Bravo Team im Test
GRAFIK 4
SOUND 3
HANDLING 3
SPIELDESIGN 2
MOTIVATION 2

Spielerisch darf man sich aber nicht viel Abwechslung erwarten. Bravo Team fühlt sich eher wie ein Schießstand-Simulator an, als ein vollwertiger Militär-Shooter. Wie in VR-Spielen üblich ist dazu auch noch die Spieldauer mit etwa drei Stunden eher gering bemessen, als Entschädigung gibt es dafür aber einen Koop-Modus. Wer einen PS VR-Ziel-Controller besitzt und Farpoint sowie Doom VFR bereits durchgespielt hat, der kann sich auch Bravo Team einmal genauer anschauen

Summary 2.8 passt
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Bravo Team im Test

Bravo Team ist ein Actionspiel aus der Ego-Perspektive in einem militärischen Szenario mit Online-Koop-Action für PlayStation VR. Klingt schon einmal sehr cool. In der Praxis entpuppt sich das Spiel aber als ein sehr linearer und taktisch anspruchsloser Deckungs-Ego-Shooter, der eigentlich nur mit dem PS VR-Ziel-Controller wirklich Spaß macht. Besitzer eines solchen Gerätes können also getrost weiterlesen, für den Rest wäre das wohl eher eine Zeitverschwendung.

Okay, wenn ihr das jetzt lest, dann bedeutet das ihr nennt so einen PS VR-Ziel-Controller euer Eigen, oder ihr seid einfach nur verdammt neugierig. Beides soll mir recht sein, aber sagt nachher nicht, es hätte euch keiner gewarnt.

Bravo Team beginnt mit einem typischen Arbeits-Alltag eines Elite-Soldaten. Man sitzt gemeinsam mit seinen Kollegen in eine schwer gepanzerten Fahrzeug und hat den Auftrag die Präsidentin eines nicht näher genannten Landes sicher an einen nicht näher definierten Ort zu bringen. Doch während sich die zu schützende Person noch mit Smalltalk die Zeit vertreibt und uns Fotos ihrer Kinder auf dem Smartphone zeigt, werden wir durch eine mächtige Explosion aus diesem eher gemütlichen Szenario gerissen. Auf einer Brücke kommt unser Vehikel schwer beschädigt zum liegen und vermummte Männer zerren die Politikerin aus dem Fahrzeug. Unser neuer Auftrag lautet: Uns zwischen den herumstehenden Autowracks bis zum nächsten Exfiltrationspunkt durchzukämpfen. Ingesamt sechs solcher Missionen, die grundsätzlich immer nach dem gleichen Schema ablaufen, gilt es zu absolvieren, wobei jede davon in etwa 30 Minuten durchgespielt werden kann. Wer eine spannende Geschichte à la Tom Clancy erwartet, der wir aber enttäuscht. Lediglich eine Stimme aus dem Funkgerät versorgt uns mit Hintergrundinformationen und neuen Aufträgen. Bravo Team lebt also nicht von seiner Inszenierung, sondern vor allem durch das Mittendrin-Gefühl, welches durch den rasanten Einsteig von Anfang an ziemlich intensiv ist.

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Ballern, laufen, ballern

Die Missionen in Bravo Team bestreitet ihr immer zu zweit, wahlweise im Koop-Modus mit einem Mitstreiter oder an der Seite eines KI-Kameraden. Dabei könnt ihr diesem etwa rudimentäre Befehle wie Feuerschutz und Angriff geben, wobei der computergesteuerte Kollege diese sicherlich zuverlässiger ausführt, als der menschliche. Solltet ihr im Gefecht dann sogar einmal schwer verletzt werden, dann kann er euch sogar Erste Hilfe leisten und euch so wieder auf die Beine bringen. Umgekehrt natürlich genauso. Ein zentrales Spielelement ist das Deckungssystem. Ihr sucht etwa Schutz hinter Autowracks, Sandsäcken, Gemäuern oder anderen größeren Objekten und versucht aus dieser geschützten Position eure Feinde ins Visier zu nehmen und zu eliminieren. Per Knopfdruck könnt ihr bis zur nächsten Deckung vorlaufen. Das Spiel wechselt hier in eine Third-Person-Ansicht , wobei man während der Bewegung aber lediglich Zuseher ist, agieren oder reagieren ist dabei nicht möglich. Erst wenn ihr euch wieder verschanzt habt, ändert sich die Perspektive erneut in die Ego-Ansicht und ihr könnt mit euren Sturmgewehren weiter kämpfen. Bis auf die verschiedenen Schauplätze, wie etwa die eingangs erwähnten Brücke, einem Marktplatz oder dem Präsidentenpalast , ändert sich am Gameplay im weiteren Spielverlauf eher wenig. Eine der spärlichen spielerischen Abwechslungen sind die unterschiedlichen Primärwaffen, wobei etwa die durchchlagkräfitge Schrotflinte eher in Innenräumen zum Einsatz kommt und das Scharfschützengewehr für weiter entfernte Ziele geeignet ist. Handgranaten habe ich aber sehr schmerzlich vermisst.

Natürlich kann man Bravo Team auch ganz klassisch mit dem Dualshock in der Hand spielen, aber das macht nur wenig Spaß, da hier einerseits deutliche Probleme im Tracking spürbar werden, anderseits geht die komplett Immersion dadurch verloren. Deshalb sollte man unbedingt den aus Farpoint bekannten PS VR-Ziel-Controller verwenden. Dadurch wird das Handling der Waffe gleich viel authentischer und vor allem werden die Bewegungen der Plastikwaffe auch sehr exakt visuell dargestellt, was auch spielerisch einen klaren Vorteil bringt. Man merkt an allen Ecken und Kanten, dass Bravo Team genau für dieses Eingabegerät konzipiert wurde. Nicht umsonst gibt es in der Zwischenzeit ein Bundle, das sowohl das Spiel, als auch den Controller enthält. Deswegen sind auch die kleineren Schnitzer gerade her eher unverständlich. So kann man sich hinter einer Deckung immer nur um 180 Grad drehen und manchmal ist die Positionierung der Waffe derart unglücklich, dass man sich schon sehr verrenken muss, um einen Gegner ins Visier zu bringen.

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Schaut gut aus, ist aber dumm

Rein vom technischen Standpunkt aus betrachtet ist Bravo Team durchaus top. Die Texturen sehen für ein PSVR-Spiel teilweise wirklich beeindruckend aus und die Charaktermodelle der Soldaten werden sehr detailliert dargestellt. Und auch wenn die Spielewelt insgesamt etwas leblos und steril wirkt, die Licht- sowie Schatteneffekten manchmal etwas zu wünschen übrig lassen und zahlreiche Clippingfehler sowie Glitches etwas störend wirken, insgesamt zählt der Shooter zu den optisch besseren VR-Titeln. Neben ein paar kleineren Bugs ist es aber die teilweise sehr mangelhafte KI zu den gröberen Kritikpunkten in der technischen Umsetzung gehört. Die Gegner scheinen in unendlichen Wellen auf uns zuzustürmen, ohne jegliche Rücksicht auf eventuelle Verluste. Hat man einen davon ausgeschalten, erscheint wenige Sekunden später ein identischer Klon-Soldat, der auf den gleichen Bahnen und mit gleichen Angriffsmustern nach unserem virtuellem Leben trachtet. Die einzige Möglichkeit weiter voranzukommen besteht nun darin, die nächste Deckung aufzusuchen, denn so lassen sich die Gegner immer weiter zurückdrängen. Wirklich gefährlich wird es somit nur bei größeren Feindansammlungen oder wenn man einen Widersacher übersehen hat und der einem quasi in den Rücken fällt.

FAZIT

Der einzige Grund der mir ad hoc einfällt, warum man Bravo Team spielen sollte: Man ist stolzer Besitzer eines PS VR-Ziel-Controllers und sucht nach neuen Gaming-Nachschub für das coole Gadget. Genau dann, und nur dann, macht der Deckungs-Shooter einigermaßen Spaß, vor allem weil die technische Umsetzung, abgesehen von gelegentlichen KI Aussetzern, durchwegs passabel ist. Spielerisch darf man sich aber nicht viel Abwechslung erwarten. Bravo Team fühlt sich eher wie ein Schießstand-Simulator an, als ein vollwertiger Militär-Shooter. Wie in VR-Spielen üblich ist dazu auch noch die Spieldauer mit etwa drei Stunden eher gering bemessen, als Entschädigung gibt es dafür aber einen Koop-Modus. Der macht aber wiederum auch nur mit Freunden und nicht so sehr mit fremden Mitspielern aus dem Internet richtig Spaß. Wer also einen PS VR-Ziel-Controller besitzt und Farpoint sowie Doom VFR bereits durchgespielt hat, der kann sich auch Bravo Team einmal genauer anschauen. Für alle anderen gibt es wesentlich spannendere und weniger repetitive Alternativen.

Was ist Bravo Team? Ego-Shooter mit Online-Koop-Action für PlayStation VR.
Plattformen: PSVR
Getestet: PS4 , PSVR
Entwickler / Publisher: Supermassive Games / Sony
Release: 6. März 2018
LinkOffizielle Webseite

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