Hyrule Warriors: Definitive Edition im Test
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Wer Zelda sowie Strategie-Hack’n’Slays liebt, wird sicher auch mit Hyrule Warriors: Definitive Edition seine Freude haben – allerdings wohl auch kaum jemand anderer: Das Spiel leidet – Genre-typisch – ein wenig an Eintönigkeit und motiviert somit in erster Linie mit seiner riesigen Auswahl an Charakteren und Collectibles sowie dem durchaus gelungenen Fan-Service. Wer das Genre kennt und liebt, Zelda-Fan ist und die Vorgänger noch nicht besitzt, kann ohne Bedenken zugreifen; alle anderen sollten vor dem Kauf lieber ein Testspiel wagen

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Hyrule Warriors: Definitive Edition im Test

Was kommt dabei raus, wenn man die Hack’n’Slay Reihe Dynasty Warriors mit den Charakteren des Zelda-Universums kreuzt? Ganz einfach: Hyrule Warriors. Das Spiel erschien erstmals 2014 für Wii U, bekam 2016 zudem eine DS-Portierung und beehrt nun, weitere zwei Jahre später, als Definitive Edition auch Nintendos neueste Konsole – und zwar inklusive aller voriger Kämpfer, Features und DLCs sowie einem zusätzlichen Splitscreen-Multiplayer. Wir verraten euch, ob sich ein (Neu-)Kauf lohnt.

Hyrule in Gefahr

Die Prämisse des Spiels ist klassischen Zelda-Titeln gar nicht mal so unähnlich: Hyrule wird von einer neuen bösen Macht angegriffen und der einzige, der es retten kann, ist der wiedergeborene Held, der auch diesmal wieder auf den Namen Link hört. Ungleich typischer Abenteuer des blonden Recken dürft ihr diesmal jedoch nicht nur Link selbst, sondern eine ganze Riege an bekannten Charakteren aus der gesamten Reihe übernehmen, darunter Ikonen wie Zelda, Impa oder Lana, aber auch eher unbekanntere Mitstreiter wie Cucco oder Marin. Insgesamt dürft ihr in Hyrule Warriors: Definitive Edition so in die Rollen von über zwei Dutzend Kriegern schlüpfen, um euch der finsteren Monsterarmeen zu erwehren.

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Im Genauen tut ihr das, indem ihr in bester Warriors-Manier auf diverse Schlachtfelder zieht, um dort Gegnerwelle nach Gegnerwelle auszuschalten und somit wichtige strategische Punkte wie Festungen und Außenposten zu erobern. Ab und an müsst ihr zudem gewisse Items benutzen, um vorhin unzugängliche Bereiche freizulegen. So sprengt ihr beispielsweise das Tor zum Tempel auf oder werdet auf gleiche Weise riesige Felsbrocken los, unter denen sich so manche Schatztruhe verbergen könnte.

Zwischen den Charakteren wechselt ihr in der Schlacht per einfachem Druck nach oben oder unten. Jeder eurer Mitstreiter kann zudem aus mehreren Angriffen wählen: einer starken Attacke, die per Druck auf Y ausgelöst wird, sowie eurem normalen Angriff, der auf der X-Taste liegt. Diverse Kombinationen lösen dabei auch diverse Kombo-Attacken aus. Neben eurer Melee-Fähigkeit, gibt es zudem Spezialangriffe für besonders verheerenden Schaden sowie den Magie-Modus, in dem eure Werte verstärkt werden und den ihr mit einer weiteren besonders Starken Attacke beenden dürft. Beide könnt ihr auslösen, wenn ihr die entsprechenden Leisten gefüllt habt. Eure Spezialangriff-Leiste füllt sich dabei während eurer Melee-Attacken, bei jedem Level-Up oder wenn ihr entsprechende Items am Schlachtfeld aufhebt, wohingegen sich die Magieleiste nur mittels Magietränken, die ebenfalls am Schlachtfeld zu finden sind, füllt.

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Mehr Strategie als forderndes Gemetzel

In Warriors-tyischer Weise sind die meisten Widersacher, denen ihr während der Schlachten von Hyrule Warriors: Definitive Edition begegnen werden, in etwa so gefährlich wie ein Gänseblümchen und können auch ebenso schnell umgehauen werden. Ausnahmen stellen die immer wieder auftauchenden Bossgegner dar, die allesamt mit gewissen Kniffen zu besiegen sind – beispielsweise müsst ihr dem ersten davon, der feuerspeienden Riesenkröte Dodongo, Bomben ins lodernde Maul schießen. Habt ihr diese Kniffe aber erst mal raus, werden euch auch diese Kämpfe kaum an eure Grenzen bringen – und das tut dem Spielspaß auch nicht unbedingt etwas ab. Die wirkliche Herausforderung von Hyrule Warriors: Definitive Edition liegt nämlich nicht in erster Linie darin, euer Talent im Angriffe austeilen auf die Probe zu stellen, sondern darin, diese strategisch zu planen: Während der Schlachten erhaltet ihr somit immer wieder Missionen, die es zu erfüllen gibt – versagt ihr dabei und wird eure Basis somit übernommen, heißt es Game Over und ihr müsst vom letzten Check- bzw. Speicherpunkt erneut loslegen. Ab und an kann es jedoch schon mal vorkommen, dass diese eine Schatzkiste oder dieses eine besondere Item in genau der anderen Richtung als euer Missionsziel liegt – und die Entscheidung, was zu tun ist, liegt bei euch. In späteren Schlachten passieren zudem nicht minder oft mehrere Dinge gleichzeitig und ihr seid damit betraut, euren Pool an Kriegern zur richtigen Zeit zum richtigen Ort zu schicken, um größeren Schaden zu verhindern.

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Customization ohne Ende

… und das kann man nun im positiven wie im negativen Sinn verstehen. Hyrule Warriors: Definitive Edition bietet euch etliche Möglichkeiten, einen jeden eurer Charaktere anzupassen und aufzuwerten – eine riesige Auswahl an Waffen und sonstigen Ausrüstungsgegenständen sowie Medaillen, die ihr mit während der Schlacht eingesammelten Rubinen und Materialen selbst herstellen könnt, sorgen dafür, dass ihr eure Streiter für wirklich jede Situation ideal ausrüsten könnt und regen zudem den Sammeltrieb an. Der Nachteil daran: Die Medaillen, die als Skill Tree der Charaktere dienen, sind für jeden der Recken genau gleich, und so verbringt ihr Stunden über Stunden damit, die immer gleichen Fertigkeiten für immer neue Charaktere freizuschalten. Überdies fragt man sich ob des recht einfach angesetzten Schwierigkeitsgrades manchmal, wozu man hier überhaupt so viel Zeit in Auf- und Ausrüstung investiert.

Repetitiv ist generell ein großes Stichwort des Titels: Auch wenn die Schlachten Spaß machen und es toll ist, einfach mal nach Lust und Laune durch Horden über Horden an Fieslingen zu mähen, werdet ihr weder während des rund 20 Stunden umspannenden Legenden-Modus, noch in den anderen Modi (mehr dazu weiter unten) auf viel Abwechslung stoßen. Die Schlachten laufen im Prinzip alle gleich ab: Draufhauen, was das Zeug hält. Kleine Besonderheiten, wie Orden, die ihr für besondere Verdienste (ähnlich Achievements) erhaltet, oder Goldene Skulltulas, die euch bei Besiegen Bildstückchen für die Galerie liefern und immer nur dann erscheinen, wenn ihr spezielle Voraussetzungen im Kampf erfüllt, werten das Geschehen zwar auf – wer auf immer komplexer werdendes Gameplay hofft, wird allerdings leider enttäuscht.

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Ein Modus für jedermann

Obwohl das eigentliche Gameplay im Großen und Ganzen recht monoton ausfällt, hat man zumindest in Sachen Modi nicht gespart: Der vorhin bereits angesprochene Legenden-Modus stellt das Herzstück des Titels dar und erzählt euch die eigentliche Story. Im Abenteuer-Modus könnt ihr euch hingegen durch Retro-Karten questen und besondere Items und mehr ergattern. Der Modus Herausforderungen stellt euch genau vor solche, und im Freien Modus könnt ihr nach Herzenslust die im Legenden-Modus bereits eroberten Schlachtfelder nochmals betreten und so verpasste Geheimnisse lüften und Reichtümer anhäufen. Zudem könnt ihr im Spiel auch wieder diverse Feen-Begleiter für euch gewinnen und diese dann über ein eigenes Menü am Hauptbildschirm füttern oder neu einkleiden.

Die Definitive Edition erlaubt es euch zudem, gemeinsam mit einem Freund im Splitscreen gemeinsam zu spielen. Was am TV auch gut funktioniert und den Spielspaß nochmals aufwertet, wird im Handheld-Modus aufgrund des kleinen Bildschirms ein wenig schwierig.

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Technisches Update

Wer das originale Hyrule Warriors gespielt hat, der kann sich womöglich noch daran erinnern, dass der Titel ab und an mit Framerate-Einbrüchen zu kämpfen hatte. Dieses Problem wurde in der Definitive Edition so gut wie beseitigt und das Spiel läuft nun in allen Modi – und sogar im Multiplayer – mit flüssigen 60 FPS am TV bzw. mit 30 FPS im Handheld-Modus. In Sachen Texturen und Modellen hat man ebenfalls etwas poliert, jedoch leidet auch die Switch-Version noch unter gelegentlichen Kameraproblemen sowie verschwindenden Objekten. Diese kleinen Hacker treten jedoch glücklicherweise zu selten auf, um den Spielspaß wirklich zu trüben. Beim Soundtrack setzt man auf neue, rockigere Arrangements der bekannten Zelda-Melodien, die die Action super unterstreichen, und auch die Soundeffekte werden Zelda-Fans durchaus bekannt vorkommen.

FAZIT

Hyrule Warriors: Definitive Edition ist definitiv die ultimative Edition unter allen Hyrule Warriors-Versionen: Mit sämtlichen Recken und Modi der beiden Vorgänger und dem zusätzlichen Splitscreen-Multiplayer werden alle Fans von Zelda sowie Strategie-Hack’n’Slays, wie man sie aus diversen Warriors-Spielen kennt, garantiert glücklich – allerdings wohl auch kaum jemand anderer: Das übermächtige Niedermetzeln scheinbar endloser Gegnerhorden macht für einige Zeit durchaus Spaß, durch die fehlende Abwechslung kehrt jedoch recht schnell Langeweile ein. Motivieren kann dann nur noch ein ausgeprägter Sammelwahn – dieser wird in Hyrule Warriors: Defintive Edition durch etliche Collectibles, unzählige Waffen und die umfassenden (wenn auch immer gleichen) Customization-Möglichkeiten der Krieger schließlich bestens bedient – oder die Liebe zu Zelda, Link und Co. – in Sachen Fan-Service hat man sich hier nämlich ebenfalls bestens in Zeug gelegt. Wer das Genre kennt und liebt, riesen Legend of Zelda-Fan ist und die Vorgänger noch nicht besitzt, kann somit ohne die geringsten Bedenken zugreifen. Wer die Vorgänger-Versionen bereits besitzt, hat hingegen aufgrund mangelnder relevanter Neuerungen kaum Grund, sich auch diese Edition noch zusätzlich zuzulegen.

Was ist Hyrule Warriors: Definitive Edition? Ultimative Gesamtedition des ursprünglich für Wii U erschienenen Dynasty Warriors/Zelda-Hybriden.
Plattformen: Nintendo Switch
Getestet: Retail-Version
Entwickler / Publisher: Koei Tecmo Games / Nintendo
Release: 18. Mai 2018
LinkOffizielle Webseite

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