Moss im Test
GRAFIK 4
SOUND 4
HANDLING 3
SPIELDESIGN 4
MOTIVATION 5

Selten hat es ein Spiel geschafft, dass ich so schnell eine emotionale Bindung zum meinem Charakter aufgebaut habe, wie Moss. Leider ist das Abentuer der kleinen Mäusedame Quill etwas kurz ausgefallen, trotzdem bietet das Spiel ein tolles VR-Erlebnis, selbst für Spieler die dabei üblicherweise an Motion Sickness leiden

Summary 4.0 geil
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HANDLING 0
SPIELDESIGN 0
MOTIVATION 0
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Moss im Test

Mit Käse fängt man bekanntlich Mäuse und mit Virtual Reality Spieler – zumindest jene die eine entsprechende Brille besitzen. Warum also nicht beides kombinieren? In dem Action-Adventure Moss helft ihr einem kleinen Nagetier den Onkel aus den Klauen einer bösartigen Schlange zu befreien. Die Story ist zwar simpel und kindgerecht, aber spielerisch ist es sicherlich einer der besten PSVR-Titel der letzten Zeit.

Moss kan man getrost als modernes Märchen bezeichnen und wird auch dementsprechend präsentiert. Wir blättern mittels Dualshock-Controller in einem dicken Buch, während uns eine Erzählerin die Geschichte erläutert: Vor langer Zeit griff die bösartige Schlange Sarffog die Heimat der Mäuse an, aber dank der Hilfe von Elfen konnten sich die Nagetiere in Sicherheit bringen. Der Champion der Elfen musste bei der Verteidigung aber sein Leben lassen, das mächtige Glasrelikt, welches es bei sich trug, versteckte er in einem Baum. Genau dieses mächtige Artefakt findet die kleine Mäusedame Quill und präsentiert es sogleich ihrem Onkel Argus, dem ehemaligen Kommandanten seines Volkes. Der nimmt das magische Objekt und macht sich schnurstracks auf den Weg zu den Elfen, um es ihnen wiederzubringen. Als er aber nicht mehr zurückkehrt, beschließt die Nichte sich auf die Suche nach ihrem Verwandeten zu begeben und die führt sie durch einen magischen Wald, hinein in unterirdischen Gewölbe bis hin zu einer Burg, wo die böse Schlange schon auf die kleine Heldin wartet.

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Intensiv, niedlich aber kurz

Das Spiel selbst ist grundsätzlich als klassisches Action-Adventure mit zahlreichen Rätsel- und Jump&Run Einlagen konzipiert, aber mit der Besonderheit, dass ihr in Moss nicht nur Quill mittels Dualshock-Controller durch die isometrischen Levels steuert, sondern auch mit der kleinen Mäusedame interagieren könnt. Das geht sogar so weit, dass sie euch als „Leser“ wahrnimmt und etwa auf Berührungen reagiert oder euch manchmal sogar Tipps für das Weiterkommen gibt. Dadurch wird schon von Beginn an eine sehr intensive Beziehung zwischen der Figur und dem Spieler aufgebaut, die durch das zuckersüße optische Aussehen der Protagonistin nur noch inniger wird. Darüber hinaus können wir im Wasser und anderen reflektierenden Oberflächen sogar unser Alter Ego betrachten, was die Immersion zusätzlich erhöht.

Somit übernehmen wir in Moss also gleich zwei Aufgaben: Wir lotsen Quill durch die Levels und helfen ihr dazu als „Leser“, etwa in dem wir Objekte bewegen oder Türe öffnen. So kommt dann die kleine Mäusedame an Orte, die sie sonst nicht erreicht hätte. Ausserdem können wir auch Gegner lenken und sie an bestimmte Stellen hinführen oder sie dazu bringen, in bestimmte Richtungen zu schießen. Und wenn dann mal ein Feind doch lästig wird, dann zückt Quill ihr kleines Schwert und befördert ihre Gegner auf den Insekten-Friedhof. Hier macht sich dann auch eine der größten Schwächen von Moss bemerkbar, denn einerseits ist das Kampfsystem nicht sehr komplex ausgefallen und beschränkt sich auf simples Buttonmashing, andererseits gibt es im ganzen Spiel nur vier verschiedene Gegnertypen zu bekämpfen, allesamt Käfer in verschiedenen Ausprägungen. Spätestens wenn man dann nach etwa drei bis vier Stunden auf die Schlange Sarffog trifft und man damit am Ende des Spiels angelangt ist, ist die Enttäuschung über die etwas kurze Spieldauer und mangelnde Abwechslung größer, als die Freude über den Sieg.

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Lesen ist nicht immer Kino im Kopf

Wer bislang immer mit den typischen VR-Krankheiten wie Motion-Sickness zu kämpfen hatte, der sollte Moss trotzdem eine Chance geben. Jeder Bildschirm wird immer anhand einer fixen Position betrachtet, mittels Bewegungen des Kopfes könnt ihr aber das Geschehen aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, wodurch ihr etwa Objekte oder Durchgänge findet, die ihr aus der Standard-Perspektive nicht gesehen habt. Da ihr euch aber ansonsten nicht bewegt, sondern nur die kleine Maus steuert, sollten sich Schwindelgefühle und Übelkeit selbst bei anfälligen Menschen in Grenzen halten. Technisch macht das Spiel dank Unreal Engine 4 auch eine gute Figur. Vor allem der erste Spielabschnitt, welcher in das Dorf der Mäuse und durch einen Wald führt, ist wirklich der perfekte Einstieg in diese magische Welt. Getoppt wird aber alles durch die entzückende und nahezu perfekt animierte Protagonistin, bei der man sofort Schuldgefühle bekommt, wenn man sie aufgrund von Unachtsamkeiten in den virtuellen Tod schickt. Kritik gibt es aber für die Präsentation. Die narrative Erzählweise ist zwar eine nette Idee, aber das Durchklicken durch die Seiten eines illustrierten Buches ist mir eindeutig zu wenig. Müsste ich jetzt eine Nacherzählung der Story schreiben, ich hätte mit echten Wissenslücken zu kämpfen, da mich die Geschichte etwa ab der Halbzeit nicht mehr wirklich interessiert hat. Dazu kommt noch, dass es bis auf die Erzählerin keinerlei Sprachausgabe gibt. Hier verschenkt man leider viel Potential. Und obwohl auch die Steuerung nicht immer perfekt funktioniert, bietet Moss ingesamt gesehen ein tollen VR-Erlebnis, auch wenn die technischen Möglichkeiten nie ganz ausgereizt werden und sich die Abwechslung und Interaktionsmöglichkeiten stark in Grenzen halten.

FAZIT

Auch wenn ich nicht unbedingt ein großer Tierfreund bin, aber in die kleine Mäusedame Quill habe ich mich auf Anhieb verliebt. Selten hat es ein Spiel geschafft, dass ich so schnell eine emotionale Bindung zum meinem Charakter aufgebaut habe, wie  Moss. Leider kann die restliche Welt da nicht mithalten. Auch wenn die Rätsel mit zunehmendem Spielfortschritt mmer kniffeliger werden, auf Dauer fehlt es einfach an Abwechslung und nachdem ich die Schlange Sarffog besiegt hatte, kam das Ende nach etwa drei Stunden doch etwas abrupt. Irgendwie hatte ich danach das Gefühl, lediglich den, etwas unnötig in die Länge gezogenen, ersten Spielabschnitt eines größeren Abenteuers gespielt zu haben. Dementsprechend würde ich mich natürlich über ein Wiedersehen mit Quill sehr freuen, dann aber mit einer etwas besseren Erzählstruktur, mehr Interaktionsmöglichkeiten und einem deutlich interessanterem Gegner-Design sowie spannenderen Boss-Kämpfen. Zumindest die Anmerkung am Schluss, dass es das Ende von Buch eins ist, lässt zumindest schon einmal hoffen.

Was ist Moss? Virtuelles Actionadventure, in dem man einer entzückenden, kleinen Mäusdeame hilft, ihren Onkel wiederzufinden.
Plattformen: PSVR
Getestet: PS4
Entwickler / Publisher: Polyarc / Sony Interactive Entertainment
Release: 27. Februar 2018
LinkOffizielle Webseite

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