gewicht sorgen für einen sicheren Halt auf dem Schreibtisch, jedoch fehlt für längere Schreibarbeiten oder auch Spiele-Sessions eine Handballenauflage komplett. Die Tasten lassen sich aufgrund eines Standard-Layouts allerdings gut erreichen. Die Tastatur bietet neben einem Ziffernblock rechts am linken Rand 5 voll programmierbare Makrotasten. Für die Steuerung des Mediaplayers hat Razer keine separaten Tasten verbaut, sondern nutzt die Sekundärfunktion der F-Tasten.

Technisch setzt Razer bei seiner Tastatur auf hauseigene grüne Switches mit einem Auslösepunkt nach 1,9 mm und einer benötigten Druckkraft von 50 Gramm. Punkto Langlebigkeit gibt der Hersteller hier bis zu 60 Millionen Anschläge an, wobei die Tasten dem Spieler neben einem fühlbaren Feedback durch ein Klickgeräusch auch ein akustisches Feedback geben. Zum Vergleich Logitechs Romer-G Switches lösen nach 1,5 mm aus und halten angeblich bis 70 Millionen Anschläge aus. Bei der Technik herrscht also in etwa Gleichstand, wobei mich persönlich das durchaus als laut zu bezeichnende Klickgeräusch bei Razer schon stört, vielleicht es aber auch gerade für einige Gamer von Bedeutung.

Razer Synapse

Kommen wir zum wichtigsten Feature aktueller mechanischer Gaming-keyboards, der RGB-Beleuchtung bei der die Beleuchtung jeder Taste mit (einer von) 16,8 Millionen Farben individuell und frei programmiert werden kann. Diese Einstellungen werden bei Razer über die Synapse-2.0-Software vorgenommen und sind ähnlich einfach vorzunehmen wie bei Mitbewerber Logitech. So können auch hier mit wenigen Klicks einzelne Tasten mit der gewünschten Farbe aus dem Spektrum von 16,8 Mio. Farben belegt werden, es können bestimmte Tastengruppen individuell „eingefärbt“ werden, oder man aktiviert spezielle Beleuchtungsmuster wie etwa „Atmen“ oder „Pulsieren“.

Preislich liegt die das Razer Keyboard derzeit bei € 170, während für die G910 von Logitech etwa € 180 fällig werden. Alles in allem bleibt es da also beim Gamer zu entscheiden welche Tastatur ihm persönlich besser zusagt, für uns in der Redaktion hat die Logitech Tastatur aufgrund der etwas besseren Ergonomie und dem Feature das Smartphone mittels ARX-App mit der Tastatur zu verbinden knapp die Nase vorn.

Razer Deathadder Chroma

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Technische Daten

  • Ergonomisches Design für Rechtshänder mit strukturierten seitlichen Gummigriffen
  • Optischer Sensor mit 10.000 dpi
  • Chroma-Beleuchtung mit 16,8 Millionen anpassbaren Farboptionen
  • Razer Synapse-fähig
  • 5 unabhängig voneinander programmierbare Hyperesponse-Tasten
  • 1.000 Hz-Ultrapolling
  • On-The-Fly Sensitivity-Anpassung
  • Always-On-Modus
  • 200 IPS (Inches pro Sekunde) und 50 G-Beschleunigung
  • Vergoldeter USB-Anschluss
  • 2,13 m leichtgewichtiges Glasfaserkabel
  • Ungefähre Abmessungen: 127 mm (Länge) x 70 mm (Breite) x 44 mm (Höhe)
  • Ungefähres Gewicht: 105 g

Nach dem guten Eindruck den die Razer Tastatur hinterlassen hat, wenden wir uns der Kollegin, der Razer Deathadder Chroma Maus zu. Gegenüber des bereits bekannten und bewährten Deathadder-Modells mit max 6.400 dpi-Auflösung haben die Ingenieure bei Razer der Chroma-Ausgabe neben der RGB-Beleuchtung auch einen aufgebohrten Sensor mit bis zu 10.000 dpi verpasst. Am Gehäuse selbst und den insgesamt „nur“ 5 Tasten änderte sich hingegen nichts.

Ergonomisch betrachtet ist die Deathadder primär für Rechtshänder geeignet, zu kleine Hände sollte man zwar nicht haben, aber sonst schmiegt sich der Rücken der Maus sehr gut in die Hand, die gummierten Seitenteile ermöglichen einen sicheren Griff und die Tasten sind allesamt sehr gut zu erreichen. Mit nur 105 Gramm kämpft die Maus im Federgewichtsbereich, zusätzliche Gewichte können aber nicht angebracht werden.

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Der 4G Optical Sensor arbeitet wie schon beim Original äußerst präzise, auch sehr schnelle Bewegungen bringen die Maus nicht aus der Ruhe und werden zuverlässig umgesetzt. Die Einstellungen für die Mausempfindlichkeit werden wie auch bei der Blackwidow Tastatur über die Razer Synapse 2.0 Software erledigt. Allerdings erfordert dies auch ein Onlinekonto bei Razer, dafür werden die Einstellungen über das Internet in die Cloud gespeichert und können auf einem anderen PC so wieder geladen werden. Für alle denen das nicht gefällt gibt es nach einmaligem EInloggen auch einen Offline-Modus. In den Settings können alle wichtigen Einstellungen wie Mausempfindlichkeit, USB-Abfragerate und sogar eine Kalibrierung auf das Mauspad getätigt werden.

Über die Synapse-Software lässt sich neben Profil- und Makrooptionen natürlich auch die Beleuchtung konfigurieren, die „Chroma“-Version ermöglicht hier die Auswahl aus 16,8 Millionen Farben für das Mausrad und das Razer-Logo auf der Oberseite der Maus. Neben einzelnen Farben können auch Effekte wie etwa „Atmen“ oder „Pulsieren“ eingestellt werden. Maus und Tastatur können hier schon mal im Set auf die gleichen Farben und Effekte konfiguriert werden, später kommt dann noch das Headset dazu.

Mit einem Straßenpreis von rund 70 Euro ist die Razer Deathadder Chroma jetzt nicht unbedingt ein Schnäppchen, die Logitech G402 Hyperion Fury kostet hier bei ähnlicher Technik rund 30 Euro weniger. Wer allerdings auf max. dpi-Zahlen und eine RGB-Beleuchtung setzt wird mit der Deathadder einen guten Partner für die Blackwidow-Tastatur finden, zumal die Maus gut in der Hand liegt und sehr präzise und flott ihren Dienst verrichtet.

Razer Kraken 7.1 Chroma

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Technische Daten

  • Razer Kraken 7.1 Chroma Surround Sound Gaming Headset
  • Fortschrittliche Sound-Engine für virtuellen 7.1 Surround Sound
  • Verbessertes Digitalmikrofon
  • Entwickelt für höheren Gaming-Komfort
  • Chroma lighting with 16.8 million customizable color options
  • Razer Synapse-fähig
  • Leistungsfähige Treiber für Gaming Sound der höchsten Qualität
  • Geschlossenes Ohrmuscheldesign für optimale Soundisolation
  • Einklappbare Ohrmuscheln für maximale Transportfähigkeit

KOPFHÖRER

  • Lautsprecher: 40 mm, mit Neodymmagneten
  • Frequenzgang: 20Hz – 20kHz
  • Impedanz: 32 Ω
  • Sensitivität @ 1kHz: 112dB
  • Ausgangsleistung: 30mW
  • Anschluss: Goldbeschichtet
  • Kabellänge: 2m / 6.56 ft umflochtenes USB Kabel
  • Ungefähres Gewicht: 340g

MIKROFON

  • Frequenzgang: 100Hz – 12kHz
  • Sensitivität @ 1kHz: -40dB ± 4dB
  • Rauschabstand: 63dB
  • Aufnahmemuster: Omnidirektional

Als dritter Verbündeter im Chroma-Verband von Razer ergänzt das Kraken 7.1 Chroma-Headset das Gaming-Set. Das Razer Kraken 7.1 ist mit einer modernen Sound-Engine für virtuellen 7.1 Surround Sound ausgestattet, den die Engine latenzarm, also ohne nervigen Verzögerungen an die Lautsprecher in den Ohrmuscheln weitergibt. Dabei wird ein 360⁰ Surround-Sound-Erfahrung simuliert, obwohl es nur einen Latsprecher pro Ohrmuschel gibt. Mit der schon bekannten Razer Synapse 2.0 Software kann neben der Beleuchtung für das Headset auch der Sound individuell an den Spieler angepasst werden. Dabei kann jeder Surround-Sound-Kanal spezifisch positioniert werden, die Basslevel verändert und die Balance eingehender Stimmen ausgeglichen werden. Die Engine ermöglicht es außerdem, die Einstellungen für Surround und positionsabhängiges Audio für jedes individuelle Programm zu kontrollieren, so kann das Headset auf Games, Filme oder Musik genau angepasst werden.

Die linke Ohrmuschel beherbergt ein Digitalmikrofon, dessen Arm herausgezogen werden kann, wenn es benötigt wird, so dass das Headset seinen schlanken Formfaktor behält und das Mikrofon bei Transport und Aufbewahrung geschützt ist. Das omnidirektionale digitale Mikrofon ist mit einem Algorithmus versehen, der bei unseren Tests wirklich eine erstklassige Stimmqualität geboten hat. Das Mikrofon ist komplett beweglich und lässt sich frei in jede Richtung bewegen. Mittels Stummschalt-Taste direkt am Mikrofon kann das Headset jederzeit stumm geschalten werden, eine LED zeigt zusätzlich an ob das Mikro AN oder AUS ist.

Wie schon bei den anderen weiter oben besprochenen Produkten kann die Beleuchtung des Headsets (die beiden Ohrmuscheln) mittels Software angepasst werden. Auch hier kann wie bei der Maus eine Farbe aus 16,8 Mio Werten gewählt werden, oder man lässt das Headset „pulsieren“ oder „atmen“.

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Kommen wir zum Tragekomfort des Headsets. Mit 340 Gramm Gewicht bewegt sich der Kraken im Mittelschwergewicht, der Bügel ist gut gepolstert und die Ohrmuscheln umschließen das Ohr völlig, sofern man nicht allzu große Ohren hat. Der Durchmesser beträgt hier 47 mm, wer also große „Lauscher“ hat, könnte hier Probleme bekommen, ebenso wie Brillenträger, der Druck des Bügels auf die Ohren ist erheblich. Der Sitz selbst ist aber sehr angenehm und auch in mehreren längeren Spiele-Sessions fiel der Kraken nicht unangenehm auf.

Als Bonusfeature, welches nicht unerwähnt bleiben sollte kann das Headset durch seinen USB-Anschluß auch an der PlayStation 4 verwendet werden, für Konsolen- und PC-Besitzer sicher ein guter Grund, der für das Kraken 7.1 Chroma Headset spricht. Der derzeitige Straßenpreis liegt bei etwa 99 Euro und gemessen an der erstklassigen Qualität und Ausstattung ist das mehr als fair.

FAZIT

Wenn wir diese 3 Produkte der Chroma-Serie als Set betrachten, ergibt sich ein recht stimmiges Bild, Gamer die also Wert auf ein durchgestyltes Äußeres legen können sich die Geräte optisch perfekt aufeinander abstimmen. Jedes Produkt für sich gesehen kann durchaus ebenfalls überzeugen, muß sich aber vor allem bei der Tastatur und der Maus mit harten Konkurrenten anderer Hersteller in den Ring stellen, die in einigen Bereichen mehr Features bieten, oder preislich günstiger abschneiden.

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