Final Fantasy VIII Remastered im Test
GRAFIK 3
SOUND 5
HANDLING 4
SPIELDESIGN 5
MOTIVATION 5

Wer eines der besten Final Fantasys der Reihe in aufgemotzter Präsentation und inklusive ein paar neuer Bequemlichkeits-Features noch einmal zocken bzw. endlich mal selbst erleben möchte, der hat es hier eindeutig mit der bislang besten Version des Spiels zu tun und sollte – trotz kleiner Mankos – auf jeden Fall zugreifen

Summary 4.4 geil
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Final Fantasy VIII Remastered im Test

Rund 20 Jahre ist es her, seit Final Fantasy VIII, ursprünglich auf PS One, das Licht der Welt erblickte – und während es die meisten seiner Kollegen in der Zwischenzeit längst in der einen oder anderen Form auf aktuelle Konsolen geschafft hatten, war es um den achten Serienableger sehr still. Mit FFVIII Remastered ändert sich das nun endlich und wir dürfen auch die Story rund um Squall, Rino und Co. in aufgemotzter Version auf der Current Gen genießen.

Von Hexen und SeeDs

Zunächst mal vorweg: Final Fantasy VIII Remastered macht der Bezeichnung alle Ehre und hält sich in Sachen Inhalten beinahe zu hundert Prozent an das Original aus 1999: Ihr Beginnt das Spiel als Squall, der gerade dabei ist in der militärischen Schule Balamb Garden seine letzten Prüfungen zum SeeD abzulegen – einer Söldner-Spezialeinheit mit magischen Fertigkeiten. Gesagt, getan, und nach den ersten paar Spielstunden steht ihr als frisch gebackener SeeD da und werdet auf eure erste Mission geschickt, die euch infolge direkt in verworrene Machenschaften rund um Hexen, eure eigene Vergangenheit und sogar Zeitreisen zieht. Wer das Spiel gespielt hat, weiß, was ich meine – und wer sich zum ersten Mal in die FFVIII-Welt begibt, soll an dieser Stelle auch gar nicht weiter gespoilert werden.

HD-Look(?)

Das auffälligste Feature am Final Fantasy VIII Remastered ist sein überarbeiteter Look: Die Charaktermodelle wurden aus der pixeligen Zeit der PS One Grafikleistung in die detaillierte Welt der Current Gen geholt und zeigen uns nun zum ersten Mal tatsächlich den bestaussehendsten Typen am SeeD-Abschlussball. Rest in Peace, Meme – wir werden dir an dieser Stelle nicht wirklich nachtrauern. Die schön überarbeiteten Modelle beschränken sich dabei nicht nur auf eure eigentliche Party, sondern auch auf Nebencharaktere wie Dr. Kadowaki, die euch gleich zu Beginn des Spiels verarzten darf, oder Direktor Cid, der Leiter des Balamb Garden. Allesamt strahlen sie mit frischen Looks, die genauso gut aus modernen Spielen stammen könnten und Details ohne Ende präsentieren.

Weniger liebevoll überarbeitet wurden hingegen die Hintergründe: Wer diese mit der Original-Version oder auch dem (nicht gemoddeten) PC-Port vergleicht, der merkt zwar, dass auch hier nachgebessert wurde – in erster Linie wirken die statischen, vorgerenderten Umgebungen nun glatter –, gerade im Vergleich zu den neuen HD-Charaktermodellen sieht jedoch alles ein wenig unscharf aus. Geschuldet sein könnte dies der schlichten Tatsache, dass die originalen Assets nicht mehr zu Verfügung standen – so zumindest hartnäckige Spekulationen. Was auch immer der Grund, hier stellt sich die Frage, ob es nicht vielleicht sogar besser gewesen wäre, die Modelle nicht ganz so sehr aufzuwerten, um den Kontrast zwischen Charakteren und Hintergründen ein wenig zu entschärfen.

Ähnlich wie mit den Umgebungen verhält es sich übrigens auch mit den FMVs bzw. vorgerenderten Cutscenes: Auch hier wurden die originalen Sequenzen beibehalten und lediglich geglättet – anders als bei den Hintergründen fällt die geringere Überarbeitung hier aber nicht negativ auf, da alles zumindest homogen wirkt.

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Moderne Features

Die Grafik des Spiels wurde also teilweise mehr, teilweise weniger überarbeitet – aber was ist sonst noch neu an Final Fantasy VIII Remastered? Neben den visuellen Updates wurden der neuen Version auch ein paar zusätzliche Features – oder beinahe schon Cheats – hinzugefügt, um das Erlebnis ein wenig an den Standard von 2019 anzupassen: Per Druck auf die Sticks bzw. Shoulder-Buttons könnt ihr so diverse neue Funktionen aktivieren, die es im Original nicht gab: dreifache Geschwindigkeit, die sowohl eure Bewegungen auf der Karte bzw. in den Städten, aber auch sämtliche Kämpfe und gescriptete Szenen beschleunigt, eine Buff-Funktion im Kampf, die euch mehr Gesundheit und erhöhte Limit-Chancen beschert, sowie die Möglichkeit, sämtliche Zufallsbegegnungen per simplem Knopfdruck zu de- bzw. reaktivieren, sofern ihr mal einfach nur die Umgebung erkunden oder ungestört von A nach B laufen möchtet.

Während sich die Beschleunigungsfunktion für mich dabei als der reinste Segen offenbaren konnte (Stichworte: Zauber ziehen und Triple Triad) und auch das Random-Encounter-Aus ab und an sehr praktisch war (Unterwasser-Forschungsstation …), fühlte sich die Buff-Funktion für mich persönlich ein wenig zu sehr nach cheaten an – aber natürlich alles Geschmackssache. Sicher ist, dass diese neuen Funktionen den gameplaytechnisch doch etwas in die Jahre gekommenen Titel auch für neue Spieler zugänglich machen und die am schlechtesten gealterten Aspekte gekonnt abfangen: langsame Animationen und die Notwendigkeit, teils störend lange zu ziehen/grinden.

Kleine Rückschritte

Neben den ganzen Updates gibt es auch zwei kleine, aber dennoch erwähnenswerte Rückschritte im Vergleich zur Originalversion, die aus der Art der Portierung rühren: Zunächst wäre da die Tatsache, dass das Remaster auf jegliche Rumble-Funktion verzichtet. Gerade beim Kämpfen mit Squalls Gunblade fehlt mir das Vibrations-Feedback ein wenig – auch wenn dies mehr aus meiner Gewohnheit herrührt, als ein tatsächlicher Minuspunkt für das Spiel zu sein.

Ein wenig störender ist hingegen die nun an Achsen gebundene Steuerung: Während man in der ursprünglichen PS One Version dank Analogstick wirklich fließende 360-Grad-Drehungen hinlegen konnte, muss diese Version mit einer Vier-Achsen-Steuerung auskommen – oder anders gesagt: Eure Charaktere können sich nun lediglich in acht vorgegebene Richtungen drehen und bewegen. Dank rundenbasiertem Kampfsystem hat das für die Auseinandersetzungen keinerlei Bedeutung, beim Erkunden der Landschaften und gerade beim Versuch, bestimmte NPCs anzusprechen (beispielsweise für ein Triple-Triad-Kartenspiel) oder eines der versteckten Magazine anzuwählen, sorgt dies jedoch leider teilweise für kürzere „Ach-bitte-komm-schon“-Momente.

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Gut gealtert?

Abschließend stellt sich natürlich noch eine Frage, die vor allem jene interessieren wird, die Final Fantasy VIII nicht bereits vor 20 Jahren gespielt haben und es somit so ganz ohne rosarote Brille sehen: Wie gut ist das Spiel wirklich gealtert? Und die Antwort lautet: überraschend gut. Das Kampfsystem, das darauf basiert, spezielle Wesen (genannten G.F.) zu besiegen und anschließend an die Charaktere zu binden, um dann wiederum mit deren Hilfe Magie in Slots für HP, Stärke, Defensive und mehr legen zu können, war damals wie heute komplex und macht Spaß. Der ursprünglich nervigste Aspekt daran, das teils langwierige Ziehen von Zaubern, um diese dann eben zu koppeln, wird mit der Beschleunigungsfunktion gut entschärft.

Der Hauptgrund, Final Fantasy VIII Remastered (noch einmal) zu spielen, ist aber nach wie vor seine liebevoll inszenierte Story, erlebt durch die Augen von einer der sympathischsten Charakter-Casts, die die FF-Reihe bislang gesehen hat – auch wenn Hauptcharakter Squall anfangs vielleicht nicht ganz so sozial verträglich agiert.

FAZIT:

Lange, lange haben wir darauf gewartet, FFVIII auch auf aktuellen Konsolen spielen zu dürfen – hat es sich gelohnt? Kommt darauf an, was man sich hier erwartet: Teilweise macht sich das Alter des Titels natürlich bemerkbar – immerhin haben wir es hier mit einem Remaster zu tun und nicht mit einem Remake – und wer das Spiel in der Hoffnung kauft, hier ein komplett neues Erlebnis im Vergleich zum Original geboten zu bekommen, der wird enttäuscht werden. Wer eines der besten Final Fantasys der Reihe hingegen einfach in aufgemotzter Präsentation und inklusive ein paar neuer Bequemlichkeits-Features noch einmal (auf der Current Gen) zocken bzw. endlich mal selbst erleben möchte, der hat es hier jedoch eindeutig mit der bislang besten Version des Spiels zu tun und sollte auf jeden Fall zugreifen – selbst wenn an mancher Stelle (Steuerung, Rumble, Hintergründe) noch ein klein wenig nachgebessert hätte werden können.

Was ist Final Fantsy VIII Remastered? Visuell überarbeitete Current-Gen-Version des beliebten RPG-Klassikers mit einigen neuen Features
Plattformen: PS4, XBox One, Nintendo Switch, PC
Getestet: PS4-Version
Entwickler / Publisher: Square Enix
Release: 3. September 2019
Link: Offizielle Webseite

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