Déraciné im Test
GRAFIK 5
SOUND 4
HANDLING 4
SPIELDESIGN 4
MOTIVATION 4

Déraciné punktet nicht nur mit einer spannenden Story, die zwar zwischendurch auch ein paar Längen mit sich bringt, jedoch im Großen und Ganzen stetig Lust darauf macht, mehr herauszufinden, der Titel kann auch mit seiner wundervollen Präsentation begeistern. Wer beim Spielen nicht in erster Linie auf massig Actionmomente setzt und stattdessen gerne atmosphärische Geschichten erzählt bekommt, sollte sich Déraciné nicht entgehen lassen

Summary 4.2 geil
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Déraciné im Test

VR-Spiele haben in den letzten Jahren so gut wie jedes Genre übernommen: Shooter, Horror, Puzzle, Platformer und noch viele mehr. Ein Genre, das dabei allerdings gefühlsmäßig noch weit weniger bedient wurde als andere, sind rein Story-fokussierte Spiele, so ganz ohne Schockmomente, die VR in erster Linie dafür nutzen, das Erzählte so immersiv wie nur möglich zu machen. Déraciné schlägt nun genau in diese Nische und erzählt uns ein atmosphärisch aufbereitetes modernes Märchen rund um Feen und Zeitreisen.

Willkommen im Feenreich

Immersion ist bei VR-Spielen das A und O schlechthin – und was passt besser zu immersivem Gameplay als immersives Storytelling? In Déraciné startet ihr eure Geschichte also mit genau so viel Wissen wie euer Charakter und entdeckt mit ihm gemeinsam die Spielwelt und ihre Bewohner. Als neue Fee gerade erste ins Leben gekommen, werdet ihr so zunächst einmal durch ein kurzes, bereits in die Story integriertes, Tutorial geführt, das euch die wichtigsten Mechaniken des Spiels vorstellt: Mittels Move Controllern (der Dualshock Controller kann hier leider nicht genutzt werden – zum Nachteil all jener, die die Zusatzcontroller nicht besitzen) bewegt ihr euch in kurzen Sprüngen durch die Welt, duckt euch, um auch Dinge in Bodennähe sehen und erreichen zu können, hebt alles Mögliche auf, um es zu betrachten bzw. eurem Inventar hinzuzufügen, oder berührt Personen und Gegenstände, um mit diesen interagieren zu können.

Eines, woran es euch dabei im Spiel absolut nie mangelt, ist Zeit: Als frisch geborene Fee wandelt ihr nämlich im Land, in dem die Zeit stillsteht – einer Art Paralleldimension der Realität der Menschen, in der die üblichen Gesetze von Zeit und Raum keine Rolle spielen. So scheinen Wesen unserer Welt, denen ihr begegnet, in der Zeit eingefroren, während ihre früheren Positionen mittels gelber Silhouetten dargestellt werden, die euch oft Hinweise darauf geben, welche Taten und Aktionen als nächstes folgten. Die gelbe Silhouette eines Hundes, der in Richtung Terrasse läuft, hilft euch so etwa dabei, seine tatsächliche Gestalt in einem Versteck unter besagter Terrasse zu finden.

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Feen können aber nicht nur im Land, in dem die Zeit stillsteht, wandeln, sie haben noch ein paar andere Tricks auf Lager: Zuerst wäre da die Fähigkeit, die Gedanken von Personen zu bestimmten Momenten zu lesen. Im Spiel müsst ihr dafür kleine leuchtende Kugeln finden, die rings um die Person versteckt sind. Berührt ihr diese, hört ihr, was im Geist des Betroffenen vorging und könnt so weitere Hinweise für das Weiterkommen in der Story sammeln. Und dann wären da natürlich noch eure beiden Hauptfähigkeiten: Jede Fee erhält bei ihrer Geburt zwei Ringe, einen roten für ihre rechte Hand, der es ihr erlaubt, Lebensenergie von Lebewesen auf ähnliche Lebewesen zu übertragen – beispielsweise von Mensch zu Mensch oder von Kleintier zu Kleintier – sowie einen blauen für ihre linke Hand, mit der sie zwischen verschiedenen Zeitepochen herumreisen kann.

Das Reich der Kinder

Habt ihr sämtliche Spielmechaniken im Tutorial erlernt, startet ihr in die episodisch aufgebaute Story: Das Mädchen Yuliya beschwört euch, in ihre auf den ersten Blick idyllische Internatschule zu kommen und ihr Freund zu sein – warum, das wisst ihr zu dem Zeitpunkt noch nicht. Also macht ihr euch zunächst einmal daran, ihr mittels kleinem Wunder – eine Blume wird mithilfe der Lebensenergie von Trauben wieder zum Leben erweckt – eure Anwesenheit kenntlich zu machen. Hoch erfreut, dass die gute Fee, die sie herbeigesehnt hat, tatsächlich erschienen ist, bittet sie euch in Folge, doch auch ihre Freunde – fünf weitere Kinder, die die kleine Schule besuchen – von eurer tatsächlichen Existenz zu überzeugen.

An dieser Stelle möchte ich auch aufhören, euch mehr von der Story zu erzählen, da genau hier der eigentliche Reiz von Déraciné liegt: Im Spiel erkundet ihr die Schule und die Gegend ringsum, lernt ihre Bewohner näher kennen, und erfahrt so nach und nach mehr darüber, warum Yuliya euch denn nun gerufen hat, und was sie sich von eurem Wirken erhofft. Die Story ist dabei erfrischenderweise weder gruselig, noch auf Schockmomente ausgelegt, sondern entführt euch stattdessen in eine märchenhafte Welt mit Fokus auf die Charaktere und das spannende Mysterium rund um die Begebenheiten in der Internatschule sowie deren Verbindung zur Welt der Feen.

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Märchenhafte Präsentation

Das Setting des Spiels, die angesprochene Schule samt ihrer Gärten und der Region ringsum, wirkt wie eine Mischung aus Oliver Twist und Anime: Umgebungen, die eindeutig an das viktorianische England erinnern, mit Charakteren, die ihre japanischen Wurzeln nicht leugnen können. Rein grafisch ist Déraciné dabei einer der schönsten VR-Titel, die ich in jüngster Zeit gespielt habe, mit klaren Texturen, abwechslungsreichen Umgebungen sowie detailverliebtem Location- sowie Charakter-Design.

Der Soundtrack mag keinen pompösen Score mit massig Stücken bieten, untermalt die Stimmung allerdings zu jeder Zeit passend; und was besonders positiv aufgefallen ist, ist die stimmige und durchgehend vorhandene Sprachvertonung des Spiels (auf Englisch).

Ebenfalls Pluspunkte gibt es von mir für die Steuerung, die simpel gehalten wurde und gerade deshalb perfekt von der Hand geht, auch wenn ihr bei Déraciné auf eine alternative Dualshock-Steuerung verzichten müsst.

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FAZIT:

Als riesen VR-Fan habe ich mich in den letzten Monaten durch so manche immersive Welt teleportiert, aber bislang konnte mich noch kein Virtual-Reality-Abenteuer so in seinen Bann ziehen wie Déraciné. Das Spiel punktet nicht nur mit einer spannenden Story, die zwar zwischendurch auch ein paar Längen mit sich bringt, jedoch im Großen und Ganzen stetig Lust darauf macht, mehr herauszufinden, der Titel kann auch mit seiner wundervollen Präsentation begeistern. Wer beim Spielen also nicht in erster Linie auf massig Actionmomente setzt und stattdessen gerne atmosphärische Geschichten rund um sympathische Charaktere und Mysterien, die aufgedeckt werden wollen, erzählt bekommt, der sollte sich Déraciné auf keinen Fall entgehen lassen und für knapp sechs Stunden in die Welt der Feen und Zeitreisen eintauchen.

Was ist Déraciné? Atmosphärisches VR-Adventure mit Fokus auf die mysteriöse Story und ihre Charaktere
Plattformen: PS4 (PSVR)
Getestet: Retail-Version
Entwickler / Publisher: SIE Japan, FromSoftware / Sony
Release: 6. November 2018
LinkOffizielle Webseite

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