Tearaway Unfolded – TEST
GRAFIK 4
SOUND 4
HANDLING 5
SPIELDESIGN 5
MOTIVATION 4

Würde man Tearaway Unfolded nur unter dem Aspekt eines herkömmlichen Jump’n Runs bewerten, es wäre etwas unfair. Die Sprungeinlagen und Rätsel sind meist sehr simpel, die Kamera bockig und wenn man einmal das Ende gesehen hat ist die Motivation es nochmals durchzuspielen eher gering. Betrachtet man Tearaway Unfolded aber in seiner Gesamtheit ist es ein kleines Meisterwerk. Ein außerordentliches Spiel, von denen es zukünftig ruhig mehr geben kann.

Summary 4.4 geil
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Tearaway Unfolded – TEST

Bei Metacritic rangiert Tearaway schon seit fast zwei Jahren unter den Top vier der beliebtesten PS-Vita Spielen und dennoch blieb ein durchschlagender kommerzieller Erfolg leider aus. Aber dank der durchwegs positiven Resonanz von Kritikern und vor allem jener der Spieler, schafft das kreative Jump’n Run nun unter dem Titel Tearaway Unfolded buchstäblich den Sprung auf die große Konsole.

Kevin Spacey macht es manchmal in der Fernsehserie House of Cards, Marvels Anti-Held Deadpool tut es in seinen Comics sogar sogar ziemlich häufig und auch Tearaway Unfolded bedient sich dieses Stilmittels. Die Rede ist vom durchbrechen der vierten Wand, also von der direkten Interaktion mit dem Zuschauer vor dem Bildschirm. In Tearaway sind es gleich zu Beginn zwei Stimmen, die dem Spieler als „das „Wesen“ ansprechen und ihm vorgaukeln, sie hätten die Kontrolle über das Fernsehgerät übernommen. Weil da aber nichts Vernünftiges zu sehen ist, verschwinden sie wieder in ihre eigene Welt, jedoch nicht ohne ein Riss zwischen den zwei Universen zu erzeugen. Genau dieses „Loch im Himmel“ stellt nun eine Bedrohung dar, denn hinunterpurzelnde Schnipsel färben die ansonsten farbenfrohe Papierwelt in ein tristes Schwarz-Weiß. Aufgabe des Spielers ist es nun, einen kleinen Boten auf seiner abenteuerlichen Reise zu begleiten und ihm helfen, eine wichtige Nachricht an „das Wesen“  zu überbringen.

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Ein Teil der Welt

Die PS-Vita Version profitierte von den Steuerungsmöglichkeiten des Rückseitentouchpads, die sich natürlich nicht 1:1 auf den DualShock 4 Controller übertragen lassen. Aber anstatt sich nur auf die herkömmlichen, traditionellen Interaktionsmöglichkeiten zur Steuerung der Spielfigur zu beschränken, geht Tearaway auch auf auf der Playstation 4 ganz neue Wege und erweitert die Bedienungsoptionen der PS-Vita-Version in einigen Bereichen. Wird etwa die Lightbar des Gamepads  auf den Fernseher gerichtet, können damit dunkle Gebiete erhellt oder von Zeitungspapier umhüllte Objekte wieder eingefärbt werden. Auch die boshaften Schnipsel reagieren darauf und laufen hypnotisiert und willenlos dem Lichtkegel hinterher, sodass man sie problemlos in einen Abgrund lotsen kann. Ein drücken der Touchpad-Taste lässt die Spielfigur springen, wischt man über selbige können Windböen erzeugt werden, mit dem man Gegner wegpustet oder Hindernisse auf den Tragflächen eines Papierfliegers überwindet. Sogar Objekte welche aus dem Fernseher in Richtung Spieler geworfen werden (Stichwort Eichhörnchen) können mit dem Controller gefangen und wieder zurückgeworfen werden, um damit in der Spielewelt etwa neuen Passagen freizuschießen. Werden bestimmte Gegenstände benötigt, wie beispielsweise eine Krone oder ein Schmetterlingsflügel, so können diese ganz einfach mittel Touchpad gezeichnet werden. Das Skizzieren solch einfacher Objekte gestaltet sich aber etwas fummelig und unpräzise, viel besser bedient ist man, wenn man per PlayStation-App ein Tablet oder Smartphone als Zeichenbrett verwendet. Und weil wir gerade von Zusatzgeräten reden: Wer eine Playstation-Kamera besitzt sollte diese auch unbedingt einschalten, denn damit erscheint im „Loch am Himmel“ ein Live-Bild des Spielers den die Figuren direkt als „das Wesen“ ansprechen. Spielerisch bringt das keinen Mehrwert, steigert aber die Immersion und bereichert das gesamte Spielerlebnis immens.

Tearaway

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Papier… bunt und in Farbe

In Tearaway Unfolded ist alles aus Papier, wirklich alles. Das bedeutet nicht nur sämtliche Charaktere sind Papiermodelle, sondern die komplette Spielewelt besteht aus unzähligen Zetteln und Pappkartons in allen möglichen Farben und Formen. Okay, dieser Grafikstil reizt zwar die Hardware der PS4 nicht bis an ihre Grenzen aus, dennoch wirkt alles wie aus einem Guss und besticht durch ein wunderschönes visuelles Design im entsprechenden Papier-Look. Die akustische Untermalung steht dem um nichts nach, auch wenn einige der Musikstücke etwas schräg und sehr eigentümlich klingen – was ja auch zum restlichen Spiel passt . Einziger technischer Kritikpunkt ist die mitunter unübersichtliche Kameraführung, welche das Erkunden der Papierwelt teilweise unnötig erschwert. Mit rund 17 Abschnitten gibt es übrigens in der PS4-Fassung insgesamt 3 Levels mehr zu erkunden als im Vergleich zu PS-Vita Version. Außerdem wurden viele Bereiche erweitert und optimiert, sodass sich auch für Kenner des Handheld-Spieles, ein Ausflug auf die große Konsole lohnt.

Fazit

Würde man Tearaway Unfolded nur unter dem Aspekt eines herkömmlichen Jump’n Runs bewerten, es wäre etwas unfair. Die Sprungeinlagen und Rätsel sind meist sehr simpel, die Kamera bockig und wenn man einmal das Ende gesehen hat, hält sich der Drang es sofort nochmals durchzuspielen eher in Grenzen. Betrachtet man Tearaway Unfolded aber in seiner Gesamtheit ist es ein kleines Meisterwerk. Beginnend von der bezaubernden visuellen Umsetzung, der stilgerechten akustischen Untermalung, bis hin zu den innovativen Interaktionsmöglichkeiten, zeigt es, wie man eine Atmosphäre erschaffen kann, in der der Spieler nicht nur vor dem Bildschirm sitzt und den Protagonisten steuert, sondern selbst zum Teil der Spielewelt wird. Hut ab vor Media Molecule und vor allem vor Sony, die Tearaway noch eine Chance auf der großen Konsole gegeben haben. Ein außerordentliches Spiel, von denen es zukünftig ruhig mehr geben kann.

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