Deliver Us The Moon im Test
GRAFIK 4
SOUND 4
HANDLING 3
SPIELDESIGN 3
MOTIVATION 5

Auch der Konsolenauftritt des Action-Adventures Deliver Us The Moon kann spielerisch und erzählerisch überzeugen. Eine tolle Geschichte, schöne Locations und eine atmosphärische Inszenierung vermögen Performanceeinbrüche jedoch nicht ganz zu kaschieren

Summary 3.8 stark
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Deliver Us The Moon im Test

2020 scheint die Science-Fiction auf den ersten Blick vollends pragmatisch geworden zu sein und zu ihren frühesten Wurzeln zurückzukehren. Neuerlich dreht sich in dem äußerst stimmigen Action-Adventure Deliver Us The Moon, das nach seiner erfolgreichen Veröffentlichung auf Steam nun auch auf der PlayStation 4 und Xbox One erschienen ist, alles um den steinernen Erdtrabanten sowie die großen Hoffnungen welche die Erdbevölkerung in denselben setzt. Von der neuerlichen Reise zum Mond hängt nichts Geringeres als das Überleben der Menschheit ab. Schienen wir unserem steten nächtlichen Begleiter bereits Mitte des 20. Jahrhunderts all seine Geheimnisse abgelauscht zu haben, belehrt uns KeokeN Interactive eines Besseren.

Die Beschäftigung mit dem Mond als mythischem Sehnsuchtsobjekt geht historisch jedenfalls weit zurück: Bereits im 10. Jahrhundert berichtet eine Geschichte der morgenländischen Sammlung von Erzählungen Tausend und eine Nacht vom Mond und den auf ihm befindlichen herrschaftlichen Behausungen. Auch die älteste japanische märchenhaft-romantische Erzählung aus demselben Jahrhundert dreht sich um eine junge Frau, deren Heimat der Mond ist, wohin sie mithilfe ihrer Zieheltern zurückzukehren gedenkt. 1865 dann trat Jule Verne seine literarische Reise von der Erde zum Mond an und 1902 schoss uns Georges Méliès, in einem nicht unerheblich von Jules Vernes Roman inspiriertem Stummfilm, per Raumschiff in Patronenform auf denselben; unvergessen der konsterniert blickende Mann im Mond mit Projektil im Auge. 1912 war das Ziel Edgar Rice Burroughs‘ dann schon der Mars und von 1966 bis 1969 entführte uns James Tiberius Kirk mitsamt seiner Crew auf dem Raumschiff Enterprise überhaupt in weit entfernte Galaxien, auf der verwegenen Mission dorthin zu gelangen, wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen war. Allererst mit der Einstellung der Originalserie Raumschiff Enterprise, als hätten wir die fiktionale Krücke symbolträchtig von uns zu werfen versucht, holte die Wirklichkeit die Fantasie endlich ein.

Es war der 21. Juli 1969 (um genau zu sein 02:56 Uhr und 20 Sekunden gemäß der heute gültigen Weltzeit UTC oder 04:56 Uhr und 20 Sekunden nach mitteleuropäischer Sommerzeit) als die Menschen vor den Fernseh- und Rundfunkgeräten den Atem anhielten, während sie Neil Armstrong dabei begleiteten, wie er mit einem kleinen Schritt einen riesigen Sprung für die Menschheit vollendete. Mitten in die Wirren des kalten Krieges hinein gelang es den USA den ersten Menschen heil auf den Mond zu befördern. Fortan wurde der Mars als neues Ziel auserkoren und auch die Science-Fiction schritt auf ihrer Suche nach weiter entfernten Zielen voran und landete dabei nicht zuletzt, wie etwa von Stanislav Lem in Solaris (1961) eindrucksvoll festgehalten, inmitten der menschlichen Psyche. Die Abgründe derselben, Suprematie und mit Skrupellosigkeit gepaarte Egomanie, erweisen sich letzten Endes auch als das Ziel von Deliver Us The Moon. Nicht jedoch ohne auch die leisen Töne des Überwürfnisses einer desillusionierten Tochter mit ihrem Vater anzustimmen. Dabei erfindet KeokeN Interactive das Raumschiff weder hinsichtlich der Erzählung noch – und man möchte fast hinzufügen: schon gar nicht – des zugrundeliegenden Gameplays neu und doch schafft das Team ein spannendes und vor allem stimmungsvolles Abenteuer, das mir jedoch gegen Ende die Zornesröte ins Gesicht trieb.

Von Erfolgen und Tragödien, Familien und ihren Zwistigkeiten

Deliver Us The Moon ist wörtlich zu nehmen. Denn das Spiel öffnet mit dem Bericht von einer Energiekrise, in welche sich die Menschheit 2030, aufgrund des drohenden Verbrauchs aller terrestrischer fossiler Brennstoffe, hineinmanövriert hatte. Auf der Suche nach neuen Energiequellen wird die Menschheit auf dem Mond fündig: das Isotop Helium-3 soll es richten. Aus diesem Grund schickt die World Space Agency (WSA) 2032 eine bemannte Weltraummission auf den Mond, um dort eine Kolonie zu errichten und das Helium-3 zur Energiegewinnung abzubauen. 2041 wiederum gelingt es der WSA, unter der Projektleitung von Dr. Isaac Johanson, im Wege der Mikrowellen-Energie-Transmission (der Microwave Power Transmission MPT) die gewonnene Energie über Radiowellen zur Erde zu senden. Nie mehr, so lässt der enthusiasmierte Johanson wissen, werde die Erde neuerlich im Dunklen tappen.

Doch die Euphorie über diesen technischen Fortschritt währt nur kurz. Denn ironischerweise ereignet sich 2054 ausgerechnet auf dem Mond selbst ein folgenschwerer Stromausfall, der nicht nur jegliche Kommunikation zwischen Erde und Mondkolonie kappt, sondern zugleich den Mikrowellen-Energie-Transmitter zum Stillstand bringt; keine Energie wird mehr zur Erde transferiert und mit dem Mond gehen auch auf der Erde neuerlich die Lichter aus. Desillusioniert und nicht minder erzürnt über das Scheitern des MPT-Projekts, der Enttäuschung der durch das Projekt geschürten großen Hoffnungen wegen, wird die WSA bereits im darauffolgenden Jahr aufgelöst. Anstelle in den Sternen nach schnellen Lösungen für selbstverursachte Probleme zu suchen, solle die Menschheit ihren Blick gefälligst auf die Erde selbst richten.

Doch eine kleine Gruppe ehemaliger WSA-Mitarbeiter hält am Mond fest und will, allen öffentlichen Widerstandes zum Trotz, ergründen, was 2054 zum abrupten Abreißen des Energieflusses vom Mond zur Erde geführt hat. In einer geheimen Basis in der Wüste arbeitet die Gruppe unter dem Namen Fortuna an einer neuerlichen Mondreise, die 2059 verwirklicht wird. Als Astronaut übernehmen wir die Aufgabe auf dem Mond nach dem Rechten zu sehen und den MPT neuerlich zu reaktivieren.

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Na dann, auf zum Mond!

Bevor wir jedoch auf die Mondoberfläche und damit auch nur in die Näher des MPT gelangen, gilt es zunächst einmal von der Wüstenbasis aus die dafür nötige Rakete zu erreichen und zu starten. Bereits das Camp ist menschenleer und wir sind lediglich über Funk mit Claire, der Tochter des Erfinders des MPT Dr. Isaac, verbunden, die uns den Weg weist und auf die Bedeutung der Mission einschwört. Überhaupt zeugen in Deliver Us The Moon lediglich die verlassene Infrastruktur, Emails, Audiologs und durch farbige Schattenrisse in Menschengestalt vorgeführte Erinnerungsfetzen vergangener Ereignisse vom einstigen Leben auf den Mondbasen. Um dieselben mit der Rakete besuchen zu können müssen wir im Wüsten-Camp zunächst kleinere Rätsel – welche diesen Namen in der Regel kaum verdienen –, wie das Erreichen und Betätigen von Schaltern durch das Verschieben mobiler Stiegen, lösen. Dabei steuert sich unser Astronaut bereits in der Schwerkraft wie auf Eis. Alles ist ein bisschen träger, als man es sich von einer präzisen Steuerung wünschen würde. Doch nach einer kurzen Eingewöhnungsphase geht mir das Manövrieren der Spielfigur sehr passabel vom Gamepad.

Dabei wechselt das Spielgeschehen, je nach Umgebung, zwischen der Third und First-Person-Perspektive. In mit Schwerkraft oder simulierter Atmosphäre versehener Umgebung sind wir in der Dritten-Person-Perspektive unterwegs. In diesen Passagen bestehen Rätsel und damit verbundene Geschicklichkeitsspiele in der Regel in Jump’n’Run-, Schleich- oder Fahrzeugmissionen. Das ist durchaus abwechslungsreich und lässt die gesamte Spielzeit über – nicht zuletzt jedoch der sehr atmosphärischen, zu ausgiebiger Exploration einladenden Spielwelt – keine Langeweile aufkommen. Darüber hinaus gilt es Satelliten mit Funktürmen zu synchronisieren sowie auf der Mondoberfläche auf den Spuren Neil Armstrongs und Buzz Aldrins zu wandeln; aufmerksame Spieler stolpern gar über die Raumkapsel der Apollo 11 Mission. Andere Gameplay-Elemente bestehen darin, dass wir unter Zeitdruck – da uns der Sauerstoff ausgeht – nach mobilen Sauerstoffquellen Ausschau halten müssen, während wir die unterschiedlichsten Schalterrätsel lösen oder Sprungpassagen meistern. Nichts davon ist wirklich neu, funktioniert jedoch sehr routiniert und kann zumeist gameplaytechnisch auch überzeugen.

Sind wir innerhalb einer Raumstation mit Schwerelosigkeit konfrontiert, schaltet das Spiel in die First-Person-Ansicht. Dann bahnen wir uns gleitend unseren Weg durch die unterschiedlichen Räume der Raumstationen oder, in Folge eines Blowouts, auch den Weltraum selbst. Im Falle eines Geschicklichkeitsspiels – das zum Glück in dieser Form keine Wiederholung findet – müssen wir etwa zwischen Magazinen – wie sie beispielsweise aus Freihandbibliotheken oder Archiven unterschiedlicher Art bekannt sind – befindliche Batterien bergen. Zwischen diesen Magazinen sind jedoch ebenso Kabel gespannt, die im dritten und vierten Abschnitt besagten Geschicklichkeitsspiels zu allem Überdruss auch noch unter Strom stehen. Unter Aufgebot all unseres Geschicks müssen wir nun unter diesen Kabeln hinweg oder zwischen denselben durchtauchen, ohne elektrisiert zu werden. Denn zwei Stromschläge bedeuten den sicheren Tod unseres Astronauten. Erschwert wird dieses Vorhaben jedoch dadurch, dass wir in der Ich-Perspektive über keinen sichtbaren Körper verfügen. Wir sind gleichsam ein im Raum herumschwebender Kopf, ohne Torso und Extremitäten. Das macht es ungemein schwierig, noch dazu unter Berücksichtigung des eingebauten Trägheitsmoments, kalkuliert zwischen Hindernissen zu manövrieren. Geraten wir einmal zu oft in den Stromkreislauf startet der Spaß von vorne. Da jedoch sowohl Schritt drei und vier mit stromleitenden Kabeln bestückt sind, kann diese Passage zu einem wahren Geduldsspiel geraten, während dessen ich abwechselnd zwischen Magazin drei und vier verzweifelte. Ein unnötiges Geduldsspiel, das jedoch allererst am Ende von Deliver Us The Moon getoppt wird. Zu diesem traurigen Höhepunkt, in einem ansonsten sehr atmosphärischen und ambitioniert gestalteten Action-Adventure, später mehr.

Denn insgesamt sind sowohl Rätsel als auch damit verbundene Geschicklichkeitsspiele, nach der zuvor bereits bemühten kurzen Eingewöhnungsphase, nicht nur einwandfrei steuerbar, sondern auch die zahlreichen Rücksetzpunkte sind zumeist sehr fair verteilt. Dadurch sind die passagenweise eingestreuten trial and error-Abschnitte zumindest nicht mit ermüdendem backtracking verbunden. Freies Speichern ist jedoch nicht möglich und ein Spieldurchgang muss beendet werden, bevor ein neuer begonnen werden kann, anderenfalls wird der Speicherstand irreversibel überschrieben. Angesichts überbordenden Speicherplatzes sind solche Beschränkungen wirklich nicht mehr nötig.

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Schwerelose Zweisamkeit

Aufgepeppt werden diese klassischen Gameplay-Routinen ab dem ersten Drittel des Spiels dadurch, dass wir einen kleinen schwebenden Droiden (eine ASE-Einheit) zur Seite gestellt bekommen, der uns als verlängerter Arm dient. Denselben setzen wir vor allem dazu ein, um über Lüftungsschächte in verschlossene Räumlichkeiten vorzudringen und dieselben dann von innen zu öffnen, um uns selbst Einlass zu gewähren. Per Tasten-Druck schalten wir in die Ego-Perspektive der kleinen schwebenden Blechkugel und surren munter durch den Level. Nicht zuletzt in jenen Passagen, in welchen wir uns feindlich gesonnenen ASE-Patrouillen ausweichen müssen ist unser kleiner Kumpel Gold wert, da wir mit demselben in aller Ruhe den zu beschreitenden Weg auskundschaften können.

Audiologs und Erinnerungsfetzen

Das Gameplay ist es jedoch sicherlich nicht, was Deliver Us The Moon aus dem Action-Adventure Einerlei hervorhebt. Dasselbe funktioniert weiten teils gut, macht jedoch nichts wirklich grundlegend neu. Das gilt zwar auch für Erzählweise und Inhalt der Geschichte und dennoch ist es dieselbe, welche mich an den Bildschirm gefesselt hat. Erzählt wird die Geschichte von Deliver Us The Moon primär über in den Raumstationen verteilte Mails und Audiologs, jedoch zugleich über environmental storytelling, wie etwa die Wohnkabinen von Isaac Johanson oder den in der Wüste, zu Beginn des Spiels, erkundbaren Wohnwagen seiner Tochter und andre zahlreiche in den Levels verstreute Details, die die Welt von Deliver Us The Moon, trotz ihrer Menschenleere, zum Leben erwecken.

Primäres Erzählwerkzeug sind jedoch Audiologs und kurze in der Vergangenheit sich abgespielt habende Dialoge, denen wir mithilfe unserer ASE-Einheit lauschen können. Sowohl diese Dialog, in welchen sich meist zwei oder mehrere in gelb und orange gehaltene Schattenrisse von Menschen in wechselnden Posen gegenüberstehen, als auch die verschiedenen Audiologs wissen dabei sowohl inhaltlich als auch schauspielerisch zu überzeugen. Und zur Abwechslung gilt das nicht nur für die hervorragende englische Sprachausgabe, sondern auch für die ambitionierte deutsche Lokalisierung. Zusammen mit dem environmental storytelling erzeugen die Dialoge und die instrumentelle Vertonung sowie Soundkulisse eine atmosphärische Welt mit einer spannenden – wenngleich mitnichten als innovativ zu bezeichnenden – und auch emotionalen Geschichte, die meine Aufmerksamkeit bis zum Schluss auf sich ziehen konnte. Was genau geschah 2054 wirklich auf dem Mond? Was hat es mit der Beziehung Claires zu ihrem Vater auf sich? Wer ist Sarah Baker? Und wer hat in den verlassenen Mondbasen alle Snackautomaten geplündert und das Essensgeschirr abgewaschen und anschließend wieder auf Tischen und Boden verteilt?

Die dunkle Seite des Mondes

Getrübt wird dieser hervorragende Eindruck durch ein paar technische Probleme, die vor allem die Performance betreffen. Denn grafisch weiß das Team mit der Unreal Engine mehr als zu überzeugen, wenngleich vor allem Schatten immer wieder stark flimmern. Wirklich problematisch ist im Gegenzug dazu jedoch die Performance des Titels. Nicht nur friert das Spiel mit jedem Autosave für mehrere Sekunden ein, im späteren Verlauf des Spiels kommt es darüber hinaus zu starken Einbrüchen bei der Bildrate. Wirklich störend sind darüber hinaus die langen Ladezeiten. Nach einem verfrühten Bildschirmtod kann es bis zu 36 Sekunden dauern, bis wir uns neuerlich an einer Passage versuchen dürfen. Das fühlt sich nicht erst nach der dritten Wiederholung ein und desselben Geschicklichkeitsspiels wie eine halbe Ewigkeit an.

Dies führt mich nun zu einem Minispiel kurz vor Ende des Abenteuers, dessen Implementierung ich beim besten Willen nicht nachvollziehen kann. Einmal mehr müssen wir einen Satelliten auf seinen Empfänger ausrichten. Erschwert wird dieses Unterfangen dadurch, dass unser Astronaut narkoleptische Tendenzen entwickelt, um nicht zu sagen: durchgehend mit der Bewusstlosigkeit ringt. In Folge der kurzen Ohnmachtsfasen verlieren wir jegliche Kontrolle über die Steuerung, das Bild beginnt zu flimmern und der Blick unseres Astronauten sinkt immer wieder zu Boden. Dadurch verlieren wir nicht nur die Kontrolle über den Satelliten, sondern zugleich den Bildschirm, über welchen wir die Synchronisierung von Satellit und Antenne vornehmen, immer wieder aus den Augen. Mit dem rechten Stick steuern wir den Kopf, mit dem linken Stick den Satelliten. Werden wir ohnmächtig stoppt die Bewegung des Satelliten nicht einfach, sondern unser Astronaut verreißt die Steuerung leicht, wodurch wir aus dem schmalen Synchronisationsfenster gleiten. Darüber hinaus ist auch hier eine gewisse Trägheit implementiert, die dazu führt, dass sich der Satellit auch dann noch kurz weiterbewegt, wenn wir ihm keine Bewegungsimpulse mehr versetzen. Die Kombination aus Trägheit der Steuerung, Verreißen des Satelliten durch den Astronauten, Verlust des Sichtfeldes und Notwendigkeit der neuerlichen Ausrichtung des Blickes auf den Bildschirm, ließ mich laut fluchen. Im Gegensatz zum Rest des Spiels war dies kein Spaß!

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FAZIT

Dennoch ist Deliver Us The Moon ein gelungenes Action-Adventure! Das Erkunden der verlassenen Mondbasen, Raumstationen und der Mondoberfläche selbst macht, dank der spannenden Atmosphäre und gekonnten Vertonung der Dialoge, großen Spaß. Trotz der menschlichen Leere im Spiel hat man nie das Gefühl in einer artifiziellen Welt unterwegs zu sein, die immer schon leer gewesen war. Vielmehr zeugen zahlreiche Details auf den Stationen vom ehemaligen Alltag der Kolonisten auf dem Mond und motivieren zusätzlich den Geschehnissen, die zu ihrem plötzlichen Verschwinden führten, auf den Grund zu gehen. Dass gameplaytechnisch keine Innovationen geboten werden, die Rätsel in der Regel allzu einfach ausfallen und manche Passagen primär auf trial and error basieren, fällt angesichts der routinierten Implementierung bekannter Gameplay-Mechaniken nicht weiter ins Gewicht. Und auch grafisch kann Deliver Us The Moon größtenteils überzeugen.

Lediglich die deutlichen Performance-Einbrüche, ebenso wie die langen Ladezeiten trüben den Gesamteindruck. Allerdings nicht so sehr wie gameplaytechnische Entscheidungen, die primär der Streckung der Spielzeit geschuldet zu sein scheinen. Jene Mission zur Ausrichtung des Satelliten mag sich mit einer anderen Peripherie passabel steuern, auf dem Gamepad hingegen gerät sie mir zu einer schweißtreibenden Mühsal, die mich zu meinen Baldriantopfen greifen ließe, wenn ich denn welche hätte. Dennoch empfehle ich Deliver Us The Moon allen Freunden story-basierter Action-Adventure im Science-Fiction Setting, denen Dead Space und Co. zu nervenaufreibend sind.

Was ist Deliver Us The Moon? Ein story-basiertes Action-Adventure im Science-Fiction Setting.
Plattformen: PC, PlayStation 4, Xbox One
Getestet: auf PS4
Entwickler / Publisher: KeokeN Interactive/ Wired Productions
Release: 24. April 2020
Link: Offizielle Webseite

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