Airheart – Tales of Broken Wings im Test
GRAFIK 4
SOUND 4
HANDLING 4
SPIELDESIGN 4
MOTIVATION 4

Die Kombination aus Kämpfen und Fischen, das veränderbare Ökosystem, das es zu bewahren gilt, sowie das umfangreiche – und motivierende – Crafting-System sorgen bei Airheart für Spielspaß, der aus mehr als bloßer Ballerei besteht. Wer das Genre mag oder es endlich mal ausprobieren möchte, dem sei Airheart wärmstens empfohlen

Summary 4.0 geil
GRAFIK 5
SOUND 4
HANDLING 4
SPIELDESIGN 5
MOTIVATION 5
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Airheart – Tales of Broken Wings im Test

Dieselpunk, Luftpiraten, Überfischung und ein riesiger Weltraum-Wal – wie all diese Dinge zusammenpassen? Der Flugzeug-Shooter Airheart gibt die Antwort!

Fünf Wüsten und fliegende Fische

Wer Blindflugs vergangenen Titel Cloud Chasers gespielt hat, der ist auch mit der Welt von Airheart bereits vertraut: Während die kleine Amelia in Cloud Chasers nämlich mit ihrem Vater fünf Wüsten durchquerte, um letztendlich die schwebende Stadt Granaria zu erreichen, setzt Airheart nun 10 Jahre später an: Amelia ist in Granaria erwachsen geworden und hat einen neuen Traum: Den riesigen Wal zu fangen, der in der obersten Wolkenschicht lebt, und damit stinkreich zu werden – ganz so, wie ihr Vater sich das für sie gewünscht hätte. Um in die luftigen Höhen, in denen der Riesen-Nicht-Fisch lebt, zu gelangen, gilt es aber zunächst, sich durch sämtliche anderen Ebenen zu schlagen – und das ist gar nicht so einfach, denn dort lauern Luftpiraten, feindliche Drohnen und andere unliebsame Widersacher.

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Schießerei im fragilen Öko-System

Auf den ersten Blick mag Airheart wie ein gewöhnlicher 2D-Flug-Shooter aussehen – doch der Eindruck täuscht. Wie vorhin bereits erwähnt, ist eure Hauptaufgabe in Airheart, es vorbei an mächtigen Widersachern bis ganz nach oben, in die höchste Wolkenschicht zu schaffen. Um dies zu erreichen, müsst ihr euren Flieger immer weiter ausbauen und aufrüsten – mit stärkeren Chassis, besseren Motoren, tragfähigeren Flügeln und effektiveren Waffen. Die Teile dazu findet ihr in den jeweiligen Levels, indem ihr versteckte Kisten öffnet sowie Drohnen und Piratenschiffe zerstört. Zudem müsst ihr in jedem Level Fische fangen, um aus ihnen Öl zu gewinnen, das bei Rückkehr zu eurem Hangar automatisch in Geld umgewandelt wird. Doch Achtung: Überfischt ihr eine der Ebenen, kann es passieren, dass sich dort andere Spezies breitmachen, die entweder wertlos sind oder euch sogar Schaden zufügen können. Diese gilt es dann abzufischen, um wieder Platz für die lohnenswerten Arten zu schaffen. Das ist aber noch nicht alles: Fischt ihr eine Ebene vollkommen leer, sterben die Fische dort aus und ihr müsst fortan in anderen, womöglich gefährlicheren Ebenen auf die Jagd gehen. Es gilt also, immer nur ein wenig zu fangen und dann zu warten, bis sich der Bestand wieder erholt hat – ganz wie im realen Leben.

Doch zurück zu eurem Flugzeug: Um neue Upgrades für euren Flieger zu bekommen, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder kauft ihr sie teuer im Shop – oder ihr nutzt das Crafting-System in eurer Werkstatt. Hierbei habt ihr fünf Slots in eurer Werkbank, die ihr mit gesammelten Rohstoffen oder bereits gebastelten Komponenten füllen könnt. Am unteren Bildschirmrand seht ihr immer neue Ideen Amelias als Bilder – diese geben euch einen Hinweis darauf, was ihr im Moment so alles kreieren könnt. Kombiniert ihr die Teile nun, seht ihr nach jedem Versuch, wie viele Zutaten ihr für jede der Ideen richtig erraten habt – allerdings nicht, welche genau richtig waren. Auf diese Weise bleibt das Erfinden spannend, wird aber auch nicht allzu kompliziert. Keine Sorge übrigens: Bei Fehlversuchen kommen eure Rohstoffe einfach wieder in euren Pott; ihr verliert also nichts.

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Habt ihr euer Schiff dann letztendlich mit euren neuesten Erfindungen ausgerüstet, geht es weiter in höhere Luftschichten. Hierfür müsst ihr in jedem Level ein entsprechendes Portal nutzen. Befinden sich Gegner in der Nähe, sind diese Portale geschlossen und ihr müsst zunächst mal ringsum aufräumen. Gekämpft wird dafür mit diversen Schusswaffen, die ihr mit dem rechten Stick ausrichtet und mit R2 abfeuert, sowie einer Harpunenwaffe, die ihr mit L2 nutzt. Während die Feuerwaffen unterschiedlich Arten von Schaden anrichten (durch einzelne Schüsse, einen durchgehenden Laserstrahl und mehr), müsst ihr die Harpune ab und an auch für kleinere Tricks nutzen: So gibt es etwa Gegner, die so stark gepanzert sind, dass eure Hauptwaffen gegen sie nutzlos sind – sendet ihr jedoch zunächst die Harpune gegen ihr Panzerplatten, könnt ihr diese abreißen und dann problemlos auf die neu entstandene Schwachstelle feuern.

Alle paar Ebenen erwarten euch obendrein besonders starke Widersacher, die ihr für ein Weiterkommen erst besiegen müsst. Seid ihr in so einem Kampf siegreich, geht es nicht nur weiter nach oben (die Bosse braucht ihr übrigens nur einmal besiegen), ihr erhaltet auch besonders tolle Komponenten, die sich wiederum in Upgrades verbauen lassen. Aber Achtung: Auch einige der größeren Gegenstände lassen sich nicht bloß mit Überfliegen einsammeln, sondern müssen mittels Harpune abgeschleppt werden – genau wie größere Fische – und eure Harpune kann immer nur eine Fracht gleichzeitig schleppen.

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Im Sturzflug gen Wüste

Wir ihr euch mittlerweile wohl denken könnt, geht es in Airheart nicht darum, in einem Durchgang immer weiter gen Stratosphäre zu jagen – stattdessen müsst ihr immer wieder zu eurer Basis auf der untersten Ebene zurückkehren, dort euer Schiff aufwerten und neue Energie tanken. Einer euer wichtigsten Werte ist nämlich eure Lebensenergie: Befindet ihr euch auf einem Ausflug in die Höhen und sinkt eure Energie langsam gen Null – oder habt ihr ein besonders tolles Teil oder einen besonders großen Fisch an der Harpune –, solltet ihr mittels Sturzflug schleunigst zurück zu eurem Hangar eilen. Startet ihr hierfür in den steilen Sinkflug, müsst ihr den Inseln auf allen unter euch befindlichen Ebenen ausweichen, um weiteren Schaden zu vermeiden und dann letztendlich wieder sicher zu landen und eure Lebenskraft zu regenerieren – oder eure Beute in Sicherheit zu bringen. Das Ganze ist deshalb so wichtig, weil ihr in Airheart tatsächlich all euren Fortschritt verlieren könnt: Sinkt eure Lebensenergie während eines Trips auf Null, geht ihr ebenfalls in den Sturzflug, diesmal jedoch im Warn-Modus. Hierbei gilt es, wie im normalen Sinkflug, allen Inseln unter euch auszuweichen – zusätzlich müsst ihr jedoch noch eure Landebahn in Granaria treffen (im normalen Sinkflug steuert ihr automatisch auf diese zu). Verfehlt ihr Granaria, crasht ich nämlich in der Wüste, aus der ihr im vorangegangenen Spiel geflüchtet seid – was einem Permadeath gleichkommt. Richtig gehört: Aus und vorbei. Vorsicht sollte also euer höchstes Gebot sein.

Airheart

Hübsche Präsentation quer durch die Jahreszeiten

Letztendlich soll auch noch die audiovisuelle Präsentation von Airheart erwähnt werden. Der Look des Spiels setzt in erster Linie auf comichafte Charaktere und Umgebungen mit entsprechenden Texturen samt kontrastreicher Farben, was in Kombination seinen ganz eigenen Charme versprüht. Für die Fluglevels nutzt man Pseudo-3D-Grafik, indem man die jeweils bereits durchflogenen Levels unter der aktuellen Ebene allesamt sieht, was einen hübschen Tiefeneffekt erzeugt, der durch die Sturzflug-Mechanik noch verstärkt wird. In Sachen Abwechslung hat man sich dazu entschieden, Amelia mit steigender Höhe nicht etwa durch unterschiedliche Umgebungen zu führen, sondern stattdessen auf wechselnde Jahreszeiten zu bauen: So sind die ersten Levels beispielsweise vom Sommer inspiriert, während man sich nach und nach in Herbst- und schließlich Winter-Ebenen vorkämpft und –fischt. Eine interessante Idee, die auch wundervoll zum immer kühler/düster werdenden Himmel (schließlich geht es Richtung Weltall) passt.

In Sachen Sound bietet Airheart hübsche Melodien, die die Fliegerei atmosphärisch unterstreichen, sowie eine englische Sprachausgabe (die Texte sind voll lokalisiert) mit Kira Buckland als Amelia, die unter anderem auch schon B2 in NieR: Automata oder Edna in Tales of Zestiria verkörperte.

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FAZIT:

Wer Airheart sieht, könnte auf den ersten Blick meinen, dass er es hier mit einem Spiel zu tun bekommt, wie er es schon zig Mal gesehen hat – tatsächlich bringt der neueste Titel der Blindflug Studios jedoch einige Spielmechaniken in das Genre, die dem altbekannten Prinzip neues Leben einhauchen: Die Kombination aus Kämpfen und Fischen, das veränderbare Ökosystem, das es zu bewahren gilt, sowie das umfangreiche – und motivierende – Crafting-System sorgen für Spielspaß, der aus mehr als bloßer Ballerei besteht, und auch die audiovisuelle Präsentation wertet Airheart gekonnt auf. Einige Kleinigkeiten, wie die Tatsache, dass man bei jedem Start durch alle vorherigen Levels fliegen muss, um weiter nach oben zu gelangen, oder dass die Harpune ab und an trotz Treffer nicht im Ziel stecken bleibt, nehmen ein klein wenig den Wind aus den Segeln (oder von unter den Flügeln), stören aber auch nicht weiter – und obendrein gefällt mir der Ansatz, im Rahmen des Gameplays auch subtil auf reale Umweltprobleme aufmerksam zu machen. Wer das Genre mag oder es endlich mal ausprobieren möchte, dem sei Airheart wärmstens empfohlen.

Was ist Airheart: Tales of Broken Wings? Spaßiger Flugzeug-Shooter mit interessanten neuartigen Spielmechaniken
Plattformen: PS4, Steam
Getestet: PS4-Version
Entwickler / Publisher: Blindflug Studios
Release: 24. Juli 2018
LinkOffizielle Webseite

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