The Escapists: Complete Edition im Test
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Das Gameplay von The Escapists in Form einer Open-World Gefängnis-Simulation ist selbst knapp vier Jahre nach seiner Erstveröffentlichung noch immer genial und hat nichts an seiner damaligen Faszination verloren. Aber gleichzeitig mit seinen Stärken hat die neue Switch-Version auch die Schwächen des Spiels geerbt

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The Escapists: Complete Edition im Test

Nein, ihr habt euch nicht verlesen, und nein, wir haben uns im Titel auch nicht verschrieben – dieser Artikel handelt wirklich vom fast vier Jahre alten Spiel The Escapists und ist weder ein Nachspiel, noch hat es irgendwas mit retro zu tun. Grund für den verspäteten Test zur Gefängnissimulation ist die Veröffentlichung der Nintendo Switch Version in der Form einer Complete Edition.

Filme und TV-Serien wie etwa Flucht in Ketten, Alcatraz oder auch Prison Break zeigen uns ganz genau, was man alles für einen perfekt geplanten Gefängnis-Ausbruch benötigt. Da wären zunächst einmal diverses Grabe-Werkzeug, um den obligatorischen Tunnel in die Freiheit zu buddeln. Auch eine selbst gebastelte Waffe, wie etwa die Seife in der Socke, um sich lästiger Mitinsassen zu erwehren oder die Wachen auszuschalten, gehört natürlich zum Standard-Inventar eines Häftlings. Und dann darf die Uniform eines Aufsehers nicht fehlen, welche ich gegen meine orange Montur tausche, damit ich unbehelligt durch den Gefängnis-Komplex spazieren kann. Wie man zu diesen Utensilien kommt, bleibt dem verurteilten Verbrecher überlassen. An so einen schönen blauen Dienstanzug komme ich etwa, indem ich einen Wärter K.O. schlage, oder aber auch ganz ohne Gewalt, indem ich einen Job in der Wäscherei annehme und dort das Kleidungsstück einfach mitgehen lassen. Zum Graben kann ich hingegen ganz einfach das Besteck aus dem Speisesaal nehmen, welches jedoch bei Betonmauern und Steinen eher nutzlos ist. Da muss ich mir dann aus diversen Hilfsmitteln schon effektiveres Werkzeug basteln.

Aber natürlich darf man auch ganz auf ausgeklügelte Ausbruchspläne verzichten, denn manchmal genügt es, einfach eine kleine Revolte anzuzetteln. Während sich dann Häftlinge und Wachen prügeln, kann man in aller Ruhe einen Fluchtversuch wagen. Oder man legt im Trainingsraum ein paar Extra-Schichten ein und bahnt sich dank seines gestählten Körpers mittels roher Gewalt seinen Weg nach draußen. Nicht unbedingt der eleganteste Weg und auch meistens nicht von Erfolg gekrönt – liegt aber dennoch im Bereich der zahlreichen, möglichen Lösungswege.

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Der Ausbruch ist das Ziel

Voraussetzung ist natürlich immer, ihr wollt überhaupt ausbrechen, denn bei The Escapists ist die Flucht in die Freiheit zwar das vorgegebene Ziel, aber im Kern ist es eine Simulation des alltäglichen Gefängnislebens. Das bedeutet, jeder Knast hat einen festen Tagesablauf, an den sich die Insassen halten müssen. Dieser beinhaltet Nachtruhe, Appelle und auch unangekündigte Kontrollen der Zellen. Letztere sind besonders fies, denn finden die Aufseher dabei illegale Gegenstände und Materialien, werden diese nicht nur konfisziert, sondern man wandert sogleich in Isolationshaft oder wacht auf der Krankenstation wieder auf. Auch das soziale Gefüge eines Knasts wird nachgebildet, und so hat jeder Mitinsasse, aber auch jeder Wärter, individuelle Persönlichkeitszüge. Manche verkaufen nützliche Dinge zu horrenden Schwarzmarkt-Preisen, andere verlangen wiederum einen „Gefallen“, wie etwa das Beschaffen von diversen Objekten oder das Verprügeln anderer Häftlingen. So erhält man dann beispielsweise eine der rund 185 einzigartigen Gegenstände, die in Folge zu etwas Nützlicherem umgebaut werden können. Oder man macht andere Knastbewohner zu Komplizen und zieht Aufseher auf seine Seite. Aber auch das Gegenteil kann der Fall sein, denn mindestens genauso schnell verliert man die gewonnene Gunst auch wieder und wird von den Kollegen auf die sogenannte schwarze Liste gesetzt. So bilden sich dann komplette Gefängnis-Hierachien, in denen man tunlichst weit oben stehen sollte. Natürlich kann man sich aus allem Ärger raushalten und einen von rund zehn verschiedenen Gefängnisjobs annehmen oder im Fitnessraum trainieren – das eigentlich Ziel, den Ausbruch, sollte man dabei jedoch nie aus den Augen verlieren.

Spielerisch hält sich die soziale Komponente eher im Hintergrund. Fast immer geht es nur darum, diverse Utensilien für die Flucht zu sammeln und den richtigen Zeitpunkt abzuwarten. Aber auch, wenn man jedem Knast mittels vieler unterschiedlicher Möglichkeiten entkommen kann und The Escapists jede Menge Freiraum zum Tüfteln bietet – wirklich ausgeklügelte Pläne sind nicht immer notwendig. Vor allem die ersten Gefängnisse sind relativ einfach gehalten. Danach steigt der Schwierigkeitsgrad allerdings rapide an und erreicht aufgrund von viel Trial & Error des Öfteren die Frustgrenze.

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Exklusiver Ausbruch

Optisch bietet The Escapists stimmungsvolle 8-Bit-Pixelkunst, begleitet von einer adäquaten, piepsigen Sounduntermalung. Somit ist die Switch-Version nahezu identisch zu jener auf den anderen Plattformen. Wie auch schon auf den anderen Konsolen ist die Steuerung, zumindest im Vergleich zum PC, etwas umständlich ausgefallen. Auf Nintendos Hybrid-Konsole gestaltet sich das Navigieren durch die Menüs, zumindest rein subjektiv gesehen, sogar noch einen Tick mühseliger. Aber nach kurzer Einarbeitungszeit hat man sich mit diesen Eigenheiten arrangiert und weiß, welche Tasten welche Aktion auslösen. Inhaltlich bietet die Complete Edition nicht nur das Originalspiel inklusive aller DLC-Packs, sondern auch die Bonus-Levels und mit Paris Central Pen sowie Fhurst Peak zwei neue Gefängnisse, exklusiv für die Nintendo-Konsole.

FAZIT

Das Gameplay von The Escapists in Form einer Open-World Gefängnis-Simulation ist selbst knapp vier Jahre nach seiner Erstveröffentlichung noch immer genial und hat nichts an seiner damaligen Faszination verloren. Die schier unendlichen Möglichkeiten erlauben verschiedene Lösungswegen und motivieren selbst nach einem erfolgreichen Ausbruch zum erneuten Durchspielen. Aber gleichzeitig mit seinen Stärken hat die neue Switch-Version auch die Schwächen des Spiels geerbt. Nach einem sehr moderaten Einstieg, ohne viel zu erklären, steigt die Lernkurve schnell steil an und viele Herausforderungen werden zum mühsamen Trial & Error. Neben guter Kombinationsgabe ist hier auch viel Geduld gefragt. Belohnt wird man dafür mit einem tollen Puzzle-Spiel in einem coolen Setting. Die Complete Edition bietet dazu noch ein sehr schönes Gesamtpaket und passt perfekt zur mobilen Nintendo-Konsole. Andererseits können Smartphone- und Tablet-Besitzer weitaus günstiger ein nahezu identisches Spielgefühl erleben – ob also die überschaubaren exklusiven Features auf der Switch den höheren Preis rechtfertigt, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Was ist The Escapists Complete Edition? Ausbruchssimulation, in der Spieler einen unbeschwerten Einblick in den Gefängnisalltag erhalten.
Plattformen: Nintendo Switch
Getestet: Nintendo Switch
Entwickler / PublisherMouldy Toof Studios / Team 17
Release: 25.09.2018
LinkOffizielle Webseite

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