Trials Rising im Test
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SOUND 4
HANDLING 4
SPIELDESIGN 4
MOTIVATION 4

Trotz Lootboxen, Mikrotransaktionen oder dem Individualisierungs-Krimskrams sowie dem nervtötendem Grinding macht Trials Fusion in seiner Kerndisziplin, den physikbasierten 2.5D Rennen, einfach nur Spaß

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Trials Rising im Test

Obwohl das Trials Franchise nun schon beinahe 20 Jahre alt ist, hat es bislang gerade einmal eine Handvoll Spiele hervorgebracht. Nach einer langen Durststrecke können sich Fans aber nun freuen, denn mit Trials Rising erscheint  endlich der langerwartete neue Teil des  2.5D-Physik-Plattformer/Racing-Games und das mit einigen interessanten Neuerungen sowie einem enormen Umfang.

Es war das Jahr 2008, als bei uns in der Redaktion ein etwas unscheinbares und bis dato nahezu unbekanntes Spiel angekommen  ist. Weil sich der Andrang an potentiellen Reviewern damals ohnehin in Grenzen gehalten hatte und im Paket ein paar nette Goodies mit dabei waren, hab ich mir das Teil ohne allzu große Erwartungen einfach geschnappt. Trials 2: Second Edition stand da auf der CD-Hülle und wie man am Cover deutlich erkennen konnte, war es die virtuelle Umsetzung des Motorrad-Trials-Sports. Nach kurzer Recherche hab ich herausgefunden, dass es sich dabei um die Fortsetzung eines einfachen Browserspieles handelte, das einem einfachen, aber genialem Spielprinzip folgte: Mit den Pfeiltasten balanciert man ein Motorrad über eine zweidimensionale Hindernisstrecke. Trials 2: Second Edition entpuppte sich dann bei meinem Test aber mehr als forderndes Geschicklichkeitsspiel, denn als adrenalingeladenes Racing-Game.

Zugegeben, ich hatte meinen Spaß, trotzdem muss ich an dieser Stelle gestehen, dass ich die zwei Jahre später erschienene HD-Version, als auch die beiden Nachfolger Evolution und Fusion nicht mehr gespielt habe. Nach fünf Jahren Pause kehrt die Serie nun Trials Rising wieder auf die Bildschirme zurück. Das will nun mit brandneuen Features, mehr Wettbewerb und einem frischen Look punkten – und, zumindest was den Umfang betrifft, hat man dabei nicht gekleckert sondern geklotzt. So bekommt man nun das bislang umfangreichste Spiel der Serie geboten.

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Alles beim Alten

Am grundlegenden Spielprinzip hat sich nichts verändert. Man brettert über die 2.5D Parcours, wobei aber im Unterschied zu anderen Rennspielen, die benötigte Zeit eine eher untergeordnete Rolle spielt – viel wichtiger ist es unbeschadet, das Ziel zu erreichen. Um die teilweise sehr kniffeligen Hindernisse zu überwinden, kann man per Knopfdruck Gas geben oder bremsen und mittels Stick das Gewicht des Fahrers nach vorne oder hinten verlegen – das war es dann auch schon. Klingt simpel? Ist es aber ganz und gar nicht, denn nur wenn ihr euer Motorrad perfekt ausbalanciert, könnt ihr das Ende der Strecke erreichen. Eine gehörige Portion Feingefühl ist dabei ebenso gefragt, wie ein kühles Köpfchen, denn sinnloses beschleunigen bringt bei Trials Rising gar nichts, nur mit der richtigen Taktik könnt ihr die verschiedenartigen Hindernisse überwinden. Natürlich geht es dabei nicht ganz ohne Trial & Error, die Motivation einen Parcours zu meistern oder einfach eine neue Bestzeit aufzustellen, spornt aber immer wieder zu einem erneuten Versuch an. Dazu kommen auch noch die sehr fair gesetzten Checkpoints. Muss man doch einmal unfreiwillig vom Motorrad absteigen, dann kann man per einfachen Tastendruck und ohne Umschweife zum letzten Speicherpunkt zurückspringen und verliert somit nur wenig Zeit. Die obligatorischen Strafsekunden für den Fehltritt bekommt man aber natürlich trotzdem aufgebrummt.

Wie eingangs schon erwähnt ist der Umfang mit über 110 Strecken enorm. Diese umspannen den kompletten Globus und so beginnt ihr etwa in Nordamerika, um später nach Europa, Asien und danach wieder zurück nach Amerika zu reisen. Eingebettet ist das Ganze in eine Art Kampagne, bei der ihr neben herkömmlichen Rennen etwa Aufträge für  „Sponsoren“ erledigt, um so einzelne Strecken nach und nach freizuschalten. Was anfangs relativ flott geht, wird mit zunehmender Spieldauer und steigendem Schwierigkeitsgrad immer schwieriger. Da man aber auch für jedes absolviertes Rennen Erfahrungspunkte bekommt, lassen sich so ebenfalls neue Inhalte erspielen. Das dauert aber seine Zeit, was dann teilweise sogar zum nervigem Grinding ausarten kann. Um das zu vermeiden, bleibt einem ohnehin nichts anderes übrig, als die vorgegeben Challenges und Aufträge der Reihe nach abzuarbeiten.

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Lootboxen und Tandem-Fahrten

Mit zunehmenden Spielfortschritt werden aber nicht nur weitere Inhalte wie Bikes, Events und neue Strecken freigeschalten, sondern es stehen auch immer mehr Individualisierungsmöglichkeiten zur Verfügung. Mit jedem neuen Rang erhaltet ihr eine Lootbox in der sich drei zufällige Objekte befinden, mit denen sich sowohl Fahrer und als auch die Motorräder personalisieren lassen. Das reicht von unterschiedlichen Outfits, über Ersatzteile, bis hin zu über tausend Stickern, mit denen ihr eure Kleidung und Bike verschönern dürft. Selbst die seit Fortnite obligatorischen Animationen und Posen werden damit zugänglich. Natürlich ist es auch möglich diverse Objekte ohne zu looten, gleich direkt zu kaufen. Das ist einerseits mit der Ingame-Währung, den Trials-Münzen, möglich. Die verdient man durch die erfolgreiche Absolvierung bestimmter Strecken, das Erfüllen von Verträgen, durch Teilnahme an Community – Aktivitäten oder mit dem Verkauf nicht-gewollter Personalisierungsobjekte. Wer nicht so viel Geduld hat, der kann sich aber auch mit Echtgeld „Eicheln“ kaufen und somit schneller an diverse Items kommen.

In Sachen Spielmodi gibt es neben der Einzelspieler-„Kampagne“ natürlich auch diverse Multiplayer-Modi. Im Online-Modus können etwa bis zu acht Fahrer  gegeneinander antreten, wobei private Sessions mit Freunden aktuell noch nicht zu Verfügung stehen, sondern erst für April angekündigt wurden. Ebenfalls zurück ist der Party-Modus, bei dem sich bis zu vier Spieler auf dem gleichen Bildschirm duellieren. Mit dem neuen Geistersystem könnt ihr euch zudem auch indirekt mit anderen Spielern messen und von diesen eventuell auch den einen oder anderen Trick abschauen. Noch mehr Neuerungen gibt es mit der Tandem-Bike-Funktion. Hierbei fahren zwei Spieler ein einzelnes Bike und versuchen eine Strecke gemeinsam zu absolvieren. Alles in allem wird im Bereich Mehrspieler einiges geboten, vieles davon kann aber nicht so richtig überzeugen. So dauert es beispielsweise oft länger auf genügend Online-Mitstreiter zu warten, als man dann im eigentlichen Rennen verbringt.

Wer mit den über 110 Strecken noch immer nicht genug hat, der kann sich dann im umfangreichen Editor austoben. Hier lassen sich schon mit wenigen Eingaben zumindest rudimentäre Pisten erstellen, mit etwas mehr Zeit und vor allem Geduld, sind aber auch durchwegs anspruchsvolle Kreationen möglich, die dann mit der Community geteilt werden können.

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Viel Abwechslung

Nicht nur was den Umfang an Strecken anbelangt, sondern vor allem in Sachen Abwechslung bietet Trials Rising eine große Variation an verschiedenen Settings. Das reicht von der 08/15 Rennbahn mit matschigem Untergrund und Standard-Hindernissen, bis hin zu Herausforderungen die quer über den Eiffelturm führen und entlang der Chinesischen Mauer ausgetragen werden. Optisch sieht das alles durchwegs sehr hübsch aus, vom technischen Standpunkt aus betrachtet stören aber gelegentliche Ruckler und Einbrüche der Bildrate den Spielfluss. Dafür kann Trials Rising in anderen Bereichen wieder einiges wett machen, etwa bei den physikalischen Berechnungen des Fahrverhaltens oder der tollen Soundkulisse. Hier gibt es neben den obligatorischen Motorensounds auch coole Musikstücke von bekannten Bands wie Motörhead, Jurassic 5 oder Billy Talent zu hören. Dabei wechseln sich – passend zur jeweiligen Strecke – harte, rockige Gitarrenriffs mit elektronischen Hip-Hop Beats ab. Erstklassig!

Trials Rising verfügt übrigens über eine Art Online-Zwang. Spielen ist zwar grundsätzlich auch ohne Internetverbindung möglich, für das Freischalten der Loot ist diese aber zwingend notwendig.

FAZIT

Das grundlegende Gameplay ist nach wie vor so simpel wie gleichermaßen genial und hat auch im neusten Teil der Spielreihe nichts an seiner Faszination verloren. So ist auch Trials Fusion ein tolles und gleichzeitig forderndes, wie ebenso motivierendes Geschicklichkeitsspiel, welches sich lediglich den Tarnmantel eines „Motorradrennen“ umhängt. Auf das Drumherum mit Lootboxen, Mikrotransaktionen oder den Individualisierungs-Krimskrams hätte ich aber gut und gerne verzichten können. Am meisten stört mich jedoch das teilweise nervtötende Grinding, um neue Inhalten freizuschalten. Reduziert man Trials Fusion aber auf seine Kerndisziplin, die physikbasierten Rennen, dann macht es einfach nur Spaß und das obwohl es oftmals sehr an der Frustgrenze nagt. Vor allem in späteren Strecken, wenn dann der Schwierigkeitsgrad rapide ansteigt. Wo das Spiel für mich aber nach wie vor nicht ganz überzeugen kann, ist im Mehrspielermodus. Selbst die ungewöhnlichen Tandem-Fahrten bringen nicht genügend Langzeitmotivation, um auf Dauer ausreichend Unterhaltung zu generieren. Einzig und alleine der Party-Modus ist hier in kleiner Lichtblick, der zumindest für ein paar unterhaltsame Rennen sorgen kann.

Was ist Trials Rising? Neuester Ableger der Plattform-Rennserie, in der man als Motorradfahrer 2.5D-Rennstrecken unter dem Einfluss simulierter Physik absolviert.
Plattformen: PC, PS4, XBox One, Nintendo Switch
Getestet: PS4
Entwickler / Publisher: Ubisoft / Ubisoft RedLynx
Release: 26.Februar 2019
Link: Offizielle Webseite

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