Titanfall 2 -Test
GRAFIK 5
SOUND 5
HANDLING 4
SPIELDESIGN 4
MOTIVATION 5

Während die Solo-Kampagne lediglich als durchwegs O.K. durchgeht, setzt Titanfall 2 im Mehrspielermodus auf seine Stärken, verbessert diesen mit eigenständigen Ideen und kann damit gegen seine direkten Konkurrenten punkten. Für mich persönlich definitiv einer der Top-Anwärter auf den Shooter-Thron in diesem Jahr

Summary 4.6 geil
GRAFIK 4
SOUND 4
HANDLING 5
SPIELDESIGN 3
MOTIVATION 4
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Titanfall 2 -Test

The bigger they are, the harder they fall. Eine alte Weisheit die aber nur bedingt auf Titanfall 2 zutrifft, denn dank ausgezeichneter Balancing-Arbeit durch Entwickler Respawn Entertainment können selbst die mächtigsten Mechs von einfachen Fußsoldaten ausgeschaltet werden. Das ist aber nur eine der vielen Zutaten, warum Titanfall 2 aktuell einer der besten Shooter ist.

Das Entwicklerstudio Infinity Ward wurde Vince Zampella, Grant Collier und Jason West im Jahr 2002 gegründet. Was das mit Titanfall 2 zu tun hat, wo doch Infinity Ward für die Call of Duty Reihe bekannt ist? Ganz einfach: Nach einem Streit mit Publisher Activision über die zukünftige Ausrichtung der Modern Warfare Reihe, wurden Zampella und West gefeuert. Die gründeten ihr eigenes Studio, nannten es Respawn Entertainment und veröffentlichten 2014 mit Titanfall ihre erstes Spiel, damals noch exklusiv für die XBox. Es scheint nun wohl Ironie des Schicksals zu sein, dass Teil zwei fast gleichzeitig mit dem neuen Call of Duty Ableger veröffentlicht wird. Ob das mit purer Absicht geplant wurde oder es sich doch nur um reinen Zufall handelt, das wissen vermutlich nur die Publisher.

Die Resonanz auf das erste Titanfall war aber zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung durchwegs positiv. Auch uns hat das neuartige Spielkonzept der Verschmelzung von Single- und Multiplayer sehr gut gefallen. Einer der größten Kritikpunkte war jedoch die fehlende Solo-Kampagne.

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Cooper & BT

Diese Bemängelung wurde nun in Teil zwei ausgemerzt, denn Titanfall 2 verfügt über einen äquivalenten Einzelspieler-Modus mit vollwertiger Story. Dieser beginnt damit, dass ihr in die Rolle des Rekruten Jack Cooper schlüpft und von eurem Mentor und Ausbilder durch das Tutorial begleitet werdet. Darin lernt ihr nicht nur sämtliche Bewegungsabläufe wie Wall-Runs und Double-Jumps, sondern auch ein Schießtraining mit dem üppigen Waffenarsenal steht auf dem Programm. Bevor ihr jedoch in einen Mech steigen dürft, wird die Übung aufgrund eines realen Ernstfalles abrupt abgebrochen. Als Mitglied der Widerstandsgruppe Militia werdet ihr auf dem Planeten Typhon abgesetzt und kämpft gegen die Soldaten des Industriekonglomerats IMC. Schon in der ersten Kampfhandlung wird euer Mentor getötet. Bevor er jedoch das zeitliche segnet, übergibt er noch das Kommando über seinen BT-7274 Titan an Jack. Dieser ist nicht nur ein mächtiger Kampfkoloss, sondern entwickelt auch so etwas wie ein Eigenleben, was in teils sehr amüsante Dialoge zwischen Cooper und BT mündet.

Die weitere Geschichte bietet jedoch nicht viel mehr als die übliche Standardkost für Action-Shooter. Besonders Protagonist Jack Cooper bleibt bis zum Ende hin ziemlich blass. Berührende emotionale Momente gibt es keine, genauso wenig wie spektakuläre Story-Twists. Man merkt sehr deutlich, dass der Fokus auf dem Missions-Design gelegen hat und die Geschichte erst nachträglich darüber gestülpt wurde. Wo Titanfall 2 erzählerisch nämlich etwas schwächelt, läuft es aber spielerisch zur Höchstform auf. Der Mix aus Rätselaufgaben, Parkour-Elementen und brachialer, schneller Action zählt streckenweise zum besten was das Genre derzeit hergibt. Nur die Bosskämpfe können das hohe Niveau nicht ganz halten. Auch die Spieldauer von knapp sechs Stunden hätte etwas länger ausfallen können.

Bounty Hunter

Auch wenn die neue Einzelspieler-Kampagne eingefleischte Solisten sicherlich zufrieden stellen kann, das Hauptaugenmerk liegt weiterhin auf dem Mehrspieler-Modus. Der wurde im Vergleich zum Vorgänger mit nun insgesamt zwölf verschiedenen Spiel-Varianten mächtig ausgebaut. Natürlich sind die Standard-Modi wie Capture the Flag oder Last Titan Standing auch dieses Mal wieder mit dabei und viele andere unterscheiden sich lediglich durch Regeln und Einstellungen oder sind nur eine Kombination aus bereits bekannten Modi. Auch die Piloten wurden mächtig aufgestockt. So gibt es nun insgesamt sieben verschiedene  „taktische Optionen“, welche die unterschiedlichen Klassen repräsentieren. Darunter etwa Enterhaken, Impulsklinge, Tarnmantel oder ein Partikelschild in Pilotengröße, der abgehende Schüsse verstärkt. Auch bei den Titanen gib es eine Änderung. Die werden nun nicht mehr mit beliebigen Waffen und Extras ausgestattet, sondern es darf nun aus insgesamt sechs verschiedenen Mechs mit unterschiedlichen Angriffs- und Verteidigungswerten ausgewählt werden. Dank freischaltbarer oder per Spielwährung käuflicher Loadouts, Boosts, Charakter- sowie Waffen-Skins bietet Titanfall 2 jedoch reichlich Individualisierungsmöglichkeiten.

Das Highlight unter den Neuerungen ist aber sicherlich der neue Spielmodus „Bounty Hunt“ für insgesamt zehn Spieler (5vs5). Dabei kassiert man für das Erledigen bestimmter, vorgegebener Aufgaben Geld. Die erbeutete Kohle muss auf einem Bankdepot eingezahlt werden und Gewinner ist jenes Team, welches am Spielende den höchsten Kontostand aufweisen kann. Der Clou dabei: Verliert ihr auf dem Weg zum Depot euer Leben, verliert ihr auch rund 50% des erbeuteten Geldes. Das führt zu spannungsgeladenen, actionreichen Scharmützel.

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Technik: Gut aber nicht überragend

Qualität statt Quantität scheint das Motto von Titanfall 2 zu sein, denn aktuell gibt es lediglich acht Maps, die aus dem ersten Teil bekannte Karte Angel City soll dann im Dezember als kostenloser DLC nachgeliefert werden. Optisch als auch spielerisch ist das Gebotene dafür aber sehr abwechslungsreich. Die zerstörte Gebäude in Boomtown sind ein Paradies für Sniper, die Felsschluchten von Homestead würden sich auch auf einer Postkarte gut machen und die Forwardbase Kodai präsentiert sich als verzweigter Fabrikkomplex. Zur Darstellung wurde wie schon in Titanfall eine überarbeitete Version der Source-Engine zum Einsatz. Diese wurde aber für die Fortsetzung selbstverständlich überarbeitet. Das lässt sich unter anderem in Form von eines höheren Detailgrads der Spielumgebung und verbesserten Lichteffekten erkennen. Dennoch zeigt sich an manchen Stellen die Leistungsgrenze der Engine, etwa bei den nicht immer hochauflösenden Texturen. Insgesamt geht die technische Umsetzung trotz einiger Abstriche aber großteils in Ordnung. Für Besitzer einer PlayStation 4 Pro soll es übrigens einige zusätzliche Verbesserungen wie verfeinerte Schatten- und Partikeleffekten geben.

FAZIT

Als Gamer der alten Schule ist für mich der Einzelspieler-Modus essentiell, der Multiplayer lediglich optionales Beiwerk, der für die nötige Langzeit-Motivation sorgt. Aus diesem Grund habe ich auch das erste Titanfall links liegen gelassen. Ein Fehler wie es scheint, denn Teil zwei ist einer der besten Action-Shooter die ich dieses Jahr spielen durfte. Während die Solo-Kampagne lediglich als durchwegs O.K. durchgeht, setzt Titanfall 2 im Mehrspielermodus auf seine Stärken, verbessert diesen mit eigenständigen Ideen und kann damit gegen seine direkten Konkurrenten punkten. Was der Mech-Shooter in Sachen Map-Design, abwechslungsreichen Spielmodi und actiongeladener Atmosphäre bietet – da kann  sogar ein Battefield oder ein Call of Duty noch viel lernen. Für mich persönlich definitiv einer der Top-Anwärter auf den Shooter-Thron in diesem Jahr. Vorbildlich ist auch die Entscheidung von EA und Respawn Entertainment auf einen Season-Pass zu verzichten und alle neuen Maps und Spielmodi als kostenlosen DLC anbieten werden.

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