Ni No Kuni 2: Schicksal eines Königreichs im Test
GRAFIK 5
SOUND 4
HANDLING 5
SPIELDESIGN 4
MOTIVATION 4

Ni No Kuni 2: Schicksal eines Königreichs ist ein würdiger Nachfolger seines Vorgängers. Man merkt zu keiner Zeit den Weggang des Studio Ghibli. Sowohl optisch als auch in Form der Geschichte bewegt es sich in alter Tradition des legendären Zeichentrickfilmstudios.

Roland und Evan sind zwei sehr liebenswerte Figuren denen man gerne folgt. Wenn ihr den Vorgänger mochtet, ein Herz für die Studio Ghibli Filme habt und in eine wundervolle Welt abtauschen wollt, dann führt kein Weg an Ni No Kuni 2: Schicksal eines Königreichs vorbei.

Summary 4.4 geil
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Ni No Kuni 2: Schicksal eines Königreichs im Test

2013 fand Ni No Kuni: Der Fluch der Weißen Königin den Weg auf die europäischen PS 3 Konsolen. Der von Level 5 entwickelte Titel verzauberte den Spieler mit der Magie der Werke von Studio Ghibli. Das legendäre Zeichentrickfilmstudio (Mein Nachbar Totoro, Prinzessin Mononoke) lieferte Grafik und Animationen für die tragische und berührende Geschichte des kleinen Olivers. Jetzt, fünf Jahre später, folgt mit Ni No Kuni 2: Schicksal eines Königreichs eine Fortsetzung. Das Abenteuer von Roland und dem Kindkönig Evan wurde wieder von Level 5 entwickelt, doch musste diesmal auf offizielle Unterstützung von Studio Ghibli verzichten. Kann die Fortsetzung trotzdem wieder mit alten Stärken punkten?

Am Anfang war die Bombe

Roland, Präsident der Vereinigten Staaten, ist auf den Weg in eine nicht näher genannte Großstadt. Er scheint in seinen Gedanken verloren, als er aus seinen Augenwinkeln etwas am Himmel bemerkt. Etwas das fast lautlos über seinen Kopf in Richtung der Millionenmetropole fliegt. Hilflos muss er zusehen wie jenes Etwas einer gigantischen Explosion weicht und die Existenz von Millionen in Sekunden beendet. Der Präsident liegt verwundet im Schatten eines gewaltigen Atompilzes als er sein Bewusstsein verliert und – im wahrsten Sinne des Wortes – verschwindet.

Roland findet sich in einer märchenhaften Stadt namens Katzbuckel wieder. Welche von dem gutmütigen und großherzigen Kindkönig Evan regiert wird. Evan ist noch sehr unerfahren, da er erst vor kurzem den Platz seines plötzlich verstorbenen Vaters eingenommen hatte. Diese Tatsache nutzen destruktive Kräfte in der Gefolgschaft des Königs um gegen Evan zu putschen. Roland – der übrigens feststellen musste, dass er sich in einer 20 Jahre jüngeren Version seiner selbst befindet – rettet dem Jungen mit der Mädchenfrisur und den Katzenohren das Leben. Gemeinsam gelingt ihnen die Flucht aus dem Schloss. Noch wissen beide nicht, dass sie erst ganz am Anfang eines Abenteuers stehen, welches die Gründung eines Königreiches voller Glück und Freude zum Ziel hat.

Manch einer mag vielleicht gerade mit der Spoiler-Fahne wehen, doch kann ich beruhigen: die oben geschilderten Ereignisse nehmen nur die ersten fünf bis zehn Minuten der knapp 20 Stunden langen Hauptstory von Ni No Kuni 2: Schicksal eines Königreichs ein.

Die Geschichte von Ni No Kuni 2: Schicksal eines Königreichs wird mit sehr viel Herz und liebenswerten Figuren erzählt. Trotz der kindlichen und stellenweise zuckersüßen Präsentation bietet die Handlung einige sehr düstere Elemente und Facetten. Sei es die Tatsache, dass eine komplette Stadt durch eine Atombombe ausgelöscht wird, oder, dass Roland (bösartige) humanoide Mäuse eiskalt mit einer Handfeuerwaffe  erschießt. Evans Ziel – die Weltherrschaft – mag auf den ersten Blick auch fragwürdig erscheinen. Allerdings verfolgt er dieses Ziel nicht aus Machtversessenheit und zur Auslebung autokratischer Neigungen. Nein, seine ehrliche Motivation ist es eine Welt zu schaffen in der alle Menschen glücklich sind. Da helfen wir ihm doch gerne dabei!

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Tolles und intuitives Kampfsystem

Das Kampfsystem von Ni No Kuni 2: Schicksal eines Königreichs  gestaltet sich außerordentlich dynamisch. Die in Echtzeit ablaufenden Kämpfe bieten Variationsmöglichkeiten aus leichten und schweren Nahkampfattacken, Fernkampf (je nach Figur mit Bogen, Handfeuerwaffe, oder Magie) und Spezialangriffe. Jede Figur kann bis zu vier Spezialangriffe auf einmal ausrüsten. Ni No Kuni 2: Schicksal eines Königreichs  bietet hierbei allerdings einen interessanten Kniff: die Stärke der Spezialangriffe ist direkt mit der Aufladung der ausgerüsteten Waffe verbunden. Man mag jetzt sagen, dass es sich hierbei um eine Standartfunktion bei Action – RPGs handelt. Allerdings würde man mit dieser Aussage nur teilweise recht behalten. Im Vergleich zu ähnlichen Systemen ist es in Ni No Kuni 2: Schicksal eines Königreichs nämlich möglich einer Figur bis zu drei Nahkampfwaffen auf einmal auszurüsten. Dadurch entsteht ein interessanter Drive. Ich lade eine Waffe mit Kombos bis zum Maximum auf, wechsle durch Betätigung der L2 Taste (PS4) im Kampf fliesend auf die nächste und hau dann bei Bedarf meine Spezialattacken raus. Es ist möglich bei jedem Ladungsstand der Waffe Spezialattacken zu verwenden, allerdings entfalten sie erst bei 100% Waffenaufladung ihr komplettes Zerstörungspotenzial. Da es auch möglich ist per Steuerkreuz jederzeit zwischen jeden der maximal drei Gruppenmitglieder zu wechseln entsteht eine sehr schöne Dynamik im Kampf.

Ein interessantes Detail ist auch der Kampfequalizer. In diesem können wir mit gesammelten Punkten Perks für Immunitäten und Schaden freischalten.

Damit man im Kampf nicht die Oberhand verliert, steht dem Spieler zusätzlich eine Armee knuffiger Knuffis zur Seite. Diese super süßen Elementargeister unterstützen uns im Kampf tatkräftig. Sie führen autonom Angriffe durch, oder Greifen uns z.B. mit generierten Schutzschilden und die Arme. Spezialattacken der kleinen Helfer lassen sich allerdings nur manuell aktivieren.

Streng betrachtet sind die Kämpfe auf Dauer vielleicht zu etwas zu einfach. Eine Möglichkeit den Schwierigkeitsgrad anzupassen wird daher schmerzlich vermisst.

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Super abwechslungsreiches Gameplay

Einer der größten Stärken von Ni No Kuni 2: Schicksal eines Königreichs ist der gelungene Mix aus diversen Genres der Computerspiellandschaft. Zum Beispiel gestaltet sich der Aufbau des eigenen Königreichs als  Aufbausimulation. Man errichtet Gebäude, sammelt Ressourcen, forscht für neues Material (oder Zauber) und so weiter. Daraus ergeben sich für die Gruppe bei richtigen Management diverse Vorteile wie z.B. höhere Raten zum finden seltener Ausrüstung. Da die einzelnen Aspekte gut ineinander greifen motiviert das Hegen und Pflegen unseres Königreichs ungemein. Um optimale Ergebnisse zu erzielen sollte man darauf achten seine Bürger gemäß ihren Werten und Talenten der richtigen Arbeitsstellung zuzuweisen. Ein Bäcker wird sich als Jäger deplatziert fühlen.

Auch sehr viel Spaß machten mir die Schlachtfeldeinsätze. Darin sammelt Evan bis zu vier Einheiten um sich und geht dabei Räubern ans Leder, wehrt Angriffe ab, oder nimmt feindliche Stellungen ein. Diese Scharmützel folgen dem Scheren-Stein-Papier-Prinzip. Damit es nicht zu leicht wird ist geschicktes Ressourcenmanagement gefragt. Hat man das Prinzip einmal im Blut spielen sich die Schlachtfeldeinsätze angenehm kurzweilig und sind eine schöne Abwechslung.

Etwas enttäuschend fand ich die Weltkarte von Ni No Kuni 2: Schicksal eines Königreichs. Während die Gebiete in denen die Haupt- und Nebenquests spielen sehr detailliert und dicht inszeniert sind, fällt die „Openworld“ von Ni No Kuni 2: Schicksal eines Königreichs sehr leer aus. Es gibt zwar etwas zu erkunden – manche Gebiete lassen sich zum Beispiel erst erreichen wenn man im Magielabor des Königreichs den richtigen Zauber entwickelt hat – allerdings entwickelte es für mich nie den Sog der Story- und Missionsgebiete.

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Ein Fest für Augen und Ohren

Die Technik von Ni No Kuni 2: Schicksal eines Königreichs kann sich sehen lassen. Die Zeichentrick-Optik fängt den Stil der großen Vorbilder von Studio Ghibli wunderbar ein. Sowohl die Charaktere als auch die Gebiete sind mit sehr viel Liebe gezeichnet worden. Mir ist bewusst, dass wir in einem Zeitalter der Grafikmonster mit Format eines The Witcher 3 leben. The Witcher 3 würde von mir auf dem PC eine 5/5 Punktewertung bekommen. Ni No Kuni 2: Schicksal eines Königreichs kann sich vielleicht im direkten Vergleich nicht messen, aber ich halte mir vor Augen was das Ziel des Spiels ist: ein spielbarer Ghibli-Film. Diese Aufgabe hat Ni No Kuni 2: Schicksal eines Königreichs für mich durch und durch erfüllt daher bekommt es von mir im Bereich der Grafik auch die Höchstwertung.

Der Soundtrack den Ni No Kuni 2: Schicksal eines Königreichs bietet hat Ohrwurmpotential. Mich haben die Melodien verzaubert und auch lange nach dem spielen weiter verfolgt.

Etwas schade finde ich, dass das Spiel nur teilweise vertont ist. Nur in den größeren Zwischensequenzen wurden die Dialoge komplett eingesprochen. Etwas schleierhaft finde ich auch die deutschen Untertitel. Diese übersetzen das gesprochene Englisch sehr frei und entfernen sich teilweise massiv von dem was gerade gesprochen wurde.

Intuitive Steuerung

Die Steuerung von Ni No Kuni 2: Schicksal eines Königreichs gestaltete sich auf der PS4 als sehr intuitiv. Nach einer kurzen Einarbeitungsphase ging mir die Steuerung locker von der Hand. Auch der fliegende Wechsel von Waffen und Spielfiguren funktioniert fast wie von selbst.

FAZIT

Ni No Kuni 2: Schicksal eines Königreichs ist ein würdiger Nachfolger seines Vorgängers. Man merkt zu keiner Zeit den Weggang des Studio Ghibli. Sowohl optisch als auch in Form der Geschichte bewegt sich Ni No Kuni 2: Schicksal eines Königreichs in alter Tradition des legendären Zeichentrickfilmstudios. Roland und Evan sind zwei sehr liebenswerte Figuren denen man gerne folgt. Trotz der kindgerechten Animation geht es manchmal sehr brutal zu. Es werden Städte zerstört, Widersacher kaltblütig erschossen und auch Morddrohungen werden unverblümt ausgesprochen.

Im Kern ist Ni No Kuni 2: Schicksal eines Königreichs ein Action-RPG, welches mit allen Stärken des Genres aufzutrumpfen weiß. Die Kämpfe gestalten sich dynamisch und bieten trotz der Action noch genug taktische Elemente. Manchmal sind die Kämpfe vielleicht etwas zu leicht und ein einstellbarer Schwierigkeitsgrad wäre durchaus nett gewesen. Meinen Spaß hatte ich beim schnetzeln trotzdem. Interessant ist, dass sich Ni No Kuni 2: Schicksal eines Königreichs  bei fortschreitender Spielzeit als unterhaltsamer Genre-Mix entpuppt. Der Aufbau des eigenen Königreichs ist als sehr motivierende Aufbausimulation gestaltet. Auch die nachdem Schere-Stein-Papier-Prinzip gestalteten Schlachtfeldeinsätze funktionieren für mich als nette Abwechslung für zwischendurch. Abschließend kann ich sagen, dass ich meine Zeit gerne in dieser Welt verbracht habe. Ni No Kuni 2: Schicksal eines Königreichs bietet viele Momente mit Herz, Humor und Epik. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass manche Figuren sehr blass bleiben, oder eine seltsam freie Übersetzung des gesprochenen englischen Textes. Wenn ihr den Vorgänger mochtet, ein Herz für die Studio Ghibli-Filme habt und in eine wundervolle Welt abtauschen wollt, dann führt kein Weg an Ni No Kuni 2: Schicksal eines Königreichs  vorbei.

Was ist Ni No Kuni 2: Schicksal eines Königreichs? Nachfolger von Ni No Kuni: Der Fluch der Weißen Königin, ganz im Stil des legendären Zeichentrick-Studios Ghibli.
Plattformen: PS4, PC
Getestet: PS4
Entwickler / Publisher: LEVEL- 5
Release: 23. März 2018
LinkOffizielle Seite

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