WarioWare Gold im Test
GRAFIK 5
SOUND 5
HANDLING 4
SPIELDESIGN 4
MOTIVATION 2

WarioWare Gold macht – beinahe – alles richtig: Viele spaßige Microgames, witzige Charaktere und eine tolle Präsentation mit fantastischer Sprachausgabe halten bei Laune – nur leider nicht für sonderlich lange. Nach bloß 2-3 Stunden ist der Story-Modus vorüber und langfristig motivierende Herausforderungen sucht man im Anschluss vergebens – einzig Sammler haben dann noch jede Menge zu tun. Wer Qualität Quantität vorzieht, kann mit dem Spiel durchaus glücklich werden, alle anderen borgen es sich lieber mal von einem Freund aus

Summary 4.0 geil
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HANDLING 0
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WarioWare Gold im Test

Man nehme zackiges Gameplay, kinderfreundlich-schwarzen Humor sowie knackige Präsentation – und voilà! Fertig ist WarioWare Gold.

Der Topf am Ende des Bargelds

Eines gleich mal vorweg: Wer sich nicht gerne stressen lässt, der ist hier falsch, denn in WarioWare dreht sich seit jeher alles darum, blitzschnelle Reaktionen zu beweisen – und auch der neueste Eintrag der Reihe stellt hierbei keine Ausnahme dar. Einiges ist allerdings sehr wohl neu, allem voran die Story, die im Gegensatz zu vorigen Serienteilen schon nahezu episch ist: Gleich zu Beginn des Spiels geschieht es so, dass Wario einen goldenen Topf aus dem Dorf Luxeville klaut – was ihm eine verärgerte Bewohnerin der Stadt, Lulu, auf die Fersen jagt. Zurück in seinem Versteck und noch völlig ahnungslos ob seiner Verfolgerin, wird Wario klar, dass er trotz seines erfolgreichen Coups nicht mal mehr genug Bares für eine Pizza hat. Ein Plan muss her – und ist auch schnell gefunden: Wario entwickelt zusammen mit seinen Freunden, die er wie immer schamlos ausnutzt, ein Videospiel und startet das größte Gaming-Tournier, das es je gab – inklusive horrenden Teilnahmegebühren, aber immerhin auch mit Aussicht auf ein riesen Preisgeld. Lulu sieht die Ankündigung und beschließt, es Wario heimzuzahlen, indem sie das Tournier gewinnt und den Topf im Zuge dessen wieder an sich nimmt. Bühne frei für euch!

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An den Stylus, fertig, los!

Nicht nur die Story ist in WarioWare Gold umfangreicher als in jedem vorangegangen Titel der Reihe, auch in Sachen Microgames hat man diesmal tief in die Tasche gegriffen: Gleich 300 der blitzschnellen Spiele dürft ihr diesmal in Angriff nehmen – präsentiert von einem Roster aus alten sowie neuen Charakteren, der sich ebenfalls sehen lassen kann, und gespickt mit massig Anspielungen an bisherige Nintendo-Titel, von Zelda über Mario bis hin zu Pikmin und Nintendogs.

Aufgeteilt sind die Microgames dabei in vier Ligen: In der Knöpfe-Liga müsst ihr Aufgaben mittels Steuerkreuz und A-Taste meistern, darunter etwa Fecht-Duelle, Faustkämpfe sowie Side-Scrolling-Abenteuer. Die Gyro-Liga macht hingegen Gebrauch vom Gyroskop des 3DS, sodass ihr beispielsweise Bäume schütteln, mit Katzenspielzeug wedeln oder niedliche Pikmins überrollen müsst. In der Touch-Liga sollt ihr mittels Stylus über den Touchscreen sausen und so etwa Bälle werfen, Pferde per Tapping antreiben oder Torten mit den richtigen Zutaten garnieren. In der Ultra-Liga werden schließlich die Spiele aus allen vorigen Ligen gemischt und durch Games erweitert, die euch ins Mikrofon des 3DS pusten lassen – etwa, um Löwenzahnsamen wegzublasen oder Trompete zu spielen.

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Während die ersten drei Ligen jeweils fünf Kapitel haben, in denen ihr immer einem bis zwei Charakteren folgt, ein wenig übe sie erfahrt und ihre persönlichen Games spielt, tretet ihr in den drei Abschnitten der Ultra-Liga in den Microgames jeweils einer Handvoll Figuren an – insgesamt spielt ihr euch im Story-Modus also durch 18 Kapitel, wobei jedes davon aus einer Serie an Microgames besteht, die ihr erfolgreich abschließen müsst. Drei Fehlversuche sind euch dabei gegönnt, nach dem vierten müsst ihr das Kapitel entweder neu starten oder 100 Gold Strafe zahlen, um weitermachen zu dürfen. Glücklicherweise bringt euch jedes abgeschlossene Kapitel aber auch wieder 600 Gold ein. Der einzige Wermutstropfen dabei: Wie ihr an dieser Stelle wohl schon vermuten könnt, ist der Story-Spaß recht schnell wieder vorbei – gerade mal knapp 2-3 Stunden werdet ihr damit beschäftigt sein.

Für Highscore-Jäger und Achievement-Sammler

Der Story-Modus mag zwar nicht sonderlich lange sein, habt ihr diesen aber erst mal durch, ist glücklicherweise noch lange nicht Schluss mit WarioWare Gold. Am Titelbildschirm schaltet ihr im Laufe der ersten Story-Schlachten nämlich vier neue Menüpunkte frei:

Als erstes wäre da der Aufgaben-Modus, der euch diverse spaßige Spielvarianten präsentiert – beispielsweise eine, in der ihr heimlich im Bett zockt und die Microgames dabei immer wieder per Druck auf R+L unterbrechen müsst, um euch vor eurer besorgt nach euch sehenden Mutter zu verstecken, ehe sie euch erwischt. Auch ein Multiplayer-Modus, bei dem ihr mit Freunden im lokalen Netz spielen könnt, ist hier mit dabei.

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Der zweite große neue Punkt ist das Lexikon. Hier seht ihr alle Charaktere des Spiels aufgelistet und könnt nun jedes ihrer Games (sobald ihr es im Story-Modus mindestens einmal gespielt habt) direkt anwählen. Es gilt dabei, so viele Punkte wie möglich zu ergattern. Erreicht ihr zumindest den jeweiligen Richtwert (für gewöhnlich zwischen 10 und 30 gewonnenen Spielen), bevor ihr vier Fehlversuche angehäuft habt, ziert das betreffende Feld fortan eine Blume. Warum das interessant ist? Dazu kommen wir im dritten neuen Menüpunkt: den Missionen.

Die Missionen sind für alle Komplettisten, Sammler und Achievement-Fans unter euch wohl der interessanteste Punkt neben der Hauptstory: Hier seht ihr eine lange Liste aus Challenges, die es zu meistern gilt, darunter beispielsweise jedes Minispiel eines jeden Charakters im Story-Modus mindestens einmal zu probieren und so seinem Profil im Lexikon hinzuzufügen, jeden Richtwert eines jeden Microgames zu erzielen oder besonders hohe Punktezahlen in bestimmten Mikrospielen zu erreichen.

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Der letzte neue Punkt im Menü sind schließlich die Souvenirs. Wie vorhin schon angesprochen, erhaltet ihr im Story-Modus für abgeschlossene Kapitel Gold – genau wie für andere Errungenschaften: Erfüllte Missionen, erzielte Richtwerte oder Rematches im Story-Modus bringen euch allesamt Reichtümer ein. Für je 600 Gold könnt ihr dann unter Souvenirs an der Pachinko-Maschine drehen und so per Zufallsprinzip Neues für eure Schatzkammer ergattern. Zu den so erworbenen Schätzen zählen Minispiele nach ähnlichem Prinzip wie die Microgames genauso wie Soundtrack-Schnipsel, Einträge im Nintendo-Almanach, der euch über bekannte sowie weniger bekannte Nintendo-Geräte aus der Geschichte des Entwicklers informiert, oder sogar die Möglichkeit, zum Spaß mittels Mikrofon neue Tonspuren für die Story-Cutscenes eurer liebsten Charaktere aufzunehmen.

Süße Präsentation und vollständige Sprachausgabe

Eine Sache soll hier noch erwähnt werden: Nicht nur kommt WarioWare Gold mit mehr Story, Microgames und Charakteren als je zuvor, auch bei der Präsentation hat man sich mächtig Mühe gegeben: Die gezeichneten Cutscenes machen zwar keinen Gebrauch von der 3D-Funktion des 3DS, sind jedoch witzig geschrieben und liebevoll umgesetzt, der Soundtrack ist passend verrückt und flippig, und obendrein wurde das gesamte Spiel voll vertont – mit Sprechern, die euch wahlweise auf Deutsch oder Englisch unterhalten. Beide Sprachversionen trumpfen dabei mit fantastischen Sprechern; zur Cast der englischen Version zählen unter anderem sogar bekannte Talente wie Robbie Daymond (Prompto aus Final Fantasy XV) in den Rollen von Mantis, Orbulon und Mike oder Fryda Wolff (Tressa aus Octopath Traveler) als Ana, Penny und Doris-1. Ein scheinbar kleines Gimmick, das der Atmosphäre des Titels jedoch einen mächtigen Boost verleiht.

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FAZIT:

Ich muss gestehen, ich bin ein riesiger Wario-Fan – und das nicht erst seit er unter die Spieleentwickler gegangen ist. Der schräge Humor des fiesen Mario-Gegenstücks wird in WarioWare Gold zwar weniger durch Wario selbst als die abgedrehten Microgames vermittelt (man zerquetsche Pikmins, ziehe Rotzfäden auf oder bohre in der Nase, so schnell man nur kann), kommt aber auch hier keineswegs zu kurz, und der schiere Umfang an Spielen, Charakteren, Sammelgegenständen und Modi freut ebenfalls. Der größte Kritikpunkt des Titels ist seine fehlende Langzeitmotivation: Die wirkliche Herausforderung bei WarioWare Gold ist es, innerhalb von Sekundenbruchteilen zu verstehen, was denn eigentlich zu tun ist; hat man das Prinzip der flotten Microgames aber erst mal raus, stellen diese kaum mehr ein Herausforderung dar und die Highscore- und Souvenirjagd wird eher zur zeitintensiven Probe eures Durchhaltevermögens – da hilft auch der integrierte Multiplayer kaum. Immerhin kann man sich als Fan an den Stimmen einiger hochkarätiger Voice Actors erfreuen oder sich im Aufnahme-Modus selbst als solcher betätigen. Wem die kurze Spieldauer nichts ausmacht, der greife zu und gönne sich für einige Stunden beste Unterhaltung; wer auf lange anhaltendes Spielvergnügen hofft, lässt allerdings lieber die Finger von WarioWare Gold.

Was ist WarioWare Gold? Schräge Mikrospiel-Sammlung, bei der sich alles um blitzschnelle Reaktionen dreht.
Plattformen: Nintendo 3DS
Getestet: Download-Version
Entwickler / Publisher: Nintendo + Intelligent Systems / Nintendo
Release: 27. Juli 2018
LinkOffizielle Webseite

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