Just Cause 3 TEST
GRAFIK 5
SOUND 4
HANDLING 3
SPIELDESIGN 3
MOTIVATION 4

Just Cause 3 nervt mit einigen technischen Unzulänglichkeiten, welche den Ausflug auf die malerische Insel Medici etwas vermiesen. Entschädigt wird man dafür mit einer Action-Orgie der Superlative und die kann sich nicht nur sehen lassen, sondern macht auch verdammt viel Spass

Summary 3.8 stark
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Just Cause 3 TEST

Die englische Phrase „just cause“ wird generell mit „gerechte Sache“ ins Deutsche übersetzt und ist eigentlich eine Anspielung auf die US-Invasion in Panama des Jahres 1989. Aber mit etwas Kreativität kann man den Sinngehalt auch als „einfach so“ auslegen. Beide Erläuterungen beschreiben den dritten Teil der Just Cause Spielreihe ziemlich genau, denn einerseits kämpft Held Rico Rodriguez gegen einen machthungrigen Diktator, anderseits sprengt er dabei so ziemlich alles in die Luft, was ihm dabei in den Weg kommt – und das einfach so, weil er es eben kann.

Just Cause 3 erzählt die Geschichte von Agent Rico Rodriguez, der seine Heimat, die fiktiven Mittelmeerinsel Medici, von der brutalen Herrschaft des Diktators General Di Ravello befreien will. Sehr viel mehr gibt es da auch nicht zu erzählen, denn eigentlich besteht die „Hintergrundstory“ lediglich aus einer Aneinanderreihung von Explosionen und Zerstörungsorgien, an deren Ende der diabolische Despot daran gehindert wird, die Weltherrschaft zu erlangen. Das beginnt schon in der Eröffnungssequenz, in der der Titelheld auf den Tragflächen eines Flugzeugs, bewaffnet mit einem Raketenwerfer, am Boden stationierte Luftabwehrstellungen eliminiert. Und das ist erst der Anfang einer Dauergewaltorgie mit einem  Rico Rodriguez in Höchstform.

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Mit der Lizenz zum Sprengen

Just Cause bleibt auch im dritten Teil dem Open-World-Spielprinzip treu, das bedeutet ihr könnt euch auf der Insel Medici völlig frei und ohne Einschränkungen bewegen und das schwimmend, fliegend, tauchend, chauffierend oder auch ganz banal per Pedes. Insgesamt gilt es rund 25 Story-Missionen zu erfüllen, für die man etwa 15-20 Stunden benötigt. Daneben gibt es noch zahlreiche Zusatzaufgaben und Challenges, welche die Spielzeit mehr als verdoppeln. Diese Herausforderungen sind beispielsweise separate Mini-Aufträge, bei denen ihr meist unter Zeitdruck Militärbasen zerstört oder Rennstrecken und Hindernisparcours absolvieren müsst. Als Belohnung für das Meistern solcher Challenges gibt es Zahnräder, für welche man wiederum Upgrades für Waffen und Fahrzeuge freischalten darf. Einmal freigeschaltet kann das Kriegswerkzeug jederzeit per Signalfackel angefordert werden, lediglich eine bestimmte Abklingzeit schränken die Häufigkeit solcher Bestellungen etwas ein. Abgesehen davon, sind spürbare Neuerungen zum direkten Vorgänger zunächst eher überschaubar. Eine davon ist der Wingsuit. Der Flug mit diesem speziellen Anzug erfordert zwar etwas Übung, beherrscht man aber das Gerät, dann  kann man damit nicht nur blitzschnell über die Insel segeln, sondern auch waghalsige Stunts vollführen. Auch der aus dem Vorgänger altbewährte Greifhaken bekommt gleich zu Beginn ein nettes Upgrade spendiert. Nicht nur, dass es nun möglich ist, den Haken-Werfer auf nahezu jeder Oberfläche (inklusive Lebewesen) anzubringen, nun können wir bis zu vier Seile verschießen, die dann auf Knopfdruck wieder eingeholt und die am anderen Ende festgemachten Objekte damit zur Kollision gebracht werden. Das ist nicht nur spielerisch wirklich praktisch, weil man damit ganz einfach Gegner aus dem Weg räumt und dank Kombination Greifhaken plus Fallschirm nahezu jeden Ort in Medici erreicht, sondern weil man auch sonst noch ganz viele tolle Dinge anstellen kann, deren Sinnhaftigkeit durchaus in Frage gestellt werden sollte, aber durchaus viel Spaß machen. Kollege Robbaz hat hierzu ein paar nette Beispiele:

Malerische Inselwelt

Die Größe der fiktiven Mittelmeerinsel Medici beträgt laut schwedischen Entwickler Avalanche Studios mehr als 1000 Quadratkilometer und ist damit ungefähr gleich groß wie die Pazifikinsel Panau aus dem zweiten Teil. Für die technische Umsetzung wurde eine Weiterentwicklung der hauseigenen Spiel-Engine Avalanche verwendet,  welche zuletzt auch im Spiel Mad Max zum Einsatz kam. Wirkten dort die Wüstenlandschaften etwas steril und kahl, so sind die einzelnen Regionen von Medici mit ihren insgesamt 130 Siedlungen in sehr abwechslungsreiche Landstriche unterteilt und ein optischer Augenschmaus. Im Mittelpunkt steht aber natürlich nicht die malerische Landschaft, sondern die gewaltigen, bildschirmfüllende Explosionen und auch die können sich sehen lassen. Bereist wird Medici mit mehr als 80 verschiedene Fortbewegungsmittel zu Land, zu Wasser und in der Luft, wobei jedoch die Boden- und Wasserfahrzeuge lediglich zu nettem Beiwerk degradiert wurden und dank Wingsuit, Fallschirm und diversen Fluggeräten beinahe überflüssig werden. Aber auch deswegen weil das Lenken von Autos, Rennbooten und Motorrädern unter der teilweise etwas fummeligen Steuerung leidet. Für die deutschsprachige Synchronisation von Rico Rodriguez,wurde der bekannte Schauspieler Moritz Bleibtreut  verpflichtet. Während die Vertonung und Musikuntermalung insgesamt sehr gut ist, wirken die Stimm-Samples von Bleibtreu etwas hölzern und sind im Vergleich zur restlichen akustischen Untermalung sogar manchmal etwas deplatziert.

Just Cause 3 verfügt über keinen Mehrspielermodus , aber auch über keinen Onlinezwang. Wer jedoch während des Spielens eine aktive Internetverbindung offen hat, der kann dann auch auf die optionalen Community-Features wie Online-Bestenlisten zugreifen. Getestet haben wir übrigens die PS4 Version. Diese wirkt abgesehen von einigen wenigen Rucklern und nervigen Ladezeiten, besonders zu Beginn und nach jedem Ableben von Rico Rodrigez, sehr ausgereift. Ärger hat sich Avalanche Studios aber von PC und XBoxOne Spielern zugezogen, denn diese berichten von teilweise massiven FPS-Einbrüchen bis hin zu kompletten Systemabstürzen. Die Entwickler versprechen aber bereits in ihrem offiziellen Blog Besserung in Form von zukünftigen Patches.

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FAZIT

Just Cause 3 ist ein Spiel, bei dem ich mich vor jedem virtuellen Tod meines Helden fürchte. Nicht weil ich dann etwa schwierige Passagen etliche Male wiederholen muss, sondern weil ich zwischen Ableben und weiterspielen eine gefühlte Ewigkeit vor einem Ladebildschirm verbringe. Das nervt gewaltig! Auch sonst haben sich einige technische Unzulänglichkeiten eingeschlichen, etwa die teilweise schwammige Steuerung, welche den Ausflug auf die malerische Insel Medici etwas vermiesen. Entschädigt wird man dafür mit einer Action-Orgie der Superlative und die kann sich nicht nur sehen lassen, sondern macht auch verdammt viel Spass. Wer nicht allzu viel Wert auf eine ausgefeilte Story legt und mit den erwähnten Kritikpunkten leben kann, der wird sich auf Medici pudelwohl fühlen. Also besuchen sie die Insel, so lange sie noch steht.

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