Oh…Sir!! The Insult Simulator im Kurztest
GRAFIK 2
SOUND 2
HANDLING 4
STORY 2
MOTIVATION 5

Oh…Sir!! ist ein minimalistisches, aber vor allem im Multiplayer und für Freunde des britischen Humors, durchaus empfehlenswertes Spielchen zum absoluten Sparpreis. Ohne recht guter Englischkenntnisse geht hier allerdings gar nichts

Summary 3.0 stark
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Oh…Sir!! The Insult Simulator im Kurztest

Kann sich noch jemand an die Beschimpfungsduelle aus Monkey Island erinnern? Nun, die Jungs von Vile Monarch in Polen können. Die haben nämlich im Zuge eines Gamejam-Events und in nur 42 Stundeneinen Beschimpftungs-Simulator gebastelt. Da die Idee wirklich gut angekommen ist, haben sie dieen noch etwas verfeinert und das ganze mittlerweile auf so ziemlich allen Plattformen unter dem Titel Oh…Sir!! The Insult Simulator veröffentlicht.

Round one, fight!

Wie soll man sich eine Beschimpfungs-Simulation denn nun vorstellen? Ein bisschen wie Street Fighter, könnte man sagen. Die beiden Kontrahenten stehen sich in einer der auswählbaren Stages gegenüber und tragen ihre Meinungsverschiedenheiten aus. Nur eben nicht mit Schlägen, sondern mit möglichst pointierten Beschimpfungen und Beleidigungen. In der Mitte des Schirms ist ein Pool aus Satzfetzen, Bindewörtern und Ausrufen zu finden. Aus diesen suchen sich dann beide Gegenspieler abwechselnd ihre Wunsch-Unflätigkeiten heraus und setzten so vollständige, möglichst bösartige Sätze zusammen.

Dabei ist allerdings Vorsicht geboten, denn Phrasen die bereits vom Gegner benutzt werden, stehen nicht mehr zur Verfügung. Man läuft also immer Gefahr, plötzlich mitten in seiner wunderbar ausgedachten Flegelei ohne den so passenden Abschluss dazustehen. Schaden kann man nämlich nur mit vollständigen und grammatikalisch korrekten Sätzen anrichten. Es gilt also immer abzuwägen, ob man lieber eine kurze, aber dafür sichere Beschimpfung vom Stapel lässt, die nur wenig Schaden anrichtet, oder lieber auf lange und komplexe Tiraden setzt. Die können zwar verheerenden Schaden anrichten, man läuft damit aber immer Gefahr plötzlich ohne Fortführung dazustehen.

Als einziges Hilfsmittel stehen jedem Spieler zwei persönliche Phrasen zur Verfügung, auf die nur er selbst zugreifen kann. Diese sind per Zufall ausgewählt und daher nicht immer hilfreich. Mit Hilfe eines Schlucks Tee (zur Beruhigung) kann man sich einmal pro Runde vom Zufallsgenerator zwei weitere neue Phrasen zuweisen lassen. Und so wirft man sich Bösartigkeiten an den Kopf bis einem der beiden Gegner die Energie zum Streiten ausgeht.

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Dieser Papagei ist tot!

Mit einer Story kann Oh…Sir!! The Insult Simulator nicht dienen. Einzig die Stages bieten ein kleines Einleitungsgespräch, dass uns die Ursache des auszutragenden Streits mitteilt. Zudem gibt es zu der Handvoll auswählbarer Charaktere eine kleine Hintergrundgeschichte, die dann auch im Spiel seine Auswirkungen hat. Jeder Charakter reagiert nämlich auf ein Thema ganz besonders empfindlich. Während die alte Dame zum Beispiel Bemerkung über ihr Alter oder ihr baldiges Ableben so gar nicht zum Lachen findet, mag es der Arbeiter wiederum gar nicht auf sein geringes Einkommen angesprochen zu werden.

Das ganze fühlt sich wie ein Sketch von Monty Python an. Die Satzgebilde die man baut sind durchwegs very british und auch wenn viele davon tatsächlich recht beleidigend sind, werden sie niemals vulgär. Überhaupt ist ganz klar wo die Entwickler ihre Inspiration herhaben. Eine der Stages spielt sogar in jener legendären Tierhandlung und der Grund des Streites ist…richtig, ein toter Papagei. Leider reicht es nicht, Fan des britischen Humors zu sein, um dieses Game in vollen Zügen genießen zu können, denn ohne gehobene Englisch-Kenntnisse entgeht einem nicht nur der nuancierte Witz, das Spiel bestraft auch grammatikalisch falsch gebaute Sätze.

Neben einem Trainingsmodus gibt es für Solo-Spieler nur das Tournament, welches aus 5 aufeinanderfolgenden „Kämpfen“ besteht die es zu gewinnen gilt. Interessanter wird das Ganze im Multiplayer. Sowohl vor dem Gerät als auch per Internet kann man sich mit anderen Schimpfduelle liefern, was dann auch den meisten Spaß macht.
Wenn man den technischen Aspekt von Oh…Sir!! betrachten, merkt man recht schnell warum das Spiel, abhängig von der Plattform auf der man es spielt, nur rund 3€ kostet. Simpelste Grafik, die mein alter C64 locker auch zustande brächte und Beschimpfungen die von einem Sprachprogramm vorgetragen werden sind nicht gerade State oft he Art. Dafür wird die Sache in einem schrullig, abstrakten Stil präsentiert, der abermals stark an Monty Python erinnert.

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Fazit

Jeder, der britischen Humor im Allgemeinen und Monty Python im Speziellen mag, kann hier getrost zugreifen und wird mit Oh…Sir!! The Insult Simulator seinen Spaß haben. Auch wenn dieser nicht allzu langen anhalten wird, da sich die verwendeten Phrasen und Sätze dann doch recht bald wiederholen. Im Multiplayer gegen Freunde macht das Spiel aber trotzdem längerfristig Spaß. Zudem darf man bei einem Preis von rund 3€ keine allzu großen Ansprüche stellen. Gutes Englisch ist allerdings leider eine Grundvoraussetzung, um das Spiel genießen zu können.

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