Splatoon 2 im Test
GRAFIK 4
SOUND 4
HANDLING 4
SPIELDESIGN 3
MOTIVATION 4

Splatoon 2 ist zweifelsfrei eine erfrischende Shooter-Alternative zu all den einschlägigen Genre-Konkurrenten. Ob besser oder schlechter, das ist dabei dann wohl eher Geschmackssache. Aber rein vom spielerischen Standpunkt aus betrachtet macht Nintendos kindgerechter Third-Person-Shooter fast alles richtig. Als Kritikpunkte bleiben dann noch die etwas zu dürftig ausgefallenen Offline-Inhalte und die unnötig umständliche Companion-App

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Splatoon 2 im Test

Vor knapp zwei Jahren erschien mit Splatoon eine der wenigen frischen Marken für die WiiU. Nun feiern die Inklinge ihr Debüt auf Nintendo Switch, aber statt wie bei Mario Kart 8 lediglich in einer Deluxe Version, haben wir es bei Splatoon 2 mit einer waschechten Fortsetzung zu tun. Der erste Auftritt wurde noch als innovativer Third-Person-Shooter gelobt, Teil 2 bietet dazu noch ein paar zusätzliche Neuerungen, die jedoch eher im Detail liegen und das grundlegende Gameplay nur marginal verändern.

Ein kindgerechter Shooter ist irgendwie ein Widerspruch in sich, aber trotzdem hat Nintendo mit Splatoon das Kunststück geschafft, diese beiden Gegensätze in einem tollen Spiel zu vereinen. Das beginnt schon damit, dass man nicht mit primitiven Waffen ballert, sondern mit Tinte. Auch bei der postapokalyptischen Hintergrundstory wurde auf Gewalt großteils verzichtet. Die beginnt nämlich rund 12.000 Jahre in der Zukunft, in einer Zeit wo die Polarkappen bereits geschmolzen sind und der Meeresspiegel massiv angestiegen ist. Menschen gibt es da schon gar keine mehr und aus dem Meeresbewohnern haben sich zwei neue Spezies entwickelt: Die Inklinge und die Oktolinge. Beide lebten zunächst friedlich miteinander, als jedoch der Lebensraum immer knapper wurde, bekämpften sich beide Seiten. Das gilt als der Beginn des „Großen Revierkrieges“. Diese Auseinandersetzung wurde zunächst von den Inklingen gewonnen und die Oktarianer mussten sich zurück ziehen. Als die Elektrizität für die Oktarianer aber dann knapp wurde, stahlen sie den Riesen-Elektrowels der Inklinge. Der neue Heldenmodus in Splatoon 2 führt diese Geschichte nahtlos fort, denn abermals wurde die Energiequelle entwendet und erneut liegt es am Spieler diese wiederzubeschaffen.

Spielerisch entpuppt sich der Heldenmodus mehr als Jump’n Run, denn als Shooter. Ihr springt, fliegt oder grinded  durch die Luft bis zur nächsten Plattform, sammelt dabei Schriftrollen sowie Anchoviums ein und stellt euch am Levelende einem Bossgegner. Im Verlauf der Einzelspieler-Kampagne erhaltet ihr Zugang zu neun verschiedenen Tintenspritzern, angefangen vom Standard-Kleckser bis hin zu Blastern, Farbroller oder den Konzentratoren. Mit den gefunden Anchovium lassen sich dann Waffen und andere Fähigkeiten zusätzlich aufleveln. Wird die Bewaffnung beim ersten Durchgang fast immer vorgeschrieben, habt ihr aber spätestens nach dem erfolgreichen Abschluss eines Abschnittes dann freie Waffenwahl, was den Wiederspielwert der einzelnen Levels erhöhen soll.

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Das Herzstück: Der Mehrspielermodus

Obwohl die Einzelspieler-Kampagne im Vergleich zum Vorgänger aufgewertet wurde, bleibt er auch in Splatoon 2 nicht mehr als ein Trainingsmodus für das Herzstück, den Mehrspieler-Modus. Spielerisch hat sich dabei nicht sehr viel verändert. In der Rolle eines Inklings bekämpft ihr in 4 vs 4 Matches das gegnerische Team und anstatt mit Kugeln beschießt ihr euch dabei gegenseitig mit Tinte. Hat man ein Gebiet mit der eigenen Farbe vollgespritzt, kann man darin eintauchen und sich schwimmend fortbewegen. Dabei ist man nicht nur wesentlich schneller unterwegs und kann auch vertikale Hindernisse hochklettern, sondern es wird auch automatisch die am Rücken getragene Tintentpatrone wieder aufgefüllt. Nachteil: Färbt der Gegner das Gebiet wieder um, dann könnt ihr euch nur mehr langsamer fortbwegen sowie nicht mehr abtauchen und ihr seid somit ein leichteres Ziel für eure Feinde. Im Standardmodus, dem Revierkampf, gewinnt dann schlußendlich nicht jenes Team mit dem meisten Abschüssen, sondern das Team welches die größte Spielfläche eingefärbt hat. Das bringt eine herrliche taktische Note in das actionreiche Gameplay.

Natürlich gibt es auch die aus Teil eins bekannten Modi Herrschaft, Turm-Kommando oder Operation Goldfisch. Ganz neu im Spiel ist hingegen die Spielvariante Salmon Run. Das ist quasi ein Horde Koop-Modus für bis zu vier Spieler, bei dem das ganze Team für eine Job-Agentur mit dem Namen Bär GmbH Gold-Fischeier sammeln muss. Auf den separaten Maps stürmen dabei in mehreren Wellen Lachs-Gegner auf euch zu, die es abzuwehren gilt. Die verschiedenen Bosse verlieren die wertvollen Fischeier. Als Belohnung für absolvierte Salmon Runs winken dann diverse Items, die man dann auch in anderen Modi verwenden kann.

Salmon Run ist neben dem Heldenmodus auch die einzige Spielvariante, die notfalls auch alleine gespielt werden kann, alle anderen benötigen weitere Mitstreiter, die man per Zufall in der Online-Lobby zugeteilt bekommt oder sich in lokale Matches einklicken. Dazu benötigt dann aber jeder Spieler eine eigene Konsole, denn einen Split-Screen Modus gibt es in Splatoon 2 nicht mehr. Den Zugang zu Ranglisten-Spielen erhält man übrigens erst mit Levelstufe 10. Das bedeutet vor allem für Neulinge eine recht zähe und teilweise langwierige Anfangsphase.

Die Hubwelt, der Plaza, wurde komplett überarbeitet und kann nun mit deutlich mehr Läden für Kleidung, Schuhe, Hüte und Waffen aufwarten. Auch Speisen und Getränke, welche euch temporäre Effekte verleihen, können dort käuflich erworben werden. Bezahlt wird mittels Coupons, die man etwa im Heldenmodus findet.

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Switch Technik & Zusatz-App

Technisch wird gewohnte Switch-Kost geboten. Im TV-Modus erscheint Splatoon 2 mit einer konstanten Bildrate von 60 FPS sowie einer adaptiven Auflösung zwischen 936p und 1080p auf dem Bildschirm, im Handheld Modus sind es dann nur noch 720p und in der Hubwelt halbiert die Engine dazu auch noch die FPS. Rein optisch fallen die Unterschiede zum ersten Teil auf der WiiU beim ersten Blick kaum auf, lediglich die Farbgebung ist nun etwas kräftiger und die Lichteffekte deutlich hübscher. Einen allzu großen technischen Fortschritt sollte man sich aber nicht erwarten. Auch soundtechnisch setzt man auf Altbewährtes. Statt Sprachausgabe gibt es Nintendo-typisches Gebrabbel und Musik sowie Geräuscheffekte dudeln unauffällig im Hintergrund. So wie man es eben von einem Switch-Spiel gewohnt ist.

Was mir als Splatoon-Neuling anfäglich etwas zu schaffen gemacht hat, war die Steuerung. Eure Spielfigur wird zunächst ganz klassisch mit den beiden Analog-Sticks gesteuert, aber das Zielen erfolgt mit den Bewegungssensoren des Joy-Con/Gamepads beziehungsweise der Switch. Das Neigen sowie Drehen der Eingabegeräte ist dann doch etwas gewöhnungsbedürftig, gut dass man dieses im Menü deaktivieren und zusätzlich noch zahlreiche Einstellungen treffen kann. Die komfortabelste Methode Splatoon 2 zu zocken ist natürlich auf dem TV mit dem Pro-Controller, aber auch im Handheld-Modus funktioniert alles wunderbar und selbst nach einer Stunde Spielzeit verkrampfen sich die Hände nicht.

Mein größter Kritikpunkt betrifft Nintendos Online-Service. Dieser läuft nicht direkt über die Switch Konsole selbst, sondern ausschließlich über eine Smartphone-App für iOS oder Android. Während man ohne App lediglich mittels Textchats und Gesten miteinander kommunizieren kann, sind damit auch Sprachnachrichen möglich. Auch wenn man gezielt mit anderen Spielern online zocken will, benötigt man diese Zusatz-Applikation. Alles sehr, sehr umständlich und wenn man dann auch noch gleichzeitig den Spielsound hören will, ist ein spezieller Headset-Adapter notwendig. Aktuell ist dieser Online-Service kostenlos, spätestens nächstes Jahr sollen aber, ähnlich wie bei Playstation und XBox, dafür zusätzliche Gebühren fällig werden.

FAZIT

Splatoon 2 ist zweifelsfrei eine erfrischende Shooter-Alternative zu all den Call of Duties, Battlefields und sonstigen, einschlägigen Genre-Konkurrenten. Ob besser oder schlechter, das ist dabei dann wohl eher Geschmackssache. Aber rein vom spielerischen Standpunkt aus betrachtet macht Nintendos kindgerechter Third-Person-Shooter fast alles richtig. Als Kritikpunkte bleiben dann noch die etwas zu dürftig ausgefallenen Offline-Inhalte, welche Einzelspieler nicht lange beschäftigen werden, und die unnötig, langwierige sowie eintönige Einarbeitungszeit, bis man endlich bei den interessanten Spielmodi angelangt ist. Was mich persönlich davon abhält tiefer in die Welt der Inklinge einzutauchen ist Nintendos etwas planloses Online-Konzept. Es ist zwar schön, dass ich noch bis 2018 gratis spielen darf, aber bis dahin sollten sich die Japaner etwas besseres überlegt haben, als eine umständliche Companion-App für Tablets und Smartphones. Aktuell ist es mir noch etwas zu mühsam, wenn ich mit meinen Freunden Online-Multiplayer-Duelle zocken will. Dafür macht Splatoon 2 im lokalen Mehrspieler umso mehr Spaß – vorausgesetzt man kann genug Switch-Besitzer an einem Ort zusammentrommeln.

2 Kommentare

  1. Gast 18. August 2017
    Antworten

    Finde Splatoon2 leider nicht sehr gut…

    • Tom Steinbauer 18. August 2017
      Antworten

      Also rein vom spielerischen Standpunkt aus betrachtet finde Splatoon 2 ganz okay, ist mal was komplett anderes und imho ein typisches Nintendo Spiel. Halt nix für Einzelspieler. Deswegen ist es umso ärgerliche, dass es bislang kein vernünftiges Online-System für die Switch gibt.

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