Dead Rising 4 – TEST
GRAFIK 4
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HANDLING 4
STORY 3
MOTIVATION 3

Erfolg kann zum Fluch werden, wenn er zu lange anhält. Ein gutes Beispiel dafür? Dead Rising 4. Ein Spiel, bei dem der übliche Spruch „Fans greifen zu, alle anderen probieren die Demo“, umgedreht werden muss: Fans sollten vielleicht vor dem Kauf lieber probezocken. Neulinge mit Faible für Zombies können hingegen direkt zugreifen

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Dead Rising 4 – TEST

Erfolg kann zum Fluch werden, wenn er zu lange anhält. Ein gutes Beispiel dafür? Dead Rising 4. Es ist nun ziemlich genau ein Jahrzehnt her, da wir zum ersten Mal mit dem Fotografen Frank West in Willamette zu Tausenden Zombies töten durften. Und das Konzept war von Anfang an ein Hit – Dead Rising war ein System-Seller. Nun, drei Teile später, hat die Serie so manchen Entwicklungsschritt gemacht, nur um in Teil 4 wieder Richtung Anfang zu tendieren. Klingt nach Kritik, ist aber nicht nur als solche gemeint: Vielerorts tut Dead Rising 4 gut daran, sich an Teil Eins zu orientieren – es sorgt dafür, dass wir hier definitiv den besten Teil der Serie vor uns haben. Es bleibt aber dennoch der Beigeschmack, dass den Entwicklern ebenso langsam der Saft ausgeht. Doch der Reihe nach:

Das Kern-Rezept von Dead Rising 4 ist noch immer das selbe, wie seit zehn Jahren: Wir werden in eine Zombie-infizierte Gegend gesteckt und dürfen uns fortan nach Herzenslust austoben. Will heißen: Zu Tausenden Zombies töten. Aber natürlich nicht irgendwie. Zusätzlich zu den normalen Waffen gesellen sich die äußerst unterhaltsamen Kombo-Waffen. 50 gibt es davon und sie reichen von Säure-spuckenden Santa-Spielzeugen, über mit Handgranaten kombinierte Vorschlaghämmer bis hin zu wilden Kombinationen aus Golf-Carts und Mähdreschern. Ja, wie schon im Vorgänger seid ihr auch im vorerst letzten Vertreter der Dead Rising-Serie nicht nur zu Fuß unterwegs: Auch Fahrzeuge dürfen durch die Zombiehorden pilotiert werden.

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Auch der Protagonist ist ein alter Bekannter – allerdings ein sehr alter. Frank West, der Held aus dem ersten Teil und definitiv der beliebteste Charakter der Serie, feiert sein Comeback. Inklusive seinem ganz eigenen Humor und jeder Menge dummer Sprüche. Das tut der Fan-Seele gut … zumindest eine Weile lang. Irgendwann stellt sich nämlich fast zwangsläufig ein „been there, done that-Gefühl“ ein. Mit Frank in einem Haifisch-Kostüm und einer Blitze schleudernden Axt Zombies töten? Klar: ist witzig, aber eben nichts Neues.

Wohl neu ist hingegen die Story – und die ist gar nicht mal schlecht. Ganz im Gegenteil. Gerade wenn man bedenkt, dass die meisten DR-Fans ohnehin nur darauf aus sind so kreativ und effektiv wie möglich Untote ganz tot zu machen, wurde echt viel Liebe und Mühe in die Story gesteckt. Diese dreht sich selbstverständlich wieder mal um einen mehr oder minder überraschenden Virus-Ausbruch, angetrieben durch eine mehr oder minder mysteriöse Schattenorganisation, die mehr oder minder fragwürdige Experimente durchgeführt hat, dessen Ergebnis übrigens mehr oder minder furchteinflößende Super-Zombies sind. Das letzte „mehr oder minder“ führt dabei zu einem der vermutlich größten Kritikpunkte am Spiel: dem Schwierigkeitsgrad. Der dürfte Routiniers nämlich deutlich zu niedrig sein. Sofern man sich nicht gerade selbst in eine missliche Lage bringt – also in eine Ecke treiben lässt – ist das Spiel eigentlich recht einfach. Das Kampfsystem wurde etwas simplifiziert, die Haltbarkeit der Waffen etwas verlängert und das Zeitlimit entfernt. Auch die Psychos – also vermeintlich besonders starke (und durchgeknallte) Überlebende – stellen oft keine sonderlich große Herausforderung dar. Zudem wurden sie leider (bis auf wenige Ausnahmen) zu optionalen Missionszielen degradiert.

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Apropos „optional“: Eine der größten Stärken des Spiels ist trotz dieser Schattenseiten natürlich wieder die Gesamtheit der Spielwelt, die da eure Spielwiese namens Willamette ist. Mit viel Liebe zum Detail gestaltet und mit zahlreichen Collectibles, Secrets und anderen Feinheiten gesäumt ist es auch Ende 2016 noch eine wahre Freude, sich den teilweise Hunderten von Zombies zu stellen, die sich gleichzeitig am Screen tummeln können.

Zumeist läuft diese Schlachterei dann auch flüssig – aber eben leider nicht immer. Die Hardware ist mit der schieren Masse an Zombies gelegentlich leicht überfordert. Wir reden hier zwar nicht von wirklich schlimmen Framerate-Drops, aber zumindest merkbaren Schwankungen. Noch ärgerlicher sind allerdings so manche Bugs, die ab und an auftauchen. Da stecken Fahrzeuge mal in Objekten fest, während Zombies durch selbige hindurch laufen oder aber nach Hilfe schreiende Zivilisten hören nicht und nicht damit auf – vollkommen egal, dass ihr bereits absolut jeden Untoten im Umkreis von einem gefühlten Kilometer umgebracht habt. Capcom ist aber bereits fleißig am Patchen – hier sollte sich die Lage also hoffentlich bessern.

Ebenfalls noch auf Besserung hoffe ich beim Multiplayer-Modus. Hier wurde nämlich der Story-Koop des letzten Teils fallen gelassen und gegen einen reinen Multiplayer-Modus ausgetauscht, in dem ihr in kleinen Gruppen eigene Missionen bewältigen müsst. Eh lustig … noch lustiger wäre es aber eben, einfach die Story gemeinsam weiterspielen zu können. So muss man sich zwischen dem einen oder anderen entscheiden, obwohl man dann ohnehin in der selben Welt unterwegs ist und auch zu 90% das exakt gleiche tut: Zombies töten.

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FAZIT

Auch nach viel Nachdenken bin ich mir nicht ganz sicher, was meine Empfehlung zu Dead Rising 4 sein soll. Das übliche „Fans greifen zu, alle anderen probieren die Demo“ lag mir auf der Zunge, stimmt aber nicht wirklich … zumal das – wenn man ehrlich ist – einfach das dümmst-mögliche Fazit der Welt ist. Wie dem auch sei – hier würde ich eigentlich fast dazu raten, dieses Credo umzudrehen: Fans probieren die Demo, alle anderen (mit Faible für Zombies) greifen zu. Denn wenn man an dem Setting Interesse hat, die Vorgänger aber nicht kennt, ist Dead Rising 4 eigentlich der perfekte Einstieg. Routiniers könnten hingegen gelangweilt werden – sei es durch den nicht so hohen Schwierigkeitsgrad (wiederum ein Plus für Neulinge) oder eben durch „been there, done that“.

 

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