Nachspiel: Wild Terra Online

Nachspiel: Wild Terra Online

Seit 2015 der Öffentlichkeit mittels Early Access zugänglich gemacht und bis heute in Entwicklung: Die 2.5-D Massen-Mehrspieler-Lebenssimulation, mit dem Fokus auf Survival ausgelegt, nennt sich Wild Terra Online, auf welches ich heute ein (vielleicht zu) kritisches Auge werfen werde.

In einer zwischen Steinzeit und Mittelalter stecken gebliebenen Welt werden wir zum Überleben gezwungen. Geschichtlich ist leider somit alles über Wild Terra erzählt. Nicht mehr und nicht weniger. Selbst für ein Multiplayerspiel ist dies ein sehr dünner Handlungsfaden, welcher uns auf der Reise durch Wälder und von anderen Mitspielern erbauten Festungen oder Dörfern begleitet.

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Ausbaufähiges Gameplay

Das Gameplay und somit auch der wichtigste Kritikpunkt am ganzen Spiel, ist, nun, wie soll ich es am besten beschreiben – am besten mit dem Begriff „Ausbaufähig„. Am Anfang starten wir zwischen der Auswahl von Männlein oder Weiblein, vergeben diesem Charakter anschließend einen Namen und werden ohne weitere Umschweife in die offene Welt befördert, wo wir zunächst keine direkten Hinweise auf unsere Ziele, geschweige denn, die Steuerung, erhalten. Zunächst dachte ich mir etwas frustriert, dass man seine Spielfigur ausschließlich mit dem Cursor auf zuvor angeklickte Stellen schicken muss, um so einen Fortschritt der Bewegung zu erzielen, jedoch hat sich dieses “Problem” nach intuitivem Drücken der Escape Taste behoben, indem ein schlichtes, aber ausreichendes Einstellungsmenü aufgetaucht ist, in welchem ich mir die von Haus aus zu niedrig eingestellte Größe der Benutzeroberfläche auf halbwegs Augenfreundlich einstellen konnte und herausfand, dass die Bewegungssteuerung ebenso mit den für den Durchschnitts-Gamer bekannten Tasten W, A, S und D funktioniert. So ging die Erkundung meiner Umwelt umso beschwingter vonstatten. Zunächst ging ich nach meinem eigenen Willen vor, probierte nach dem beschaffen diverser Ressourcen das etwas unübersichtliche Crafting Menü aus und baute mir einige Holzspeere, mit welchen ich dann auf Vogel- und Hasenjagd ging.

Das bringt mich auch gleich zu unserer Lebens- und Energieanzeige, welche sich am linken oberen Bildschirmrand um das Porträt unseres Charakters befindet. Um Gesundheit zu regenerieren müssen wir essen und das möglichst schnell, bevor uns die Gesundheitsanzeige im Sekundentakt, beispielsweise nach einer Bärenattacke, immer weiter gegen Null geht. Schaffen wir es nicht rechtzeitig, uns genug Essbares in unseren Wanst zu stopfen, gehen wir elendiglich zu Grunde und dürfen uns aussuchen, ob wir irgendwo in der Spielwelt oder in unserem eigenen Bett (Als es bei mir soweit war, erschien die Option trotz nicht zuvor von mir hergestellten Bettes auf dem Schirm …) bei voller Gesundheit, jedoch geleertem Inventar, wieder erscheinen. Um deine bereits erworbenen Gegenstände wieder zu erlangen, musst den durch einen kleinen Grabstein angezeigten Ort deines Misserfolgs wieder aufsuchen, welcher je nach vorherigem voranschreiten ziemlich weit weg oder gleich um die Ecke liegen kann. An solchen Stellen vermisse ich es besonders, keine Taste für den Sprint Vorgang im Optionen Menü entdeckt zu haben. Wenn man genug Zeit investiert, kann man sich seine eigene kleine oder auch größere Festung aufbauen und sich je nach Servereinstellungen mit anderen Spielern um fehlende Ressourcen balgen. (Sofern bei meinem Testspiel welche anwesend gewesen wären.)

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Rückständige Grafik, nervige Musik

Die Grafik von Wild Terra Online ist dem Genre entsprechend gut gelungen. Die 2D-Grafiken, wie Bäume, Sträucher, Steinbrocken und diversen Kleintiere im Zusammenspiel mit 3D Objekten, wie beispielsweise den Hauptcharakteren und größeren Raubtieren, machen sich erstaunlich gut für dieses Spiel, erinnern aber nicht zuletzt durch die Top Down Perspektive an ein Mobile Game. Die Musik trägt für die ersten 15 bis 30 Minuten zu einer angenehmen, entspannenden Atmosphäre bei. Da es sich aber dabei um denselben, immer wieder abgespielten Track handelt, wird dieser nach dieser Zeit auch schnell mal eintönig und trägt, wie bei mir, zu aufkommender Langeweile und somit schwindender Begeisterung bei. Trotz der schönen, von Hand gezeichneten Teaserbilder, sind auch diese nicht im Stande, über die für heutige Standards doch sehr rückständige Grafik hinwegzutrösten.

FAZIT

Ich hatte bei Wild Terra Online großteils das Gefühl ein etwas in die Jahre gekommenes Mobile Game mittels Emulator auf dem PC zu spielen. Es wunderte mich wenig, dass mir keine anderen Spieler in meiner Testsitzung begegneten. Immerhin konnte ich ein paar unfertige Bauwerke anderer Spieler auf meinem Gewaltmarsch durch die harsche Spielwelt voller feindlicher Wildschweine, Wölfe und Bären entdecken. Die fehlenden Ressourcen zum Bauen und somit Zeit sparen kann man sich natürlich auch im Ingame Shop dazu kaufen, aber da ich nicht zu sehr an die Welt der Smartphone Spielerei erinnert werden wollte, ließ ich es bleiben. Zu guter Letzt brachte mich die eintönige, sich immer wiederholende, Musik nach wenigen Stunden dazu, das Spiel mit gemischten Gefühlen zu beenden. Grundsätzlich verfügt Wild Terra Online über keinen schlechter Ansatz. Ich persönlich würde vielleicht etwas mehr Hintergrundinfo, sei es auch nur Anfangs in Textboxen, sowie die Einführung mittels eines Tutorials bevorzugen. In seinem derzeitigen Zustand ist es bestenfalls ein Mobile Game mit Ingame Abzocke- aber zumindest ausbaufähig auf einen vollwertigen PC Titel.

Was ist Wild Terra Online? MMO-Lebenssimulation in einer vollständig spielergesteuerten mittelalterlichen Welt.
Plattformen: PC
Getestet: Version 1.3.5 auf PC Intel Core i5-4440, 8GB RAM, GeForce GTX 645
Entwickler / Publisher: Juvty Worlds Ltd. / Juvty Worlds Ltd.
Release:18. Dez. 2017
LinkOffizielle Webseite

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