Pokémon Mystery Dungeon: Retterteam DX im Test
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Obwohl der grafische Stil total zu überzeugen weiß, stellte mich Retterteam DX vor viele kleine Probleme. Ein kniffeliges Handling, fehlende Features, und der zu leichte Schwierigkeitsgrad konnten nicht vollends überzeugen

Summary 3.2 stark
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Pokémon Mystery Dungeon: Retterteam DX im Test

Mehr als ein Jahrzehnt ist vergangen, seit sich Pokémon Mystery Dungeon Team Rot und Blau als eines der ersten Pokémon Spinoffs einen Platz in den Herzen der Gameboy-Advance, sowie DS-Fans erschlichen hat. Nach den zahlreichen Jahren, ist es nun tatsächlich soweit: mit Pokémon Mystery Dungeon Retterteam DX kehrt das Pokémon Spinoff auf die heimischen Konsolen zurück. Doch kann ein Remake des Spiels von vor dreizehn Jahren auch noch 2020 überzeugen? Reicht der grafische, neue Anstrich – oder blieb das Spiel vor einem Jahrzehnt gar stecken?

Altes Abenteuer – in schönem neuem Glanz!

Das Abenteuer startet wie auch das Original in gewohnter Mystery Dungeon Manier, und es gilt als Spieler ein kleines Persönlichkeitsquiz zu absolvieren. Dieses Quiz diente schon in der Vergangenheit als Grundlage, um das eigene Pokémon zu bestimmen, in wessen Rolle man schlüpfen wird. In Retterteam DX wird man hier jedoch erstmals nicht vor eine fixe Entscheidung gestellt, welches Pokémon man während seiner Reise spielen muss, sondern erhält nach dem Quiz lediglich eine erste Empfehlung. Diese kann man komplett ignorieren, und aus den 16 vorhandenen Starter-Pokémon einfach das Pokémon wählen, welches einem am Besten anspricht. Hier sind die unterschiedlichsten Starter und Typen vertreten, sowohl bekannte Starter wie Pikachu, Schiggy oder Glumanda, oder auch andere Nicht-Starter Pokémon wie Enton, Eneco oder Machollo.

Hat man sich für das Pokémon seiner Wahl entschieden gilt es auch, einen passenden Partner zu wählen. Hier kann aus den gleichen 16 Pokémon nun jedoch weder nochmal das gleiche Pokémon, noch erneut der gleiche Typ gewählt werden. Teams aus beispielsweise Glumanda und Flemmli sind somit also leider nicht möglich! Dies fand ich etwas schade, sollte den Spieler so jedoch vermutlich davor bewahren an manchen Stellen im Spiel zu scheitern – beispielsweise als reines Feuerteam bei einem Wasserboss.

Hier sei definitiv gesagt: je nach Teamzusammenstellung ist das Spiel definitiv unterschiedlich schwierig. Mit beispielsweise Pikachu oder einem anderen Elektro-Pokémon im Team hat man einen riesigen Vorteil, da viele Bosse dem Typ Flug angehören. Ich wollte es mir aber nicht zu einfach machen – und so erwählte ich für mein absolutes, ultimatives Superteam Evoli und Enton. Evoli bot sich dank seiner zahlreichen Entwicklungsmöglichkeiten sehr gut an – und Enton hat speziell seit Detektiv-Pikachu im letzten Jahr einfach einen besonderen Platz in meinem Herzen ergattert!

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Evoli und Enton mischen die Pokémon Region fleissig auf!

Ein wahrer Nostalgietrip von Beginn bis Ende

Eines schaffte Pokémon Mystery Dungeon: Retterteam DX bereits ab der ersten Sekunde an: und zwar mich auf einen gewaltigen Nostalgietrip zu schicken! Ab der ersten Minute an, fiel mir sofort wieder ein, wie es damals war, als ich meine ersten Schritte in den Mystery Dungeon Abenteuern auf meinem damaligen DS bestritten habe. Diese alten Abenteuer in neuem Glanz zu sehen – ja doch, das lies mein Herz einige Minuten definitiv höher springen! Es war ein ganz besonderes Erlebnis die „Plätze von damals“ in neuem Glanz zu erleben.

So erkannte ich sofort den großen Pokémon Platz wieder, welcher das Herzstück der „Oberwelt“ darstellt. Dieser hat Einrichtungen wie den Kecleon-Shop für das Ein- und Verkaufen von Items, der Bank für die eigenen Poké-Dollar, dem Kangama-Lager zum Lagern von Items und vielen mehr. All diesen Plätzen hatte ich schon damals unzählige Besuche abgestattet, und es war ein bisschen das Gefühl von „heimkommen“. Allgemein wirkt abseits der Dungeons die Welt von Retterteam DX durch die neue Grafik nochmal viel lebendiger und liebevoller. Der handgemalte Stil verleiht dem gesamten Abenteuer einen ganz eigenen, wahnsinnig überzeugenden Charme. Ich hätte ewig meine Runden auf dem Platz drehen können, und lief des öfteren zwischen meinem Haus und der Pelipper-Post hin und her – nur um die Grafik komplett auskosten zu können!

Auch die Geschichte und ihre Charaktere selbst wurden hier sehr gut in Szene gesetzt, und sowohl Verbündete wie das beste Retterteam mit Anführer Simsala, oder auch alte Bösewichte wie Gengar und Kumpanen konnten im neuen Stil glänzen. Hier hat Nintendo wirklich ganze Arbeit geleistet, und das Remake überzeugt!

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Liebevolle Dungeon-Kämpfe wie eh und je

Nach einer kurzen ersten Einführung geht es auch in Pokémon Mystery Dungeon: Retterteam DX sofort ans Herz es Spinoffs: die Dungeon-Abenteuer und Rettungsmissionen! Denn was wäre ein Rettungsteam ohne dazugehörige Aufträge? So erreichen Evoli und Enton zahlreiche kleinere oder größere Hilfeansuchen – via Pelipper Post oder de großen Anschlagetafel im Pokémon Dorf. Ob es darum geht ein Digda aus einer Höhle zu retten, oder das von Taubsi verlorene Item sicher zu stellen – wir sind natürlich für jeden Auftrag zu haben und stets motiviert!

Diese einzelnen Aufträge werden von der kleinen, ursprünglichen Geschichte auch hier umrahmt. So passieren aktuell nämlich zahlreiche Naturkatastrophen in der Welt der Pokémon, und es liegt an uns, die Ursache dafür während unseren Rettungsmissionen herauszufinden. Dabei stellen sich uns auch der ein oder andere bekannte Gegner in den Weg und versuchen, uns davon abzuhalten, ein gar dunkles Geheimnis ans Tageslicht zu bringen.

Die Dungeonkämpfe funktionieren hierbei nach altbekanntem Prinzip. Man bewegt sich im Team durch einzelne Ebenen, findet Items oder trifft auf Gegner. Gegen diese gilt es, in typischen rundenbasierten Kämpfen anzutreten. Möchte man zur nächsten Ebene fortschreiten muss man die nächste Treppe suchen. Um die Treppe zu finden müssen keine bestimmten Voraussetzungen erfüllt werden – so kann jeder Spieler selbst entscheiden ob er Ebene für Ebene sorgsam durchkämmen möchte, oder aber durch den Dungeon rasen möchte und nur die Aufträge abarbeitet. Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei.

In Retterteam DX wurde erstmals auch die mögliche Teamgröße von vier auf acht Pokémon angehoben – was oftmals zu viel Chaos, aber auch damit verbunden viel Spaß führte! Alles in allem konnten mich die Kämpfe wie auch schon in Team Rot oder Blau wieder komplett in ihren Bann ziehen. Man wollte stets die nächste Ebene erklimmen, und noch einen Auftrag mehr erfüllen, ohne auf die Zeit zu achten die dabei ins Land zog.

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Ein überzeugendes „Risk-Reward-System“…

Vor Beginn eines Dungeons muss man weiteres stets abschätzen, welche Items und wie viel Gold man mitnehmen möchte. Im dem Falle dass das Team besiegt wird, verliert man einen Großteil bis hin zu dem gesamten Ersparten sowie wichtigen Items. Es gilt also, nicht mit den vollsten Taschen und wertvollsten Besitztümern loszuziehen. Gleichzeitig kann es aber immer wieder sein, dass man mitten in einem Dungeon auf einen Vertreter des Kecleon-Ladens trifft. Hier kann man dann wertvolle Items für mögliche Bosskämpfe kaufen – aber halt auch nur, wenn man genug Moneten vor Beginn des Abenteuer mit eingeplant hat! Diese Art von „Risk-Reward“ System im Bereich Geld und Items funktioniert hier erneut sehr gut, und weiß mutige Spieler zu belohnen.

Zum grafischen Aspekt der Dungeons sei jedoch gesagt: so sehr mich aber die „Oberwelt“ und die damit verbundene Geschichte grafisch beeindruckte, so ernüchtert war ich leider als ich meinen ersten Dungeon betrat. Obwohl auch die Dungeons ein gewaltiges grafisches Update erhielten, und nun um einiges abwechslungsreicher wirkten als noch vor über einem Jahrzehnt, konnten sie mit dennoch mit dem Pokémon Platz oder dem Zuhause des Protagonisten nicht mithalten. Sie wirken durch den linearen Aufbau sehr langweilig und farblos, und ich hätte mir definitiv gewünscht, dass die Entwickler sich hier mehr zutrauen würden. Auch wenn es ein Remake ist, hätten die Dungeons einfach mehr Abwechslung vertragen, mehr Liebe zum Detail, und vor allem einfach etwas mehr Pepp. Gerade solche Einbindungen wie der bunte Kecleon-Shop, welcher auch auf dem Screenshot zu sehen ist, hätten einfach noch gerne etwas mehr da sein dürfen!

Mögliche, zufällige Item-Shops schaffen Anreize Gold mit auf die Reise zu nehmen. Doch ist es das Risiko wirklich wert?

… aber leider eher niedriger Schwierigkeitsgrad!

Sehr enttäuscht hat mich an Pokémon Mystery Dungeon: Retterteam DX leider der Schwerigkeitsgrad des Spieles. Denn obwohl ich absichtlich keine ideale Teamkombination wählte – wie oben bereits angesprochen – hatte ich absolut keine Probleme schnell und einfach in wenigen Stunden durch das Abenteuer zu rauschen. Denn Nintendo hat hier einige Neuerungen eingebaut, die die Dungeonkämpfe durchaus weniger anspruchsvoll machen als im Original.

muss man beispielsweise in den rundenbasierten Kämpfen nun nicht mehr selbst die beste Attacke für eine jeweilige Situation auswählen. Denn steht man noch zwei Felder von dem Gegner entfernt war es immer gut, den Kampf mit einer Fernattacke zu beginnen und so einen entscheidenden Vorteil zu erhalten. Dies muss man nun nicht mehr selbst erkennen – drückt man einfach die Taste „A“ so wird immer die für die Situation beste Attacke ausgewählt. Das fand ich sehr schade, hat mir das doch etwas den Spaß am Tüfteln der idealen Attacken rausgenommen.

Weiteres gibt es nun auch einen automatisierten Laufmodus den man nach Belieben aktivieren kann. Dabei muss man sich nicht mal mehr selbst im Dungeon fortbewegen, sondern das eigene Team läuft von selbst in Richtung des nächsten Items oder der nächsten Treppe. Das Team bleibt dabei nur stehen, wenn ein Gegner in die Nähe kommt. Auch wenn man diesen Modus nicht benutzen muss, wird man speziell am Anfang einige Male darauf hingewiesen. Das hat mich durchaus genervt – denn ja, das Spiel ist bereits für Kinder freigegeben. Doch kann ich mir Vorstellen, dass viele Fans des Franchises doch bereits ein gewisses Alter erreicht haben, in dem ein solches Feature eigentlich wirklich nicht mehr notwendig ist. Solche kleinen Erleichterungen zogen sich leider quer durch das Spiel, und nahmen doch sehr die Herausforderung aus den Missionen.

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Ein holpriger Einstieg in die (JoyCon-)Steuerung

Eines der für mich größten Mankos an dem Spiel war leider in vielen Bereichen die Steuerung. Die alten Teile liefen ja meist auf Handhelds wie dem Nintendo DS, wo man nicht den Luxus von zwei Joycons besaß. Auf der Switch werden diese jedoch gefühlt zu sehr ausgenutzt. Oft muss man beide Joycons gleichzeitig bewegen was bei der Größe den Nutzer vor Schwierigkeiten stellen kann. Gleichzeitig sind die Funktionen auf der Switch in Verhältnis zu den gegebenen Tasten zu sehr überladen.

Ein Beispiel hierzu: möchte man sich in einem Dungeon diagonal bewegen, muss man dies mit dem rechten JoyCon zuerst festlegen, in welche Diagonale man gehen möchte. Gleichzeitig kann man aber auch über das Drücken des rechten JoyCons eine Karte des Dungeons einblenden. Dies beisst sich sehr oft, da man schnell man den JoyCon auch nur leicht drückt wenn man sich eigentlich nur auf einer Diagonale bewegen möchte. Solche Überschneidungen erlebte ich im Laufe des Spieles leider zahlreiche Male, und speziell in langen Dungeon-Passagen ging ich teils richtig frustriert aus der letzten Ebene, da wieder etwas nicht so funktionierte wie ich es gerne gehabt hätte.

Fehlende Features mindern den Charme

Leider haben es auch – entgegen meiner Erwartung – einige kleine Features des ursprünglichen Teil nicht in das Reamke geschafft. In Team Rot oder Blau konnte man beispielsweise alle Pokémon die sich fest dem Retterteam anschließen in den jeweiligen „Camps“ besuchen. Das waren kleine Flächen wo die Pokémon sich frei bewegten, und man mit ihnen auch kurz reden und das Team anpassen konnte. Diese freien Flächen wurden komplett durch ein starres Interface ersetzt, in welchem die Pokémon nur als kleine Sprites abgebildet sind. Hier lassen sich lediglich die notwendigsten Einstellungen vornehmen. Das richtige Gefühl, mit diesen Pokémon ein gemeinsames Team zu bilden, bleibt aus.  Im Spiel blieben leider einige solcher – einst liebevoller – Features doch auf der Strecke.

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FAZIT

Pokémon Mystery Dungeon – Retterteam DX machte mir definitiv Spaß. Ich fühlte mich phasenweise – teils fast etwas zu sehr mit meinem Mitte Zwanzig! – in meine Kindheit zurück versetzt, und konnte mich teils wirklich wieder sehr an das Gefühl erinnern, das Ur-Spiel damals zum ersten Mal in den Händen zu Halten. Der neue grafische Look ist für mich auch nach Beenden meines Abenteuers noch immer etwas ganz besonders. Ich hoffe sehr, dass Nintendo diesen auch für mögliche zukünftige Remakes oder Abenteuer beibehält. Es war einfach mal was ganz anders, als die normal so „realitätsnahen Grafikfeuerwerke“, welche man bei vielen Titeln der Publisher heutzutage findet. In Kombination mit dem nostalgischen Soundtrack, hatte mein Herz hier des Öfteren viel viel höher geschlagen!

Auch das Prinzip der Dungeonkämpfe ist definitiv nicht veraltet, sondern bringt noch immer den grundlegenden Charme von früher mit. Man möchte sich auch hier immer weiter vorkämpfen, Ebene für Ebene, und dabei möglichst viele Items abstauben und Rettungsaufträge erfüllen. Die Motivation klappt in diesem Bereich also immer noch wirklich gut.

Retterteam DX hat jedoch dennoch mit größeren Schwächen zu kämpfen. Es stellte mich vor keine zu große Herausforderung, obwohl ich bewusst keine allzu leichte Team Zusammenstellung wählte. Dies hatte leider zur Folge, dass ich bereits in wenigen Stunden vor dem Endboss des Abenteuers stand – dabei wollte ich diesen Nostalgie-Trip doch ganz ausschweifend genießen! Das hatte mich durchaus enttäuscht. Auch die bereits erwähnte Probleme der Steuerung stellten mich vor zahlreiche, frustrierende Momente, und die dann noch fehlenden Features taten ihr übriges.

Es war phasenweise sehr schwierig, den ansprechenden Look und die liebevollen Kämpfe vollends zu genießen, wenn es im Gesamtpaket doch einfach gravierende Einschnitte gibt, die das Spielerlebnis trüben – und dies hinterließ bei mir leider einen sehr mulmigen Nachgeschmack. Hatte ich mir doch von Retterteam DX ein einfaches, buntes, sowie ansprechendes Abenteuer erhofft, anstatt Frust-Momenten und kleineren Enttäuschungen. Fans des Franchises kann ich definitiv empfehlen zuerst in die kostenlose Demo hineinzuschnuppern – und erst dann zu entscheiden, ob das Remake den eigenen Erwartungen gerecht wird, oder nicht.

Was ist Pokémon Mystery Dungeon: Rescue Team DX? Das Remake des Pokémon Spinoffs Pokémon Mystery Dungeon: Team Rot und Blau, welches erstmals auf Nintendo DS und Gameboy-Advance vor über ienem Jahrzehnt erschien.
Plattformen: Nintendo Switch
Getestet: Switch-Version
Entwickler / Publisher: Game Freak / Nintendo
Release: 06. März 2020
Link: Offizielle Webseite

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