For Honor – Test
GRAFIK 5
SOUND 4
HANDLING 4
SPIELDESIGN 2
MOTIVATION 4

Mit For Honor schickt Ubisoft eine sehr interessante neue IP auf den Markt! Für Solisten leider mit wenig Story und Wiederspielwert, für Online-Gamer das perfekte Spiel für den Kampf um die Ehre!

Summary 3.8 stark
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For Honor – Test

Mit For Honor bringt Ubisoft das nächste neue Franchise an den Start! Nach harter Kritik vieler Spieler zu Division und auch Steep, liegt es nun an For Honor die Ehre des Publishers zu retten und unsere Herzen wieder zu erobern. Mit tapferen Wikingern, glamourösen Rittern und gnadenlosen Samurai ziehen sie also in die Schlacht, um uns, den Gamern, zu zeigen, dass For Honor seinem Namen gerecht wird!

Ich nahm die Herausforderung an, stellte mich unzähligen Schlachten, kämpfte mit und gegen Krieger jeder furchteinflössenden Fraktion, dominierte das Schlachtfeld und sammelte genug Erfahrungen um diese nun mit euch zu teilen. Gab ich mich geschlagen, hat Ubisoft mein Herz mit For Honor wieder für sich gewonnen? Ich sage nur, Ehre, wem Ehre gebührt! Als Multiplayer Game mit grandioser Singleplayerkampagne angekündigt, kam bei mir nach nur kurzer Zeit die Ernüchterung. Mit etwa 6-8 Stunden Spielzeit ist die Story sehr kurz und vor allem sehr seicht: Es herrscht ein 1000 Jahre langer Krieg zwischen den Samurai, Wikingern und den noblen Rittern. Doch in dem Moment als der Friede sehr nah liegt, betritt ein neuer Feind das Schlachtfeld und dessen Ziele klar sind, die Flamme des Krieges am Lodern zu halten!

Wer auf eine ordentliche Hintergrundgeschichte mit Wiederspiel-wert gehofft hat, wird bitter enttäuscht. Spiele wie Battlefield 1 oder Titanfall 2, welche ebenfalls als Multiplayer-Games mit Solo-Kampagne deklariert sind, machen hier einen deutlich besseren Job und lassen sich nicht annähernd mit dem hier gebotenen vergleichen!

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Grausam genial, atmosphärisch und detailreich

Was die Story nicht schafft, liefert uns dafür die Grafik! Die Krieger sind unglaublich detailreich gestaltet, die Arenen halten sich nicht mit Geizen zurück. Blickt man sich um, gibt es auch hier wieder sehr viele Details zu entdecken und die Kulissen fangen perfekt die Atmosphäre von epischen Schlachten ein. Obwohl die Arenen nur sehr begrenzt begehbar sind, hat man das Gefühl einer unendlichen Weite, weil einfach so viel im Hintergrund dargestellt wird! Dazu passend liefert Ubisoft ein sehr gutes Sound Setting mit guter melodischer Untermalung und angenehmen Soundtrack. Gerade der Singleplayer-Modus wird von Cutscenes beherrscht und diese erreichen nahezu die Qualität eines animierten Filmes. Die AnvilNext-Engine läuft einfach wunderbar flüssig und hat alle technischen Funktionen des heutigen Standards perfektioniert!

Brutal einfach und doch komplex

Eigentlich sehr simpel aufgebaut, benötigt man doch ein wenig Zeit sich an die unkonventionelle Steuerung zu gewöhnen. Viele vermuteten, darunter auch ich, dass sich das Gameplay von For Honor mehr an stumpfes Hack&Slay Button-Smashing orientieren würde, aber weit gefehlt. Taktik, Timing und Kreativität gehören mehr zur Steuerung, als angenommen. Ihr könnt euren Eisenprügel in drei Positionen halten, dies kontrolliert ihr mit dem rechten Analogstick. Oben, rechts oder links. Je nachdem führt ihr euren Angriff von dieser Stelle aus, pariert aber auch die gegnerischen Angriffe so. Ein roter Pfeil gibt euch den Hinweis von welcher der drei Richtungen euer Kontrahent zuschlägt und ihr müsst rechtzeitig mit dem rechten Stick auf dieselbe Richtung umstellen um die Attacke abzufangen.

Es gibt leichte und schwere Angriffe, welche unterschiedlich viel Ausdauer verbrauchen. Ist diese mal aufgebraucht kommt ihr ins schlauchen und seid eurem Feind hilflos ausgeliefert. Ihr könnt außerdem per Tastendruck versuchen die Deckung eures Gegenübers zu brechen und somit einen Angriff einleiten. Zu guter Letzt gehören noch Würfe in euer Arsenal an Möglichkeiten. Steht ihr zum Beispiel auf einer Brücke deren Geländer ein Loch hat, empfiehlt es sich einen Versuch zu starten, den Schurken zu packen und in die ewigen Jagdgründe zu werfen.

Wie ihr seht, einfach nur wild auf die Knöpfe drücken wird euch nicht ans Ziel führen, sondern meist euren Untergang einleiten. Gegen den Computer hat man aber schnell die richtige Taktik gefunden, interessanter wird die Mechanik erst im Augenmerk des Spiels, im Schmelztiegel, im Kampf gegen andere Gamer!

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Blutrünstiger Multiplayer mit Abstrichen

Das absolute Highlight von For Honor ist der zu Beginn riesig wirkende Mehrspielermodus. Wie ich das meine? Wenn ihr den Multiplayer zum ersten Mal startet wird euch das Menü, sowie die umfangreichen Charakteranpassungen und die vielen Unlocks erst einmal erschlagen. Hat man sich aber einen Überblick verschafft, wird man schnell feststellen, dass alles gar nicht so kompliziert und umfangreich ist. Versteht mich nicht falsch, es gibt im PvP mehr als genug zu tun, aber gerade die Menüs können auf den ersten Blick etwas abschreckend wirken!

Doch dann geht’s los! Ihr entscheidet euch für einen von zwölf Kriegern. Pro Fraktion gibt es einen ausgeglichenen, einen schweren und einen schnellen Kämpfer und zur Abrundung jeweils noch einen Spezialcharakter. Nicht alle sind von Anfang an spielbar, ihr könnt diese nach einiger Zeit mit Ingame-Währung freikaufen oder aber auch per Mikrotransaktion erwerben. Gerade diesen „Paid Content“ findet man leider Gottes viel zu oft und man bekommt leicht den Eindruck ein Free2Play-Game zu spielen. Was mich persönlich sehr stört, handelt es sich bei For Honor doch um einen Vollpreistitel!

Euer Protagonist, für den ihr euch entscheidet, lässt sich dann sehr tiefgehend individualisieren und den Loot, welchen ihr nach gewonnen PvP Kämpfen bekommt, könnt ihr ausrüsten um eure Werte zu verbessern. Levelaufstiege erfolgen immer nur mit dem Krieger, mit dem ihr auch kämpft. Hin und wieder die Spielfigur zu wechseln, macht aber definitiv Sinn. Ob es einen Vorteil für 24/7 Zocker gegenüber Gelegenheitsgamern geben wird, ob das Balancing stimmt, dies wird die Zeit zeigen!

Gefährlich wenige Spielmodi

Ihr könnt euch nun in drei verschiedenen Spielmodi gegen, oder mit anderen Spieler zusammen in die Arena stürzen und euer Können unter Beweis stellen! In Dominion heißt es Zonen erobern und halten. Entweder mit drei anderen Kämpfern zusammen gegen den Computer oder in 4vs4 Scharmützeln. Unterstützt werden dabei beide Fraktionen von kleinem Fußvolk! Dies sind Soldaten die ihr mit einem Hieb besiegen könnt, sie erscheinen aber in beträchtlicher Anzahl und verhindern oft, dass man sich auf den Kampf mit dem tatsächlichem Gegner konzentrieren kann. Ziel ist es so viele Zonen wie möglich zu halten, bis man 1000 Punkte erspielt hat. Wenn man dies erreicht, heißt es noch alle feindlichen Gegner eliminieren und der Sieg gehört euch!  Deathmatch hat die selben Eigenschaften, nur die Zonen fallen weg. Hier heißt es töten oder getötet werden! Dementsprechend weniger Punkte muss das Team auch erreichen. Dann gibt es da noch Brawl&Duel! Hier wird euer Können in 1vs1 oder 2vs2 ohne dem schon fast lästigem Fußvolk in Frage gestellt. Ihr spielt ein „Best of 5“, bedeutet im Klartext, habt ihr 3 Runden für euch entschieden, ist das Match gewonnen! Zu guter Letzt gibt es dann noch Events, diese werden in regelmäßigen Abständen von Ubisoft veröffentlicht und beinhalten spezielle Ziele! Zum Test lief leider kein Event, deshalb habe ich an dieser Stelle keine weiteren Infos für euch.

Letzten Endes wurde der komplette Multiplayer in einem übergreifenden Fraktions-Krieg eingebettet. Unabhängig welcher Fraktion ihr euch anschließt, seien es Samurai, Wikinger oder Ritter, könnt ihr trotzdem alle Helden spielen. Nach jedem Match bekommt ihr für eure gewählte Fraktion sogenannte Fraktionspunkte. Diese könnt ihr ähnlich dem Brettspiel „Risiko“ dann auf einer großen Map einsetzen, um dort mehr Gebiete auf der Karte einzunehmen oder zu verteidigen. Alle sechs Stunden wird die Karte mit einem Update versehen. Eine Runde geht zwei Wochen und eine Season ganze zehn Wochen. Ist eure Fraktion zu diesen bestimmten Zeiten an der Macht, besitzt also die meisten Gebiete, dann gibt es sehr guten Extra-Loot für euch! Alles in allem also ein sehr gut abgerundeter Multiplayer, mit vielen Möglichkeiten, aber leider nur sehr wenigen Spielmodi. Hier wird Ubisoft aber bestimmt noch mehr nachbessern, es geht ja schließlich um die Ehre!

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Fazit

Mit For Honor ist es meiner Meinung nach für Ubisoft noch nicht geschafft, die eigene Ehre zu retten. Mein Herz konnten sie zwar an vielen Stellen zurückgewinnen und ich hatte echt viel Spaß mit dem Spiel, aber wie leider sehr so oft bei dem Neustart einer Marke – gerade bei Ubisoft – fehlt aber leider das gewisse Etwas, der Feinschliff. Manche Dinge wie Langzeitmotivation, Season Pass-Inhalte und die „kurze“ Story sorgen leider dafür, wie übrigens auch schon bei The Division und Steep, dass sich auch For Honor in ein paar Wochen zu eben genannten ins Regal gesellen wird und vermutlich nicht den Weg zurück auf meine Festplatte findet. Für mich ist das Spiel das PERFEKTE Spaß-Game mit Freunden, welches ich in digitaler Form vermarktet hätte und das zur Hälfte des Preises, dann wäre es ein Sieger in allen Punkten. Für einen Vollpreis-Titel ist der Inhalt zu gering, da müsste dann einfach deutlich mehr Spielzeit drinnen sein – dafür gibt es leider Punkteabzug. Dennoch ist For Honor sehr empfehlenswert, vor allem für alle Liebhaber des Genres und Bewunderer von den wohl großartigsten Kriegern, die unsere Geschichte je gesehen hat! Allen anderen die damit liebäugeln sich das Spiel zu holen, würde ich empfehlen etwas zu warten bis es zu einem günstigeren Preis erhältlich ist!

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