Daemon X Machina im Test
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MOTIVATION 3

Daemon X Machina macht als reiner Mech-Shooter dank der großartigen Anpassungsmöglichkeiten durchaus Spaß, hätte in Sachen Story und Missionen aber durchaus noch Einiges an Feinschliff vertragen

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Daemon X Machina im Test

Die Blütezeit des Mech-Hypes mag schon ein paar Jahre zurückliegen, das hielt Entwickler Marvelous First Studio aber dennoch nicht davon ab, das Genre mit Daemon X Machina wieder in die Köpfe, Herzen und Steuerkreuze der Spielergemeinde holen zu wollen. Wir haben einen Blick auf das neue Roboter-Spektakel geworfen.

Final Fantasy VII meets Terminator

Das Setting von Daemon X Machina beschreibt man am besten als Terminator post FF VII. Macht null Sinn? Okay, dann nochmal etwas genauer: Nachdem unser Planet von einem Meteor-gleichen Fragment seines eigenen Mondes getroffen wurde, erschienen die Immortals – künstliche Intelligenzen, die die Menschheit als ihren ultimativen Feind ansieht und zudem andere KIs korrumpieren und ihren Reihen eingliedern kann. Unsere Aufgabe als Outer Reclaimer ist es, diese KIs zu stoppen und zu vernichten. Klingt soweit einfach? Ist es im Endeffekt auch.

Die Story von Daemon X Machina wird in erster Linie über Dialoge seiner zahlreichen Charaktere während der Missionen erzählt – und genau hier liegen auch schon die größten Probleme des Titels: Zum einen wäre da das riesige Charakteraufgebot und vor allem deren Auftritte: Charaktere kommen und gehen, tauchen aus dem Nichts aus, werden selten bis gar nicht tatsächlich eingeführt und hinterlassen somit auch kaum nachhaltigen Eindruck – in jedem Fall zu wenig, um tatsächlich emotionales Interesse aufkommen zu lassen. Der Plot selbst ist zudem sehr verworren und die Erzählweise in Dialogen – auf dem Schlachtfeld, während man sich eigentlich auf den Kampf konzentrieren möchte, sowie in eher unspektakulären Hangar-Zwischensequenzen zwischen den Missionen – hätte ebenfalls besser umgesetzt werden können. Vergessen wir die Story und ihre Charaktere aber für einen Moment, denn das Herzstück von Daemon X Machina liegt im Grund ganz wo anders …

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Customization Fest

Das Kern-Spielprinzip von Daemon X Machina ist – klarerweise – ein klassischer Mech-Shooter. Mit eurem Riesenroboter, genannt Arsenal, startet ihr in diverse Missionen und müsst feindliche KIs ausschalten, Gebäude zerstören oder alternativ beschützen. Und hier kommt die wahre Stärke des Titels so richtig zu tragen: seine Customization-Tiefe.

Mit fortschreitendem Spielverlauf und dank in Missionen verdienten Credits schaltet ihr nach und nach immer mehr Waffen, Schilde und sonstige Ausrüstungsgegenstände frei, die ihr nach Belieben auf eurem Arsenal einsetzen könnt – für tatsächlich spürbare Kampfunterschiede. Egal, ob ihr euch also auf Nah- oder Fernkampf, flinke Attacken oder durchschlagende Geschütze, Defensive oder Offensive spezialisieren möchtet – alles ist möglich.

Im Kampf dürft ihr jeweils sechs Waffen mitführen, wobei vier davon wirklich aktiv sind und über die Schulter- und andere Tasten aktiviert werden können. Die übrigen beiden sind auf euren Pylonen gelagert und dienen als jederzeit austauschbarer Ersatz für die aktiven vier. Die unterschiedlichen Effekte der Geschosse sind deutlich spürbar und alleine das Herumprobieren mit diversem Equipment und verschiedenen Kampfstilen macht somit auch riesigen Spaß.

Gegner gallore

So toll euer Mech mit alle seiner Ausrüstung aber ist, das alles zählt nichts, wenn sich euch nicht auch würdige Gegner entgegenstellen – und hier präsentiert sich Daemon X Machina als durchwachsen: Während die Boss-Gegner, die euch alle paar Missionen erwarten, zum Großteil mit relativ spannendem Gameplay aufwarten können und auch tatsächlich Strategie erfordern, sind die meisten „normalen“ Gegner kaum mehr als widerstandsloses Kanonenfutter.

Meist reicht es so schon, feindliche Maschinen eine Handvoll Male zu treffen, um diese auszuschalten, und von tatsächlicher Gegenwehr ist kaum etwas zu spüren. Man kombiniere dies mit der Tatsache, dass auch das prinzipielle Gegner-Design eher weniger abwechslungsreich ist und schon sollte klar sein, warum der Hauptteil des – im Endeffekt aber überraschenderweise dennoch gegebenen – Spielspaßes aus der Ausrüstung und dem Einsatz eures Mechs herrührt und nicht aus den Missionen selbst.

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Hübsches, wohlklingendes Gemetzel

Bei all der Kritik an Story und Missionsdesign, gibt es – neben der erstklassig umgesetzten Mech-Customization – aber noch einen zweiten Pluspunkt an Daemon X Machina: seine Präsentation. Die Grafik baut auf klassischen Anime-Looks auf und kann, vor allem in Anbetracht der eingeschränkten Grafik-Leistung der Switch, durchaus begeistern, während auch der Soundtrack und die Sprachausgabe – in Englisch oder Japanisch – gefallen.

Kleine Hacker gibt es jedoch in Sachen Ladezeiten: Zum einen fallen diese generell recht lange aus, zum anderen sind die Übergänge zwischen Action und Zwischensequenzen teils recht unschön gelöst: Ist ein Trigger-Punkt erreicht, kann es schon mal passieren, dass man für einige Sekunden ohne Aktionsmöglichkeiten im Kampf zurückgelassen wird, bevor das Laden der Cutscene abgeschlossen ist und diese tatsächlich startet. Gameplay-technisch kein wirkliches Problem, aber heutzutage eben nicht mehr zeitgerecht.

Wo wir gerade bei Gameplay waren: Als letzter wichtiger Punkt bleibt noch die Steuerung zu erwähnen, und auch hier gibt es für Daemon X Machina ein eindeutiges Daumen hoch: Die Kontrolle von Bewegung und Kamera mittels Sticks funktioniert problemlos, und auch das Button-Layout für die Waffen und kurzfristige Energieschübe sind gut platziert und gehen nach ein wenig Übung intuitiv von der Hand.

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FAZIT

Gleich mal vorweg: Daemon X Machina ist kein schlechtes Spiel, es hätte aber durchaus noch Einiges an Feinschliff vertragen. Der größte Pluspunkt sind die Mechs – oder Arsenals – selbst: Mit jeder Menge Anpassungsmöglichkeiten, die auch tatsächlich Einfluss auf das Spielgefühl nehmen, hat man hier ganze Arbeit geleistet, und das Herumballern und Ausprobieren immer neuer Ausrüstung macht riesigen Spaß. Weniger gelungen ist indessen die Story: Während der Ansatz an sich spannend ist und auch so mancher Charakter eindeutig Potenzial hat, hätte man sich hier wohl auf die Weisheit „weniger ist mehr“ besinnen sollen und statt Masse mehr auf Qualität setzen sollen. Genau umgekehrt sieht es indessen beim Missions- und Gegnerdesign aus: Hier hätte man ein wenig mehr „Masse“ einsetzen und so für mehr Abwechslung sorgen sollen. Kurz zusammengefasst also: Wer sich von Daemon X Machina ein Story-fokussiertes Game mit Mechs wünscht, der wird wohl enttäuscht werden; wem es hingegen in erster Linie um spaßiges Geballere mit unzähligen und wirklich großartig umgesetzten Mech-Anpassungsmöglichkeiten geht, der greift jedoch bedenkenlos zu.

Was ist Daemon X Machina? Spaßiger Mech-Shooter, der in Sachen Story und Missionen noch etwas Feinschliff vertragen hätte
Plattformen: Nintendo Switch
Getestet: Switch-Version
Entwickler / Publisher: Marvelous First Studio / Nintendo
Release: 13. September 2019
Link: Offizielle Webseite

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