The Seven Deadly Sins: Knights of Britannia  im Test
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MOTIVATION 3

Bei The Seven Deadly Sins: Knights of Britannia handelt es sich zwar um keine typische Lizenzgurke, aber ganz ehrlich – ohne Meliodas, Ban und King als spielbare Charaktere hätte ich es sicherlich schon nach wenigen Stunden ad acta gelegt, denn spielerisch bleibt die Videospielumsetzung leider einiges schuldig

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The Seven Deadly Sins: Knights of Britannia im Test

Wenn eine körperlich wohlproportionierte und leicht bekleidete Prinzessin von einem kindlichen Ritter gerettet werden will, dann  kann das nur eines bedeuten: Japanischer Anime bzw Manga. In dem beschriebenen Fall handelt es sich genauer gesagt um The Seven Deadly Sins, welche dank Netflix auch bei uns einen höheren Bekanntheitsgrad genießen darf. Mit Knights of Britannia erscheint nun dazu auch die erste Videospielumsetzung, exklusiv für Playstation 4.

Seven Deadly Sins (jap. Nanatsu no Taizai) ist eine 2012 erschienen Manga-Serie aus der Feder von Nakaba Suzuki, auf deren Grundlage das bekannte Studio A-1 Pictures rund zwei Jahre später eine Anime-Serie entwickelte. Die Streaming Rechte sicherte sich Netflix, wo die die erste Staffel sowie die vierteilige Mini-Serie „Signs of Holy War“ seit Anfang November 2015 unter anderem auch in deutscher Synchronisation verfügbar ist. Erzählt wird dabei die Geschichte des Königreichs Britannias, dessen  König Liones von den Heiligen Rittern gestürzt und das Volk seit dem in einer tyrannischen Regentschaft unterjocht wird. Elisabeth, die dritte Prinzessin, begibt sich auf die Suche nach den Seven Deadly Sins, welche Jahre zuvor angeblich auch den König stürzen wollten, aber besiegt und vertrieben wurden. In dem Jüngling Meliodas findet sie auch deren Anführer, welche der Bitte, aber vor allem den optischen Reizen, der Königstochter nicht widerstehen kann und sich auf die Suche nach den restlichen sechs Todsünden begibt, um mit ihnen gemeinsam die Heiligen Ritter zu besiegen.

Die Videospielumsetzung The Seven Deadly Sins: Knights of Britannia hält sich fast originalgetreu an die Geschichte aus der Anime-Serie. Einerseits ein echter Service für Fans, die immer schon gerne in die Rolle von Meliodas, Elizabeth und Co schlüpfen wollten, auf der anderen Seite gibt es für Kenner der Vorlage nichts Neues zu entdecken. Man trifft in nahezu identischer Reihenfolge auf Gegner sowie Verbündete und bekommt dazu bekannte Zwischensequenzen präsentiert, die das Ganze miteinander verbinden sollen. An dieser Stelle sind also massive Spoiler-Warnungen durchaus angebracht. Auf der anderen Seite: Wenn man die Serie nicht kennt, dann sind vermutlich einige Zusammenhänge nur sehr schwer zu verstehen und auch eine Bindung mit den Charakteren wird man aufgrund der oberflächlichen Einführung kaum aufbauen können. Dafür würde die in Japan schon erschienene zweite Staffel bereits als DLC angekündigt.

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Von Kampf zu Kampf

Ausgangspunkt und quasi das Hauptquartier ist der Boar Hat, eine Bar die von Meliodas betrieben wird und in der er Informationen über den Aufenthaltsort seiner Kameraden und über die Heiligen Ritter sammelt. Wie der Name schon andeutet, befindet sich dieses Gebäude auf dem Kopf eines riesigen Schweines, wodurch es gleichzeitig auch zur mobilen Einsatzzentrale wird. So kann man via Übersichtskarte die verschiedensten Orte und Regionen Britannias bereisen und dort diverse Aufgaben absolvieren. Diese unterteilen sich in Hauptquests, welche die Story voranbringen, sowie optionale Nebenquests und stets wiederkehrende Feldquests. Für das Abschließen von solchen Aufträgen bekommt man unter anderem auch Gerüchtepunkte und je höher die Gerüchtestufe in einer Region ist, desto mehr Quests erscheinen auf der Karte.

Die Aufträge beschränken sich dabei fast ausschließlich auf das Eliminieren aller Gegner innerhalb eines vorgegebenen Zeitlimits. Zwar werden ab und zu auch Sammelaufgaben eingestreut, die sind aber spielerisch derart belanglos, sodass man sie ab einem gewissen Zeitpunkt ignoriert – sofern sie optional sind. Das Gameplay von The Seven Deadly Sins: Knights of Britannia konzentriert sich also auf die Kämpfe der Protagonisten, innerhalb eines vorgegeben Areals. Meliodas und seine Gefährten verfügen dabei standardmäßig über normale Angriffe, Magie und Spezial-Attacken. Für die beiden letztgenannten gibt es jeweils eine Energieanzeige, die sich etwa beim Einsatz von diversen Zaubern leert oder erst ausgeführt werden kann, wenn sie ganz voll ist. Eine Prise Taktik bringen zusätzliche Täuschungsschritte und Block-Mönover in das Gameplay. Die meisten Quest müssen mit einem fix vorgegebenen Charakter absolviert werden, in einigen hat man aber auch die Wahl zwischen den bereits freigeschaltenen Figuren und manche darf man sogar zu zweit bestreiten. Dann wählt man sich einen passenden Kompagnon aus, mit dem dann per Knopfdruck sogar sehr effektive Koop-Aktionen möglich sind. Insgesamt gestaltet sich das Kampfsystem als sehr eingänglich und nicht unnötig kompliziert, aber trotzdem als durchaus anspruchsvoll. Zumindest dann, wenn man gegen die Hauptcharaktere antritt, die Auseinandersetzungen mit dem gemeinen Fußvolk sind da eher weniger herausfordernd und werden nur anhand derer Quantität zusammen mit einem knappen Zeitlimit schwieriger.

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Duell!

Je nach Abschneiden im Kampf erhält man nicht nur Punkte sondern auch Kristalle und diverse Rohstoffe. Aus diesen können dann im Boar Hat magische Ausrüstungsgegenstände erstellt werden. Als echtes Crafting darf man sich aber nicht vorstellen, sondern eher als freischalten. Habe ich die notwendigen Zutaten beisammen, kann in einer Übersicht das entsprechende Icon auswählen und aktivieren. Mit diesen darf ich dann die einzelnen Charaktere ausrüsten, um so etwa ihre Kampffähigkeiten zu erhöhen oder die Trefferpunkte zu steigern. Viele dieser Gegenstände wirken auch dann auch im Duellmodus.

Dieser ist das eigentlich Herzstück von The Seven Deadly Sins: Knights of Britannia, bei dem man dann nicht nur gegen den Computer antreten kann, sondern sowohl lokal, als auch über das Internet gegen menschliche Gegner. Das macht dann im Gegensatz zur etwas lieblosen Einzelspielerkampagne sogar etwas längerfristig Spaß, denn eines muss man an dieser Stelle zugeben: Spielerisch hat die der Abenteuermodus von  The Seven Deadly Sins: Knights of Britannia nur sehr wenig zu bieten und aufgrund fehlender Abwechslung sowie der für Fans bekannten Geschichte, dient sie lediglich zum Freischalten von zusätzlichen Charakteren, Gegenständen sowie Arenen für den Duellmodus. Schade, dass man die zusätzlichen Inhalte nicht auch anders aktivieren kann. Übrigens gibt es auch einen Koop-Modus, wobei diese Bezeichnung etwas verwirrend ist, denn dabei handelt es sich lediglich um einen Solo-Kampf, bei dem man einen computergesteuerten Partner zur Unterstützung auswählen darf.

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Nicht ganz wie die Vorlage

Dragon Ball FighterZ gilt als Parade-Beispiel für eine optisch nahezu perfekte Konsolen-Umsetzung einer Anime-Vorlage, diese Qualität erreicht The Seven Deadly Sins: Knights of Britannia leider nicht einmal ansatzweise. Mit ihrem leichten Cell-Shading Look unterscheiden sich die Charakter dann doch etwas von ihren Zeichentrick-Vorbildern und auch die Umgebungsgrafik wirkt nicht immer zeitgemäß. Was die Menüs betrifft setzt man ebenso eher auf Zweckmäßigkeit, als auf Ästhetik. Die Steuerung ist zwar eingängig, funktioniert nicht immer wie gewohnt. So muss man sich immer zuerst in Richtung des Gegners drehen, um diesen dann auch mit den Attacken zu treffen. Das ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, mit etwas Übung hat man dann auch diese Eigenart schnell im Griff. Sprachausgabe gibt es übrigens stilgerecht nur in japanisch, dafür aber mit deutschen Untertiteln.

FAZIT

Während der gesamten Spieldauer von The Seven Deadly Sins: Knights of Britannia fühlte ich mich irgendwie in alte Playstation 2 Zeiten zurückversetzt, sei es aufgrund der schlichten Menüführung oder der geradlinigen, abwechslungsarmen Spielmechanik und sogar der Sound und die Musikuntermalung schienen dieses Empfinden perfekt zu komplettieren. Zumindest in Sachen Präsentation kommt man der Vorlage hinreichend nahe, sodass sich zumindest Fans an solchen Kleinigkeiten nicht stören werden. Und auch wenn ich mich selbst zu den Anhängern der Anime-Serie zähle, etwas mehr spielerische Abwechslung in der Kampagne hätte ich mir dann doch gewünscht. Nichtsdestotrotz sind die Boss- und Arenen-Kämpfe meist gut und spannend inszeniert, sodass es sich bei The Seven Deadly Sins: Knights of Britannia zwar um keine typische Lizenzgurke handelt, aber ganz ehrlich – ohne Meliodas, Ban und King als spielbare Charaktere hätte ich es sicherlich schon nach wenigen Stunden ad acta gelegt.

Was ist The Seven Deadly Sins: Knights of Britannia? Fantasy Action-Adventure basierend auf der gleichnamigen Manga-Serie von Nakaba Suzuki.
Plattformen: PS4,
Getestet: PS4
Entwickler / Publisher: NatsumeAtari / Bandai Namco Entertainment
Release: 09. Februar 2018
LinkOffizielle Webseite

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