PlayLink im Test
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PlayLink heißt das neue Zauberwort, mit dem Sony auch Casual Gamer zur Playstation locken will. Statt zusätzliche, teure Hardware zu kaufen, wie etwa ein Mikrofon oder einen Buzzer, soll man ganz einfach sein Tablet und Handy als Eingabegerät verwenden. Das Konzept ist dahinter ist genauso simpel wie genial, das Verbinden der Playstation mit den mobilen Geräten gestaltet sich unkompliziert und kinderleicht. Leider wird das Potential nicht ganz ausgenutzt, lediglich das Spiel Hidden Agenda zeigt schon einmal, was zukünftig vielleicht möglich sein wird

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PlayLink im Test

PlayLink heißt das neue Zauberwort, mit dem Sony auch Casual Gamer zur Playstation locken will. Statt zusätzliche, teure Hardware zu kaufen, wie etwa ein Mikrofon oder einen Buzzer, soll man ganz einfach sein Tablet und Handy als Eingabegerät verwenden. Gleich drei Spiele starten dieser Tage unter diesem Label, aber leider zeigt nur eines davon, welches Potential in diesem sehr interessanten Konzept steckt.

Ich kann mich noch ganz genau an meine erste SingStar Party erinnern. Die ersten Stunden waren noch von vornehmer Zurückhaltung und fremdschämen geprägt, aber im gleichen Maße wie die alkoholgeschwängerte Stimmung gestiegen ist, ist auch die Hemmschwelle aller Teilnehmer gesunken. Schlussendlich haben wir uns um die zwei Mikrofone gestritten, weil jeder noch ein kurzes Liedchen trällert wollte. Beweise dieses Events existieren in Form einer PS2 Memory-Card mit unseren Gesangskünsten übrigens immer noch. Aber nicht nur bei SingStar wurde um die Eingabegeräte gezankt, denn selten hatte man früher mehr als zwei Controller gleichzeitig bei der Hand. Sony hat nun scheinbar eine Lösung für dieses Problem gefunden und nennt es PlayLink. Die Idee dahinter ist relativ simpel: Man kauft sich ein Spiel, welches dieses Feature unterstützt, lädt sich auf sein Smartphone oder einen Tablet mit Android- oder iOS-Betriebssystem eine kostenlose Zusatz-App runter und verwendet dieses dann als Eingabegeräte zur Steuerung im Spiel. Das erste Game welches dieses Feature unterstützte war That’s You. Nun erscheinen mit SingStar Celebration, Wissen ist Macht und Hidden Agenda gleich drei weitere PlayLink Spiele.

Das Einrichten ist dabei kinderleicht: Sofern ihr die entsprechende App (für jedes Spiel wird eine eigene benötigt) auf eurem mobilen Gerät installiert habt, müsst ihr euch nur mehr im gleichen WLAN befinden, wie eure Playstation 4. Alternativ kann man mit der Konsole einen eigenen WLAN-Hotspot einrichten. Danach Spiel sowie App starten und schon sollten alle Tablets und Smartphones umgehend von der PS4 erkannt werden. Funktioniert bei allen Spielen unkompliziert und ohne größeren Aufwand.

SingStar Celebration

Natürlich darf der Karaoke-Klassiker im PlayLink Spiele-LineUp nicht fehlen und so erscheint die neue Inkarnation mit Namen SingStar Celebration nun auch unter diesem Label. Wobei die Idee das Smartphone als Mikrofon zu verwenden ist nicht ganz neu – schon im 2014 erschienen Singstar Ultimate Party war das möglich. Wirklich neu ist hingegen die Möglichkeit ganze Wiedergabelisten am mobilen Gerät erstellen und diese dann direkt ins Spiel zu übertragen. So kann man vorab schon einmal die Songs, die man danach singen will festlegen und dann automatisch hintereinander abspielen lassen. Ein zusätzlicher Pluspunkt von PlayLink: Im Party-Modus können bis zu acht Spieler in zwei Gruppen gegeneinander antreten. Leider können aber immer nur zwei Sänger gegeneinander antreten, wodurch die Verwendung von mehreren Smartphones eigentlich grundsätzlich überflüssig wäre. Genau genommen ist das PlayLink Feature sogar eher optional und nicht zwingend erforderlich, denn bei Celebration kann auch in die alten SingStar Mikrofone und sogar in die PlayStation-Kamera geträllert werden.

Ausgebaut wurden hingegen die Community-Funktionen. Wer seine gesangliche Darbietung der ganzen Welt zeigen will, kann das nun per Knopfdruck tun. Dazu lassen sich passende Videoschnipsel und Fotos in sozialen Netzwerken wie Twitter oder Facebook teilen. Wer lieber den Wettkampf mag, darf sich Herausforderungen anderer Spieler stellen und deren Punkte überbieten oder selber eine erstellen. In der Playlist mit insgesamt 30 Liedern sollte für jeden Musik-Geschmack etwas dabei sein sollte. Leider richtet sich die Songauswahl scheinbar eher an geübtere Karaoke-Sänger, als an Unter-der-Dusche-Trällerer. Wer die Möglichkeit hat, sollte deshalb auf die deutsche Version zurückgreifen, denn einen Andreas Gabalier oder einen Peter Fox nachzusingen ist wesentlich einfacher, als eine Adele. Sollt man aber gar kein passendes Musikstück finden, dann kann man noch immer auf den SingStar Store zurückgreifen und dort der eigenen Stimmlage oder dem Alkoholspiegel angepasstere Songs käuflich erwerben.

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Wissen ist Macht

Wissen ist Macht ist ein Quizspiel für bis zu sechs Personen, bei der sich der Ablauf sehr stark an diverse TV-Gamingshows anlehnt. So stehen zu Beginn einer Runde verschiedene Themengebiete zur Auswahl, darunter etwa  Film & Fernsehen, Weltgeschichte oder Sportwissen. Zu jeder Frage werden am mobilen Gerät vier Antwortmöglichkeiten angezeigt. Aber nicht nur die richtige Lösung bringt Punkte, zusätzlich bekommt jener Spieler, der als erstes korrekt getippt hat, Extra-Zähler auf sein Konto gut geschrieben. Mit so genannten Super-Attacken, kann man seinen Gegner dabei behindern, etwa in dem man seine Antwortmöglichkeiten mit  Schleim bespritzt oder vereist sodass er zuerst den Bildschirm freirubbeln muss. Dadurch kann der Kontrahent davon abgehalten werden, die gestellte Frage möglichst schnell zu beantworten, was wiederum etwas Schwung in das Gameplay bringt. Nach jeder dritten Runde gibt es eine Spezialaufgabe, bei der ihr beispielsweise Begriffe verbinden oder richtig sortieren müsst. Die erspielten Punkte dienen aber lediglich zum Ermitteln der Startposition in der finalen Runde, der Wissenspyramide. Je mehr Zähle ihr habt, desto näher an der Spitze befindet ihr euch zu Beginn des letzten Durchgangs. Hier geht es dann wirklich nur mehr darum, am schnellsten die richtige Antwort abzugeben – wer als erstes die oberste Stufe der Pyramide erreicht hat, ist auch der Gewinner.

Obwohl der Fragenkatalog von Wissen ist Macht relativ umfangreich ausgefallen ist und die Präsentation durchwegs als brauchbar bezeichnet werden kann, stellen sich aber schon nach wenigen Runden erste Abnutzungserscheinungen im Gameplay ein. Es fehlt sowohl an Abwechslung, Anspruch und vor allem am nötigen Quäntchen Witz, um längerfristigen Spielspass zu generieren. Für ein bis zwei Stunden durchwegs okay, aber leider auch nicht viel mehr. Alleine kann man übrigens gar nicht erst quizzen, die Mindestanzahl an Spielern ist zwei und einen Online-Modus gibt es nicht. Dafür kann man die Zusatz-App auch unabhängig von der PS4 nutzen. Hier treten dann zwei Teams gegeneinander an und das Smartphone oder Tablet wird dann einfach von einem Spieler zum nächsten weitergereicht.

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Hidden Agenda

Hidden Agenda kann man am besten als interaktivem Thriller mit einer Handlung im Stile eines Saw beschreiben, bei dem man gemeinsam mit bis zu sechs Spieler einen Mörder jagt. An Schlüsselstellen wird pausiert und dann muss mittels Mehrheitsentscheidung die weitere Vorgehensweise festgelegt werden. Soll die Protagonistin bei einer Hausdurchsuchung durch die Haustüre spazieren oder sich doch lieber durch den Hintereingang hineinschleichen? Den Verdächtigen lieber erschießen oder doch versuchen festzunehmen?  Die Crux an der Sache: Bei einer Patt-Situation muss so lange unter den Teilnehmern diskutiert werden, bis eine eindeutige Stimmen-Verteilung gegeben ist, außer es zieht jemand einen Joker und übernimmt damit die Kontrolle. Zusätzlich zu diesen Entscheidungen gibt es auch kleinere Reaktions-Tests und Quick-Time-Events. Jede Wahl und jede Aktion beeinflusst auch die Geschichte, was einerseits manchmal zu einem etwas unbefriedigenden Ende führt (Charaktere sterben, Täter wird nicht überführt), andererseits erhöht das den Wiederspielwert enorm.

Es gibt zwei verschiedene Varianten wie Hidden Agenda gespielt werden kann. Im Story-Modus verfolgt ihr die Geschichte und versucht gemeinsam den Mörder dingfest zu machen. Und dann gibt es noch die eher kompetitive Wettkampf Variante. Hier bekommen die Spieler nach und nach Geheimaufträge zugeteilt, die es zu erfüllen gilt. Solche Missionen erfordern viel Überzeugungskraft, denn meist geht es darum, die Mitspieler dazu zu bringen, eine bestimmte Option zu wählen. Aber Vorsicht: Erraten die Anderen wer gerade einen Geheimauftrag bekommen hat, erhält nicht der Agent die Punkte, sondern diejenigen mit dem richtigen Tipp. Gewinner ist, wie nicht unschwer zu erraten, jener Spieler, der am Ende die meisten Zähler auf seinem Konto hat. Für weniger als vier Spieler ist dieser Modus aber eher ungeeignet, da meist relativ offensichtlich ist, wer mit der Rolle des Maulwurfs beauftragt wurde und sollte man es selber nicht sein, besteht noch immer eine 50:50 Chance richtig zu liegen.

Hidden Agenda ist ein Parade-Beispiel Second Screen-Anwendung, denn die App am Mobilgerät dient nicht nur zur Eingabe und Steuerung, sondern versorgt den mitspielenden Zuseher mit jeder Menge Infos über Charakter und andere Details. Technisch haben die Until Dawn Entwickler von Supermassive Games gute Arbeit abgeliefert.  Sowohl die akustische, als auch visuelle Präsentation kann durchaus als filmreife Inszenierung beschrieben werden und auch die Story ist spannend, sofern man dem Genre zugeneigt ist. Für einen geselligen Spieleabend hätte ich mir aber eher eine andere Thematik gewünscht, als Gewalt; Kindesmißbrauch und Serienmorde.

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FAZIT

Es hat schon seine Gründe, warum ich meine alte Playstation 3 noch nicht weggeräumt habe. Einer davon heißt SingStar und daran ändert auch das neue SingStar Celebration mit dem PlayLink Feature nichts. Mit einem Mikrofon in der Hand ist man einfach viel cooler, als mit einem Handy und dass ich auch noch meine alten PS2 SingStar-Spiele verwenden kann und nichts extra im Store kaufen muss, dafür kann ich auch gut und gerne auf die Neuerungen verzichten. Bei Wissen ist Macht verhält es sich sehr ähnlich. Buzz! mit seinen speziellen Eingabegeräten und vor allem dem kniffligeren und spaßigeren Fragenkatalog, bleibt unerreicht und so ist es lediglich ein nettes Quizspiel, das aber nicht mehr als zwei, drei Runden lang Spaß macht. Das aktuell interessanteste PlayLink Game ist sicherlich Hidden Agenda, wobei ich jedoch zugeben muss, dass ich es lieber alleine spiele, als in geselliger Runde. Das gemeinsame Festlegen auf eine bestimmte Vorgehensweise war mir dann doch manchmal etwas zu mühsam und hat das Ganze unnötig in die Länge gezogen. Trotzdem war es für alle eine interessante Erfahrung und lässt auf mehr hoffen, vielleicht das nächste Mal mit einem etwas leichteren Thema. Mit Planet of the Apes: Last Frontier steht ja schon ein neues Spiel für PlayLink in den Startlöchern.

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