Bendy And The Ink Machine im Kurztest
GRAFIK 3
SOUND 3
HANDLING 2
SPIELDESIGN 2
MOTIVATION 2

So richtig begeistern konnte mich Bendy And The Ink Machine leider nicht. Im Allgemeinen hatte ich beim Spielen nicht das Gefühl, dass ich zum Zielpublikum gehöre, sondern sich der Titel eher an jüngere Spieler richtet, welche erste Erfahrungen in Sachen Horror sammeln wollen. Diese können zuschlagen

Summary 2.4 passt
GRAFIK 5
SOUND 5
HANDLING 5
SPIELDESIGN 5
MOTIVATION 5
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Summary 5.0 geil

Bendy And The Ink Machine im Kurztest

In Bendy And The Ink Machine schicken uns die Joey Drew Studios Inc. in einen kindgerechten Alptraum, ganz im Stile klassischer Cartoons der 30er-Jahre. Bereits im Februar 2017 im Episoden-Format veröffentlicht, findet der Survival-Horror-Titel jetzt in einer Komplett-Edition seinen Weg auf die PS4, Switch und Xbox One. Beim Testen von Bendy And The Ink Machine genoss ich zwar sein Artwork und die Atmosphäre, doch Angst wollte bei mir leider keine aufkommen.

Der Fluch des Kreativen

Ich liebe den Horror, ich liebe die Angst! Diese, zugegeben etwas schräge, Neigung rührt daher, dass für mich das Gefühl der Furcht den perfekten Schlüssel zur totalen Immersion in einem Game und seiner Welt darstellt. Nur wenn ich bei einem Spiel die Hosen voll habe, kann ich alles andere rund um mich vergessen. Zuletzt durfte ich dieses Gefühl bei meiner Anspielsession der Horror-Hoffnung Visage erleben. Die Aussicht nach ein wenig Nervenkitzel weckte daher meine Neugier auf Bendy And The Ink Machine.

Die Grundvoraussetzungen für eine Begegnung der verstörenden Art sind durchaus gegeben. In der Haut des gealterten Comiczeichners Henry Stein erkunden wir, aus der Ego-Perspektive, die labyrinthischen Korridore der Joey Drew Studios. Henry hatte aus heiterem Himmel eine Einladung eines alten Wegbegleiters erhalten. Neugierig auf das Schicksal seines ehemaligen Arbeitgebers, nahm er diese an. Eine Entscheidung, die der kreative Kopf schwer bereuen sollte, denn wie es scheint, treiben in dem verwaisten Studio abstrakte und lebendig gewordene Versionen seiner Schöpfungen ihr Unwesen.

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Kein Grund zum Fürchten

Bendy And The Ink Machine ist durchaus atmosphärisch, was vor allem an der liebevollen Gestaltung der Umgebung liegt. Dank der Cel-Shading-Grafik erstrahlt diese im schaurig-schönen Look eines 30er-Jahre-Cartoons, und auch gelingt es dem Spiel, mit gut gesetzten Audiobändern, welche von den Erfahrungen einiger ehemaliger Mitarbeiter berichten, sein eigenes Mysterium aufzubauen. So ist man zu Beginn noch motiviert, das Geheimnis hinter Bendy und seinen Cartoonkollegen zu ergründen.

Leider aber konnte Bendy And The Ink Machine die Spannung über seine Laufzeit von knapp vier Stunden hinweg, zumindest für mich, nicht halten. Schuld daran ist das maue Gameplay: Es gilt zwar immer wieder, kleinere Rätsel zu lösen, doch mehr als pures Absuchen der Umgebung nach dem passenden Gegenstand ist dafür meistens nicht nötig. Während Genrekollegen wie Visage oder Call of Cuthulhu Gameplay-Schwächen durch gutes Storytelling oder gekonnt inszenierte Bedrohungen kaschieren, plätschert Bendy And The Ink Machine immer etwas dahin. Ich hatte nie wirklich das Gefühl, in Gefahr zu sein oder gejagt zu werden, da kleinere Gegner sich leicht niederknüppeln lassen und größere Monster immer fixen Bahnen folgen. Somit lassen sich diese leicht durch geschicktes Schleichen umgehen.

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Nicht gruselig, aber ein schöner Anblick

Auch wenn mich Bendy And The Ink Machine in Sachen Grusel nicht überzeugt hat, konnte sein Grafikstil bei mir voll punkten. Ich mochte die Gestaltung der Umgebung und die in Schwarz-Gelb-Nuancen gehaltene Cel-Shading-Grafik hat ihr ganz eigenes Flair. Seltsam fand ich allerdings, dass die Performance auf der PS4 Pro gelegentlich unter 30 Bilder in der Sekunde fiel. Die Steuerung ist ebenfalls etwas träge, und so bewegt sich Henry, selbst wenn er läuft, nur sehr langsam durch die Welt. Der Sound ist in Ordnung. Weder der Score noch die Soundeffekte sind mir negativ aufgefallen, aber sie liefern auch keine Topleistung ab.

FAZIT

So richtig begeistern konnte mich Bendy And The Ink Machine leider nicht. Zwar hat das Horror-Survival-Game, gerade zu Beginn, seine Momente und baut sein Mysterium gekonnt auf, kann aber diese Spannung mit fortlaufender Spielzeit nicht halten. Leider überzeugte mich auch das Gameplay nicht sonderlich: Die Kämpfe sind anspruchslos, die Schleichpassagen zu leicht, weil die Antagonisten stur denselben Routen folgen, und auch die Rätsel sind öde gestaltet. Während ich Genrekollegen solche Mängel gerne verzeihe, weil sie andere Elemente haben, die mich am Ball halten, tue ich mir bei Bendy And The Ink Machine etwas schwer damit. Zu seiner Verteidigung möchte ich aber sagen, dass ich aufgrund meiner Erfahrungen im Horrorbereich bereits sehr abgehärtet bin. Im Allgemeinen hatte ich beim Spielen nicht das Gefühl, dass ich zum Zielpublikum gehöre, sondern sich der Titel eher an jüngere Spieler richtet, welche erste Erfahrungen in Sachen Horror sammeln wollen. Wer also einmal einen ersten Blick auf Survival-Horror-Spiele werfen möchte, ohne dabei gleich mit der ganzen Härte des Genres konfrontiert zu werden, der kann sich den Titel auf jeden Fall holen. Alle anderen werden vermutlich mit der Konkurrenz glücklicher.

Was ist Bendy And The Ink MachineEin Horror-Survival-Game für Einsteiger in das Genre
Plattformen: PlayStation 4, Xbox One, Nintendo Switch
Getestet: PS4 Pro
Entwickler / Publisher: Joey Drew Studios Inc./Rooster Teeth Games
Release:  Oktober 2018
LinkOffizielle Webseite

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