Assassin’s Creed III Remastered im Test
GRAFIK 3
SOUND 4
HANDLING 2
SPIELDESIGN 3
MOTIVATION 3

Assassin’s Creed 3 macht in der Remastered-Version einen wirklich großen Sprung und landet dabei fast auf Augenhöhe mit so manch aktuellem Titel. Zumindest grafisch. In Sachen Gameplay hingegen merkt man ihm das sieben Jahre alte Grundgerüst trotz einiger Verbesserungen doch recht deutlich an

Summary 3.0 stark
GRAFIK 3.6
SOUND 4.6
HANDLING 3.9
SPIELDESIGN 3.9
MOTIVATION 4
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Summary 4.0 geil

Assassin’s Creed III Remastered im Test

„Das Bessere ist des Guten Feind“. Ihr kennt den Spruch, nicht wahr? Nun, Assassin’s Creed III Remastered ist ein guter Beweis dafür, wie viel Wahrheit in ihm steckt. Denn während das Remake sein Original deutlich in den Schatten stellen kann, vermögen all die dafür nötigen Verbesserungen es dennoch nicht zu kaschieren, dass Assassin’s Creed III satte sieben Jahre alt ist und die Zeit seither kaum dazu neigte stehen zu bleiben.

Normalerweise wären Grafik und Technik ja eigentlich Punkte, auf die erst später im Laufe eines Reviews an die Reihe kämen. Hier aber müssen sie an den Anfang. Warum? Einfach weil eben genau das die Punkte sind, die einem beim Starten der Neuauflage von Connors Abenteuer während der US-Bürgerkriege als erstes ins Auge springen. Sie sind es auch, die im Vergleich definitiv die größten Veränderungen ausmachen: knackscharfe Texturen, deutlich hübschere Licht- und Schatten-Effekte, dramatisch erhöhte Sichtweiten und einiges an Atmosphäre hinzufügende Post Processing-Effekte sorgen in Relation zum 2012er-Original für einen echten Wow-Effekt. Sowohl in den Städten, als auch in der detailverliebt dargestellten Wildnis rund ums Boston der Kolonialzeit, finden sich zahlreiche neue Details, die das Dargebotene mühelos auf eine Ebene mit so manch aktuellem Gaming-Offert hieven.

Aber eben leider nur „so manchem“ – lange nicht jedem, anderen Gaming-Offert. Denn obgleich der Beisatz „Remastered“ den Titel im Vergleich zum Original ohne Zweifel zum eingangs zitierten „Besseren“ machen mag, so ist reicht es in Relation zu anderen aktuellen Games doch nur zum „Guten“. Wo Assassin’s Creed III Remastered also bei der Landschaft vielleicht noch da und dort mit aktuellen Games mithalten können mag, so stinkt es in so manch anderer Hinsicht dann doch recht dramatisch ab – pardon my french. Vor allem bei den Figuren merkt man trotz aller Textur-Politur an jeder Ecke, dass das seinerzeit für PS3 und Xbox 360 erschienene Original nun eben doch schon sieben Jahre alt ist. Die Mimik wirkt hölzern, die Wegfindung der NPCs unbeholfen, Clipping-Fehler sind allgegenwärtig und die Augen der Charaktere wirken leblos wie die von Puppen. Hier haben uns Spiele wie Red Dead Redemption 2 und Konsorten einfach schon an viel besseres gewöhnt – da ist es schwer wieder zurück zu steigen, ohne einen gewissen Verzicht zu verspüren. Zumindest hat Assassin’s Creed III Remastered allerdings noch das Plus vorzuweisen, dass es sowohl auf PS4 Pro als auch der Xbox One X in nativem 4K gerendert wird und dabei absolut jederzeit perfekt flüssig über den Bildschirm läuft. Über mangelnde Schärfe oder Performance kann man sich als Assassin’s Creed III-Wiederholungstäter also zumindest auf diesen Plattformen tatsächlich nicht beschweren.

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Leap of … verdammt.

Leider sind Charakter-Modelle und KI-Verhalten aber nicht die einzigen Bereiche des Spiels, in dem man ihm sein alter negativ anmerkt. Auch beim Game-Design wird da und dort schmerzlich deutlich, dass sich in sieben Jahren Spiel-Evolution schon so einiges zum besseren verändert hat. Das beginnt schon beim Storytelling: Die Missionen der Story rund um Connor, Desmond (dessen Abenteuer hierin übrigens zu Ende erzählt wurde) und so manch anderen Charakter den wir aus Spoiler-Gründen auch nach all den Jahren nicht erwähnen wollen, sind repetitiv und bestehen sehr oft daraus, nach einer Cutscene einfach einem NPC hinterherdackeln zu müssen, nur um dann nach einer kurzen Kampfsequenz in der nächsten Cutscene zu landen. Auch das Kampfsystem hat so seine Macken. Das Konter-Mechanismus ist nämlich „leider“ so intuitiv, dass man sich mühelos auch Hundertschaften von Gegnern stellen kann, ohne sich groß fürchten zu müssen: Sobald ein Gegner zum Angriff ansetzt – was mittels großem, roten Icon symbolisiert wird – gilt es schlicht innerhalb des üppigen Zeitfensters den Konter-Knopf zu drücken und nachher per erneutem, simplen Knopfdruck auszuwählen ob der KI-Scherge getötet oder entwaffnet werden soll. Den Rest machen unsere Assassinen-Freunde von ganz allein. Das ist zwar cool und passt natürlich an und für sich auch zur Annahme, dass die Protagonisten klassischen Rotröcken im Zweikampf haushoch überlegen sind, lässt auf Dauer aber vielleicht doch etwas Herausforderung vermissen.

Zudem ist die Steuerung etwas hakelig und sorgt dafür, dass unsere Alter Egos gerne mal an kleinen Ecken hängen bleiben oder komplett unberechenbar in ihren Tod anstatt auf den nächsten Dach-Vorsprung hupfen. Gerade an diesen Punkten ist zu merken, dass sich auch die Assassin’s Creed-Serie selbst mittlerweile schon stark weiterentwickelt hat – siehe Assassin’s Creed Odyssey. Allerdings ist es nicht so, dass die Entwickler für das Remastering nicht auch an der einen oder anderen Gameplay-Schraube gedreht hätten. Zum Beispiel wurde die Minimap überarbeitet: Dort zeigt nun die Art des Icons bereits an, welche Art von Gegner sich genau hinter dem roten Punkt auf der Karte verbirgt. Auch in welche Richtung er eigentlich schaut wird angezeigt – vor allem bei den Wachen auf den Dächern äußerst hilfreich. Außerdem wurde die Möglichkeit hinzugefügt, sich in Büschen zu verstecken und Gegner durch Pfeifen anzulocken … ja, das ist tatsächlich neu für Assassin’s Creed III! Anno 2012 gab es beides noch nicht, auch wenn es Serienkennern heute wohl bereits als Selbstverständlichkeit erscheint.

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Danke Ubisoft

All der vorangegangenen Meckerei zum Trotz ist Assassin’s Creed III Remastered dennoch einen Blick wert. Vor allem auch, weil neben einer interessanten Story auch reichlich Content geboten wird. Immerhin bekommt man nicht nur die Original-Story in voller Länge samt all der unzähligen Sidemissions geboten, sondern zudem das ursprünglich für die PS Vita erschienene Assassin’s Creed III: Liberation HD, jede Menge BTS-Content und alle DLCs, wie etwa die Tyranny of King George Trilogie, noch obendrauf. Und das alles für vertretbare 40 Euro … oder sogar für lau: Wer sich zu Assassin’s Creed Odyssey den Season Pass gegönnt hat, bekommt Assassin’s Creed III Remastered geschenkt – nett von Ubisoft.

FAZIT

Assassin’s Creed III Remastered ist technisch hübsch aufgefrischt worden, kann dabei aber das doch schon beachtliche Alter des Originals nicht in jeder Hinsicht vergessen machen – gerade wenn man durch aktuelle Spiele verwöhnt wurde. Und das inkludiert übrigens auch die aktuellen Assassin’s Creed-Teile. Dennoch ist das Gesamtpaket für 40 Euro unterm Strich ein fairer Deal … zumindest, wenn man das Original nicht bereits sein Eigen nennt. Dann zahlt sich die Reinvestition in die Neuauflage von Assassin’s Creed III kaum aus.

Was ist Assassin’s Creed III: Remastered? Ein Remake des 2012 erschienenen Originals und somit letzten Teils der AC-Serie mit Desmond
Plattformen: PS4, XBox One, Switch
Getestet: PS4 Pro
Entwickler / Publisher: Ubisoft / Ubisoft
Release: 29. März 2019
Link: Offizielle Webseite

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