The Persistence im Test
GRAFIK 4
SOUND 5
HANDLING 3
SPIELDESIGN 3
MOTIVATION 4

The Persistence verspielt durch seine fehlende Move-Controller-Steuerung ein wenig an Immersion, macht mit seiner tollen Atmosphäre und dem spaßigen Upgrade-System jedoch vieles wieder wett. Wer Sci-Fi-Horror mag und sich von vielen In-Game-Toden nicht abschrecken lässt, sollte sich den Titel unbedingt mal ansehen

Summary 3.8 stark
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The Persistence im Test

Spätestens seit der VR-Version von Resident Evil 7 wissen wir: VR-Horrorgames sind definitiv nicht für jedermann (oder jede Frau). The Persistence liefert uns nun einen weiteren Titel, der euch die Haare zu Berge stehen lassen und eure Herzfrequenz gezielt in die Höhe treiben wird …

Ein Schiff voller Zombies

… oder so ähnlich. Die Ausgangslage in The Persistence ist folgende: Euer Schiff ist durch nicht ganz ersichtliche Gründe zu nahe an ein schwarzes Loch geraten und von der Crew hat bloß ein einziges Mitglied überlebt: Serena Karim, die Bord-Technikerin. Dank ihrer Fähigkeiten gelingt es ihr, auch euch, Zimri Eder, einen neuen Körper zu klonen – und so erwacht ihr in einem Schiff voller toter Besatzungsmitglieder. In einem kurzen Gespräch erläutert euch Serena, dass durch die Nähe zu dem schwarzen Loch, das sich euch eindrucksvoll durch das Panoramafenster vor euch präsentiert, alle bis auf eine Klon-Maschine verrückt spielen und mutierte, verunstaltete Kreaturen ausspucken, die der Crew nicht gerade freundlich gesonnen waren. Eure einzige Chance: Euch durch die Nicht-Zombie-Horden zu kämpfen, den Antrieb der Persistence wieder in Gang zu bringen und dem Gravitationsfeld des schwarzen Lochs zu entfliehen. Leichter gesagt, als getan …

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Um eure Mission erfolgreich zu beenden, müsst ihr auf insgesamt vier Decks jeweils eine Aufgabe lösen. Was die Sache erschwert: Der Einfluss des schwarzen Lochs schickt euch nicht nur monsterhafte Humanoide auf die Fersen, er sorgt auch dafür, dass sich die Module des Schiffs immer wieder neu zusammenstellen, was bedeutet, dass die Raumanordnung bei jedem Teleport auf die entsprechende Ebene anders ist – gut in Sachen Wiederspielwert, weniger gut in Sachen Orientierung, weshalb ihr von Anfang an eine Karte erhaltet, auf der euch das jeweilige Deck mitsamt aller Räume, Replikatoren für Waffen, Rüstungen und mehr sowie Vorratskisten für besondere auffindbare Items angezeigt wird.

Klonen macht Freude

Wo wir gerade bei Waffen und mehr sind: The Persistence bezeichnet sich selbst als Stealth Game und gerade am Anfang solltet ihr auch unbedingt auf Schleichen und das leise Ausschalten der Weltraum-Monster bauen, denn schon nach mehreren Schlägen ist Schluss mit euch. Der einzige Lichtblick: Sterbt ihr – und das werdet ihr, und das nicht zu selten –, erhaltet ihr einen neuen Klon und beginnt die jeweilige Ebene (mit neuer Raumanordnung) wieder von vorne. Während eurer Erkundungstouren sammelt ihr dabei neben Heil-Kits auch Stammzellen (schaltet ihr einen Klon unbemerkt von hinten aus, könnt ihr diese auch aus ihm extrahieren), FAB-Chips sowie Erebus Token. Während ihr die beiden letzteren dafür nutzt, um neue Waffen, Hilfs-Items und Weiteres freizuschalten und dann an strategisch verteilten Replikatoren zu fabrizieren, könnt ihr die Stammzellen dafür nutzen, die Werte eurer Klone zu verbessern – etwa den Stealth-Wert, die Lebensenergie oder Angriffsstärke.

Klone? In Mehrzahl? Ganz genau, denn im Laufe der Story werdet ihr auch immer wieder auf Räume treffen, in denen spezielle Tote auf euch warten – andere gemeuchelte Crew-Mitglieder, die ihr in eure Klon-Datenbank aufnehmen und mit denen ihr dann anstatt Zimri losziehen könnt. Jeder von ihnen hat dabei spezielle Fähigkeiten, die ihr nutzen dürft – jedoch könnt ihr nach eurem Ableben bloß Zimri kostenfrei neu klonen. Alle anderen Klone kosten FAB-Chips.

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Nichts für schwache Nerven

Entscheidend für ein VR-Game ist aber nicht nur das eigentliche Gameplay, sondern vor allem auch die Atmosphäre, und hier spielt The Persistence im oberen Mittelfeld mit: Gesteuert werden eure Kampfklone einzig mittels Dualshock-Controller – die Move Controller dürfen leider nicht eingesetzt werden, was bedeutet, dass ihr nach nichts greifen und eure Waffen leider auch nicht mittels Bewegungssteuerung zielen und feuern könnt. Stattdessen hebt ihr Gegenstände auf, indem ihr euren Blick auf sie richtet, und zielt/schießt per traditionellem Anvisieren mit dem Fadenkreuz. Was hier ein wenig an Immersion nimmt, macht der Rest aber zum Großteil wieder wett: Für die Bewegung eures Charakters könnt ihr zwischen mehreren Modi – von VR-Anfänger bis VR/Shooter-Veteran – wählen oder euch euren ganz eigenen Modus zusammenstellen, in dem ihr zwischen flüssiger Bewegung und Teleportation wählt, festlegt, wie schnell ihr rotieren könnt, und mehr. Auf diese Weise sollte jeder seine bevorzugten Einstellungen festlegen können – es sei denn, ihr seid wie ich jemand, der gerne mit invertierter Kamera-Achse spielt; diese Option gibt es nämlich leider nicht.

Zusätzlich zu den angenehm vielen Einstellungsmöglichkeiten in Sachen Steuerung kommt, dass das Spiel mit toller Präsentation auftrumpft: Grafisch mag The Persistence zwar nicht in der höchsten VR-Liga mitspielen, was geboten wird, passt jedoch zum Setting und erfüllt seinen Zweck. Wirklich gruselig wird es jedoch durch den Top-Sound: Vom Krächzen der Metallhülle im verlassenen Schiff über das Schleifen, Schlurfen und Stöhnen der durch die Gänge wandernden Klone bis hin zum Knistern elektrischer Bodenplatten, die euch gefährlich werden können – die Persistence is voll von Geräuschen, die man alleine auf einem Schiff voller Monster lieber nicht hören möchte und die euch die Gänsehaut auftreiben werden.

Wer sich nicht allzu lange mit Ressourcenjagen und Zusatz-Klon-Templates-Finden beschäftigt, der kann The Persistence in knapp 10 Stunden durchspielen. Die Story ist bis zum Schluss spannend, endet jedoch schließlich etwas abrupt und nicht ganz so zufriedenstellend, wie sie es hätte tun können. Generell wirkt es, als hätte man in die letzten Spielstunden etwas weniger Mühe gesteckt als in den Beginn, aber das soll euch nicht davon abhalten, den Titel dennoch durchzuspielen – dank zusätzlichem Survival Mode womöglich sogar öfter als einmal.

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FAZIT:

Ich liebe Horrorgames und ich liebe VR – insofern musste ich The Persistence auch ausprobieren, und alles in allem wurde ich gut unterhalten. Die Atmosphäre auf dem Klon-Zombie-überlaufenen Schiff reißt mit und obwohl ich mir doch gewünscht hätte, die Move Controller nutzen zu können, funktioniert das Gameplay so, wie es ist, einwandfrei. Die Jagd nach Ressourcen, um immer mehr Upgrades und Waffen freischalten zu können, macht Spaß und auch bei den Waffen selbst hat man sich so manchen kreativen Effekt einfallen lassen (beispielsweise könnt ihr mit der Ivy Gun Klone so betören – man lese: ihr knallt sie damit ab –, dass sie euch fortan verliebt mit ihrem Leben verteidigen, anstatt hinter dem euren her zu sein), nur beim Gegner-Design hätte man auf etwas mehr Abwechslung setzen können. Wer starke Nerven hat, Sci-Fi mag und sich vor vielen – wirklich vielen – Toden nicht scheut, dem wird wohl auch The Persistence gefallen.

Was ist The Persistence? VR-Horror-Stealth-Game-slash-Shooter mit netter Atmosphäre.
Plattformen: PS4
Getestet: PS4-Version
Entwickler / Publisher: Firesprite / Sony
Release: 24. Juli 2018
LinkOffizielle Webseite

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