The Elder Scrolls V: Skyrim VR im Test
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SPIELDESIGN 4
MOTIVATION 4

Ungeachtet aller technischen Mängel, rein vom spielerischen Blickwinkel aus betrachtet zählt The Elder Scrolls V: Skyrim VR sicherlich zum Besten, was aktuell im Bereich VR auf dem Markt ist. Egal ob ihr Skyrim bereits bis zum Umfallen gespielt habt oder ob ihr komplette Neulinge seid, dieses Rollenspiel-Epos sollte man sich nicht entgehen lassen

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The Elder Scrolls V: Skyrim VR im Test

Auch wenn der letzte Teil der The Elder Scrolls Spielreihe bereits über sechs Jahre alt ist, auf einen neuen Ableger müssen die Fans voraussichtlich weiterhin noch einige Zeit warten. Diese Zwangspause verkürzt uns Publisher Bethesda einstweilen mit diversen neuen Reinkarnationen von The Elder Scrolls V: Skyrim, etwa in Form einer Special Edition oder so wie vor kurzem als mobile Version für Nintendo Switch. Damit aber nicht genug, wagt sich das Rollenspiel-Epos nun sogar in die Virtuelle Realität. Einer beeindruckenden Immersion stehen dabei aber diverse Hardware-Einschränkungen der PSVR gegenüber.

Als Bethesda das erste Mal Skyrim-VR angekündigt hat, habe ich ehrlich gesagt mit einer ziemlich abgespeckten Version des epischen Rollenspiels gerechnet. Jetzt nachdem ich eine Weile in der virtuellen Welt von Himmelsrand verbracht habe, muss ich aber eingestehen: Ich habe mich geirrt. Das neue Skyrim basiert fast vollständig auf der Ursprungsversion von 2011. Nicht nur das, so sind auch die drei großen offiziellen DLCs Dawnguard, Hearthstone und Dragonborn enthalten. Für Kenner des Originals ist bereits der Anfang der Geschichte der Beginn eines Abenteuers, mit zahlreichen Déjà-vus. So werden wir von den Getreuen des ermordeten Großkönigs von Himmelsrand verdächtigt den verräterischen Sturmmänteln anzugehören, gefangen genommen und mit einer Gruppe von Dieben und Rebellen auf einem Pferde-Karren zu unserer Hinrichtung transportiert. Obwohl sich an der Ego-Perspektive nicht viel geändert hat, zeigt sich aber bereits hier die großartige Immersion von Skyrim-VR. Beim Umschauen entdecke ich an meinen Leidensgenossen etwa Details die mit bislang noch nie aufgefallen sind und spätestens wenn der große schwarze Drache Alduin die Siedlung der Kaiserlichen Legion attackiert ist man mittendrin, statt nur dabei.

Obwohl ich denn Beginn von Skyrim nun schon mehrmals gespielt habe, so intensiv wie in der VR-Version war es noch nie. Einfach nur cool! Habt ihr die ersten Angriffe erfolgreich abgewehrt, dann beginnt auch schon der Helden-Alltag. Ihr durchstreift die riesige Spielewelt von Himmelsrand, absolviert hunderte von Quests und verbessert euren Helden mit neuen Fähigkeiten und mächtigeren Ausrüstungsgegenständen. Eine der großen Stärken ist dabei die enorme Entscheidungsfreiheit, nicht nur was die Charakterentwicklung angeht, sondern auch was das Erfüllen diverser Aufträge anbelangt. So gibt es oft mehrere unterschiedlichen Lösungswege und massenhaft optionale Nebenaufgaben sowie zusätzliche Freizeitbeschäftigungen, welche den Spieler auch abseits der Haupt-Story beschäftigen. The Elder Scrolls V: Skyrim ist einfach ein episches Rollenspiel und das hat sich auch in der VR-Version nicht geändert.

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Reisekrank durch Himmelsrand

Ist erst einmal der erste Wow-Effekt verflogen, dann kommt man aber sehr schnell wieder auf den Boden der nicht-virtuellen Realität zurück, denn die betagte Grafikengine offenbart vor allem in Sachen Grafik ihre Schwächen. Dazu zählen etwa die extrem matschigen Texturen, die eingeschränkte Sichtweite und die polygonarmen Charaktermodelle mit ihren steifen Animationen – wobei all diese Kritikpunkte eher zu den geringeren optischen Defiziten gehören. Viel schlimmer sind dagegen die häufig auftretenden Pop-Ups, Glitches und miserable Kollisionsabfrage, welche nicht nur in teils unschönen Fehler resultieren, sondern dazu den Spieler doch sehr oft aus der Immersion herausreißen. Aber obwohl das Spiel technisch komplett veraltet ist und sogar die vor kurzem erschienene Nintendo Switch Version deutlich besser aussieht als Skyrim VR, sind diese technischen Schwächen angesichts des ansonsten sehr intensiven VR-Erlebnisses aber durchaus verkraftbar. Nur echte Grafik-Fetischisten sollten dann doch lieber der Special Edition für PC, PS4 oder XBox One den Vorzug geben.

In Sachen Steuerung hat Bethesda versucht die typischen VR-Probleme mit diversen unterschiedlichen Eingabemethoden zu umgehen und stellt den Spieler somit vor die Wahl entweder ganz klassisch den DualShock- oder die beiden Move-Controllern zu verwenden. Beides hat seine Vor- und Nachteile. Das Herumlaufen durch Himmelsrand sowie das Navigieren durch die teils verschachtelten Menüs funktioniert etwa mit dem Gamepad besser, dafür ist die Bewegungssteuerung mit den beiden Sticks in Kämpfen weitaus effektiver. Hier schwingt man dann, ganz ähnlich wie auf Nintendo Switch, das Schwert, hebt seinen Schild, spannt den Bogen oder wirkt mittels Gesten Zaubersprüche. Das ist zwar viel cooler, als das Drücken verschiedener Tastenkombinationen, aber nicht immer agiert die Spielfigur so wie man es eigentlich möchte. Hier sind dann die Schwächen der Move-Controller wieder einmal ganz deutlich zu erkennen: Seit- oder Rückwärtsbewegungen sind quasi nicht möglich und auch die Reaktionszeit lässt manchmal zu wünschen übrig. Zum Glück ist das Kampfsystem, wie übrigens auch im Hauptspiel, nicht sonderlich anspruchsvoll.

Auch bei der Fortbewegung stehen zwei verschiedene Vorgehensweisen zur Auswahl: Teleportation oder wie im Standardspiel die freie Bewegung. Ersteres funktioniert nur mit den beiden Move-Controllern und ist aufgrund des eingeschränkten Radius etwas mühsam. Die Blickrichtung wird, wie in VR-Spielen üblich, mit der Kopfbewegung bestimmt, drehen können wir uns entweder kontinuierlich oder in 45-Grad Stufen. Das klassische „Gehen“ kombiniert mit schrittweiser Drehung war für mich die beste Wahl, aber trotz meines VR-erprobten Magen, musste ich doch öfters Pausen einlegen als mir lieb war, um das typische Motion-Sickness zu vermeiden. Wer schlussendlich siegreich gegen Alduin sein will, der muss schon knapp hundert Stunden schwitzend unter einer Helmbrille verbringen  – eine durchwegs beschwerliche Reise, aber ein intensives und beeindruckendes Erlebnis, welche die Strapazen auch wert ist.

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FAZIT

Nach gut einem Jahr mit der PSVR ist man als Gamer am Boden der Realtität angekommen und schraubt seine Erwartungen mit jedem neuen VR-Spiel wieder ein wenig herunter. Geht man genau mit dieser Einstellung an The Elder Scrolls V: Skyrim VR heran, dann wird man mehr als positiv überrascht. Das Reisen durch die riesige, abwechslungsreiche Spielewelt, was eigentlich das Kernelement eines jeden Fantasy-Rollenspiels darstellt, ist zwar etwas mühsam und das Spiel zeigt wieder einmal die technischen Grenzen der PSVR ganz deutlich auf, dennoch kann man hunderte Stunden in Himmelsrand verbringen – sofern der Magen und der Kopf da mitspielen. Seit Resident Evil 7 habe ich keine so intensive VR-Erfahrung mehr erlebt und in Sachen Umfang kann ihm kein anderes VR-Spiel auch nur annähernd das Wasser reichen. Vor allem die Kämpfe gegen imposante Drachen oder andere gigantische Fabelwesen sind nicht nur beeindruckend, sondern auch spannend und dank der Move-Controller Bewegungssteuerung erschafft das Spiel, trotz Abstriche bei der Grafik, eine fantastische Immersion.

Ungeachtet aller technischen Mängel, rein vom spielerischen Blickwinkel aus betrachtet zählt The Elder Scrolls V: Skyrim VR sicherlich zum besten, was aktuell im Bereich VR auf dem Markt ist. Egal ob ihr Skyrim bereits bis zum Umfallen gespielt habt oder ob ihr komplette Neulinge seid, dieses Rollenspiel-Epos sollte man sich nicht entgehen lassen. Und weil es nun für so ziemlich alle System erhältlich ist, gibt es nun auch eigentlich keinen Grund mehr dafür.

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