Bee Simulator im Kurztest
GRAFIK 2
SOUND 3
HANDLING 2
SPIELDESIGN 3
MOTIVATION 3

Spielerisch richtet sich der Bee Simulator eindeutig an ein deutlich jüngeres Publikum, aber mit einer etwas spannenderen Geschichte und etwas mehr Abwechslung wäre hier eindeutig mehr drinnen gewesen

Summary 2.6 passt
GRAFIK 5
SOUND 5
HANDLING 5
SPIELDESIGN 5
MOTIVATION 5
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Summary 5.0 geil

Bee Simulator im Kurztest

Sum, sum, sum, Bienchen summ herum! Aber nicht auf Wald und Heide, sondern vielmehr auf unseren Bildschirmen und TV-Geräten. Mit dem Bee Simulator schlüpfen wir in den Chitin-Panzer einer Honigbiene und erkunden mit den Augen eines Insektes die Spielwelt. Klingt nach viel Arbeit und wenig Spaß? Nein und ja.

Das „Simulation“ im Titel ist etwas irreführend, denn Bee Simulator versucht erst gar nicht einen realen Sachverhalt möglichst originalgetreu umzusetzen – ganz im Gegenteil. In der rund dreistündigen Story-Kampagne erlebt man eine sehr gefühlsbetonte Geschichte aus der Perspektive eines kleinen Honigsammlers, dessen Ziel es ist, eine neue Heimat für seinen Schwarm zu finden. Der Bienenstock befindet sich nämlich in einem morschen Baum, der von den Menschen abgeholzt werden soll. Die Spielewelt erkunden, sich dabei gegen Feinde erwehren, diverse Aufgaben für die Bienenkönigin erledigen und jede Menge Pollen sammeln stehen dabei auf der Tagesordnung. Die technische Inszenierung, aber vor allem die Geschichte, bleibt allerdings leider Großteils hinter den Erwartungen zurück. Es kommt im gesamten Story-Verlauf kaum Spannung auf und keiner der Protagonisten schafft es größere Emotionen bei Spieler zu erzeugen. Dass das weitaus besser gehen würde, hat vor mehr als hundert Jahren Waldemar Bonsel mit seinen Romanen „Biene Maja“ und „Himmelsvolk“ bewiesen. Dafür wird man aber mit jeder Menge interessanter Informationen über die fleißigen Insekten belohnt. Wusstet ihr etwa, dass eine Biene bis zu 4 Millionen Pollenkörner pro Sammelflug aufnehmen kann. Ich jetzt schon und ihr nun hoffentlich auch. Trotz dieser Wissenserweiterung ist der Bee Simuator kein Lernspiel, dazu sind die präsentierten Fakten viel zu wenig mit dem Gameplay verwoben und werden lediglich in Ladepausen auf dem Bildschirm angezeigt oder in der Bibliothek als illustrierte Texte. Was es aber mit Bravour schafft: Das Thema und die akute Gefahr des Bienensterbens in das Bewusstsein des Spielers zu rufen. Jeder der diesen Simulator spielt, wird im nächsten Sommer die Honigsammler sicher mit ganz anderen Augen betrachten.

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Bee-sonders eintönig

Der Bienen-Alltag besteht grundsätzlich aus drei verschiedenen Aufgaben. Zunächst muss natürlich Pollen gesammelt werden. Das geht relativ einfach, indem man durch die Ringe die über den verschiedenen Blumen angezeigt werden einfach durchfliegt. Hat man genug davon aufgenommen, bringt man diese zurück in den Hive. Mit anderen Artgenossen kommuniziert man, übrigens wie auch in der realen Welt, mittels tanzen. Hier müssen einfach die vorgegebenen Bewegungen mittels Betätigen der entsprechenden Buttons nachgeahmt werden. Trefft ihr auf Feinde, dann wechselt das Spiel in den Kampfmodus und auch dieser läuft in Form von Quicktime-Events ab. Aufgelockert wird das Spielgeschehen durch zusätzliche Aufgaben, wie etwa Rennen gegen andere Insekten oder Sammel-Wettbewerbe. Aber auch das täuscht leider nicht darüber hinweg, dass der Bee Simulator kaum Abwechslung bietet. Nach etwas mehr als einer Stunde hat man alles mindestens schon drei Mal durchgemacht und weil auch der Schwierigkeitsgrad nicht sehr hoch angesetzt wurde, kommt dann vor allem bei älteren Spielern schnell Langeweile auf.

Warum aber auch das jüngere Zielpublikum nicht ganz auf seine Kosten kommt, liegt an der etwas gewöhnungsbedürftigen Steuerung. Ich selbst konnte nach etwa einer halben Stunde Einarbeitungszeit die Biene halbwegs passabel lenken, meine kleine Hilfs-Testerin hatte zu diesem Zeitpunkt den Controller aber bereits frustriert zur Seite gelegt. Da hat es auch nichts geholfen, dass der Bee Simulator über einen Split-Screen Modus für bis zu vier Spieler bietet, indem man aber lediglich gemeinsam die Spielewelt erkunden und in diversen Mini-Spielen gegeneinander antreteten kann.

FAZIT

Ich liebe ungewöhnliche aber auch kuriose Spielideen und gerade deswegen stand der Bee Simulator bereits seit der gamescom 2018 auf meiner Watchlist. Aber trotz des interessanten Grund-Konzeptes, dem löblichen Ansatz Begeisterung für das Thema zu schaffen, sowie der vielen Liebe, die sichtlich in das Projekt geflossen sind, hat mich das Game etwas enttäuscht. Natürlich zähle ich sicherlich nicht zur Zielgruppe, denn spielerisch richtet sich der Bee Simulator eindeutig an ein deutlich jüngeres Publikum, aber mit einer etwas spannenderen Geschichte und etwas mehr Abwechslung wäre hier eindeutig mehr drinnen gewesen. Auch den Edutainment-Anteil hätte man sicherlich ausbauen, beziehungsweise besser in das Gameplay integrieren können. Summsa summarum  (Achtung Wortspiel-Alarm!) hat der Bee Simulator zwar einige spielerische Schwächen, weil aber Publisher Bigben mit dem NABU (Naturschutzbund Deutschland e.V.) kooperiert und ein Teil des Erlöses einem Insektenschutzfond widmet, sollten sich vor allem jüngere Insekten-Fans das Spiel trotzdem einmal näher anschauen.

Was ist Bee Simulator? Ein Bienen-Simulator mit Story-Kampagne und Split-Screen Modus.
Plattformen: PC, PS4, XBox One, Nintendo Switch
Getestet: PS4
Entwickler / Publisher:  Varsav Game Studios / Bigben Interactive
Release: 15. November 2019
Link: Offizielle Webseite

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