Ace Combat 7: Skies Unknown im Test
GRAFIK 4
SOUND 5
HANDLING 4
SPIELDESIGN 3
MOTIVATION 4

Die VR-Missionen zählen zu den Stärken von Ace Combat 7: Skies Unknown, denn die Immersion die hier geschaffen wird, ist einfach nur großartig – vorausgesetzt euer Magen und Motion-Sickness machen euch keinen Strich durch die Rechnung. Abgesehen davon bietet das Spiel gute Genrekost

Summary 4.0 geil
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Ace Combat 7: Skies Unknown im Test

Es war einmal eine Zeit, in denen Flugsimulatoren nicht nur ein Nischendasein fristen mussten. Weil das aber schon ziemlich lange her ist, sind heutzutage Ankündigung eines neuen Genrevertreters so etwas wie ein Freudenfest für Fans. Nach einer längeren Durststrecke, immerhin sind seit dem letzten Teil fast zwölf Jahre verstrichen, ist es aber wieder so weit und so dürfen Möchtegern-Piloten in Ace Combat 7: Skies Unknown endlich wieder ins virtuelle Cockpit steigen und sich in actiongeladenen Arcade-Dogfights wie Maverick und Iceman fühlen.

Ein Merkmal wodurch sich die Ace Combat-Spielreihe stets von den meisten seiner Genre-Kollegen unterschied, waren die zusammenhängenden Story-Elemente. Auch Ace Combat 7: Skies Unknown spielt wieder in einem, für die Serie typischen, alternativen Universum, dem Strangereal. Dieses differenziert sich zwar nur marginal von unserem, aber hier existiert eine Version der Erde welche sich durch völlig andere Landmassen und historische Ereignisse auszeichnet. Trotz der topographischen und geschichtlichen Abweichungen, kommt während der Geschichte ein Mix aus tatsächlich existierenden sowie futuristischen Waffen zum Einsatz. Der Spieler schlüpft dabei in der Rolle von Trigger, einem Pilot der Osean Air Defense Force, der im so genannten Leuchtturmkrieg gegen die Streitkräfte des Königreichs Erusea kämpft. Nachdem Trigger angeblichen einen Mord begangen hat, wird er zur Strafkammer des Ersatzgeschwaders versetzt. Im weiteren Verlauf der Geschichte trifft er auf  eine Mechanikerin, eine Prinzessin von Erusea sowie einem ehemaligen Fliegerass und erlebt dabei quasi deren Story hautnah mit.

Als erzählerisches Stilmittel werden hauptsächlich Mission-Briefings sowie Funksprüchen verwendet, um so die Geschichte voranzutreiben. Unterbrochen werden diese durch Zwischensequenzen, die zwar technisch beeindruckend umgesetzt sind, sich aber in Sachen Handlung zu sehr in schnulzigem Pathos und dämlichen Dialogen verstricken, sodass man schon nach kurzer Zeit diese einfach nur mehr gelangweilt überspringen will. Die Story war zwar noch nie die Stärke von Ace Combat, trotzdem ist es sehr schade, dass man sich mit der Geschichte nicht mehr Mühe gegeben hat, denn die Präsentation ist wirklich erstklassig.

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Über den Wolken…

Während der rund 10-15 stündigen Kampagne wird sehr viel Abwechslung geboten. Egal ob klassische Dogfights, Eskort-Missionen, Kampf gegen Bodenziele oder Zeitlimits – hier wird die komplette Palette eines sehr unterschiedlichen Aufgaben-Spektrums abgearbeitet. Grenzenlose Freiheit solltet ihr aber eher nicht erwarten, denn die vorgegebenen Ziele erfordern fast immer eine nahezu statische Vorgehensweise und weil das Spiel nicht immer genau erklären kann was man tun soll, besteht das Gameplay aus einem stetigen Lernprozess. Hilfe bekommt man zwar oftmals durch diverse Funksprüche, trotzdem sollte man in manchen Missionen mit einigen Fehlschlägen rechnen, bis man endlich die richtige Taktik gefunden hat. Je erfolgreicher ihr eine Mission abschließen könnt, desto mehr MRP-Punkte erhaltet ihr als Belohnung. Mit diesen könnt ihr etwa ein weiteres der rund 25 realgetreue Flugzeuge freischalten, oder auch die Bewaffnung modifizieren und euren Flieger in den Aspekten Geschwindigkeit, Wendigkeit oder Verteidigung upgraden.

Eine Pilot ohne Flügelmänner ist kein Geschwader und so bekommt ihr fast immer eine ganze Fliegerstaffel zur Seite gestellt. Die sind aber nicht mehr als optischer Aufputz und agieren eher wie passive Statisten, denn ich kann ihnen einerseits keinerlei Befehle geben, andererseits ist ihr Verhalten oft mehr als fragwürdig. So bleibt es oft an mir hängen die Missionen zu einem erfolgreichem Abschluss zu bringen. Insgesamt fällt der Schwierigkeitsgrad bereits auf mittlerer Stufe ziemlich knackig aus. Grundsätzlich ist das auch kein Problem, wären da nicht die etwas fies gesetzten Checkpoints, wodurch der Verlust von mindestens 15 Minuten an Spielfortschritt oftmals ist keine Seltenheit ist.

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Flieg nicht zu hoch mein kleiner Freund…

Serientypisch gestalten sich die Luftkämpfe auch in Ace Combat 7: Skies Unknown sehr actionreich und kaum simulationslastig –  vor allem dann, wenn ihr euer Fluggerät mittels Arcade-Steuerung lenkt. Hier könnt ihr ohne viel Übung gleich loslegen, lediglich halsbrecherische Tricks, wie Flugrollen oder Überkopfmanöver, sind hier nicht möglich – dazu muss man in den Experten-Modus wechseln. Aber egal welche Einstellung man verwendet, mit echter Fliegerei hat das Verhalten der mechanischen Vögel herzlich wenig zu tun, die Action steht eindeutig im Vordergrund. Dafür sorgen unter anderem auch unendlich viel Munition für das Bordgeschütz sowie für Lenkraketen, als auch Explosionen im Sekundentakt. Feindbeschuss könnt ihr natürlich mittels Täuschkörpern ablenken oder ihr flüchtet einfach in die nächste Wolkendecke und versteckt euch dort.

Hier kommen dann auch gleich die zahlreichen atmosphärischen Auswirkungen zum Tragen. Tragflächen können in höheren Schichten vereisen, Regen oder Nebel behindern die Sicht und Blitze können die Bordelektronik beeinflussen. Hier spielt dann die verwendete Unreal 4 Engine ihr Stärken aus, denn sowohl Wetter-Effekte, Wolkendecken, als auch die detaillierten Flugzeugmodelle sehen einfach nur bombastisch aus. Selbiges gilt für den erstklassigen Soundtrack. Abstriche muss man dagegen in der Sprachausgabe machen, denn die gibt es lediglich in Englisch oder Japanisch. Wer eine dieser beiden Sprachen mächtig ist, der ist klar im Vorteil. So gibt es zwar deutsche Untertitel, diese aber im hitzigen Feuergefecht zu lesen, grenzt schon am fortgeschrittenen Multitasking.

Zusätzlich zur Einzelspieler-Kampagne verfügt Ace Combat 7: Skies Unknown auch über einen Mehrspielermodus. Hier kann man dann in „Jeder-gegen-Jeden Deathmatch“ sowie im „Team Deathmatch“-Modus gegen sieben andere Spieler antreten. Diese können aus 28 Flugzeugen mit mehr als 100 Teilen und Waffen zur Verbesserung, sowie über 300 Embleme und Spitznamen zur Personalisierung auswählen und sogar Kopfgeld-Prämien auf Piloten mit den höchsten Rängen, welche viele Punkte einbringen, sind möglich. Eine nette Abwechslung zu den KI-Gegnern mit durchwegs hohem Spaßfaktor, aber ein zusätzlicher Koop-Modus wäre dann noch das kleine Tüpfelchen auf dem i gewesen.

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Highway to the VR-Zone

Als kleinen Bonus für alle PSVR-Besitzer enthält die PlayStation-Version von Ace Combat 7: Skies Unknown einen eigenen VR-Modus. Der Wermutstropfen: Dieser umfasst nicht die ganze Kampagne, sondern lediglich drei Missionen und selbst diese sind völlig von der Hauptstory losgelöst und zeitlich einige Jahre vor der Kampagne des Hauptspiels angesiedelt. Außerdem steht mit der F/A-18 Hornet zunächst lediglich ein Flugzeugmodell zur Auswahl. Im direkten Vergleich muss man dazu auch noch mit technisch minimale Abstriche rechnen, dennoch ist die vor allem die visuelle Umsetzung auch hier mehr als beeindruckend. Dank der freien Rundumsicht spielt es sich dazu sogar noch um einen Tick besser und verwendet man dazu auch ein entsprechendes Eingabegerät (Ace Combat 7 unterstützt diverse Flight Sticks) ist die Immersion einfach unübertroffen. Zumindest wenn ihr resistent gegen die üblichen VR-Krankheiten, wie etwa Motion-Sickness, seid, denn spätestens beim ersten Looping oder einer Flugrolle trennt sich die Spreu vom Weizen, oder besser gesagt der Kampfjet-Pilot vom Segelflieger.

FAZIT

Ich muss nun ehrlich gestehen, dass ich nie ein großer Fan der Ace Combat Spielreihe war, aber aufgrund der Möglichkeit die spannenden Dogfights in der Virtual-Reality zu erleben machten Teil sieben für mich zu einem Pflichtspiel. Und genau hier sind die großen Stärken des Spiels, denn die Immersion die hier geschaffen wird, ist einfach nur großartig – vorausgesetzt euer Magen und Motion-Sickness machen euch keinen Strich durch die Rechnung. Nur schade, dass man nicht die komplette Kampagne, sondern nur einzelne, abgespeckte Missionen spielen darf. Abgesehen davon bietet Ace Combat 7: Skies Unknown durchwegs gute Genrekost. Das Fluggefühl vermittelt cooles Top Gun-Feeling, die audio-visuelle Umsetzung ist beeindruckend und die Kampagne abwechslungsreich. Punkteabzug gibt es dafür im Missions-Design, vor allem bei den frustrierend gesetzten Checkpunkten. Auch die Story darf durchaus als negatives Highlight gewertet werden, denn die haarsträubende Handlung verleitet mehr zum Fremdschämen, als zum Mitfiebern. Weil das aber noch nie die Stärke von Ace Combat war, können zumindest Fans sicherlich leicht darüber hinwegsehen. Die bekommen dafür mit Skies Unknown einen würdigen Vertreter der Spielreihe, der das Genre aufgrund fehlender, neuer Ideen zwar sicher nicht wieder beleben wird, aber trotzdem sehr viel Spaß macht!

Was ist Ace Combat 7: Skies Unknown? Der siebente Teil der Arcade-FlugSim Spielreihe, in der ihr in den Cockpits moderner Kampfflugzeuge Platz nehmen dürft.
Plattformen: PC, XBox One, PS4, PSVR
Getestet: PS4 / PSVR
Entwickler / Publisher: Project Aces, Bandai Namco Studios / Bandai Namco
Release: 18. Jänner 2019
Link: Offizielle Webseite

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