Sniper Elite 4 im Test
GRAFIK 4
SOUND 4
HANDLING 4
STORY 4
MOTIVATION 4

Mit Sniper Elite 4 ist den Entwicklern von Rebellion eine sehr gute Scharfschützensimulation und ordentliche Steigerung gegenüber Teil 3 gelungen. Das Game bietet weitläufige offene Landschaften, eine verbesserte KI und insgesamt viele Möglichkeiten ans Ziel zu kommen. Luft nach oben ist zwar auch noch bei Teil 4, alles in allem ist Sniper Elite 4 für alle Shooterfans aber definitiv eine Empfehlung wert

Summary 4.0 geil
GRAFIK 5
SOUND 4
HANDLING 5
STORY 5
MOTIVATION 5
Gesamtscore von 1 Userbewertungen. Du kannst deine eigene Bewertung abegben - einfach auf die Sterne klicken und "Abschicken" drücken.
Abschicken
Summary 4.8 geil

Sniper Elite 4 im Test

Karl Fairburne, der smarte Scharfschütze aus der Shooter-Serie Sniper Elite ist auch in Teil 4 der Scharfschützensimulation von Rebellion wieder das Heilmittel gegen zu viel Wehrmacht. In Sniper Elite 4 schicken uns die Entwickler dieses Mal zur Zeit des Zweiten Weltkrieges nach Italien ins Jahr 1943 um eine geheimnisvolle Kriegswaffe unschädlich zu machen. Ob das gelingen wird?

Zu Beginn einer Mission lässt sich die Ausrüstung überprüfen und ggf. die Auswahl der Waffen ändern, sofern man diese und auch anderes Kriegsgerät freigespielt oder gegen bare Münze erworben hat. Karl kann neben einer Pistole natürlich auch ein Scharfschützengewehr und eine Maschinenpistole in den Einsatz mitnehmen. Ergänzend dazu auch noch div. Granaten, Sprengstoff, Verbände und ausreichend Munition. Die Waffen unterscheiden sich generell in versch. Werten wie Schaden, Rückstoß, Reichweite oder Nachladegeschwindigkeit. Hat man sich im Verlauf des Spiels mehrere Gewehre „erkauft“ können diese am hauseigenen Schießstand ausführlich getestet werden. Das macht durchaus Sinn, sowohl im Bezug auf Handling und der Ausstattung gilt es hier das persönlich am besten geeignete Kriegsgerät für den nächsten Einsatz auszurüsten.

Nach einem kurzen Briefing und dem Start der ersten von gut 8 Kampagnen ist unser Protagonist Karl dann auch schon unterwegs mit seinem Motorboot Richtung italienischer Küste. Dort angekommen bekommt man in einem kleinen Stützpunkt über ein Funkgerät oder dem Gespräch mit Vorgesetzten weitere Missionsziele, die es zu erledigen gilt. Wobei die Nebenmissionen optional sind, aber natürlich auch bei erfolgreicher Absolvierung dazu beitragen, dass das Konto der Erfahrungspunkte am Ende höher ausfällt. Über die Karte lässt sich zu Beginn am besten gleich mal ein grober Überblick über die Lage eruieren, hier sind Gebäude und Missionsziele schon eingezeichnet. Man möchte ja schließlich nicht blindlings in sein Unglück laufen. Von der Küste entfernen wir uns also vorsichtig in Richtung feindlicher Stellung. Wie es sich für einen Scharfschützen gehört gilt es möglichst unentdeckt zu belieben und Lärm zu vermeiden, logisch. Am besten eine erhöhte Position aufsuchen und das Fernglas zücken. Über mehrere Zoomstufen lässt sich damit das Gelände sehr gut absuchen und es können praktischerweise auch gleich Ziele und Feinde markiert werden. Unser mit Intelligenz ausgestattetes Fernglas blendet uns dabei auch gleich Arten und Merkmale der Gegner und Objekte an. Ist jetzt vielleicht für die Zeit des Zweiten Weltkriegs unrealistisch, erleichtert uns aber natürlich die Einsatzplanung.

One Shot, one Kill!

Wer jetzt schon die nötige Distanz zum Gegner hat kann schon seinen ersten Schuss abgeben. Entweder direkt auf den Gegner oder auf Objekte wie Lastwägen, Benzinkanister, Öltanks die dann explodieren oder auch auf einen Kranhaken, der dann seine Ladung auf den darunter vorbei patrouillierenden Gegner ablädt. Dabei gilt es seine Herzfrequenz zu beruhigen, damit der Schuss auch möglichst beim ersten Versuch sitzt. Auch unsere Position hat Einfluss darauf wie gut der Schuss gelingt, im Liegen klappt das auf jeden Fall besser als im Hocken oder gar Stehen. Feuern wir nun unseren ersten Schuss ab und die Kameraperspektive wechselt zur abgeschossenen Kugel, dann ist das zum einen ein sicheres Zeichen, dass wir getroffen haben und zum anderen wird damit wohl eines der für Fans wichtigsten Features im Spiel ausgelöst, die „Kill-Cam“. Mittels Zeitlupe dürfen wir die Flugbahn der Kugel und deren Einschlag am Körper des Feindes zusehen, wobei dieses „Detail“ nichts für zartbesaitete Naturen ist. Da brechen in einer Art Röntgenansicht schon mal die Knochen des Gegners und Eingeweide werden zerstört. Selbst welche Körperpartien da genau getroffen werden vermerkt das System, von Schüssen in Kopf, Augen, Herz oder anderen Organen bis hin zu den „Weichteilen“ ist alles möglich. Naja wem das zu viel ist, diese Feature kann im Hauptmenü auch abgeschalten werden, ebenso die Häufigkeit wie oft die „Kill-Cam“ zum Einsatz kommt. Irgendwann macht es dann nach dem hundertstem Abschuss wahrscheinlich auch irgendwie keinen Spaß mehr sich das dauernd anzusehen.

  • Sniper-Elite-4_20170213075242.jpg
  • Sniper-Elite-4_20170213071746_1.jpg
  • Sniper-Elite-4_20170213072132_1.jpg
  • Sniper-Elite-4_20170213073228_1.jpg
  • Sniper-Elite-4_20170213084530_1.jpg
  • Sniper-Elite-4_20170213072347_1.jpg
  • Sniper-Elite-4_20170213072212.jpg
  • Sniper-Elite-4_20170213093029_1.jpg

Unsere Haupt- und Nebenmissionsziele sind bei jedem Einsatz zwar grundsätzlich unterschiedlicher Natur, wie etwa einen Offizier zu töten, wichtige Informationen zu beschaffen oder Kriegsgerät zu zerstören, aber die Spielweise bleibt eigentlich immer die Gleiche. Den Feind auszukundschaften, möglichst unbemerkt zu eliminieren und das Ziel zu erreichen. Wenn es brenzlig wird zurück ziehen, abwarten bis sich alles beruhigt hat und dann wieder vorrücken. Wobei das Hauptaugenmerk auf der Eigenschaft „unbemerkt“ liegen sollte, wüstes Herumballern führt nämlich schnell in den Leichensack. Haben die Gegner etwa den Lärm eines Schußes gehört werden sie aufmerksam, das Radar unserer Minikarte und die Feinde werden dann gelb eingefärbt. Ab diesem Zeitpunkt beginnt der Gegner uns zu suchen. Schießen wir jetzt, ohne unsere Position zu wechseln, munter weiter können die Feinde mittels Triangulierung unsere genaue Position ermitteln und feuern gezielt auf diese Stelle. Die gegnerischen Soldaten bewegen sich dann auch rasch in unsere Richtung und spätestens jetzt heißt es Fersengeld zu geben und sich zurückzuziehen. Haben wir ein gutes Versteck gefunden und der Gegner kann uns nicht finden, wird nach einiger Zeit der Alarm wieder zurückgesetzt und Karl kann sich wieder (vorsichtig) in Richtung Feind bewegen.

Und ob ihr alle richtig steht, merkt ihr wenn das Licht ausgeht!

Besonders acht geben sollte man dabei auf feindliche Scharfschützen, die können uns mit Hilfe ihres Scopes auch auf größere Entfernungen entdecken und auch auf Funker, die schlagen nämlich nur all zu schnell Alarm wenn sie uns entdecken. Also besser aus dem Hinterhalt zuschlagen und wenn möglich Feinde mit „Unterschall-Munition“ erledigen, die viel weniger Lärm erzeugt oder aber auch dem Gegner die eine oder andere Falle stellen. Dazu können wir Sprengfallen installieren oder Minen platzieren und den Feind dann mit einem Steinwurf in den sicheren Tod locken. Jeder unserer Waffen bietet sogar 2 Modi, zwischen welchen umgeschalten werden kann, so können wir z.B. auswählen ob ein TNT-Paket einen Zeitzünder hat oder nicht, Stielgranaten selbsthaftend sind oder welche Munition wir einsetzen wollen. Sniper Elite 4 bietet hier grundsätzlich also sehr viele Möglichkeiten eine Mission erfolgreich zu schaffen, das macht einen Großteil des Spielspaßes aus und motiviert die nächste Gegnergruppe auf eine alternative Art zu eliminieren.

Sollte uns der Gegner trotz aller Vorsicht trotzdem umzingelt haben, bleibt uns immer noch der Kampf auf kürzere Distanzen mit Maschinenpistole und Granaten. Ist der Gegner inzwischen gar in unmittelbarer Nähe von uns lässt sich auch ein Nahkampfangriff auslösen, der mittels Kampfmesser den sofortigen Tod des Feindes zur Folge hat. Dieser Attacke gegen den Mann ist eigentlich zu übermächtig im Spiel ausgefallen, bringt aber wirklich nur etwas wenn man sich etwa unbemerkt an einen Gegner heranschleichen kann. Bei mehreren Gegner geht das aber oft nicht wirklich gut aus und endet im schlimmsten Fall mit Karls heldenhaftem Soldatentod. Gut das wir das Spiel auch jederzeit zwischendurch speichern können und auch automatische Checkpoints gespeichert werden. Die KI der Gegner hat gegenüber dem dritten Teil sicher zugelegt und stellt, abhängig vom gewählten Schwierigkeitsgrad, schon eine Herausforderung dar, perfekt ist sie aber immer noch nicht, da viel zu vorberechenbar. Vielleicht soll es das aber auch nicht sein, Sniper Elite 4 ist eine Scharfschützensimulation, sicher, aber in erste Linie haben die Entwickler eindeutig auf Spielspaß gesetzt und weniger auf Realitätsnähe wie das andere Militärsimulationen tun.

  • Sniper-Elite-4_20170214081554.jpg
  • Sniper-Elite-4_20170214083546.jpg
  • Sniper-Elite-4_20170214092214_1.jpg
  • Sniper-Elite-4_20170215071054_1.jpg
  • Sniper-Elite-4_20170215074036.jpg
  • Sniper-Elite-4_20170215080039.jpg
  • Sniper-Elite-4_20170215080300.jpg
  • Sniper-Elite-4_20170214080107.jpg

Wie schon angedeutet gibt es im Spiel Erfahrungspunkte für die unterschiedlichsten Aktivitäten und Erfolge im Spiel, sei es jetzt Gegner erledigen, Kampfpanzer unschädlich machen, Versorgungsgüter zu zerstören oder eben Missionen erfolgreich abzuschließen. Wer es besonders genau machen möchte, schließt auch alle Nebenaufträge ab, versucht alle Gegner in einem Level zu erledigen und sammelt auch noch alle Briefe, Dokumente und sonstige Unterlagen, die an versch. Stellen im Spiel deponiert sind. Alles in allem kommt man so locker auf ca. 3 Stunden Spielzeit pro Mission. Im Spiel ist auch eine Art Fähigkeitenbaum integriert, leider aber nur sehr rudimentär und ab gewissen Rängen kann man aus einer von 2 Fähigkeiten wählen, die dann aktiv sind. Hier wäre sicher mehr drin gewesen und ein guter Ansatzpunkt für Verbesserungen für Teil 5.

Tango down!

Wem das noch nicht reicht, der kann sich an diversen Schwierigkeitsgraden versuchen, die auf höheren Stufen weniger Hilfen bieten und dann schon eine ordentliche Herausforderung darstellen. Oder man schmeißt sich in den Multiplayerkampf, für den die Entwickler einige Möglichkeiten zur Verfügung gestellt haben. Wer möchte, kann mit einem guten Freund im Koop-Modus die Missionen gemeinsam durchspielen, oder einen der zahlreichen Multiplayervarianten im Team bestreiten. Von klassischen Deathmatch oder Team-Deathmatch Spielmodi bis zu „Cpature-the-flag“ oder auch Modi wie „Kein Überqueren“ oder „König der Entfernung“ wird einiges geboten. Das macht mehr oder weniger Spaß, ist technisch ordentlich in Szene gesetzt und ergänzt das Hauptspiel um weitere Spielmöglichkeiten, wenn es für mich auch nicht der Hauptgrund wäre Sniper Elite 4 zu kaufen. Aber es steht auf jeden Fall insgesamt genug Abwechslung am Programm um hier lange Zeit Freude am Scharfschützendasein zu haben.

  • Sniper-Elite-4_20170220084837.jpg
  • Sniper-Elite-4_20170215204334_1.jpg
  • Sniper-Elite-4_20170215220010.jpg
  • Sniper-Elite-4_20170216080026_1.jpg
  • Sniper-Elite-4_20170216081225.jpg
  • Sniper-Elite-4_20170220083906.jpg
  • Sniper-Elite-4_20170220093555.jpg
  • Sniper-Elite-4_20170215195907_1.jpg

Technisch haben die Entwickler bei Rebellion gegenüber dem Vorgänger stark nachgebessert und vieles richtig gemacht. Die Grafik stellt wunderschöne Kulissen italienischer Landschaften, Dörfer, Städte und Häfen dar und erfreut das Auge mit einer hohen Weitsicht, stimmigen Lichteffekten und gelungenen Explosionen. Luft nach oben ist aber auch hier sicher noch, so könnten die Animationen der Spielfiguren realistischer und vor allem abwechslungsreicher sein und auch die Texturen könnten dann stellenweise detaillierter sein. Sog. Schlauchlevel wie in früheren Ablegern gibt es nicht mehr, Karl kann sich ziemlich frei in den Maps bewegen, wenn da und dort dann nicht doch wieder Einschränkungen gegeben werden. So ist das Springen und Klettern nur an bestimmten Stellen möglich und stellenweise auch etwas hakelig. Erfreulicherweise ist der Sound rundherum als gelungen zu bezeichnen, die Soundkulisse hat den richtigen „Bums“ und die Kampfgeräusche klingen realistisch. Auch die deutsche Synchronisation weiß zu gefallen, die Sprecher wurden ordentlich besetzt, könnten aber auch noch einen Tick motivierter und die Dialoge einfallsreicher sein. Die Stimme von Karl selbst klingt etwas zu rauh und würde eher zu Typen wie „Rambo“ oder „Mad Max“ passen, als zu einem Scharfschützen der aus dem Hinterhalt agiert.

Auf der „großen“ PS4 der Pro läuft das Geschehen am Bildschirm stets flüssig ab und die Besitzer der getunten PS4 dürfen sich darüber hinaus auch über mehr Details und verbesserte Effekte freuen. Ansonsten gilt aber auch Entwarnung für Besitzer der „alten“ PS4 oder der Xbox One, die Grafik ist zwar nicht immer als ganz so flüssig zu bezeichnen, aber das fällt im Spielgeschehen eigentlich nicht unangenehm auf. Auch die etwas längeren Ladezeiten stören da nicht, sind diese eigentlich sowieso sehr kurz ausgefallen und eigentlich nur zu Beginn einer Mission etwas länger.

FAZIT

Mit Sniper Elite 4 ist den Entwicklern von Rebellion eine recht gute Scharfschützensimulation und ordentliche Steigerung gegenüber Teil 3 gelungen. Das Game bietet weitläufige offene Landschaften, eine verbesserte KI und insgesamt viele Möglichkeiten ans Ziel zu kommen. Sei es durch unterschiedliche Pfade, das Experimentieren mit den versch. Waffen und deren Modi oder durch genaue Analyse der jeweiligen Situation. Wer den maximalen Spielspaß erleben will, sollte sich auf diese vielen Möglichkeiten auch unbedingt einlassen und diese ausnutzen, ansonsten könnte das Gameplay auf Dauer dann doch zu eintönig werden. Luft nach oben ist nämlich auch bei Teil 4 noch, sowohl bei der Grafik als auch bei der KI, aber alles in allem ist Sniper Elite 4 für alle Shooterfans definitiv eine Empfehlung wert.

Kommentar abgeben