Final Fantasy XV: Episode Ardyn im Test
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HANDLING 5
SPIELDESIGN 3
MOTIVATION 4

Episode Ardyn mag größtenteils von Fan-Service-Momenten geprägt sein, macht aber dennoch Spaß und bietet mit ihrem finalen Story-Twist auf die Haupthandlung auch einen interessanten Abschluss der Final Fantasy XV-Saga

Summary 4.4 geil
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Final Fantasy XV: Episode Ardyn im Test

Das Ende naht: Nach über zwei Jahren geht die Final Fantasy XV-Saga nun endgültig zu Ende und findet mit Episode Ardyn ihre letzte Game-Erweiterung, welche die Story rund um die Könige von Lucis noch einmal komplett auf den Kopf stellt.

Ein Epos in … vielen Akten

Zwei Jahre und vier Monate ist es her, seit Final Fantasy XV das Licht der Spielewelt erblickte – seit damals hat sich in der Welt von Eos viel getan: drei große Story-DLCs im Rahmen des ersten Season Passes, eine Multiplayer-Erweiterung mit nunmehr vier größeren Updates, die Royal Edition mit komplett überarbeitetem Kapitel 14, neuen Quests und mehr, sowie zahlreiche kleinere bis größere Gratis-Updates, die uns von zusätzlichen Gameplay-Features über neue Cutscenes und Special Events bis hin zu einem kompletten alternativen Story-Pfad in Kapitel 13 regelmäßig aufs Neue Grund gegeben haben, das Spiel immer wieder einzulegen und mit Noctis und Co. auf Abenteuer zu gehen. Und eigentlich hätte es ja noch eine Weile so weitergehen sollen: Season 2 mit nochmal vier neuen Story-DLCs stand in den Startlöchern und hätte uns nicht nur neue Blickweisen auf Bekanntes, sondern auch ein alternatives Ende zur Hauptstory bescheren sollen – wäre es nicht doch anders gekommen. Drei der vier DLCs wurden Ende letzten Jahres dann doch gestrichen und kommen nun als Buch heraus, doch Episode Ardyn wollte man dann dennoch abliefern. Und so wird die Episode rund um den zwielichtigen Nemesis des Spiels zum großen Finale der Saga …

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Auf die Perspektive kommt es an

Die besten Geschichten sind jene, die einen zunächst in die Irre führen, nur um dann durch das Zeigen einer anderen Perspektive einen ganz neuen Twist auf das Gesehene zu geben – und genau das möchte Episode Ardyn erreichen. Während im Hauptgame bereits Anspielungen dahingehend gemacht werden, zeigt uns der letzte FFXV-DLC nun, wie der einstige Erwählte des Kristalls vom gutmütigen Heiler zum Bringer der Dunkelheit wurde – und macht ein für allemal klar, dass die Grenzen zwischen Gut und Böse nicht ganz so klar geschnitten sind, wie sie scheinen.

Zumindest diesen Teil macht die Episode storytechnisch dabei auch richtig gut. Ohne zu spoilern: Nach Abschluss von Episode Ardyn – sowie des zugehörigen Anime-Prologs, den ihr euch gratis auf Youtube anschauen könnt – werdet ihr Final Fantasy XV, seinen Antagonisten, aber auch die vermeintlichen Helden des Spiels mit anderen Augen sehen. Was leider weniger gelungen ist: Die Story klärt einige Fragen, die nach wie vor offen waren, pfuscht gleichzeitig aber auch in die bestehende Lore und präsentiert uns Ereignisse, die nicht so ganz mit jenen Dingen übereinstimmen, die wir bislang als Fakten präsentiert bekommen haben – Perspektive hin oder her. Schade, aber leider nicht neu, nachdem auch die vorigen DLCs schon zugunsten Fan-Services für einige Ungereimtheiten im Plot gesorgt haben.

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Spaßige Zerstörungswut

Abseits der Story, die zwar Spaß macht und lang erhoffte Einblicke in die Vergangenheit des grausten Bösewichts der Seriengeschichte bietet, aber sich eben leider auch nicht ganz konsequent in den Rest einfügt, ist auch das Gameplay einerseits unterhaltsam, andererseits aber etwas faul umgesetzt: Die Handlung führt euch von der Insel Angelgard über einen kurzen Abstecher in die Forschungseinrichtungen Niflheims bis hin zum Hauptteil der Episode in der Stadt Insomnia, die nun – wie von Fanseite gewünscht – endlich auch am Tag und in ihrer vollen Pracht erkundet werden darf. Oder besser gesagt: in ihrer ‚vorläufig‘ vollen Pracht, denn eure vorwiegende Aufgabe in der Episode besteht – in bester Fiesling-Manier – darin, so viel Chaos wie nur möglich anzurichten: Während einer Feier in der Stadt macht ihr euch somit daran, alles Mögliche kurz und klein zu schlagen, Wachen mit der Sternenplage anzustecken, und – in erster Linie – das magische Schild der Metropole zu schwächen, um die Königsgarde und letztendlich König Regis selbst aus der Reserve zu locken.

Im Kampf bedient ihr euch dabei diverser Waffenattacken, um die royalen Beschützer entweder direkt auszuschalten oder aber zu schwächen, um sie anschließend per Spezialaktion zu infizieren. Letzteres gibt euch Punkte – genau wie die Zerstörung aller zertrümmerbaren Elemente im Spiel – die wiederum für euren Gesamtrang wichtig sind. Die Auseinandersetzungen fühlen sich dabei sehr nach Noctis‘ Kampfstil an, kommen aber doch mit einigen witzigen neuen Elementen daher: Zum einen kann Ardyn sich in die Schattenwelt begeben und so kurzzeitig unverwundbar durch die Gegend brausen oder Widersachern ausweichen; zum anderen geht er nach genügend Treffern nicht wie die Chocobros in KO, sondern in Overdrive. In diesem Beinahe-tot-Zustand erhält er eine zweite Lebensleiste und kann besonders viel Schaden austeilen – doch Vorsicht: Ist auch diese verbraucht, ist das Spiel zu Ende.

Während sowohl die Kämpfe wie auch das Erkunden und Zerstören – vor allem anfangs – Spaß machen, fehlt es dann aber doch ein wenig an Abwechslung: Abgesehen vom Endkampf der Episode stellen sich euch bloß drei Gegnerarten entgegen, die ihr beinahe im Schlaf besiegen könnt, die Verstärker der magischen Wand werden stets nach demselben Prinzip ausgeschaltet, und die Deaktivierung sorgt lediglich dafür dass euch im entsprechenden Abschnitt der Stadt fortan alle Schätze auf der Übersichtskarte angezeigt werden, ihr neue Kopfbedeckungen für Ardyn kaufen könnt, die auch seine Statuswerte beeinflussen, sowie dass die Widersacher im entsprechenden Viertel sogar noch einfacher zu besiegen werden. Auf Abwechslung hofft man ab der Ankunft in Insomnia leider vergebens; tatsächliche Handlung gibt es somit nur am Anfang sowie ganz am Ende der Episode, während der „Hauptteil“ eher wie Füllmaterial wirkt.

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FAZIT

Ardyn ist unumstritten einer der faszinierendsten Charaktere aus Final Fantasy XV und ließ selbst nach Abschluss des Hauptspiels noch viele Fragen zu seiner Person und Vergangenheit offen: War er nun der eigentliche Auserwählte? Wie genau wurde er zu dem, der er ist? Wie kam Ifrit in seine Dienste? Was sind seine wahren Motive? Das alles wird in der Episode nun letztendlich geklärt und gibt dem Charakter nicht nur weiteren Tiefgang, sondern vermittelt einem auch völlig neue Blicke auf die gesamten Geschehnisse des Hauptspiels. Der einzige Story-Minuspunkt dabei: Nicht alles Gezeigte passt sich konsistent in die bisherigen Infos zur Geschichte Lucis‘ ein, auch abseits bloßer „neuer Perspektiven“. In Sachen Gameplay ist Episode Ardyn ähnlich zweischneidig: Die Kämpfe und das Erkunden an sich machen Spaß, jedoch fehlt bei der Episode eindeutig die Abwechslung und es scheint fast, als hätte man mehr Wert darauf gelegt, Fan-Service zu bieten (Stichwort „intaktes erkundbares Insomnia“), als wirklich darauf zu bauen, eine Story zu erzählen, die zum Rest des Spiels passt und diese bestmöglich erweitert. Wer Final Fantasy XV bis hierhin geliebt hat, sollte sich davon aber nicht abschrecken lassen: Die Episode macht trotz aller Schwächen Spaß und bietet mit ihrem finalen Story-Twist auf die Haupthandlung auch einen interessanten Abschluss der Game-Saga.

Was ist die Final Fantasy Episode Ardyn? Die letzte Episode der Final Fantasy XV-Saga, welche die Story rund um die Könige von Lucis zu Ende erzählt.
Plattformen: PS4, Xbox One, PC
Getestet: PS4-Version
Entwickler / Publisher: Square Enix
Release: 27. März 2019
LinkOffizielle Webseite

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