Onrush im Test
GRAFIK 4
SOUND 3
HANDLING 5
SPIELDESIGN 4
MOTIVATION 3

Auch wenn das Geschwindigkeitsgefühl mit dem von Motorstorm durchaus vergleichbar ist und das Teamplay mindestens genauso wichtig ist, wie bei Rocket League, spielerisch geht es bei Onrush aber in eine komplett andere Richtung. Der innovativen Ansatz bringt zwar frischen Wind in das Genre und macht auch sehr viel Spaß, aber es sind die kleineren Mängel in der Umsetzung, sowie der geringe Spielumfang, die eine höhere Wertung verhindern

Summary 3.8 stark
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Onrush im Test

Onrush ist kein Rennspiel im klassischen Sinn. Auch Arcade-Racer wäre keine treffende Beschreibung, geht es doch nicht darum als erster die Ziellinie zu überqueren oder die schnellsten Runden zu absolvieren, sondern vielmehr darum die Gegner von der Strecke zu drängen. Chaos und Zerstörung sind also Kernelemente von Onrush und dazu kommt noch eine große Portion Teamwork. Eine sehr ungewöhnliche Mischung, die aber im Test einen hohen Spaßfaktor aufweisen konnte.

Stellt euch vor ihr spielt einen Third-Person Shooter, aber anstatt in die Rolle eines humanoiden Charakters zu schlüpfen, steuert ihr ein Fahrzeug. Dann tauscht ihr noch die Arenen und Maps gegen vorgegebene Rennstrecken und nehmt zusätzlich auch noch die Waffen aus dem Spiel. Okay spätestens mit dem letzten Punkt hinkt der Vergleich gewaltig, dennoch hat Onrush viel mehr Gemeinsamkeiten mit einem Shooter, als mit Vertretern aus dem Rennspielgenre – vor allem da der Fokus auf die Duelle zwischen zwei Teams diesen Aspekt noch mehr hervorhebt. Bei jedem Spiel kämpfen zwei Sechser-Teams um den Sieg und,  wie eingangs erwähnt, geht es dabei so gut wie nie darum, wer am schnellsten die Rennstrecke dahinbrettert. Viel mehr versucht man die Gegner zu touchieren und diese dadurch in ein Hindernis zu bugsieren. Oder man hält nach einer Sprunggelegenheit Ausschau und landet dann am Dach eines Kontrahenten. Ein Totalschaden gilt dann als sogenannter Takedown, der in der Regel eine kurze Auszeit mit anschließendem Respawn zur Folge hat.

Zusätzlich zu den insgesamt zwölf Kombattanten befindet sich eine nicht näher definierte und schier unendliche Anzahl an weiteren Fahrzeugen auf der Strecke. Dieses „Kanonenfutter“ kann mit relativ harmlosen Attacken eliminiert werden. Solche Aktionen, aber auch bestimmte Fahrmanöver wie Sprünge, riskantes Fahren, diverse Tricks, füllen die Nitro-Boost-Leiste auf. Zündet man diesen, erhält man nicht nur einen Geschwindigkeitsschub, sondern man kann damit auch eine der Spezialfähigkeiten des Vehikels aktivieren.

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Fahrzeuge und Spielmodi

Insgesamt stehen dem Spieler acht verschiedene Fahrzeuge zur Auswahl, angefangen von Motocross-Bikes, über schnellere Sportflitzer bis hin zu bulligen Off-Road Trucks. Diese unterscheiden sich nicht nur im Aussehen, sondern haben natürlich auch jeweils sehr individuelle Eigenschaften und Fähigkeiten. Motorräder sind zwar flink und wendig, halten dafür aber nur sehr wenig aus. Will man seine Gegner aber rammen, ist ein möglichst großes und dafür etwas schwerfälligeres Fahrzeug die bessere Wahl. Neben diesen Standard-Eigenheiten haben die Vehikel individuelle Skills, die so etwas wie das Pendant zu den Klassen in Ego-Shootern darstellen. Manche versorgen etwa die eigenen Team-Kollegen mit Rush, wenn sich diese in der Nähe befinden, andere hinterlassen eine Feuerspur wenn sie den Boost zünden und wieder andere können Energie-Barrieren aufbauen, mit denen sie die Kontrahenten verlangsamen. Genauso wie in einem klassenbasierten Shooter kommt es vor allem auf eine ausgewogene Mischung der verschiedenen Fahrzeuge, sowie auf effektives Teamplay an, um zu gewinnen.

Bei den Spielmodi kommt „Countdown“ einem klassischen Rennen am nächsten. Hier fährt man gegen einen immer kleiner werdenden Zeitzähler, wobei jedoch durch das erfolgreiche Passieren der auf der Renestrecke verteilten Tore wieder ein paar Sekunden auf diesem Zähler gutgeschrieben werden. Jenes Team, dessen Countdown als erstes abgelaufen ist, verliert. In Overdrive gibt es Punkte für das Zünden des Boosts und die Spielmodus Switch ist eine Art Elimination-Rennen, in dem jeder Spieler quasi „drei Leben“ hat. Gewinner ist jenes Team, das als letzter noch aktive Fahrer im Rennen hat. Der vierte Modus Lockdown ist mehr oder weniger eine King of the Hill Variante, in dem nur jenes Team Punkte bekommt, von dem mehr Mitglieder im Inneren eines Lichtkegels fahren.

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Wenig Solo, geringer Umfang

Natürlich verfügt Onrush auch über eine Singleplayer-Kampagne, die dient aber eher als eine Art Tutorial und für das Freispielen von neuen Features sowie kosmetischen Schnickschnack. Insgesamt bietet das Spiel vor allem für Solisten nicht wirklich viel Inhalt. Zwölf Rennstrecken sind zwar okay, aber für eine höhere Langzeitmotivation eindeutig zu wenig. Selbst Mehrspieler-Fans kommen aktuell noch nicht ganz auf ihre Kosten. Die bereits vorhanden Online-Funktionen funktionieren zwar schon sehr gut, aber unter dem Menüpunkt Ranked Matches prangt selbst einen Monat nach dem Release noch immer der Schriftzug „Coming soon“. Leider wird auch komplett auf einen Split-Screen Modus verzichtet. Gerade hier verschenkt Onrush sehr viel Potential, denn die actiongeladenen Rennen wären nahezu prädestiniert für lokale Mehrspieler-Partien. Andererseits würde es zu zweit oder zu viert vermutlich wenig Laune machen und man wäre erneut auf die Hilfe der KI-Farzeuge oder Online-Mitspieler angewiesen.

Wer gerne alleine spielen will, der muss sich nicht nur mit einem wesentlich geringeren Spaßfaktor abfinden, sondern sich dazu auch noch mit seinen KI-Kameraden rumschlagen. Gerade hier ist das Niveau sehr unausgewogen, denn manchmal muss man nur sehr wenig zum Erfolg beitragen und das eigene Team gewinnt trotzdem und dann ärgert man sich vor allem im Modus Lockdown darüber, wenn ein Kollege partout nicht innerhalb des Lichtkegels fahren will. Ansonsten ist die technische Umsetzung gut gelungen. Das Geschwindigkeitsgefühl ist toll, die Steuerung einfach sowie präzise und die visuelle Präsentation trotz einiger Übersichtsprobleme sehr hübsch. Die Soundkulisse bietet dagegen Standardkost und die Musikuntermalung ist zwar stimmig, aber sicherlich Geschmackssache.

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FAZIT

Normalerweise reiche ich Rennspiele ungesehen an unseren Johannes weiter, aber als gut informierter Gamer schaut man dann doch ab und zu über den Tellerrand und bei so einem Blick entdeckt man dann den einen oder anderen Titel, den man normalerweise nicht am Radar hat. So geschehen mit Onrush. Spiele wie Motorstorm oder auch Rocket League sind bei mir zwei Fixstarter bei jeder spaßigen Zockersession mit Freunden und der ungewöhnliche Racer von Codemasters vermittelte mit den ersten Bildern den Eindruck, eine interessante Kombination dieser beiden Spiele zu sein. Aber auch wenn das Geschwindigkeitsgefühl mit dem von Motorstorm durchaus vergleichbar und das Teamplay mindestens genauso wichtig ist, wie bei Rocket League, spielerisch geht es aber in eine komplett andere Richtung. Mit dem neuen Ansatz bringt Onrush zwar frischen Wind in das Genre und bietet auch durchwegs kurzweiligen Spielspaß, aber es sind die kleineren Mängel in der Umsetzung, sowie der geringe Spielumfang, welche eine höhere Wertung verhindern. Perfekt geeignet für kurzweilige Renn-Sessions, vor allem im Online-Mehrspieler, aber aktuell bedarf es noch etwas Feinschliff, damit aus dem vorhandenen Potential ein Spiel wird, welches auch längerfristig zu unterhalten vermag. Derzeit ist vor allem für Solisten leider sehr schnell die Luft draußen, was dann für ein Vollpreis-Spiel doch zu eindeutig wenig ist.

Was ist Onrush? Arcade-Racer mit Fokus auf teambasierende Online-Duelle.
Plattformen: PC, PS4, Xbox One
Getestet: Version 2.0 auf PS4
Entwickler / Publisher: Codemaster / Deep Silver
Release: 05. Juni 2018
LinkOffizielle Webseite

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